Oh!” und “Ah!”: Wenn Fontä­nen aus Licht den Nachthim­mel erhellen, ist die Freude groß. Ein sel­ten schön­er Anblick, den manch ein­er gerne für immer fes­thal­ten würde. Und warum auch nicht? Aber wer ein Feuer­w­erk richtig fotografieren will, sollte wis­sen, wie er seine Kam­era ein­stellen muss, damit die Auf­nahme auch gelingt. Wir erk­lären dir, welch­es Equip­ment du benötigst und was du beim Fotografieren beacht­en soll­test.

Die perfekte Location für die Feuerwerks-Aufnahme finden

Ohne per­fek­te Loca­tion kein per­fek­tes Foto. Deshalb hat die Suche nach einem geeigneten Stan­dort höch­ste Pri­or­ität. Im Ide­al­fall hast du guten Blick auf einen großen Him­mel­sauss­chnitt, von dem du weißt, dass er am entschei­den­den Abend von Feuer­w­erken erhellt sein wird. Auch gut: Wahrze­ichen, die das Bild als zusät­zlich­es Motiv bere­ich­ern und den Wieder­erken­nungswert steigern. Mei­den soll­test du:

  • Men­schenansamm­lun­gen, die den Blick auf das Feuer­w­erk versper­ren.
  • Orte, an denen kleine Zünd­kör­p­er in unmit­tel­bar­er Nähe gezün­det wer­den. Das Licht der Explo­sio­nen erschw­ert das Ablicht­en des eigentlichen Feuer­w­erks am Him­mel.
  • Schneebe­deck­te Flächen, die die Lichter des Feuer­w­erks reflek­tieren.

Tipp: Ein Stan­dort am Ufer eines Gewässers garantiert dir, dass wed­er Men­schen noch Schnee das Bild stören.

Mit dem passenden Equipment Feuerwerk fotografieren

Wenn du ein Feuer­w­erk fotografierst, brauchst du …

  • … eine Dig­italk­a­m­era mit Nor­mal- oder Weitwinkelob­jek­tiv, bei der du ISO-Wert, Blende und Belich­tungszeit manuell ein­stellen kannst und die im besten Fall über einen Bulb-Modus ver­fügt.

Belichtungszeit variieren mit dem Bulb-Modus

Der Bulb-Modus ermöglicht es dir, die Belich­tungszeit unmit­tel­bar an die Geschehnisse am Nachthim­mel anzu­passen. In diesem Modus belichtet die Kam­era genau so lange, wie du den Aus­lös­er gedrückt hältst. Den Extramodus find­est du in der Regel unter den Bild­mo­di, wo er als B aufge­führt wird und direkt angewählt wer­den kann. Abhängig von den Lichtver­hält­nis­sen hältst du den Aus­lös­er bei Feuer­w­erk-Fotos zwis­chen ein­er und 30 Sekun­den gedrückt.

  • … ein Sta­tiv.
  • … einen Fer­naus­lös­er.
  • … eine zusät­zliche Spe­icherkarte.
  • … einen zusät­zlichen Akku.
  • … eine Wasseruhr.

Nüt­zlich sind außer­dem:

  • Eine Taschen­lampe.
  • Hand­schuhe, wenn du im Win­ter knipst.

Das Sta­tiv dient dir als Ersatz für die ruhige Hand. Ger­ade bei Nach­tauf­nah­men mit lan­gen Belich­tungszeit­en ist es uner­set­zlich. Mit dem Fer­naus­lös­er ver­hin­der­st du, dass die Kam­era beim Betäti­gen des Aus­lösers in Bewe­gung gerät und das Bild verwack­elt. Ein zusät­zlich­er Akku und eine zusät­zliche Spe­icherkarte sind beim Fotografieren von Feuer­w­erken sin­nvoll. Je mehr Fotos du von dem anspruchsvollen Motiv machst, desto wahrschein­lich­er ist es, dass ein überzeu­gen­des Bild dabei ist. Tipp: Tiefe Tem­per­a­turen schränken die Leis­tungs­fähigkeit des Akkus ein. Stecke den Energi­eträger in kalten Nächt­en am besten in die Hosen­tasche.

Vorbereitungen treffen für das Spektakel am Himmel

Ein Feuer­w­erk gehört zu den Din­gen, die lei­der viel zu schnell vorüber sind. Selb­st in der Sil­vester­nacht, wo allerorts Raketen hochge­hen, ist das Zeit­fen­ster für die besten Auf­nah­men begren­zt. Um im entschei­den­den Moment bere­it zu sein, soll­test du dich ein bis zwei Stun­den vor dem Spek­takel vor Ort ein­find­en und alles vor­bere­it­en. Dazu gehören das Auf­stellen und Ein­richt­en der Kam­era-Ein­stel­lun­gen.

  1. Stelle das Sta­tiv auf ein­er harten und ebe­nen Fläche auf.
  2. Lege den Akku erst ca. 15 Minuten vor der Auf­nahme in die Kam­era.
  3. Stecke die Kam­era auf das Sta­tiv.
  4. Richte die Kam­era mith­il­fe ein­er Wasseruhr hor­i­zon­tal am Sta­tiv aus.
  5. Schließe den Fer­naus­lös­er an.
  6. Drehe das Modus-Rad der Kam­era auf M und stelle den manuellen Modus ein. Jet­zt kannst du ISO-Wert, Blende und Belich­tungszeit selb­st wählen.
  7. Stelle den ISO-Wert so niedrig wie möglich ein, um Bil­drauschen zu ver­mei­den. ISO 100 ist ide­al.
  8. Stelle die Blende auf einen Wert zwis­chen f/5.6 und f/11 ein.

Blende, Belichtungszeit und Fokus der Kamera einstellen

Exper­i­men­tieren gehört dazu, wenn du ein Feuer­w­erk fotografierst. Schließlich lebt das Licht­spek­takel vom Über­raschungsef­fekt. Wenn du die fol­gen­den Tipps zu Blende, Belich­tungszeit und Fokus beacht­est, ste­hen deine Chan­cen auf Erfolg gut:

Blende: Den ide­alen Blenden­wert gibt es nicht, wenn du ein Feuer­w­erk fotografierst. Denn die Lichtver­hält­nisse hän­gen davon ab, wie viele Raketen gle­ichzeit­ig hochge­hen und wie hell die Explo­sio­nen am Him­mel sind. Nicht zulet­zt spielt die Farbe der Explo­sion für die Leuchtkraft eine Rolle. Welche Blenden­werte sich für welche Feuer­w­erks­far­ben bewährt haben, liest du im Infokas­ten nach. Als Richtwert gilt: Beim Fotografieren von Feuer­w­erken sollte der Blenden­wert zwis­chen f/5.6 und f/22 liegen.

Blende an Feuerwerksfarbe anpassen

Feuer­w­erke leucht­en in den unter­schiedlich­sten Far­ben. Dabei hat jede Farbe eine eigene Strahlkraft. Gold­ene Explo­sio­nen senden zum Beispiel rel­a­tiv wenig Licht aus, während sil­berne Feuer­w­erke beson­ders stark leucht­en. Wenn eine Farbe auf dem Foto beson­ders schön her­auskom­men soll, lohnt es sich, die Blende anzu­passen. Feuer­w­erks­fo­tografen schwören auf fol­gende Werte:

Gold: f/5.6 bis f/8
Blau: f/8.00 bis f/11
Rot: f/10 bis f/13
Grün: f/16 bis f/22

Belich­tungszeit: Die geeignete Belich­tungszeit hängt von der Blende, der Dauer der Explo­sion und ihrer Strahlkraft ab. Eine Stan­dard­feuer­w­erks­bombe ste­ht etwa zwei Sekun­den lang am Him­mel, eine Feuer­w­erks­bat­terie bren­nt bis zu dreißig Sekun­den lang. Je nach­dem, ob du eine oder mehrere Explo­sio­nen ablicht­en willst, kannst du die Belich­tungszeit mit dem Bulb-Modus spon­tan bes­tim­men. Sie beträgt zwis­chen ein­er und dreißig Sekun­den.

Fokus: Dig­italk­a­m­eras sind in der Stan­dard­e­in­stel­lung in der Regel auf Aut­o­fokus eingestellt. In diesem Modus ein Feuer­w­erk zu fotografieren, ist ein Glücksspiel. Es ist nicht aus­geschlossen, dass es dein­er Kam­era gelingt, das Feuer­w­erk richtig zu fokussieren. Ins­beson­dere, wenn am Him­mel viel los ist und sich unter­schiedliche Struk­turen abze­ich­nen, ist es wahrschein­lich, dass du mit dem Aut­o­fokus ein gutes Ergeb­nis erzie­len. Wenn du auf Num­mer sich­er gehen willst, stelle den Aut­o­fokus aus und den manuellen Fokus­ring auf das Unendlich-Sym­bol (die liegende 8). So wer­den alle Motive, die sich weit­er weg befind­en, scharf abbildet.

Tipps für den Moment: Wie fotografiere ich das Feuerwerk?

Drei, zwei, eins – und los! Sobald das Spek­takel seinen Anfang nimmt, heißt es: Knipsen was das Zeug hält! Profi­fo­tografen wis­sen: Wer ein Feuer­w­erk richtig fotografieren will, muss möglichst viele Fotos in unter­schiedlichen Ein­stel­lun­gen machen, damit etwas Gutes dabei her­auskommt.

  • Starte mit ein­er f/5.6-Blende und pro­biere für den Anfang Belich­tungszeit­en zwis­chen ein­er und vier Sekun­den aus. Da bei Blende f/5.6 noch rel­a­tiv viel Licht in die Kam­era dringt, reichen bei einem großen Feuer­w­erk häu­fig schon wenige Sekun­den aus. Anschließend kannst du mit län­geren Belich­tungszeit­en exper­i­men­tieren.
  • Wenn noch Zeit bleibt, erhöhe die Blende Schritt für Schritt bis auf f/22. Hin­weis: Je höher der Blenden­wert, desto weniger Licht dringt in die Kam­era und desto länger musst du belicht­en. Bei f/22 bis zu dreißig Sekun­den. Hast du die Fotos im RAW-For­mat abge­spe­ichert, kannst du unter­be­lichtete Bilder gegebe­nen­falls mit Pho­to­shop nach­bear­beit­en.
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Feuerwerk auf einzigartigen Bildern festhalten

Wenn du ein Feuer­w­erk fotografieren willst, brauchst du vor allem Eines: Freude am Exper­i­men­tieren! Welche Lichtver­hält­nisse herrschen wer­den und wie lange die Feuer­bälle am Nachthim­mel zu sehen sein wer­den, ist bei Feuer­w­erken schlichtweg unvorherse­hbar. Jede Rakete bietet eine neue Über­raschung. Und darum geht es ja schließlich auch. Wenn du vor Ort spon­tan reagierst und unter­schiedliche Ein­stel­lun­gen aus­pro­bierst, wird es dir gelin­gen, die eine oder andere Far­b­ex­plo­sion einz­u­fan­gen.

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