Das Unternehmen Nothing hat sich dazu entschieden, in diesem Jahr kein neues Flaggschiff-Smartphone zu veröffentlichen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass das neue Phone (4a) Pro das Top-Smartphone der Londoner Marke im Jahr 2026 sein wird. Damit gehen erhöhte Erwartungen einher. Doch kann es die auch erfüllen? Wir haben uns das Smartphone genauer angeschaut.
Mit der Pro-Version kommt erneut ein neues Glyph-Interface in ein aktuelles Gerät von Nothing. Dahinter steckt aber ein klarer Plan, denn jede Linie hat nun ihre eigene Form der LED-Beleuchtung. Bei den (a)-Lite-Modellen ist das ein einzelnes Quadrat, bei den (a)-Modellen ein Streifen bestehend aus sechs Quadraten, beim (a) Pro ein rundes „Display“ mit weniger, größeren Bildpunkten und beim Phone ein rundes „Display“ mit mehr, kleineren Bildpunkten. Was Glyph angeht, ist das (4a) Pro also näher am Phone 3 als an den anderen (a)-Modellen.
Die neue Glyph-Rundung im (4a) Pro hat aber einen deutlich größeren Durchmesser als beim Flaggschiff, wodurch sie im ausgeschalteten Zustand sehr massiv wirkt. Daneben befinden sich die Kameras aufgeteilt in ein Linsen-Duo und eine weitere Linse darüber. Eingefasst ist das alles in einen Kamera-Bump, der ein wenig an das iPhone 17 Pro erinnert. Sehr schade ist, dass nur diese Erhebung auf der Rückseite die typische Designsprache von Nothing erhalten hat. Der Rest ist unspektakulärer, undurchsichtiger Metall-Look. Immerhin gibt es den jetzt auch in einer schicken, unaufdringlichen Pink – zusätzlich zu den gewohnten Farben Silber und Schwarz.


So sehr ich die alten Glyph-Lichter im Phone 2 sowie in der gesamten Phone (3a)-Reihe auch mochte, der Informationsgehalt mit einer einem Display ähnelnden Lösung ist ungemein höher. Das hat schon das Phone 3 gezeigt. Beim (4a) Pro geht Nothing einen ähnlichen Weg, der mir sogar noch besser gefällt. Das kleine Glyph-Interface beim Flaggschiff mag höher auflösen, dafür wirkt es doch arg klein. Beim neuen Mittelklasse-Handy erkenne ich einfach etwas mehr, die Taschenlampen-Funktion ist praktischer und viele Darstellungen besser gelöst. Gerade die Anzeigen von Timern oder der Lautstärke sind wirklich nützlich.
So richtig Fahrt nimmt dieses „Glyph Matrix“ getaufte Display aber mit Bordmitteln nicht auf. Hier kommt die Community ins Spiel. Über den Nothing Playground kann die nämlich eigene Anwendungen für die rückseitigen LEDs bereitstellen. Dazu gehören Dinge wie Musik-Visualizer, Münzwurf, eine Wasserwaage, ein Metronom, kleine Spiele und vieles mehr. Je aktiver die Gemeinschaft entwickelt, desto nützlicher wird auch die Glyph Matrix. Bleibt zu hoffen, dass die Community fleißig ist.
Bleiben wir direkt bei dem Community-Gedanken, denn der kommt auch bei der Kamera zum Einsatz. Nothing ermöglicht die Wahl von Foto- und Video-Presets, um einen konsistenten, schicken Look zu ermöglichen. Einige dieser Voreinstellungen liefert Nothing auch direkt mit. Die können sich durchaus sehen lassen. So richtig Spaß macht die Funktion aber erst mit den Kamera-Presets der Community, die es ebenfalls im Nothing Playground gibt. Schon jetzt ist die Auswahl dort sehr gut, wird aber hoffentlich immer stärker erweitert.
Doch auch ohne Presets können sich die Bilder und Videos aus dem Drei-Kamera-System sehen lassen. Der 50 Megapixel-Sensor von Sony in der Hauptkamera macht einen sehr ordentlichen Job und sorgt für scharfe, detaillierte Fotos und Videos, die Ultraweitwinkel-Kamera liefert gute Ergebnisse, wenn hier auch teurere Smartphones deutlich besser performen.

Der Star des Systems ist die Periskop-Kamera, die bis 3,5‑fach optischen Zoom bietet, der mit hoher Qualität glänzt. Bis zu siebenfachem Zoom gibt es durch Verengung des Bildausschnittes im Sensor, was ebenfalls gut funktioniert. Digital ist bis zu 140-facher Zoom möglich, womit Nothing auch wirbt. Zu viel solltest du von den Ergebnissen aber nicht erwarten. Die KI versucht hier brauchbare Bilder zu zaubern, das gelingt aber nicht immer und wenn, dann nur mit großen Abstrichen.
Schön ist, dass die Frontkamera mit 32 Megapixeln durchaus gute Ergebnisse liefert, dank 89-Grad-Sichtfeld auch zusammen mit Freund*innen und Familie. Insgesamt liefert das System durchaus gute Bilder sowie Videos. Tipp: Gerade bei Makro-Aufnahmen kann das Nothing glänzen, was auch bei anderen Modellen mit Periskop-Kamera schon der Fall war.
Natürlich treibt das Streben nach immer neuen Höhen beim Thema Leistung überhaupt erst die technische Entwicklung voran. Bei Smartphones ergibt das spätestens seit der Implementierung von immer mehr KI-Funktionen durchaus auch Sinn. Allzu häufig ist der Fokus darauf aber stark überzogen. Die Chips haben schon lange genug Power, um für viele Jahre die allermeisten Aufgaben normaler User*innen locker erledigen zu können. Entsprechend unsinnig empfinde ich Diskussionen, wieso nun eben nicht Chipsatz XY in diesem und jenem Gerät ist.
Beim Nothing Phone (4a) ist das ähnlich. Hier steckt ein Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 unter der Alu-Hülle. Der mag kein Top-Prozessor sein und auch im Mittelklasse-Bereich gibt es sicher bessere Alternativen, allerdings hat er mehr als genug Power für eine flüssige Bedienung und die Ausführung der meisten Apps. Power-User*innen dürften ohnehin nicht zur Mittelklasse greifen, alle anderen werden Unterschiede zwischen diesem und beispielsweise einem Snapdragon 8 Elite lange nicht bemerken. Das gilt vor allem für das Testgerät, dass 12 GB Arbeitsspeicher hat, der sich auf Wunsch 2 GB zusätzlich vom internen Speicher abzwackt.
Das Nothing Phone (4a) Pro ist, was die meisten Nutzer*innen als „schnell“ bezeichnen würden, was eben absolut ausreicht, gerade in der Mittelklasse.

Bei den Displays in Smartphones sind wir mittlerweile bei einem sehr guten, allgemeingültigen Standard angekommen. Da macht das Nothing keine Ausnahme. 6,83 Zoll sind ordentlich groß, AMOLED sorgt für schöne Farben sowie starke Kontraste und die Pixeldichte ist mit 450 ppi sehr hoch. Nichts davon hebt es vom Rest ab, muss es aber eben auch nicht. Eine kleine Besonderheit gibt es aber dann doch: die Bildwiederholrate. Sie beträgt bis zu 144 Hz, was etwas mehr ist als die meisten anderen Smartphones bieten.
Mit 5.080 mAh ist der Akku ordentlich groß bemessen und hält durch die Effizienz des Qualcomm-Chips auch lange durch. Im Test lief das Gerät im Schnitt zwei Tage bei normaler Nutzung, ohne an die Steckdose zu müssen. Die maximale Ladegeschwindigkeit ist mit 50 Watt auf einem guten Niveau. Kabelloses Laden spart sich Nothing beim (4a) Pro aber leider.
Bezahlst du gerne mit dem Smartphone, kannst du das mit dem Smartphone auch, denn es unterstützt NFC. Leider ist das nicht immer selbstverständlich, auch bei Nothing, hier aber gegeben.
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