Noch vor der großen Keynote im September präsentiert Apple neue Hardware. Mit mehreren Pressemitteilungen statt aufwändig produzierten Präsentationen hat das Unternehmen den neuen Mac Mini und den Mac Studio des Modelljahres 2026 vorgestellt. Die beiden stationären Rechner zeichnen sich vor allem durch neue Chipsätze aus, die auf die Nutzung von künstlicher Intelligenz zugeschnitten sind. Hier findest du die wichtigsten Informationen zu den neuen Desktop-Rechnern.
Kernstück der neuen Geräte sind mal wieder neue Chipsätze aus der eigenen „Apple Silicon“-Produktion. Neben verbesserten Varianten des M5, den neuen Chips M5 Pro, M5 Max und M5 Ultra, ist auch die nächste Generation, der M6, im Rahmen der neuen Rechner offiziell geworden. Apple richtet seine Desktop-Computer damit noch stärker auf künstliche Intelligenz aus. Sowohl der neue Mac mini als auch der neue Mac Studio wurden mit Blick auf lokale KI-Berechnungen entwickelt. Statt Aufgaben in die Cloud auszulagern, sollen große Sprachmodelle, Bildgeneratoren oder agentenbasierte Workflows direkt auf dem Gerät laufen.
Herzstück sind die neuen Chips M6, M5 Pro, M5 Max und M5 Ultra. Laut Apple sorgen schnellere CPUs, leistungsfähigere GPUs und zusätzliche Neural Accelerators, speziell zugeschnittene Bereiche für KI in den Grafikeinheiten, für deutliche Leistungssteigerungen. Besonders Unternehmen, Entwickler*innen, Kreative und Power-User*innen sollen von den Verbesserungen profitieren. Wobei auch anspruchsvolle Privatanwender*innen damit ihre Freude haben können. Gleichzeitig bleibt Apple seiner Strategie treu, hohe Leistung mit geringem Energieverbrauch zu kombinieren. Die Geräte erscheinen gemeinsam mit macOS 27 „Golden Gate“, das zahlreiche neue Apple-Intelligence-Funktionen mitbringt.
Der Mac mini bleibt Apples kleinster Desktop-Rechner, legt technisch aber kräftig zu. Schon das Basismodell mit M6 soll eine bis zu viermal schnellere KI-Performance bieten als die vorherige Generation. Die CPU wächst auf zwölf Kerne, ebenso die GPU. Neu sind Neural Accelerators in jedem GPU-Kern, die KI-Aufgaben erheblich beschleunigen sollen. Apple nennt als Beispiele die schnellere Verarbeitung von Sprachmodellen in LM Studio, deutlich höhere Leistung bei Tabellenkalkulationen und eine verbesserte Gaming-Performance mit Raytracing.
Noch schneller ist aber die Profi-Ausgestaltung des M5-Chipsatzes. Der M5 Pro bietet bis zu 18 CPU-Kerne, bis zu 20 GPU-Kerne und bis zu 64 GB gemeinsamen Arbeitsspeicher. Damit richtet sich der kompakte Rechner an professionelle Nutzer*innen, die Videos schneiden, Software entwickeln oder komplexe 3D-Projekte bearbeiten. Trotz der höheren Leistung bleibt das bekannte, platzsparende Gehäuse erhalten. Neu sind Wi‑Fi 7, Bluetooth 6, schnelleres Ethernet sowie moderne Thunderbolt-Anschlüsse. Interessant ist auch die Möglichkeit, mehrere Systeme über Thunderbolt 5 zu Clustern zusammenzuschließen, um große KI-Modelle lokal zu verarbeiten.
Noch größer fallen die Neuerungen beim Mac Studio aus. Apples leistungsstärkster Desktop wird künftig mit M5 Max oder M5 Ultra angeboten. Bereits der M5 Max verfügt über eine 18-Core-CPU und eine GPU mit bis zu 40 Kernen. Das Ultra-Modell geht noch deutlich weiter und bietet bis zu 36 CPU-Kerne, bis zu 80 GPU-Kerne und bis zu 512 GB gemeinsamen Arbeitsspeicher. Damit richtet sich der Rechner an professionelle Kreative, KI-Forschende, Datenwissenschaftler*innen und Unternehmen mit extremen Anforderungen. Privatpersonen sind hier eher nicht die angepeilte Zielgruppe.
Apple stellt vor allem die lokale Verarbeitung großer KI-Modelle in den Vordergrund. Durch die enorme Speichergröße und eine Bandbreite von bis zu 1,2 TB pro Sekunde sollen selbst sehr große Modelle direkt auf dem Gerät laufen können. Unternehmen profitieren zusätzlich von der Möglichkeit, mehrere Mac-Studio-Systeme zu Clustern zusammenzufassen. Laut Apple kann ein Verbund aus vier Systemen die KI-Inferenzleistung gegenüber einem Einzelsystem deutlich steigern. Doch nicht nur KI-Anwendungen profitieren. Auch Video-Produktionen in 8K, visuelle Effekte, wissenschaftliche Simulationen oder Rendering-Aufgaben sollen erheblich schneller ablaufen als bisher. Der Mac Studio ist also vor allem wohl ein kompetentes Tool für die Arbeit.
Apple betont, dass die neuen Geräte nicht nur rohe Rechenleistung liefern, sondern auch ein komplettes Software-Ökosystem für KI-Anwendungen bieten. Dazu gehören die Frameworks Core AI und MLX, die speziell auf Apple Silicon zugeschnitten sind. Entwickler*innen können dadurch eigene Modelle trainieren, optimieren und direkt lokal ausführen – ein großer Zugewinn gepaart mit der Mehrleistung. Für Kreativschaffende spielen außerdem die erweiterten Grafikfunktionen eine wichtige Rolle. Raytracing der dritten Generation, verbesserte Shader-Kerne und leistungsfähigere Media Engines sollen Arbeitsabläufe in der 3D-Grafik, Filmproduktion und Spieleentwicklung beschleunigen. Für Gaming selbst sind die Geräte aber nicht ausgelegt.
Mit macOS 27 Golden Gate zieht zudem die nächste Generation von Apple Intelligence ein. Neue Funktionen in Safari, Fotos und Kurzbefehle sollen die tägliche Arbeit vereinfachen. Gleichzeitig erhält die Oberfläche mit dem neuen Liquid-Glass-Design eine optische Auffrischung. Auch bei der Konnektivität legen beide Geräte nach. Wi‑Fi 7, Bluetooth 6, Thunderbolt 5 und Unterstützung für mehrere hochauflösende Displays gehören nun zum Standard der Pro-Geräte.
Apple startet die Vorbestellungen für beide Desktop-Baureihen bereits Ende August. Die Auslieferung beginnt am 22. September. Der Mac mini mit M6 startet bei 1.049 Euro. Damit wird er im Vergleich zum bisherigen Einstieg erneut teurer. Die noch aktuelle Generation des Mac Mini hatte das Unternehmen bereits von mindestens 699 Euro auf 949 Euro angehoben, da die kleinste Variante mit 256 GB Speicher einfach wegfiel. Noch tiefer in die Tasche greifen musst du für die Variante mit M5 Pro, die ab 1.999 Euro erhältlich ist. Beim Mac Studio beginnt der Einstieg mit dem M5 Max bei 2.999 Euro. Wer maximale Leistung benötigt, muss für die Variante mit M5 Ultra mindestens 6.599 Euro investieren. Besonders hoch ausgestattete Konfigurationen mit enormem Arbeitsspeicher dürften deutlich darüber liegen.
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