© 2021 Getty Images
Netzwerk

Ether­net-Netz­werk für Heim­an­wen­der: Das musst du wissen

Per Ethernet bringst du deine Geräte mit Kabel ins Internet. Das hat so einige Vorteile.

Ein sta­bi­les Heim­netz­werk sorgt für hohe Über­tra­gungs­ra­ten und somit schnel­le Ver­bin­dun­gen dei­ner Gerä­te. Das ist etwa beim Strea­ming, Online-Gaming und natür­lich Home­of­fice inter­es­sant. WLAN ist hier nicht unbe­dingt die ers­te Wahl, was auch an der Stö­rungs­an­fäl­lig­keit liegt. Bes­ser ist eine Ver­bin­dung mit­tels Kabel. Die erfolgt in der Regel per Ether­net. Was das genau ist, was du dafür brauchst und wie du ein Ether­net-Netz­werk ein­rich­test, erfährst du hier.

Was ist Ether­net überhaupt?

Ether­net ist genau­so wie WLAN eine Daten­über­tra­gungs­tech­nik, die es ermög­licht, Daten zwi­schen ver­schie­de­nen Gerä­ten inner­halb eines geschlos­se­nen Netz­werks zu über­tra­gen. Bei die­sen Gerä­ten kann es sich um PCs, Ser­ver, Smart-TVs, Dru­cker, Bea­mer und alle ande­ren ether­net­fä­hi­gen Appa­ra­tu­ren han­deln. Die Über­tra­gung geschieht aber nicht über Funk, son­dern via Ether­net-Kabel. Dahin­ter ver­birgt sich nichts ande­res als ein LAN-Kabel. Die­se soge­nann­ten Twis­ted-Pair-Kabel, Kup­fer- oder Glas­fa­ser­ka­bel sind mit dei­nem Rou­ter ver­bun­den und bil­den dein Heimnetzwerk.

Power over Ethernet

Mit dem Begriff „Power over Ether­net“ (PoE) ist die Strom­ver­sor­gung von ver­schie­de­nen netz­werk­fä­hi­gen Gerä­ten über das LAN-Kabel gemeint. Es über­nimmt also nicht nur die Über­mitt­lung von Daten, son­dern auch die Ver­sor­gung mit Ener­gie. Um auf das Strom­ka­bel ver­zich­ten zu kön­nen, muss im Netz­werk­ver­tei­ler Strom in die Daten­lei­tung ein­ge­speist wer­den. Die­se Tech­nik wird vor allem bei VoIP-Tele­fo­nie, Netz­werk-Swit­ches oder im Smart Home genutzt, zum Bei­spiel bei der intel­li­gen­ten Steue­rung von Licht oder in LED-Schaltern.

Ether­net: Vor­tei­le und Nachteile

Ein Ether­net-Netz­werk bie­tet gegen­über einem WLAN-Netz­werk eine Rei­he von Vor­tei­len, aber auch Nachteile.

Die Vor­tei­le im Überblick:

  • Ether­net ist um ein Viel­fa­ches schnel­ler als WLAN. Es ermög­licht Daten­über­tra­gungs­ge­schwin­dig­kei­ten bis zu 10 Gigabit/Sekunde. Beim WLAN liegt die Maxi­mal­ge­schwin­dig­keit der­zeit bei rund 1 Gigabit/Sekunde. Und anders als bei Funk­tech­ni­ken wer­den sol­che theo­re­ti­schen Über­tra­gungs­ra­ten über Kabel auch tat­säch­lich erreicht.
  • Beim Ether­net steht die vol­le Geschwin­dig­keit jedem ein­zel­nen direkt ange­schlos­se­nen Gerät zur Ver­fü­gung. Die zur Ver­fü­gung ste­hen­de Leis­tung muss nicht geteilt werden.
  • Ether­net ist frei von den Stör­ein­flüs­sen eines Funknetzes.
  • Für das Ether­net spielt es kei­ne Rol­le, ob Wän­de oder ande­re Stör­ele­men­te im Weg ste­hen, solan­ge eine Ver­bin­dung per Kabel mög­lich ist. Der Emp­fang ist in jedem Raum gleich­blei­bend gut.
  • Mit einer Kabel­ver­bin­dung behältst du jeder­zeit die Kon­trol­le dar­über, wer mit dei­nem loka­len Netz­werk ver­bun­den ist. Da ein WLAN auch außer­halb dei­ner Woh­nung noch zu emp­fan­gen ist, birgt die­ses Netz poten­zi­ell auch ein höhe­res Sicherheitsrisiko.

Die Nach­tei­le von Ether­net im Überblick:

  • Die benö­tig­ten Kabel und ande­res Zube­hör wie pas­sen­de Swit­ches – das sind die Ver­tei­ler, an die die Ether­net-Kabel ange­schlos­sen wer­den – kos­ten mehr als die nöti­gen Uten­si­li­en für ein WLAN-Netz­werk. Je grö­ßer und kom­ple­xer dein kabel­ge­bun­de­nes LAN ist, des­to teu­rer wird die Installation.
  • Nicht alle Gerä­te ver­fü­gen über Ether­net-Ports, um die Kabel einzustecken.
  • Mobi­le Gerä­te wie Smart­pho­nes und Tablets kön­nen nur über WLAN mit dem Heim­netz ver­bun­den wer­den. Auch Lap­tops kön­nen über Ether­net nicht von einem belie­bi­gen Ort in der Woh­nung mit dem Inter­net ver­bun­den wer­den, son­dern sind auf ein Kabel ange­wie­sen. Das LAN-Set­up soll­te also eine Mög­lich­keit für zusätz­li­che WLAN-Kon­nek­ti­vi­tät bereit­hal­ten, wenn du nicht ganz auf eine mobi­le Inter­net­ver­bin­dung ver­zich­ten willst.
  • Ver­teilt sich dei­ne Hard­ware auf meh­re­re Räu­me, ist ein umständ­li­ches Ver­le­gen von vie­len Metern Kabeln notwendig.
Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Vor­aus­set­zung zur Ein­rich­tung eines Ethernet-Netzwerkes

Fol­gen­de Uten­si­li­en benö­tigst du, wenn du dir ein Ether­net-Netz­werk ein­rich­ten willst:

  • Einen DSL-Rou­ter, der über einen Ether­net-Port ver­fügt. Möch­test du diver­se Gerä­te ins Ether­net-Netz­werk ein­spei­sen, benö­tigst du unter Umstän­den einen soge­nann­ten Switch als Netzwerkverteiler.
  • Ein oder meh­re­re Ethernet-Kabel.
  • Falls dei­ne Gerä­te über kei­nen Ether­net-Port ver­fü­gen, kann ein USB/E­ther­net-Adap­ter weiterhelfen.
  • Falls du die Kabel durch Wän­de in meh­re­re Räu­me ver­le­gen möch­test, brauchst du ent­we­der das ent­spre­chen­de Werk­zeug oder soll­test einen Fach­mann beauftragen.

Ether­net-Kabel: Ach­te auf die Unterschiede

Willst du dein hei­mi­sches Netz­werk ver­ka­beln, stößt du ver­mut­lich auf die CAT-Stan­dards. Die sind bei der Daten­über­tra­gung sehr wich­tig, weil sie ver­schie­de­ne Signal­ra­ten ermög­li­chen. Beson­ders weit ver­brei­tet sind CAT-5-Kabel. Sie errei­chen bis zu 100 Mega­hertz (MHz) und sind so für Giga­bit-Anschlüs­se geeig­net. Weil vie­ler­orts 1 Gbit/s das Maxi­mum ist, sind die Kabel in den aller­meis­ten Fäl­len aus­rei­chend. Soll es doch etwas mehr Leis­tung sein, dann sind Kabel mit den Tech­no­lo­gien CAT 6 und CAT 7 einen Blick wert. Sie errei­chen Fre­quen­zen bis 250 bezie­hungs­wei­se 600 MHz. Hängt jeweils ein „a“ als Zusatz hin­ten an, dann stei­gen die Fre­quen­zen sogar auf 500 respek­ti­ve 1.000 Mhz. Damit sind Daten­ra­ten bis etwa 10 Gbit/s mög­lich. Rein für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz gedacht sind CAT-8-Kabel.

Übri­gens: Die Län­ge des Kabels spielt kei­ne all­zu gro­ße Rol­le. Meist sind erst ab rund 100 Meter deut­li­che Abfäl­le bei der Daten­über­tra­gung zu erwarten.

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Ether­net-Netz­werk unter Win­dows 10 einrichten

Wenn du meh­re­re Com­pu­ter mit ande­ren Gerä­ten wie Dru­cker, Bea­mer oder Smart-TVs ver­bin­den möch­test, ist ein Heim­netz­werk von Vor­teil. Denn dann kannst du Ord­ner und Lauf­wer­ke für alle Nut­zer des Netz­wer­kes frei­ge­ben und Datei­en leicht von einem PC auf den ande­ren über­tra­gen. Der Dru­cker oder Bea­mer kann zudem von allen Rech­nern genutzt werden.

Um die jewei­li­gen Com­pu­ter inner­halb eines Netz­werks unter­schei­den zu kön­nen, muss jedem eine ein­deu­ti­ge IP-Adres­se zuge­wie­sen wer­den. Das erle­digt dein Rou­ter aller­dings selbst­stän­dig. Du brauchst ledig­lich jedem Gerät einen ein­deu­ti­gen Namen zuzu­wei­sen. Unter Win­dows 10 funk­tio­niert das wie folgt:

  1. Öff­ne den Explo­rer und kli­cke mit der rech­ten Maus­tas­te auf „Die­ser PC“.
  2. Kli­cke auf „Eigen­schaf­ten“ und auf „Erwei­ter­te Sys­tem­ein­stel­lun­gen“.
  3. Falls du nicht als Admi­nis­tra­tor ange­mel­det bist, wirst du an die­ser Stel­le nach dem Pass­wort gefragt.
  4. Kli­cke auf die Regis­ter­kar­te „Com­pu­ter­na­me“ und gib in das Feld hin­ter Com­pu­ter­be­schrei­bung ein, wofür der PC genutzt wird, bei­spiels­wei­se „Spielecom­pu­ter“.
  5. Kli­cke auf „Ändern“ und gib dem Com­pu­ter einen ein­deu­ti­gen Namen, bei­spiels­wei­se „PC Arbeitszimmer“.
  6. Kli­cke auf „OK“ und star­te den Rech­ner neu.

In der Grund­ein­stel­lung bei Win­dows 10 ist es nur dir als Admi­nis­tra­tor des Netz­wer­kes erlaubt, auf alle Ord­ner und Datei­en zuzu­grei­fen. Möch­test du bei­spiels­wei­se auch dei­nem Lebens­part­ner oder Mit­be­woh­ner den (Teil-)Zugriff auf das Netz­werk gestat­ten, ist eine Kon­fi­gu­ra­ti­on nötig. Gehe wie folgt vor:

  1. Öff­ne den Explo­rer und den Sys­tem­ord­ner „Doku­men­te“.
  2. Kli­cke auf „Start“ und wäh­le dann im Bereich „Neu“ die Opti­on „Neu­er Ord­ner“. Benen­ne die­sen bei­spiels­wei­se mit „Öffent­li­che Dateien“.
  3. Kli­cke mit der rech­ten Maus­tas­te auf den neu­en Ord­ner und wäh­le die Opti­on „Zugriff gewäh­ren auf“ aus und kli­cke auf „Bestimm­te Per­so­nen“.
  4. Im erschei­nen­den Pop-up öff­nest du das Aus­klapp­me­nü neben „Hin­zu­fü­gen“ und wählst die Per­so­nen aus, die Zugriff auf den Ord­ner bekom­men sol­len. Kli­cke anschlie­ßend auf „Hin­zu­fü­gen“.
  5. Nun wählst du in der Spal­te „Berech­ti­gungs­ebe­ne“ noch aus, ob die Per­son nur Lese- oder auch Schreib­rech­te bekom­men soll. Bestä­ti­ge abschlie­ßend mit einem Klick auf „Frei­ga­be und Fer­tig“.
  6. Soll­te ein Benut­zer noch nicht exis­tie­ren, kannst du im sel­ben Menü über „Neu­en Benut­zer erstel­len“ ein neu­es Benut­zer­kon­to anlegen.

Pro­blem: Ether­net ver­fügt über kei­ne gül­ti­ge IP-Konfiguration

Bei der Ein­rich­tung eines Heim­netz­werks kann es zu Pro­ble­men kom­men. Eine der häu­figs­ten Feh­ler­mel­dun­gen ist „Ether­net ver­fügt über kei­ne gül­ti­ge IP-Kon­fi­gu­ra­ti­on“. Dann gilt es, die Netz­werk­ein­stel­lun­gen zu über­prü­fen und gege­be­nen­falls zu ändern. Gehe wie folgt vor:

  1. Rufe in Win­dows 10 über das Menü-Sym­bol unten links die „Ein­stel­lun­gen“ auf und fol­ge dann dem Pfad „Netz­werk und Inter­net“ > „Ver­bin­dungs­ei­gen­schaf­ten ändern“.
  2. Ände­re das Netz­werk­pro­fil von „Öffent­lich“ auf „Pri­vat“ oder umge­kehrt. Oft löst das schon das Problem.
  3. Besteht das Pro­blem wei­ter­hin, fol­ge dem Pfad „Netz­werk und Inter­net“ > „Netz­werk- und Frei­ga­be­cen­ter“.
  4. Kli­cke in dem nun erschei­nen­den Pop-up auf „Pro­ble­me behe­ben“.
  5. Kli­cke jetzt auf „Inter­net­ver­bin­dun­gen und Pro­blem­be­hand­lung aus­füh­ren“. Das Pro­gramm schlägt dir nun Lösun­gen für das Pro­blem vor oder star­tet die Pro­blem­be­hand­lung automatisch.

Ether­net auch für Heim­an­wen­der interessant

Ether­net-Netz­wer­ke sind meist in grö­ße­ren Unter­neh­men zu fin­den. Für Heim­an­wen­der, die mehr als nur eine Spiel­kon­so­le an das LAN-Netz­werk anschlie­ßen woll­ten, stan­den die hohen Kos­ten oft in kei­nem Ver­hält­nis zum Nut­zen. Doch obwohl die Ein­rich­tung eines WLANS noch immer weni­ger kos­tet, ist inzwi­schen auch das Ether­net-Netz­werk eine bezahl­ba­re Alter­na­ti­ve für zu Hause.

Neben meh­re­ren Com­pu­tern kön­nen dar­über auch Dru­cker, Smart-TVs und ande­re ether­net­fä­hi­ge Gerä­te ver­netzt wer­den. Über Ether­net las­sen sich zudem Daten sehr viel schnel­ler über­tra­gen als über WLAN. Dafür ist es aller­dings auch schwie­ri­ger zu ver­le­gen, wenn es nicht bei­spiels­wei­se bereits bei der Pla­nung eines Neu­baus berück­sich­tigt wird.

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.

Time to share:  Falls dir dieser Artikel gefallen hat, freuen wir uns!