Du sitzt gemüt­lich bei Freun­den, als auf dei­nem Smart­pho­ne plötz­li­che eine Push-Nach­richt ein­geht: Dein smar­ter Rauch­mel­der hat Alarm aus­ge­löst! Schnell fährst du nach Hau­se und benach­rich­tigst noch von unter­wegs dei­nen Nach­barn, damit er nach dem Rech­ten sieht. Dank dei­ner kom­plett ver­netz­ten Woh­nung wur­dest du sofort über die Rauch­ent­wick­lung infor­miert und konn­test Schlim­me­res ver­hin­dern, obwohl du gar nicht zu Hau­se warst. Wel­che Vor­tei­le ein Smart-Home-Rauch­mel­der sonst noch hat und wie du ihn mon­tierst und ver­netzt, erklärt dir UPDATED in die­sem Rat­ge­ber.

Vor- und Nach­tei­le eines Smart-Home-Rauch­mel­ders

Die Ent­schei­dung für die Anschaf­fung eines smar­ten Rauch­mel­ders bringt eini­ge Vor­tei­le mit sich:

  • Smar­te Rauch­mel­der lei­ten das Warn­si­gnal an das Smart­pho­ne wei­ter.
  • In Ver­bin­dung mit einer IP-Kame­ra kannst du von über­all einen Blick in dein Heim wer­fen und sehen ob es wirk­lich brennt.
  • In einem ver­netz­ten Zuhau­se wer­den alle ande­ren smar­ten Gerä­te infor­miert und reagie­ren auf den Alarm: Jalou­sien wer­den geöff­net, Licht wird ein­ge­schal­tet etc.
  • Diver­se smar­te Rauch­mel­der erken­nen ver­schie­de­ne Rauch­in­ten­si­tä­ten oder mes­sen sogar den CO2-Anteil in der Luft.
  • In einem gro­ßen Haus wird das Signal an alle Rauch­mel­der wei­ter­ge­lei­tet, sodass du den Alarm auch in ent­fern­ten Räu­men mit­be­kommst.

Den letz­ten Punkt erfül­len übri­gens auch Funk­rauch­mel­der, die ansons­ten über kei­ne smar­ten Eigen­schaf­ten ver­fü­gen. Sobald ein Gerät Alarm schlägt, reagie­ren auch die ande­ren Gerä­te in der Funk­an­la­ge. Des­halb kom­men Funk­rauch­mel­der vor allem in gro­ßen Wohn­kom­ple­xen zum Ein­satz.

Den Vor­tei­len steht eigent­lich nur ein Nach­teil gegen­über: Die Anschaf­fungs­kos­ten für einen smar­ten Rauch­mel­der sind im Ver­gleich zu nor­ma­len Model­len wesent­lich höher. Die Her­stel­ler ver­lan­gen oft das Fünf- bis Zehn­fa­che für Smart-Home-Rauch­mel­der. Zudem soll­test du beim Kauf genau hin­schau­en: Nicht jedes Modell passt in jedes Smart-Home-Sys­tem.

Smart-Home-Rauch­mel­der: WLAN oder Kabel?

Smart-Home-Rauch­mel­der kannst du kabel­ge­bun­den in dein ver­netz­tes Zuhau­se inte­grie­ren oder über eine WLAN-Ver­bin­dung. Die zuletzt genann­te Lösung ist die ver­brei­te­te­re im pri­va­ten Wohn­raum. Der Vor­teil: Über WLAN ver­netz­te Gerä­te kannst du jeder­zeit ganz ein­fach anbrin­gen, die Instal­la­ti­on ist ohne gro­ßen Auf­wand oder das Hin­zu­zie­hen eines Fach­manns mög­lich. Zudem las­sen sich die WLAN-Rauch­mel­der meist mit Sys­te­men ande­rer Anbie­ter kom­bi­nie­ren.

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Kabel­ge­bun­de­ne Gerä­te haben zum einen den Vor­teil, dass die Daten­si­cher­heit grö­ßer ist als bei WLAN-Rauch­mel­dern. Zum ande­ren arbei­ten alle smar­ten Funk­tio­nen auch bei schwa­cher oder gestör­ter WLAN-Ver­bin­dung ein­wand­frei. Dage­gen spricht die auf­wen­di­ge Nach­rüs­tung, da die Kabel unter der Decke ver­legt wer­den.

Smar­ten Rauch­mel­der über WLAN ein­rich­ten

Bevor du WLAN-Rauch­mel­der an den Zim­mer­de­cken mon­tierst, rich­test du sie ein und inte­grierst sie in dein Smart Home. Das ist in der Regel eine Sache von Minu­ten. Die Vor­ge­hens­wei­se kann dabei von Anbie­ter zu Anbie­ter leicht vari­ie­ren. UPDATED zeigt dir am Bei­spiel des smar­ten Rauch­mel­ders Pro­tect von der Goog­le-Toch­ter­fir­ma Nest, wie es funk­tio­nie­ren kann. Neben dem Rauch­mel­der benö­tigst du ent­we­der ein Smart­pho­ne oder ein Tablet sowie eine Inter­net­ver­bin­dung über WLAN.

  1. Plat­zie­re alle Rauch­mel­der, die du ein­rich­ten möch­test, nah bei­ein­an­der, damit sie mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren kön­nen.
  2. Lade die kos­ten­lo­se Nest-App für Android oder iOS her­un­ter.
  3. Star­te die App und erstel­le ein Kon­to bzw. mel­de dich an, soll­test du schon ein Nest-Kon­to haben.
  4. Ver­wen­dest du ein Apple-Gerät, schal­te WLAN und Blue­tooth ein. Bei Android-Gerä­ten wer­den die­se Funk­tio­nen auto­ma­tisch akti­viert.
  5. Nach der Anmel­dung in der Nest-App tip­pe auf Hin­zu­fü­gen.
  6. Scan­ne den QR-Code auf der Rück­sei­te des ers­ten Rauch­mel­ders mit der Kame­ra dei­nes Mobil­ge­räts.
  7. Zie­he die blaue Lasche aus dem Bat­te­rie­fach des Nest Pro­tect her­aus.
  8. Jetzt soll­te der Rauch­mel­der zu dir spre­chen und blau leuch­ten. Fol­ge sei­nen Anwei­sun­gen.
  9. Danach teilst du dem Rauch­mel­der über dein Mobil­ge­rät mit, in wel­chem Zim­mer er ange­bracht wird. So kann dir der Nest Pro­tect spä­ter im Not­fall direkt sagen, in wel­chem Raum er Rauch­ent­wick­lung bemerkt.
  10. Wäh­le in der App nun das WLAN-Netz­werk aus, mit dem der Rauch­mel­der ver­bun­den wer­den soll, und gib das WLAN-Pass­wort ein.
  11. Dein Mobil­ge­rät wird anschlie­ßend mit dem Nest Pro­tect ver­bun­den.
  12. Im nächs­ten Schritt wählst du die Nacht­licht­ein­stel­lung aus. Ist sie ein­ge­schal­tet, kann der Nest Pro­tect dir nachts mit sei­nem Licht den Weg wei­sen. Du kannst die Funk­ti­on aber auch kom­plett deak­ti­vie­ren.
  13. Abschlie­ßend ver­bin­det sich der Nest Pro­tect mit dem Inter­net und wird dei­nem Nest-Kon­to hin­zu­ge­fügt. Wenn alles geklappt hat, leuch­tet der Rauch­mel­der grün und sagt “ver­bun­den”.
  14. Nun kannst du wei­te­re Rauch­mel­der nach dem­sel­ben Prin­zip hin­zu­fü­gen. Tipp: Notie­re dir auf der Rück­sei­te der Rauch­mel­der, wel­cher für wel­ches Zim­mer vor­ge­se­hen ist, um nicht durch­ein­an­der­zu­kom­men.
  15. Hast du alle Rauch­mel­der ein­ge­rich­tet, schal­test du in den Ein­stel­lun­gen der App den Sound Check ein, indem du den ent­spre­chen­den Schie­be­reg­ler akti­vierst. Dadurch tes­ten sich die Rauch­mel­der ein­mal pro Monat auto­ma­tisch.
  16. Jetzt kannst du die Rauch­mel­der in den ein­zel­nen Zim­mern anbrin­gen.

Willst du dei­ne smar­ten Rauch­mel­der mit Kabeln ver­bin­den, wen­de dich am bes­ten an einen Fach­mann. Die Ver­le­gung der Kabel unter dem Decken­putz und das (even­tu­ell not­wen­di­ge) Anschlie­ßen ans Strom­netz soll­te unbe­dingt ein Pro­fi über­neh­men.

Rauch­mel­der-Fehl­alarm: Mög­li­che Ursa­chen

Nicht immer droht wirk­lich Gefahr, wenn der Rauch­mel­der ein Signal von sich gibt. Es gibt meh­re­re Ursa­chen, die für einen Fehl­alarm sor­gen kön­nen:

  • Damp­f­ent­wick­lung im Bad oder in der Küche (z. B. beim Duschen oder Kochen)
  • Rauch­ent­wick­lung in einem offe­nen Kamin
  • Lee­re Bat­te­rien
  • Ver­dreck­tes Gehäu­se
  • Star­ke Son­nen­ein­strah­lung
  • Mas­si­ver Ziga­ret­ten­rauch, etwa auf Par­tys

Details zu die­sen und ande­ren Ursa­chen – und was du tun kannst, damit der Rauch­mel­der wie­der ver­stummt – kannst du aus­führ­lich im Rat­ge­ber Rauch­mel­der piept – das sind die Ursa­chen nach­le­sen.

Mon­ta­ge smar­ter WLAN-Rauch­mel­der

Die Instal­la­ti­on von smar­ten Rauch­mel­dern, die über WLAN funk­tio­nie­ren, ist in den meis­ten Fäl­len denk­bar ein­fach und lässt sich ohne frem­de Hil­fe erle­di­gen. Sie wer­den wie her­kömm­li­che Rauch­mel­der an gera­den Decken mit­hil­fe eines Schrau­ben­dre­hers und den im Lie­fer­um­fang ent­hal­te­nen Schrau­ben ange­bracht. Die Mon­ta­ge von kabel­ver­netz­ten Rauch­mel­dern ist hin­ge­gen weit­aus kom­pli­zier­ter. Da sie ans Strom­netz ange­schlos­sen wer­den, ist die Unter­stüt­zung durch einen Elek­tri­ker unbe­dingt zu emp­feh­len.

Für den best­mög­li­chen Schutz soll­ten Rauch­mel­der immer in der Mit­te des Rau­mes an der Decke mon­tiert wer­den. Der Abstand zu Wän­den, Möbeln und ande­ren Gegen­stän­den soll­te min­des­tens einen hal­ben Meter betra­gen.

Grund­sätz­lich gehört in jedes Zim­mer ein Rauch­mel­der, eben­so in den Flur. Gene­rell wird emp­foh­len, kei­ne Rauch­mel­der im Bade­zim­mer oder in der Küche anzu­brin­gen, da es in die­sen Räu­men häu­fig zu Fehl­alar­men durch Was­ser­dampf kom­men kann. Es gibt aber spe­zi­el­le küchen­taug­li­che Rauch­mel­der, die die Wahr­schein­lich­keit eines Fehl­alarms mini­mie­ren.

Rauch­mel­der­pflicht in allen Bun­des­län­dern

Egal, ob smart oder her­kömm­lich – für pri­va­ten Wohn­raum gilt mitt­ler­wei­le in allen Bun­des­län­dern Rauch­mel­der­pflicht. Bei Neu- und Umbau­ten sind Wohn­räu­me durch die Eigen­tü­mer unver­züg­lich mit Rauch­mel­dern aus­zu­stat­ten. Bei Bestands­bau­ten gel­ten Über­gangs­fris­ten, bis wann die Aus­stat­tung mit Rauch­mel­dern erfolgt sein muss. Die­se sind von Bun­des­land zu Bun­des­land unter­schied­lich. Ein­zig in Sach­sen sind Bestands­bau­ten von der Rauch­mel­der­pflicht befreit (Stand: Dezem­ber 2018).

Smart-Home-Rauch­mel­der ohne Smart Home?

Bekommst du bei­spiels­wei­se einen Smart-Home-Rauch­mel­der geschenkt, hast aber gar kein ver­netz­tes Zuhau­se, ist das nicht tra­gisch. Denn auch ohne Smart Home erfüllt der Rauch­mel­der sei­ne Haupt­auf­ga­be: Er gibt ein Warn­si­gnal von sich, wenn er Rauch­ent­wick­lung bemerkt. Auf die wert­vol­len Zusatz­leis­tun­gen durch die Ver­net­zung kannst du dann aller­dings nicht zugrei­fen. Aber viel­leicht ist der Smart-Home-Rauch­mel­der auch ein guter Ein­stieg in die Welt des ver­netz­ten Zuhau­ses. Dar­auf basie­rend kannst du dir wei­te­re ver­netz­ba­re Gerä­te zule­gen und so dein eige­nes Smart Home auf die Bei­ne stel­len.

Smart-Home-Rauch­mel­der gehö­ren in jedes ver­netz­te Heim

Auf dem Weg ins Smart Home ist ein intel­li­gen­ter Rauch­mel­der unbe­dingt emp­feh­lens­wert. Denn er alar­miert dich auch, wenn du das Warn­si­gnal eines her­kömm­li­chen Rauch­mel­ders gar nicht hören könn­test, weil du dich in einem weit ent­fern­ten Raum befin­dest oder gar nicht zu Hau­se bist. Zudem las­sen sich Kame­ras, Beleuch­tung, Fens­ter und ande­re smar­te Gerä­te mit dem Rauch­mel­der ver­net­zen, sodass sie auf­ein­an­der reagie­ren. Das alles recht­fer­tigt auch den rela­tiv hohen Preis im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Rauch­mel­dern.

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