Mit oder ohne? Auf der Suche nach einem neu­en Staub­sauger stellt sich heut­zu­ta­ge die Fra­ge: Soll das neue Gerät mit oder ohne Beu­tel sein? UPDATED zeigt die Stär­ken und Schwä­chen bei­der Model­le.

Die Eck­da­ten der Beu­tel­fra­ge

Im Fol­gen­den fin­den Sie die Vor- und Nach­tei­le der ver­schie­de­nen Staub­sauger­mo­del­le in Kurz­form auf­ge­lis­tet:

Staub­sauger ohne Beu­tel

Vor­tei­le:

  • Meist gerin­ge­res Gewicht dank kom­pak­ter Bau­wei­se
  • Kein Ver­lust der Saug­kraft
  • Umwelt­freund­lich
  • Kei­ne lau­fen­den Kos­ten durch Beu­tel
  • Prak­tisch geruchs­los

Nach­tei­le:

  • Höhe­rer Anschaf­fungs­preis
  • Teil­wei­se sehr laut
  • Lee­ren des Behäl­ters ver­ur­sacht Staub
  • Häu­fi­ge Rei­ni­gung des Auf­fang­be­häl­ters nötig

Staub­sauger mit Beu­tel:

Vor­tei­le:

  • Güns­ti­ger Preis
  • Lei­se
  • Beu­tel las­sen sich schnell und
  • fast staub­frei wech­seln

Nach­tei­le:

  • Lau­fen­de Kos­ten durch Beu­tel
  • Ver­lust der Saug­kraft je vol­ler der Beu­tel wird
  • Beu­tel ver­ur­sa­chen Müll
  • Beu­tel rie­chen

Preis­fra­ge: Wel­che Vari­an­te ist güns­ti­ger?

Wie bei allen Neu­an­schaf­fun­gen spielt auch beim Staub­sauger die Kos­ten­fra­ge eine ent­schei­den­de Rol­le. In dem Punkt ist zunächst der Staub­sauger mit Beu­tel klar im Vor­teil: Er ist meist nur halb so teu­er wie das beu­tel­lo­se Gerät. Mit der Zeit gleicht es sich aber wie­der aus, da natür­lich regel­mä­ßig neue Staub­sauger­beu­tel gekauft wer­den müs­sen.

Ob nun der Staub­sauger mit oder der ohne Beu­tel güns­ti­ger ist, hängt von der indi­vi­du­el­len Nut­zung ab:

  • Wie oft sau­gen Sie?
  • Wie groß ist die zu rei­ni­gen­de Flä­che?
  • Wie viel Schmutz ent­steht? Leben Tie­re oder Kin­der im Haus?

Im Fol­gen­den fin­den Sie ein paar Bei­spie­le, die Ihnen bei der Beant­wor­tung der Preis­fra­ge hel­fen wer­den.

Wohn­flä­che: 50 Qua­drat­me­ter – wöchent­li­che Rei­ni­gung

Bei einer Wohn­flä­che von etwa 50 Qua­drat­me­tern und wöchent­li­cher Rei­ni­gung reicht es aus, den Beu­tel alle zwei bis drei Mona­te zu wech­seln. Geht man von einer Lebens­dau­er des Staub­saugers von acht Jah­ren und einem durch­schnitt­li­chen Beu­tel­preis von 1,50 Euro aus, lie­gen die Mehr­kos­ten bei etwa 60 Euro. Hier lohnt sich aus Kos­ten­sicht also der Kauf des güns­ti­ge­ren Staub­saugers mit Beu­tel.

Bei­spiel­rech­nung

  • 5 Beutel/Jahr x 8 Jah­re x 1,50 Euro Beu­tel­preis = 60 Euro

Wohn­flä­che: 100 Qua­drat­me­ter – täg­li­che Rei­ni­gung

Bei einer Wohn­flä­che von 100 Qua­drat­me­tern oder einer höhe­ren Schmutz­be­las­tung durch Haus­tie­re bezie­hungs­wei­se einer gro­ßen Fami­lie sieht die Rech­nung bereits anders aus. Durch die täg­li­che Rei­ni­gung soll­te ein Beu­tel etwa ein­mal pro Monat gewech­selt wer­den. Die Kos­ten sum­mie­ren sich somit bei den glei­chen Para­me­tern auf fast 150 Euro, bei teu­re­ren Beu­teln sogar noch mehr. Hier kann sich die Anschaf­fung eines teu­re­ren beu­tel­lo­sen Geräts also durch­aus loh­nen.

Bei­spiel­rech­nung

  • 12 Beutel/Jahr x 8 Jah­re x 1,50 Euro Beu­tel­preis = 144 Euro

Kei­ne Leis­tungs­un­ter­schie­de – in der Theo­rie

Wer befreit Tep­pich & Co. am schnells­ten von Schmutz, Staub und Haa­ren? Zum Teil gibt es dabei gewal­ti­ge Unter­schie­de – zwi­schen den Staub­saugern ver­schie­de­ner Her­stel­ler. Ob die Staub­sauger mit oder ohne Beu­tel arbei­ten, ist hin­ge­gen weni­ger ent­schei­dend als man zunächst anneh­men wür­de. In der Theo­rie sau­gen bei­de Model­le etwa gleich gut. Wich­tig beim Staub­sauger mit Beu­tel: Je vol­ler der Beu­tel, des­to gerin­ger die Saug­leis­tung.

All­er­gi­ker kön­nen auf­at­men

Dau­er­schnup­fen, Juck­reiz in der Nase bis hin zu Asth­ma: Wer unter einer Haus­staub-All­er­gie lei­det, dem hilft es, wenn die Staub­kon­zen­tra­ti­on in den eige­nen vier Wän­den mög­lichst gering ist. Wie viel Fein­staub ein Staub­sauger wie­der in die Luft pus­tet, hängt in ers­ter Linie vom ein­ge­bau­ten Fil­ter ab. All­er­gi­ker soll­ten mög­lichst dar­auf ach­ten, einen Staub­sauger mit HEPA-Fil­ter zu kau­fen. Die Fil­ter­art wird je nach Fil­ter­leis­tung in diver­se Klas­sen E10 bis E12 (EPA) sowie H13 und H14 (HEPA) unter­teilt. Die bes­ten Fil­ter sie­ben bis zu 99,995 Pro­zent aller Schad­stof­fe her­aus. Gene­rell gilt: Je höher die Fil­ter­klas­se ist, des­to rei­ner ist die Luft, die wie­der aus dem Staub­sauger kommt. Zusätz­lich gibt es bei eini­gen beu­tel­lo­sen Sau­gern einen Was­ser­fil­ter. Die­se fil­tern die Abluft zusätz­lich durch Was­ser. Dadurch wer­den Pol­len und fei­ne Staub­par­ti­kel zurück­ge­hal­ten.

Ein beu­tel­lo­ser Staub­sauger mit einem Was­ser­fil­ter und einer hohen Fil­ter­klas­se ist somit am bes­ten dazu geeig­net, den Haus­staub in der Raum­luft zu ver­rin­gern. Aller­dings muss bei beu­tel­lo­sen Sau­gern auch regel­mä­ßig der Behäl­ter aus­ge­kippt wer­den – eine sehr stau­bi­ge Ange­le­gen­heit. Lee­ren Sie daher den Behäl­ter bes­ser außer­halb Ihrer Wohn­räu­me aus, ent­we­der direkt über der Müll­ton­ne oder zumin­dest in eine Plas­tik­tü­te.

All­er­gi­ker soll­ten sich also in ers­ter Linie an der Fil­ter­klas­se des Staub­saugers ori­en­tie­ren. Zu einem beu­tel­lo­sen Modell soll­ten Sie nur dann grei­fen, wenn der Behäl­ter ohne Umstän­de außer­halb der Woh­nung ent­leert wer­den kann.

Mehr zum The­ma Staub­sauger-Wahl für All­er­gi­ker fin­den Sie auch im Rat­ge­ber “End­lich durch­at­men: Tipps zur Staub­sauger-Wahl für All­er­gi­ker”.

Kei­ne Beu­tel, aber dafür Gehör­schutz?

Viel Lärm um nichts? Nicht ganz, denn oft sind beu­tel­lo­se Staub­sauger deut­lich lau­ter als ihre Kol­le­gen mit Beu­tel. Das liegt an der Zyklon­tech­nik, die bei Staub­saugern ohne Beu­tel zum Ein­satz kommt. Die ver­wen­de­te Tech­nik benö­tigt einen star­ken Saug­strom, die Motor­leis­tung kann daher nicht oder nur mini­mal elek­tro­nisch redu­ziert wer­den. Je nach Modell kann die Saug­stär­ke am Gerät regu­liert wer­den, doch auf die Laut­stär­ke hat das kei­nen Ein­fluss — es bleibt laut. Bei Staub­saugern mit Beu­tel ver­rin­gert sich die Laut­stär­ke hin­ge­gen, wenn die Leis­tung regu­liert wird.

Rei­ni­gung geht mit Beu­tel schnel­ler

Damit ein Staub­sauger nicht anfängt, unan­ge­neh­me Gerü­che zu ver­brei­ten, muss er min­des­tens alle drei Mona­te gerei­nigt wer­den. Da die Haupt­quel­le des Geruchs für gewöhn­lich im Beu­tel sitzt, ist die­ser Nach­teil gleich­zei­tig ein Plus­punkt: Der ver­schlos­se­ne Beu­tel kann ein­fach im Haus­müll ent­sorgt und der schlech­te Geruch so mit weni­gen Hand­grif­fen besei­tigt wer­den. Bei der beu­tel­lo­sen Vari­an­te soll­te der Nut­zer den Staub­be­häl­ter regel­mä­ßig rei­ni­gen. Vie­le Her­stel­ler emp­feh­len sogar eine Lee­rung und Rei­ni­gung nach jeder Nut­zung. Im All­tag reicht je nach Nut­zungs­ver­hal­ten aber meis­tens eine gründ­li­che Rei­ni­gung alle 2 bis 4 Wochen aus. Ver­ges­sen Sie bei die­ser Gele­gen­heit nicht den Behäl­ter auch aus­zu­spü­len und kom­plett trock­nen zu las­sen. Ins­ge­samt haben in die­ser Kate­go­rie die Beu­tel­sauger wohl die Nase vorn. Trotz­dem ist eine regel­mä­ßi­ge Rei­ni­gung bei bei­den Staub­sauger­ar­ten not­wen­dig.

Design und Gewicht: Ohne Beu­tel ein­fach coo­ler

Wer beim Staub­sauger auch Wert auf die Optik legt, wird eher zum beu­tel­lo­sen Modell grei­fen. Da kein gro­ßes Beu­tel-Fach not­wen­dig ist, gibt es bei die­sen Gerä­ten hin­sicht­lich des Designs einen grö­ße­ren Gestal­tungs­spiel­raum. Die Model­le wir­ken meist moder­ner.

Bezo­gen auf das Gewicht: Hier lie­gen Staub­sauger ohne Beu­tel ganz klar vorn. Dank ihrer kom­pak­ten Bau­wei­se sind sie meist leich­ter als ihre Kon­kur­ren­ten mit Beu­tel.

Der rich­ti­ge Staub­sauger für ihre Bedürf­nis­se

Hier fin­den Sie noch mal zusam­men­ge­fasst die jewei­li­gen Vor- und Nach­tei­le für Gerä­te mit oder ohne Beu­tel:

  • Wer moder­ne Tech­nik möch­te und das regel­mä­ßi­ge Rei­ni­gen des Geräts nicht scheut, greift eher zum beu­tel­lo­sen Modell.
  • Wen der typi­sche Staub­sauger­ge­ruch nicht stört und wer lie­ber einen Beu­tel wech­seln statt ein Gerät rei­ni­gen möch­te, trifft mit einem kon­ven­tio­nel­len Staub­sauger eine gute Wahl.
  • Wel­che Vari­an­te preis­wer­ter ist, rich­tet sich danach, wie groß Ihr Wohn­raum ist und wie oft Sie sau­gen: Bei einer gro­ßen Wohn­flä­che von 100 Qua­drat­me­tern und einer täg­li­chen Rei­ni­gung lohnt sich der beu­tel­lo­se Sau­ger. Die Model­le sind zwar in der Anschaf­fung teu­rer, es müs­sen aber kei­ne Beu­tel gekauft wer­den. Sau­gen Sie ohne­hin wenig und nur klei­ne Flä­chen, müs­sen Sie auch nicht so oft neue Beu­tel kau­fen. Hier rech­net sich die Anschaf­fung des güns­ti­ge­ren Staub­saugers mit Beu­tel.

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