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Küche

Kühl­schrank trans­por­tie­ren: So gelingt es sicher

Ein Kühlschrank wirkt von außen robust – doch im Inneren ist die Technik empfindlich. Mit der richtigen Vorbereitung und einer stabilen Sackkarre lassen sich selbst große und schwere Modelle sicher transportieren.

Groß, schwer und auf den ers­ten Blick ziem­lich robust: Von außen betrach­tet machen Kühl­schrän­ke einen sta­bi­len Ein­druck. Doch der Schein trügt: Im Inne­ren sind die Haus­halts­ge­rä­te aus­ge­spro­chen emp­find­lich. Kom­pres­sor und die Käl­te­mit­tel­lei­tun­gen reagie­ren sen­si­bel auf fal­sche Trans­port­po­si­tio­nen, Rest­was­ser kann die Elek­tro­nik gefähr­den und Öl kann an Stel­len gelan­gen, wo es nicht hin­ge­hört. Kein Wun­der, dass der Kühl­schrank­trans­port zu den hei­kels­ten Auf­ga­ben beim Umzug gehört. Wir geben dir Tipps für einen siche­ren Trans­port. 

Ste­hend oder lie­gend trans­por­tie­ren: Das soll­test du wissen 

Bevor du dei­nen Kühl­schrank bewegst, musst du ihn vom Strom tren­nen, vor­be­rei­ten und eine sehr wich­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen: Trans­por­tierst du ihn ste­hend oder lie­gend?  

War­um ste­hend bes­ser ist 

Die sichers­te Trans­port­art ist immer der ste­hen­de Trans­port. So bleibt die Tech­nik in ihrer vor­ge­se­he­nen Posi­ti­on und das Risi­ko spä­te­rer Funk­ti­ons­stö­run­gen sinkt deut­lich:  

  • Kom­pres­sor und Lei­tun­gen blei­ben in ihrer vor­ge­se­he­nen Posi­ti­on 
  • Öl bleibt im Kom­pres­sor 
  • Mini­ma­le Belas­tung für alle Bau­tei­le 
  • Deut­lich gerin­ge­re Pro­ble­me beim erneu­ten Ein­schal­ten 
  • Kür­ze­re Ruhe­zeit nach dem Trans­port nötig  

Wenn der Platz im Trans­por­ter reicht, soll­test du die­se Vari­an­te unbe­dingt wäh­len. Die meis­ten moder­nen Trans­por­ter bie­ten genug Höhe für einen ste­hen­den Kühl­schrank. 

Lie­gend trans­por­tie­ren: Nur im Not­fall und mit viel Vorsicht 

Manch­mal lässt sich ein lie­gen­der Trans­port nicht ver­mei­den – etwa bei engen Trep­pen­häu­sern, nied­ri­gen Fahr­zeu­gen oder wenn du nur einen PKW zur Ver­fü­gung hast. In die­sem Fall gilt beson­de­re Vor­sicht: 

  • Nie­mals auf die Rück­wand legen. Dort sit­zen die emp­find­li­chen Käl­te­mit­tel­lei­tun­gen und der Kom­pres­sor. 
  • Nur auf der vom Her­stel­ler emp­foh­le­nen Sei­te able­gen. Die­se Info fin­dest du meist in der Bedie­nungs­an­lei­tung. 
  • Den Kühl­schrank sehr gut fixie­ren, damit nichts ver­rutscht. 
  • Nach dem Trans­port aus­rei­chend lan­ge ste­hen las­sen, bevor du ihn ein­schal­test. 

Tipp: Vie­le Bau­märk­te und Auto­ver­mie­tun­gen bie­ten Trans­por­ter stun­den­wei­se an. Für einen Kühl­schrank­trans­port lohnt sich die­se klei­ne Inves­ti­ti­on fast immer. 

Trans­port: Die­se Hilfs­mit­tel brauchst du 

Gute Vor­be­rei­tung ist das A und O. Damit die Akti­on glatt über die Büh­ne geht, brauchst du außer zwei kräf­ti­gen Helfer*innen fol­gen­de Hilfs­mit­tel: 

  • Sta­bi­le Sack­kar­re (idea­ler­wei­se eine Trep­pen­sack­kar­re) 
  • Spann­gur­te oder Zurr­gur­te 
  • Möbel­de­cken oder Luft­pols­ter­fo­lie 
  • Rutsch­fes­te Arbeits­hand­schu­he 
  • Star­kes Kle­be­band oder Gur­te 
  • Eimer und Hand­tuch 
  • Optio­nal: Möbel­rol­ler für ebe­ne Stre­cken 

Vor dem Trans­port: Kühl­schrank vorbereiten 

Der Kühl­schrank muss gut vor­be­rei­tet wer­den, damit wäh­rend des Umzugs nichts beschä­digt wird und sich spä­ter kei­ne Gerü­che ent­wi­ckeln. Hier erfährst du Schritt für Schritt, wie das funk­tio­niert: 

Schritt 1: Kühl­schrank kom­plett aus­räu­men und abtauen 

  • Ent­fer­ne alle Lebens­mit­tel recht­zei­tig. 
  • Ent­fer­ne alle her­aus­nehm­ba­ren Fächer, Schub­la­den und Abla­gen. Die­se packst du sepa­rat ein oder fixierst sie sicher im Kühl­schrank. 
  • Taue das Gefrier­fach voll­stän­dig ab. Pla­ne dafür vier bis zwölf Stun­den ein, je nach Ver­ei­sungs­grad. 
  • Fan­ge das Schmelz­was­ser mit Hand­tü­chern auf oder stel­le einen fla­chen Behäl­ter unter. 
  • Wische den kom­plet­ten Innen­raum tro­cken. 

Wich­tig: Schmelz­was­ser kann wäh­rend des Trans­ports aus­lau­fen und emp­find­li­che Elek­tro­nik beschä­di­gen. Außer­dem beugst du unan­ge­neh­men Gerü­chen und Schim­mel­bil­dung vor. 

Schritt 2: Gründ­lich reinigen 

  • Wasche alle Fächer und Schub­la­den mit war­mem Was­ser und etwas Spül­mit­tel aus. 
  • Wische die Dich­tun­gen der Türen sorg­fäl­tig ab – hier sam­meln sich ger­ne Krü­mel und Feuch­tig­keit. 
  • Rei­ni­ge den Innen­raum und las­se alles voll­stän­dig trock­nen. 
  • Las­se die Tür nach der Rei­ni­gung zum Trock­nen eine Wei­le offenstehen.

Schritt 3: Türen und Kabel sichern 

  • Fixie­re die Türen mit Kle­be­band oder einem Gurt, damit sie wäh­rend des Trans­ports nicht auf­sprin­gen kön­nen. 
  • Hast du Fächer und Schub­la­den Im Gerät gelas­sen, kle­be auch die­se fest. 
  • Bin­de das Strom­ka­bel zusam­men und befes­ti­ge es mit Kle­be­band an der Rück­wand des Kühl­schranks, damit es nicht stört oder beschä­digt wird. 
  • Bei Gerä­ten mit Eis­wür­fel­funk­ti­on: Ent­fer­ne den Was­ser­an­schluss und las­se alle Lei­tun­gen voll­stän­dig lee­ren. 

Tipp: Wick­le den Kühl­schrank nach der Vor­be­rei­tung kom­plett in Möbel­de­cken oder Luft­pols­ter­fo­lie ein. So schützt du das Gehäu­se vor Krat­zern und Del­len. 

Schritt 4: Kühl­schrank auf die Sack­kar­re laden 

Eine sta­bi­le Sack­kar­re leis­tet beim Kühl­schrank­trans­port unschätz­ba­re Diens­te. So lädst du das Gerät sicher auf: 

  • Stel­le die Sack­kar­re bereit und kip­pe den Kühl­schrank zusam­men mit dei­nem Hel­fer oder dei­ner Hel­fe­rin vor­sich­tig leicht an. 
  • Schie­be die Tra­ge­flä­che der Sack­kar­re dar­un­ter, sodass eine der glat­ten Sei­ten­wän­de bün­dig am senk­rech­ten Teil der Kar­re anliegt. 
  • Fixie­re den Kühl­schrank mit min­des­tens einem sta­bi­len Spann­gurt an der Sack­kar­re. Bei gro­ßen Gerä­ten sind zwei Gur­te (oben und unten) noch siche­rer. 

So klappt der Trans­port über Treppen

Wenn du beim Kühl­schrank­trans­port Trep­pen zu über­win­den hast, dann befol­ge die­se Tipps: 

  • Trep­pen hin­un­ter: Nimm den Griff der Sack­kar­re und kip­pe das Gerät zu zweit leicht nach hin­ten, sodass die Rol­len frei beweg­lich sind. Schie­be die Sack­kar­re vor­sich­tig vor­wärts, Stu­fe für Stu­fe nach unten.  
  • Trep­pen hin­auf: Zie­he die Sack­kar­re rück­wärts Stu­fe für Stu­fe die Trep­pe hin­auf. Auch in die­sem Fall wird der Kühl­schrank auf der ande­ren Sei­te von einer zwei­ten Per­son gesi­chert. 

Schritt 5: Im Trans­por­ter rich­tig sichern 

Im Trans­port­fahr­zeug gilt es, den Kühl­schrank kor­rekt ein­zu­la­den. Wie du das rich­tig machst, erfährst du hier: 

  • Stel­le die Sack­kar­re am Fahr­zeug ab und löse den Spann­gurt vor­sich­tig. 
  • Hebe den Kühl­schrank zusam­men mit dei­ner Hil­fe in den Lade­raum. Wich­tig: Ver­mei­de star­kes Kip­pen wäh­rend des Tra­gens. 
  • Ste­hen­der Trans­port: Idea­ler­wei­se posi­tio­nierst du den Kühl­schrank bün­dig an einer Wand. 
  • Lie­gen­der Trans­port: Lege den Kühl­schrank auf die vom Her­stel­ler emp­foh­le­ne Sei­te. Nie­mals auf die Rück­sei­te! 
  • Pols­te­re schar­fe Kan­ten und den Kom­pres­sor­be­reich mit Decken ab. 
  • Fixie­re das Gerät mit Spann­gur­ten, damit es wäh­rend der Fahrt nicht ver­rut­schen oder umkip­pen kann. 
  • Fah­re beson­ders vor­sich­tig und ver­mei­de abrup­tes Brem­sen oder schnel­le Kur­ven. 

Nach dem Trans­port: Ruhe­zeit einhalten 

Bevor der Kühl­schrank wie­der ein­ge­schal­tet wird, braucht er unbe­dingt Zeit. In die­ser Ruhe­pha­se kann sich das Öl im Kom­pres­sor wie­der sam­meln und Käl­te­mit­tel kön­nen sich im Sys­tem rich­tig ver­tei­len. Die War­te­zeit hängt davon ab, wie der Kühl­schrank trans­por­tiert wur­de: 

  • Nach ste­hen­dem Trans­port: cir­ca ein bis zwei Stun­den 
  • Nach lie­gen­dem Trans­port: min­des­tens vier bis zwölf Stun­den, je nach Modell und Trans­port­dau­er 

Wäh­rend der Ruhezeit 

  • Stel­le den Kühl­schrank auf­recht an sei­nem end­gül­ti­gen Stand­ort auf. 
  • Las­se die Türen leicht geöff­net, damit die Luft zir­ku­lie­ren kann und even­tu­el­le Rest­feuch­tig­keit ent­weicht. 
  • Ste­cke das Gerät noch nicht ein und befül­le es nicht. 
  • Nut­ze die Zeit, um den Stand­ort zu prü­fen: Steht der Kühl­schrank gera­de? Ist genug Abstand zur Wand für die Luft­zir­ku­la­ti­on vor­han­den (meist fünf bis zehn Zen­ti­me­ter)? 

Nach der Ruhe­zeit kannst du den Kühl­schrank wie­der in Betrieb neh­men. War­te etwa zwei bis vier Stun­den, bis das Gerät voll­stän­dig her­un­ter­ge­kühlt ist, bevor du die Lebens­mit­tel ein­räumst. In den ers­ten Stun­den nach dem Ein­schal­ten kann der Kom­pres­sor häu­fi­ger und lau­ter als gewohnt lau­fen. Das ist nor­mal, da das Gerät die Tem­pe­ra­tur erst errei­chen muss. 

Häu­fi­ge Fra­gen zum Trans­port von Kühlschränken 

Ja, aber nur wenn es wirk­lich nicht anders geht und mit kla­ren Vor­sichts­maß­nah­men. Ste­hend ist grund­sätz­lich immer die siche­re­re und scho­nen­de­re Vari­an­te. Wenn lie­gend, dann nie­mals auf die Rück­sei­te und mit aus­rei­chend lan­ger Ruhe­zeit danach. 

Min­des­tens vier bis acht Stun­den, bei län­ge­ren Trans­por­ten oder gro­ßen Gerä­ten min­des­tens zwölf Stun­den und bis zu 24 Stun­den. Die genaue Her­stel­ler­emp­feh­lung fin­dest du in der Bedie­nungs­an­lei­tung dei­nes Modells. 

Am sichers­ten ste­hend, gut gesi­chert, am bes­ten mit Sack­kar­re oder Möbel­rol­ler. 
Am sichers­ten ste­hend, gut mit Gur­ten gesi­chert und am bes­ten mit einer sta­bi­len Sack­kar­re. Zu zweit arbei­ten, rutsch­fes­te Hand­schu­he tra­gen und das Gerät vor dem Trans­port voll­stän­dig abtau­en und rei­ni­gen. 

Nein, auf kei­nen Fall. Auf der Rück­sei­te befin­den sich die emp­find­li­chen Käl­te­mit­tel­lei­tun­gen und der Kom­pres­sor. Ein Trans­port in die­ser Posi­ti­on führt mit hoher Wahr­schein­lich­keit zu schwe­ren Schä­den am Gerät. 

Ja, unbe­dingt. Eine Sack­kar­re mit sta­bi­len Gur­ten erleich­tert nicht nur das Bewe­gen auf ebe­nen Flä­chen, son­dern ist auch beim Über­win­den von Trep­pen und engen Wegen unver­zicht­bar. Ide­al sind Trep­pen­kar­ren mit meh­re­ren Rädern. 

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So bleibt dein Kühl­schrank lan­ge funktionsfähig 

Ein Kühl­schrank ist beim Trans­port emp­find­li­cher, als vie­le den­ken. Mit der rich­ti­gen Vor­be­rei­tung, der pas­sen­den Trans­port­art und aus­rei­chend Ruhe­zeit nach dem Umzug redu­zierst du das Risi­ko von Schä­den deut­lich. Ste­hend ist immer die sichers­te Wahl – aber auch ein lie­gen­der Trans­port kann funk­tio­nie­ren, wenn du die Hin­wei­se sorg­fäl­tig beach­test. 

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