© 2023 UPDATED
Gaming

Meta Quest 3 gegen Pico 4: Wel­ches VR-Head­set was bes­ser macht

Die Pico 4 und die Meta Quest 3 sind aktuell die großen Standalone-VR-Headsets auf dem Markt.

Meta hat mit der Quest 3 ein ech­tes All­round-VR-Head­set auf den Markt gebracht. Dort steht aber bereits seit län­ge­rer Zeit eine star­ke Kon­kur­renz bereit: die Pico 4. UPDATED hat sich bei­de Bril­len ange­schaut, aus­pro­biert und zeigt, in wel­chen Berei­chen wel­ches VR-Head­set bes­ser ist. So fällt dir die Ent­schei­dung am Ende hof­fent­lich etwas leichter.

Ver­pa­ckung & Zubehör

Schon bevor du die Bril­len in der Hand hast, merkst du einen sehr gro­ßen Unter­schied: bei den Ver­pa­ckun­gen. Die der Pico 4 ist etwa dop­pelt so groß wie die der Meta Quest 3. Einer der Grün­de dafür ist das Design der Bril­le, wozu du im nächs­ten Punkt mehr erfährst. Aber das ist noch nicht ganz alles, denn zur Pico 4 gehört auch etwas mehr Zube­hör. Der Her­stel­ler legt näm­lich noch ein zusätz­li­cher Abstand­hal­ter dabei, der etwa für Brillenträger*innen prak­tisch ist, sowie ein Nasen­teil, um eine bes­se­re Abschir­mung in die­sem Bereich zu errei­chen. Natür­lich sind auch Con­trol­ler, Lade­ka­bel und Lade­ge­rät enthalten.

Bei der Meta Quest sind Ver­pa­ckung und Aus­stat­tung klei­ner. Die Box ist nur so groß wie unbe­dingt nötig, beinhal­tet aber kei­ne Extras. Du bekommst also das VR-Head­set, zwei Con­trol­ler, ein Lade­ka­bel und ein Lade­ge­rät. Alles ande­re kannst du im Meta-Store dazukaufen.

Vor­teil: Pico 4

Kom­fort

Nimmst du die Bril­len aus den Kar­tons, fällt sofort der Unter­schied im Design auf. Die Pico 4 wirkt unge­wöhn­lich lang und etwas unge­lenk. Der Grund dafür liegt in der Plat­zie­rung des Akkus. Pico packt den näm­lich nach hin­ten, was die Gewichts­ver­tei­lung ver­bes­sern soll. Tat­säch­lich fühlt sich die Bril­le auf dem Kopf gut aus­ba­lan­ciert an. Sie zieht weder vor­ne noch hin­ten nach unten, son­dern liegt gefühlt schön in Waa­ge. Das mit­ge­lie­fer­te Gesichts­pols­ter ist bequem, drückt also nir­gends. Die Kopf­bän­der las­sen sich oben durch einen Klett­ver­schluss und hin­ten durch ein Dreh­rad ein­stel­len. Letz­te­res hat den Vor­teil, dass du die Bril­le lose machen, sie auf­set­zen und dann lang­sam fest­dre­hen kannst.

Bei der Meta Quest 3 geht das etwas anders. Hier ist beim Band über den Kopf zwar auch ein Klett­ver­schluss ange­bracht, den Zug zu den Sei­ten stellst du aber über Schlau­fen ein. Das machst du ein Mal, danach soll­te die Bril­le pas­sen. Beim Auf­set­zen musst du das Kopf­band dann stets etwas deh­nen, um es auf den Kopf zu bekom­men. Auch bei der Meta Quest 3 ist das als Stan­dard ver­bau­te Gesichts­pols­ter ange­nehm. Weil der Akku aber eben­falls vor­ne im Head­set steckt, drückt es leicht nach unten. 

Vor­teil: Pico 4 

Lin­sen

Auf dem Papier sind die bei­den Head­sets in die­sem Punkt gar nicht so unter­schied­lich. Bei­de ver­wen­den Pan­ca­ke-Lin­sen, die ein mög­lichst kla­res Bild lie­fern sol­len. Aller­dings fällt sofort auf, dass die Qua­li­tät bei Meta deut­lich bes­ser ist. Die Lin­sen sind so gut ver­ar­bei­tet, dass sie wirk­lich bis an den Rand knack­scharf sind. Du kannst dich also auch gut nur mit den Augen umschau­en und hast immer ein wöl­bungs­frei­es Bild vor dir.

Bei der Pico 4 ist das lei­der nicht der Fall. Es gibt eher einen „Sweet Spot“ in der Mit­te, also eine klei­ne, run­de Stel­le, die wirk­lich scharf ist. Zu den Rän­dern hin wöl­ben sich die Lin­sen und machen das Bild unscharf. Wen­dest du die Augen also von der Mit­te ab, ist das Erleb­nis nicht mehr so schön. 

Vor­teil: Meta Quest 3

Dis­plays

Auch hier sind sich die bei­den Gerä­te wie­der sehr ähn­lich. Die Meta Quest 3 hat im Ver­gleich zum Vor­gän­ger einen gro­ßen Sprung gemacht, die Pico 4 aber nur knapp über­holt. Genau­er ste­cken in der Quest zwei Dis­plays mit einer Auf­lö­sung von jeweils 2.064 x 2.208 Pixeln. Das ent­spricht einer Pixel­dich­te von 1.218 ppi.

Bei der Pico 4 kom­men die Dis­plays auf 2.160 x 2.160 Pixel und somit auf 1.200 ppi. Beim noch wich­ti­ge­ren Wert der „Pixel per Degree“, der auch die Lin­sen mit­ein­be­zieht, liegt die Meta Quest 3 aber mit 25 zu 20,5 deut­lich höher. In der Pra­xis ist bei der Bild­schär­fe aber kein deut­li­cher Unter­schied zu erken­nen. Bei­de Bril­len machen hier einen sehr guten Job.

Auch die Dar­stel­lun­gen von Far­ben und Kon­tras­ten ist auf einem Niveau. Bei der Bild­wie­der­hol­ra­te geht es bei bei­den Head­sets auf bis zu 90 Hertz hoch. Klei­ner Vor­teil für die Quest 3: Im expe­ri­men­tel­len Modus sind bis zu 120 Hertz möglich.

Beim The­ma Sicht­feld hat die Quest 3 eben­falls einen klei­nen Vor­teil, da hier 5 Grad mehr in die Brei­te zur Ver­fü­gung ste­hen. Ins­ge­samt ist die Quest 3 damit einen Hauch besser.

Übri­gens: Bei­de Bril­len las­sen eine mecha­ni­sche Ein­stel­lung der IDP zu, also eine hori­zon­ta­le Ver­schie­bung der Lin­sen. Damit passt du sie auf dei­nen Augen­ab­stand an, was die Durch­sicht ange­neh­mer macht. 

Vor­teil: Meta Quest 3

Laut­spre­cher

Bin­au­ra­le Ste­reo-Laut­spre­cher sol­len den pas­sen­den Sound zum Bild lie­fern. Das bedeu­tet: Die Rich­tung, aus der Töne zu kom­men schei­nen, ändert sich auto­ma­tisch anhand dei­ner Posi­ti­on im vir­tu­el­len Raum. Bei­de VR-Head­sets stel­len die­sen Effekt über­zeu­gend dar. Der Sound bei der Meta Quest 3 klingt einen Deut kraft­vol­ler, dafür rich­tet die Pico 4 Töne genau­er auf dei­ne Ohren und stört somit das Umfeld nicht so sehr. Gera­de mit ande­ren Per­so­nen im Raum ist das durch­aus sehr posi­tiv. Des­halb hat die Pico 4 hier um einen Hauch die Nase vorne.

Vor­teil: Pico 4

Con­trol­ler

Optisch ist der Unter­schied zwi­schen den Con­trol­lern groß: Bei der Pico 4 zie­hen sich gro­ße Bügel über die bei­den Ein­ga­be­ge­rä­te, bei der Quest 3 feh­len die­se. Abseits davon, ähneln sie sich beim Hal­te­ge­fühl und der Tas­ten­an­ord­nung wie­der sehr. Sie lie­gen gut in der Hand, die Ana­log­sticks auf bei­den Sei­ten sind gut erreich­bar, genau wie die Tas­ten. Bei der Pico 4 gibt es pro Hand einen But­ton mehr, was die Navi­ga­ti­on etwas erleichtert.

Die Tas­ten bei der Meta Quest 3 kli­cken etwas mehr und lie­fern dadurch ein leicht bes­se­res Feed­back als die der Pico 4. Auch die Trig­ger haben etwas mehr Wider­stand. Was bes­ser ist, kommt aber auf dich selbst an. 

Vor­teil: Unentschieden

Ges­ten­steue­rung

Kein voll­wer­ti­ger Punkt, aber eine Erwäh­nung wert: die Ges­ten­steue­rung. Die Quest 3 ist sehr gut dar­in, dei­ne Hän­de über die Kame­ras außen zu erfas­sen. Somit lässt sich die Bril­le in den Menüs und man­chen Apps auch ohne Con­trol­ler steu­ern. Das funk­tio­niert deut­lich bes­ser als zunächst gedacht.

Vor­teil: Meta Quest 3

Leis­tung

Ein Qual­comm XR2 befeu­ert sowohl die Pico 4 als auch die Meta Quest 3. Bei der Quest ist das jedoch ein Modell der zwei­ten Gene­ra­ti­on. Der hat etwas mehr Power als sein Vor­gän­ger. Der Arbeits­spei­cher fällt mit 8 GB in bei­den Bril­len gleich groß aus. Ins­ge­samt hat die Meta Quest 3 damit etwas mehr Leis­tung, aktu­ell kommt aber auch der „alte“ XR2 nur sel­ten an sei­ne Grenzen.

Vor­teil: Meta Quest 3

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Stores

Hier gibt es gar nicht viel abzu­wä­gen, denn Meta hat das bes­se­re Öko­sys­tem und auch den deut­lich vol­le­ren Shop. Nahe­zu alle gro­ßen Titel und jede Men­ge klei­ne­re Pro­gram­me sowie Spie­le sind im Store der Quest zu fin­den. Die Pico 4 kann da nicht mit­hal­ten. Grö­ßen wie Beat Saber feh­len ein­fach, Spie­le kom­men oft erst viel spä­ter oder haben mit Opti­mie­rungs-Pro­ble­men zu kämp­fen. Zwar ist das Unter­neh­men hin­ter der Pico bemüht, den Shop immer wei­ter zu fül­len, Meta ist hier aber um Län­gen vor­aus. 

Vor­teil: Meta Quest 3

Pico 5: Head­set kommt viel­leicht Anfang 2024

Kam die Meta Quest 3 gera­de erst auf den Markt, hat die Pico 4 schon gut ein Jahr auf dem Buckel. Das Unter­neh­men hat zwar noch nichts offi­zi­ell ange­kün­digt, aber mit einem Nach­fol­ger ist in abseh­ba­rer Zeit zu rech­nen. Gerüch­ten zufol­ge könn­te es schon im Früh­jahr 2024 so weit sein. Ob die Pico 5 dann wie­der­um in eini­gen Punk­ten die Quest 3 über­ho­len kann, bleibt abzuwarten.

PCVR

Bei­de Bril­len las­sen sich per Link-Kabel oder einer (sta­bi­len) kabel­lo­sen Ver­bin­dung mit einem PC kop­peln. Bes­ser ist in jedem Fall das Kabel, da hier die sta­bi­le­ren Ver­bin­dun­gen, höhe­ren Über­tra­gungs­ra­ten und nied­ri­ge­ren Laten­zen mög­lich sind. Bei­de Bril­len haben aber auch einen gewis­sen Nach­teil, da sie per USB ange­schlos­sen wer­den. Ech­te PCVR-Head­sets hän­gen per Dis­play­Po­rt direkt an der Gra­fik­kar­te, was die Qua­li­tät stei­gert und sehr gerin­ge Laten­zen ermöglicht.

Einen Unter­schied gibt es zwi­schen der Meta Quest 3 und der Pico 4 aber trotz­dem: die Soft­ware. Die Ocu­lus App auf dem Rech­ner ist nicht nur umfang­rei­cher, son­dern schlicht­weg auch bes­ser ent­wi­ckelt als der Strea­ming Assistant von Pico. In der Fol­ge ist das Her­stel­len einer Ver­bin­dung und Ein­stel­len der Bril­le bei Meta ein­fa­cher und umfang­rei­cher. Auch die Ver­bin­dung ist etwas sta­bi­ler. Steam­VR erkennt aber bei­de VR-Bril­len anstandslos.

Bei bei­den Head­sets lässt sich durch die Ver­wen­dung von „Vir­tu­al Desk­top“ noch etwas mehr her­aus­ho­len. Aller­dings kos­tet die Soft­ware extra.

Vor­teil: Meta Quest 3

Preis

Bleibt noch die nicht sel­ten ent­schei­den­de Fra­ge nach dem Preis. Wel­ten lie­gen zwi­schen der Pico 4 und der Meta Quest 3 zwar nicht, aller­dings gibt es einen gewis­sen Auf­schlag für die neue­re von bei­den. Meta will für die Quest 3 mit 128 GB Spei­cher 550 Euro haben. Die Pico kos­tet mit glei­cher Spei­cher­grö­ße 430 Euro. Mit 256 GB steigt der Preis auf 500 Euro. Die Quest 3 gibt es alter­na­tiv mit sat­ten 512 GB – aller­dings für 700 Euro.

Zwar steckt in der Quest 3 etwas neue­re Tech­nik, dafür brennt sie auch ein grö­ße­res Loch ins Porte­mon­naie. Des­halb für Sparfüchse:

Vor­teil: Pico 4

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.

Time to share:  Falls dir dieser Artikel gefallen hat, freuen wir uns!