Mor­gens das per­fek­te Bild vom Milchkaf­fee schießen, mit­tags ein Eich­hörnchen im Park aufnehmen und abends den Strand samt Son­nenun­ter­gang per­fekt ein­fan­gen – doch welch­es Objek­tiv zaubert jew­eils die schön­sten Fotos? Die Auswahl an Mod­ellen ist riesig und ver­wirrend. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Objek­tiv­en Ihnen die besten Bilder gelin­gen.

Blenden, Brennweiten und Durchmesser – das 1x1 der Objektive

Die verschiedenen Objektiv-Arten im Überblick

Blenden, Brennweiten und Durchmesser – das 1x1 der Objektive

Brennweite

Bei der Suche nach dem richti­gen Objek­tiv stellt sich zuerst die Frage: Welche Bren­nweite wird benötigt? Die Bren­nweite bes­timmt, welchen Bil­dauss­chnitt der Fotograf abbilden kann. Eine kleine Bren­nweite von 17 Mil­lime­tern sorgt beispiel­sweise dafür, dass ein Haus mit­samt Garten auf dem Foto lan­det. Eine hohe Bren­nweite von 300 Mil­lime­tern ermöglicht aus der Ferne sehr detail­re­iche Auf­nah­men, etwa vom Türk­nauf. Obwohl der Fotograf an der­sel­ben Stelle ste­hen bleibt, kann er mit zwei ver­schiede­nen Bren­nweit­en also kom­plett unter­schiedliche Bilder machen.

Grund­sät­zlich gilt: Je höher die Bren­nweite, desto näher wird das abge­bildete Objekt herange­zoomt. Die Bren­nweite verän­dert außer­dem den Bild­winkel der Auf­nahme. Umso niedriger die Bren­nweite, umso größer ist auch der Auf­nah­mewinkel. Bei Bren­nweit­en unter 50 Mil­lime­tern spricht man daher auch von “Weitwinkel”. Bei ein­er Bren­nweite von 50 bis 70 Mil­lime­tern entspricht der Auf­nah­mewinkel dem nor­malen Blick­winkel eines Men­schen.

Lichtstärke und Blende

Die zweite Frage, die bei der Objek­tivwahl gek­lärt wer­den sollte, ist die Licht­stärke. Sie sagt aus, wieviel Licht die Kam­era bei max­i­maler Blendöff­nung durch­lässt. Hier gilt: je klein­er die Zahl der Blende, desto licht­stärk­er ist das Objek­tiv. All diese Werte ste­hen auf dem Objek­tiv. Wo genau, sehen Sie hier:

Dieses Objek­tiv hat eine Bren­nweite von 17 bis 40 Mil­lime­tern. Es ist somit ein Weitwinkelob­jek­tiv. Die Zahl daneben gibt die Blende an, 1:4. Dieses Objek­tiv lässt sehr viel Licht ein. Die Blende bleibt auch beim Zoomen kon­stant. Man spricht dann von einem Objek­tiv mit fes­ter Blende.

Vor- und Nachteile von hoher Lichtstärke

+ Die Bilder verwack­eln nicht so schnell
+ Gute Fotos auch bei schlecht­en Lichtbe­din­gun­gen
+ Der Aut­o­fokus ist schneller und exak­ter
+ Das Sucher­bild ist heller. Sie sehen also mehr, wenn Sie durch die Kam­era schauen.
+ Ide­al für Bilder, bei denen eine geringe Schär­fen­tiefe gewün­scht ist, etwa Porträ­tauf­nah­men.

- Der Preis: Hat ein Objek­tiv eine Blende von f/1,4, kostet es etwa dreimal so viel wie ein Mod­ell mit ein­er Blende von f/1,8. Je niedriger die Werte, desto höher der Preis.
- Da eine hohe Licht­stärke einen größeren Lin­sendurchmess­er erfordert, sind licht­starke Objek­tive größer und schw­er­er als lichtschwache Mod­elle.

Dieses Zoomob­jek­tiv hat eine Bren­nweite von 55 bis 200 Mil­lime­tern. Die Blende vari­iert dabei zwis­chen 1:4 und 5:6, dieser Wert wird in der Regel als f/1,4 bis f/5,6 angegeben. Je weit­er Sie das vari­able Objek­tiv aus­fahren, desto weniger öffnet sich die Blende. Dieses Objek­tiv ist dem­nach nur in den niedri­gen Bren­nweite-Werten licht­stark, wird stärk­er gezoomt, lässt es nicht so viel Licht auf den Sen­sor.

Welche Vor- und Nachteile ein licht­starkes Objek­tiv hat, erk­lärt der Infokas­ten.

Durchmesser und Adapter

Die let­zte Frage, die sich beim Objek­tivkauf stellt, ist jene nach dem Durchmess­er. Damit das Objek­tiv auch auf Ihr Kam­er­age­häuse passt, brauchen bei­de densel­ben Durchmess­er. Dieser wird eben­falls in Mil­lime­tern angegeben und ste­ht auf dem Objek­tiv und der Kam­era beziehungsweise in den jew­eili­gen Hand­büch­ern. Alter­na­tiv kaufen Sie einen Adapter, der die Unter­schiede aus­gle­icht.

Die verschiedenen Objektiv-Arten im Überblick

Für welche Bren­nweite Sie sich entschei­den, hängt davon ab, was Sie fotografieren möcht­en. Im Fol­gen­den stellen wir Ihnen die einzel­nen Arten vor: Tele-, Stan­dard-, Makro- und Weitwinkel- beziehungsweise Fis­chauge-Objek­tiv.

Die verschiedenen Brennweiten:

Unter 14 mm – Fish­eye (Innenein­rich­tung, Architek­tur)
14 – 50 mm – Weitwinkel (Große Grup­pen, Land­schaften)
50 – 70 mm – Stan­dard (Schnapp­schüsse, Porträts)
70 – 100 mm – Mit­tel Tele (Porträts, Kinder)
100 – 300 mm – Tele (Sport, Tiere aus der Nähe)
300 – 600+ mm – Super-Tele (Weit­ent­fer­ntes, Vögel)

Zoom-Objektive

Ver­schiedene und vari­able Bren­nweit­en

Egal ob nah dran oder weit weg, ein Zoom-Objek­tiv bietet Ihnen viel Spiel­raum, denn die Bren­nweite bes­tim­men Sie je nach Bedarf selb­st. Wenn Sie sich also auf eine Bren­nweite nicht fes­tle­gen, aber nur ein Objek­tiv mit­nehmen möcht­en, ist ein Zoom-Objek­tiv die richtige Wahl. Welche Bren­nweit­en dieses abdeck­en sollte, hängt wiederum davon ab, was Sie fotografieren wollen. In dem fol­gen­den Infokas­ten find­en Sie eine erste Ori­en­tierung. Die einzel­nen Objek­tiv-For­men erk­lären wir im Fol­gen­den. Für den Ein­stieg eignet sich ein Zoom-Objek­tiv mit einem Bren­nweit­en­bere­ich von 18 bis 270 Mil­lime­tern sehr gut.

Hin­ten rechts auf dem Bild ist ein Zoom-Objek­tiv mit 35 bis 105 Mil­lime­tern. Vorn find­et sich hinge­gen ein Objek­tiv mit ein­er Fes­t­bren­nweite von 28 Mil­lime­tern, erken­ntlich daran, dass bei der Bren­nweite nur ein Wert angegeben ist.

Standard-Objektive

Bren­nweite 50 bis 70 Mil­lime­ter

Stan­dard-Objek­tive kom­men dem natür­lichen Sehein­druck des Men­schen am näch­sten. In der Regel sind diese Objek­tive sehr licht­stark und als Fes­t­bren­nweit­en-Objek­tiv ver­füg­bar. Sie erzeu­gen einen angenehmen Unschär­fe­ef­fekt im Hin­ter­grund. Der Blick wird also automa­tisch auf das Motiv im Vorder­grund geführt. Die Bilder wirken ins­ge­samt sehr natür­lich.

Tele-Objektive

Bren­nweite 70 bis 600+ Mil­lime­ter

Es gibt Sit­u­a­tio­nen, da wollen oder kön­nen Sie nicht so nah ans Motiv her­an. Dafür eignet sich ein Tele-Objek­tiv. Dieses ist meist als Zoomob­jek­tiv ver­füg­bar. Je höher die Bren­nweite, desto weit­er dür­fen Sie vom Motiv ent­fer­nt ste­hen. In der Regel büßen diese Objek­tive etwas an Licht­stärke ein, je weit­er Sie zoomen kön­nen.
Wenn Sie lieber etwas Abstand hal­ten: Mit einem Teleob­jek­tiv kön­nen Sie solch ein Foto auch aus 50 Metern Ent­fer­nung schießen.

Makro-Objektive

Ver­schiedene und vari­able Bren­nweit­en

Diese Objek­tive ermöglichen einen Abbil­dungs­maßstab von 1:1. Dadurch kön­nen Sie sehr nah an ein Motiv herange­hen und es trotz­dem in der gle­ichen Größe wie in der Real­ität abbilden. Nor­male Objek­tive haben hinge­gen einen Maßstab von 1:10 oder höher. Makro-Objek­tive gibt es in ver­schiede­nen Bren­nweit­en. Dabei gilt: Mit der Höhe der Bren­nweit­en steigt auch der Preis.

In der Regel hat eine Dig­italk­a­m­era einen Makro-Modus. Dieser ist durch das Sym­bol ein­er kleinen Blume gekennze­ich­net. Er sorgt dafür, dass Sie mit Ihrer Kam­era sehr dicht an das Motiv herange­hen kön­nen und trotz­dem ein schar­fes Bild erhal­ten. Häu­fig sorgt der Modus für eine zusät­zliche Farb­sät­ti­gung. Der Makro-Modus kann jedoch den Abbil­dungs­maßstab nicht auf 1:1 ver­ringern.
Das Blatt wird auf dem Sen­sor der Kam­era in der gle­ichen Größe einge­fan­gen, in der es am Ast hängt – das klappt am besten mit einem Makro-Objek­tiv.

Weitwinkel- und Fischaugen-Objektive

Bren­nweite 5 bis 50 Mil­lime­ter

Sobald die Bren­nweite weniger als 50 Mil­lime­ter beträgt, wird das Foto in einem mehr oder weniger verz­er­rten Winkel aufgenom­men. Dann spricht man von Weitwinkel-Bildern. Je niedriger die Bren­nweite beim Weitwinkel-Objek­tiv, desto stärk­er ist die Verz­er­rung. Für eine extreme Verz­er­rung sor­gen Fis­chau­gen-Objek­tive. Sie nehmen im Regelfall einen 180-Grad-Winkel auf, im Extrem­fall sog­ar 220 Grad. Ger­ade Lin­ien, die durch die Bild­mitte laufen, erscheinen auf diese Weise gekrümmt. Für Porträt­bilder ist diese Verz­er­rung eher unvorteil­haft, Tier­bilder kön­nen hinge­gen sehr niedlich ausse­hen durch diesen Effekt

Ein neues Objektiv ist wie eine neue Kamera

Ein gutes Objek­tiv kann aus einem mit­telmäßi­gen Motiv ein erstk­las­siges Foto zaubern. In der Regel sind Spiegel­re­flexkam­eras bere­its mit einem ein­fachen Mod­ell aus­ges­tat­tet. Stock­en Sie Ihr Equip­ment nach Ihren fotografis­chen Bedürfnis­sen auf, und kaufen Sie weit­ere Objek­tive oder lei­hen Sie sie zunächst im Foto­fachgeschäft. Acht­en Sie unbe­d­ingt darauf, dass das Objek­tiv vom Durchmess­er her auf Ihre Kam­era passt. Darüber hin­aus gibt es beim Objek­tivkauf keine Gren­zen. Egal, welchen Bere­ich der Fotografie Sie in Zukun­ft näher ent­deck­en wollen, mit dem richti­gen Objek­tiv knipsen Sie opti­male Bilder – und wer­den Ihre Kam­era kaum wieder­erken­nen.

Übri­gens: Noch mehr Infor­ma­tio­nen und Tipps für beste Auf­nah­men find­en Sie im Rat­ge­ber
Grund­la­gen der dig­i­tal­en Fotografie: Tipps für Ein­steiger

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