In der Win­ter­zeit wol­len Sie Ihren dicken Kaschmir­pull­over wie­der her­vor­ho­len, der im Som­mer in die hin­ters­te Ecke Ihres Klei­der­schranks gewan­dert ist. Doch was ist das? Klei­ne unre­gel­mä­ßi­ge Löcher durch­zie­hen den Woll­pull­over! Alles deu­tet auf einen Befall mit Klei­der­mot­ten hin. Han­deln Sie jetzt rich­tig, damit die Schäd­lin­ge nicht noch wei­te­re Lieb­lings­klei­dungs­stü­cke zer­stö­ren. Hier erfah­ren Sie, wie Sie die gefrä­ßi­gen Klei­der­mot­ten wirk­sam bekämp­fen.

Woher kom­men die Klei­der­mot­ten?

In der Natur leben die Lar­ven von Klei­der­mot­ten in den Nes­tern von Vögeln und Säu­ge­tie­ren, wo sie sich von Kera­tin ernäh­ren, das in Tier­haa­ren und Federn vor­kommt. Aller­dings kann sich die über­all auf der Welt ver­brei­te­te Klei­der­mot­te leicht in mensch­li­che Behau­sun­gen ver­ir­ren. Zwi­schen Mai und Sep­tem­ber ist eine gestei­ger­te Flug­zeit zu erken­nen, wes­halb die Fal­ter in die­sen Mona­ten beson­ders häu­fig in die Woh­nun­gen und Häu­ser gelan­gen. Doch auch über alte Tep­pi­che, Decken oder gebrauch­te Pols­ter­mö­bel kön­nen die Eier und Lar­ven der Klei­der­mot­te in Ihr Zuhau­se ein­ge­schleppt wer­den.

Sind die Mot­ten ein­mal im Haus, geht die Gefahr nicht von den aus­ge­wach­se­nen Fal­tern aus. Die­se leben bloß etwa 18 Tage, wenn sie aus dem Kokon geschlüpft sind und knab­bern Ihre Klei­dung nicht an. Denn durch sei­ne ver­küm­mer­ten Mund­werk­zeu­ge kann der Fal­ter gar kei­ne Nah­rung mehr zu sich neh­men. Aller­dings legen die befruch­te­ten Weib­chen ihre Eier – 200 bis 250 Stück auf ein­mal – bevor­zugt an dunk­len, tro­cke­nen und war­men Orten ab, etwa Ihrem Klei­der­schrank. Aus die­sen schlüp­fen bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur nach rund 14 Tagen die gefrä­ßi­gen Lar­ven, die es auf Ihre Klei­dung abge­se­hen haben. Syn­the­ti­sche Stof­fe oder pflanz­li­che Fasern wie Baum­wol­le sind nicht so stark gefähr­det. Die Lar­ven der Klei­der­mot­te haben es viel­mehr auf die Klei­dung aus tie­ri­schen Pro­duk­ten – auch Misch­ge­we­be – abge­se­hen: Wol­le, Pelz, Federn, Dau­nen oder Leder ste­hen auf ihrem Spei­se­plan, denn dar­in ist eben­falls Kera­tin ent­hal­ten. Nach gut drei Mona­ten ver­pup­pen sich die Lar­ven, die Fal­ter schlüp­fen aus dem Kokon, paa­ren sich und der Kreis­lauf geht von vor­ne los – wenn Sie ihn nicht durch­bre­chen.

So erken­nen Sie den Befall mit Klei­der­mot­ten

Die Klei­der­mot­te misst nur sechs bis zehn Mil­li­me­ter. Mit dem blo­ßen Auge sind die hell­gel­ben bis bräun­lich glän­zen­den Schäd­lin­ge also nicht wirk­lich gut zu erken­nen. Haben Sie den Ver­dacht, dass sich Mot­ten in Ihrem Klei­der­schrank ein­ge­nis­tet haben, etwa, weil Sie ein­zel­ne Löcher in eini­gen Klei­dungs­stü­cken ent­deckt haben, gehen Sie fol­gen­der­ma­ßen vor, um einen mög­li­chen Befall zu erken­nen:

  1. Neh­men Sie alle Ihre Klei­dungs­stü­cke ganz genau unter die Lupe, ins­be­son­de­re aber die aus tie­ri­schen Pro­duk­ten. Suchen Sie nach klei­nen, unre­gel­mä­ßi­gen Löchern oder kah­len Stel­len in den Tex­ti­li­en. Oft erken­nen Sie einen Mot­ten­be­fall aber an einer Ansamm­lung von meh­re­ren Löchern auf wenig Raum. Unter dem Mikro­skop betrach­tet sind die Rän­der der Löcher außer­dem glatt und nicht fase­rig. Prü­fen Sie außer­dem Tep­pi­che, Decken, Gar­di­nen und Pols­ter­mö­bel, ins­be­son­de­re die nicht gut zu errei­chen­den Stel­len wie Sofa­rit­zen oder die hin­te­ren bezie­hungs­wei­se unte­ren Sei­ten.
  2. Unter­su­chen Sie die Klei­dung und auch den gesam­ten Klei­der­schrank auf Gespins­te von Mot­ten­lar­ven. Es han­delt sich dabei um wei­ße, dün­ne Fäden, die ent­we­der direkt an der Klei­dung hän­gen oder sich in dunk­len Ecken und Rit­zen des Schranks oder auf Möbeln befin­den.
  3. Ganz sicher gehen Sie mit Phe­ro­mon­fal­len für Klei­der­mot­ten aus dem Fach­han­del. Die­se Kle­be­fal­len zie­hen die männ­li­chen Fal­ter durch die – arten­spe­zi­fi­schen – natür­li­chen Sexu­al­lock­stof­fe des Mot­ten­weib­chens, also Phe­ro­mo­ne, an. Sie kle­ben an den Fal­len fest und ster­ben. Aller­dings wer­den die even­tu­ell schon befruch­te­ten Weib­chen nicht von den Phe­ro­mo­nen ange­lockt. Sie kön­nen sich also wei­ter unge­hin­dert in der Woh­nung aus­brei­ten und ihre Eier able­gen. Phe­ro­mon­fal­len eig­nen sich folg­lich nur, um einen Schäd­lings­be­fall zu dia­gnos­ti­zie­ren, nicht aber, um ihn zu bekämp­fen.

Hin­weis: Phe­ro­mon­fal­len kön­nen sich auch zum Mot­ten­ma­gnet ent­wi­ckeln und noch mehr Fal­ter ins Haus locken. Die Männ­chen wer­den durch die Phe­ro­mo­ne wie magisch ange­zo­gen. Hal­ten Sie des­halb die Fens­ter geschlos­sen, wenn Sie die Fal­len auf­stel­len.

Klei­der­mot­ten wirk­sam bekämp­fen – die­se Tipps hel­fen

Hat sich der Ver­dacht bestä­tigt, dass sich Klei­der­mot­ten in Ihrem Schrank ein­ge­nis­tet haben, heißt es schnell han­deln, damit nicht noch wei­te­re Tex­ti­li­en in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wer­den.

    • Tex­ti­li­en waschen: Waschen Sie alle Tex­ti­li­en, bei denen es das Pfle­ge­eti­kett erlaubt, bei min­des­tens 50 Grad. Solch hohe Tem­pe­ra­tu­ren über­le­ben die Klei­der­mot­ten nicht. Bei Wol­le, Sei­de oder ande­ren emp­find­li­chen Stof­fen müs­sen Sie aller­dings ande­re Maß­nah­men anwen­den.
    • Ein­frie­ren: Klei­der­mot­ten ver­tra­gen auch kei­ne Käl­te. Frie­ren Sie des­halb die Tex­ti­li­en, die Sie nicht bei hohen Tem­pe­ra­tu­ren in der Maschi­ne waschen kön­nen, für min­des­tens eine Woche bei etwa minus 20 Grad im Gefrier­fach oder Eis­schrank ein. Im Gegen­satz zu gro­ßer Hit­ze scha­det die Käl­te den emp­find­li­chen Stof­fen nicht. Ver­pa­cken Sie die Klei­dung am bes­ten in einer Plas­tik­tü­te oder ähn­li­chem, bevor Sie die­se tief­ge­kühlt lagern.
    • Ab in die Son­ne: Gro­ße Tex­ti­li­en wie Tep­pi­che, Gar­di­nen oder Pols­ter­mö­bel stel­len Sie im Som­mer am bes­ten nach drau­ßen in die pral­le Son­ne, denn auch so ster­ben die Mot­ten­ei­er und ‑lar­ven ab. Wenn Ihnen die­se Mög­lich­keit nicht zur Ver­fü­gung steht oder die Möbel beson­ders licht­emp­find­lich sind, föh­nen Sie die betrof­fe­nen Objek­te auf der hei­ßes­ten Stu­fe mit einem Haar­trock­ner ab. Das mag zwar etwas müh­sam sein, doch ist so die Wahr­schein­lich­keit am höchs­ten, dass Sie alle Schäd­lin­ge erwi­schen. Hin­weis: Leder­so­fas soll­ten Sie nicht föh­nen, weil sich so das Mate­ri­al ver­zie­hen kann.
    • Klei­der­schrank rei­ni­gen: Sind alle Klei­dungs­stü­cke in der Wasch­ma­schi­ne oder im Gefrier­fach ver­staut, geht es an die Inten­siv­rei­ni­gung des Klei­der­schranks oder der Kom­mo­de, bevor Sie das Möbel­stück wie­der mit fri­scher Wäsche fül­len. Sau­gen Sie Ihren Schrank zuerst gut aus. Um ihn danach gründ­lich zu säu­bern, eig­net sich ein Essig­rei­ni­ger beson­ders gut. Geben Sie die­sen unver­dünnt auf ein Mikro­fa­ser­tuch und wischen Sie den kom­plet­ten Schrank damit aus. Rei­ni­gen Sie ihn anschlie­ßend noch mit einer war­men Sei­fen­lau­ge. Ver­fügt Ihr Klei­der­schrank über Ein­le­ge­bö­den, ent­neh­men Sie die­se und rei­ni­gen Sie auch den Raum dar­un­ter.
    • Gesam­ten Raum rei­ni­gen: Im Anschluss soll­ten Sie den gesam­ten befal­le­nen Raum einer gründ­li­chen Rei­ni­gung unter­zie­hen, also auch die Schrän­ke und Kom­mo­den aus­räu­men, ‑sau­gen und ‑wischen, in denen Sie nicht das Nest der Klei­der­mot­ten gefun­den haben. Dabei soll­ten Sie auch den Berei­chen Beach­tung schen­ken, die Sie beim nor­ma­len Haus­putz viel­leicht über­ge­hen. Dazu gehö­ren Schrankrit­zen, Sockel­leis­ten, Heiz­kör­per und Berei­che, die von Möbeln ver­deckt wer­den.
    • Haar­trock­ner für Pro­blem­stel­len: Um Rit­zen, Spal­ten, Ris­se, Hohl­räu­me und Löcher von Klei­der­mot­ten zu befrei­en, kön­nen Sie wie­der zum Haar­trock­ner grei­fen. Wie zuvor die Tex­ti­li­en föh­nen Sie die­ses Mal die Stel­len ab, die Sie mit der Hand nicht gut errei­chen kön­nen. Stel­len Sie dafür die hei­ßes­te Stu­fe an Ihrem Föhn ein, damit die Mot­ten­ei­er und ‑lar­ven durch die Hit­ze ver­nich­tet wer­den.
    • Nach­kon­trol­le: Ver­ge­wis­sern Sie sich am Ende der Rei­ni­gung, ob Sie tat­säch­lich alle Klei­der­mot­ten und ihre Nes­ter besei­tigt haben. Am bes­ten lässt sich das prü­fen, indem Sie erneut für Klei­der­mot­ten geeig­ne­te Phe­ro­mon­fal­len im befal­le­nen Raum, ins­be­son­de­re in der Nähe der Schrän­ke und Tex­ti­li­en, auf­stel­len.

      Laven­del­säck­chen sel­ber bas­teln

      Laven­del­säck­chen erhal­ten Sie zwar im Ein­zel- oder Online­han­del – Sie kön­nen die­se aber auch ganz leicht selbst machen.

      1. Sie benö­ti­gen Sie nur getrock­ne­te Laven­del­blü­ten, ein Baum­woll- oder Lei­nen­tuch, zum Bei­spiel ein Stoff­ta­schen­tuch, eine Kor­del oder ein Stoff­band und eine Sche­re.
      2. Die Laven­del­blü­ten aus dem hei­mi­schen Gar­ten oder Topf pflü­cken Sie am bes­ten zwi­schen Juni und August.
      3. Hän­gen Sie die­se anschlie­ßend mit der Blü­te nach unten min­des­tens eine Woche lang zum Trock­nen auf.
      4. Die getrock­ne­ten Blü­ten fül­len Sie in ein zurecht­ge­schnit­te­nes Stück Stoff, etwa 10 x 20 Zen­ti­me­ter.
      5. Bin­den Sie das Stoff­tuch an allen Ecken mit der Kor­del oder dem Stoff­band zusam­men und hän­gen oder legen Sie es in Ihren Klei­der­schrank. Die Laven­del­säck­chen duf­ten bis zu zwei Jah­re.

      So ver­hin­dern Sie einen erneu­ten Mot­ten­be­fall

      Wer die Klei­der­mot­ten ein­mal erfolg­reich bekämpft hat, möch­te sie nicht noch ein­mal in der Woh­nung haben. Mit die­sen Tipps beu­gen Sie einem erneu­ten Mot­ten­be­fall vor:

      • Es hilft schon, wenn Sie Ihren Klei­der­schrank zwei­mal im Jahr aus- und umräu­men, säu­bern und lüf­ten. So ver­hin­dern Sie, dass Ihre Klei­dung jah­re­lang im Schrank an der glei­chen Stel­le ruht. Bei die­ser Gele­gen­heit kön­nen Sie die Tex­ti­li­en gleich auf neue Löcher und kah­le Stel­len unter­su­chen, um her­aus­zu­fin­den, ob sich wie­der Mot­ten ein­ge­nis­tet haben.
      • Lagern Sie nur frisch gewa­sche­ne Klei­dung im Schrank. Schweiß­ge­ruch, Haut- oder Haar­schup­pen, die sich auf bereits getra­ge­ner Klei­dung ansam­meln, zie­hen Klei­der­mot­ten stär­ker an.
      • Ande­re Gerü­che mögen die Schäd­lin­ge dage­gen ganz und gar nicht: Legen Sie Laven­del­säck­chen oder Zedern­holz im Klei­der­schrank aus, um Klei­der­mot­ten fern­zu­hal­ten. Die Duft­stof­fe sind natür­lich und im Gegen­satz zu che­mi­schen Mot­ten­ku­geln oder ‑papier gesund­heit­lich unbe­denk­lich.
      • Beson­ders teu­re Klei­dungs­stü­cke wie den Kaschmir­pull­over kön­nen Sie zusätz­lich schüt­zen, indem Sie die­se in einem Klei­der­sack aus Plas­tik in den Schrank hän­gen.

      Kla­mot­ten ohne Mot­ten

      Nor­ma­ler­wei­se müs­sen Sie weder zu Mot­ten­ku­geln grei­fen noch exter­ne pro­fes­sio­nel­le Hil­fe in Anspruch neh­men, um Klei­der­mot­ten zu ver­trei­ben. Bei unemp­find­li­chen Tex­ti­li­en, deren Pfle­ge­eti­kett es erlaubt, besei­tigt eine hei­ße Wäsche die Mot­ten­ei­er und ‑lar­ven. Tem­pe­ra­tu­ren unter dem Gefrier­punkt oder star­kes Son­nen­licht hel­fen eben­falls, um die Schäd­lin­ge sowie ihre Lar­ven und Eier wie­der los­zu­wer­den. Wich­tig ist auch eine sorg­fäl­ti­ge Rei­ni­gung des befal­le­nen Rau­mes, ins­be­son­de­re des Klei­der­schranks. Und damit Ihrem liebs­ten Woll­pull­over erst gar nichts pas­siert, tref­fen Sie am bes­ten schon Schutz­vor­keh­run­gen und lagern ihn in einem Plas­tik­klei­der­beu­tel im Schrank.

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