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Audio

Klipsch The Fives II: Laut­spre­cher mit sat­tem Sound im Praxistest

Egal ob klassisch per externem Zuspieler oder Streaming direkt aus dem Netz: Die Klipsch The Fives II wollen echte Allrounder sein.

Was pas­siert wohl, wenn zwei Län­der, die für groß­ar­ti­ge Leis­tun­gen im Audio-Bereich bekannt sind, ein Pro­dukt zusam­men ent­wi­ckeln? Das hat sich der Mut­ter­kon­zern Voxx Inter­na­tio­nal wohl auch gefragt und zwei sei­ner größ­ten Mar­ken zur Zusam­men­ar­beit gebracht: Klipsch aus den USA und Onkyo aus Japan. Das Ergeb­nis sind die viel­sei­ti­gen 4erAktivlautsprecher Klipsch The Fives II. Ob die­se Koope­ra­ti­on tat­säch­lich fruch­tet, haben wir im Pra­xis­test ausprobiert.

Klipsch und Onkyo: 160 Jah­re Audio-Exper­ti­se vereint

Ein biss­chen sind die The Fives II ein gemein­sa­mes Geburts­tags­ge­schenk, dass sich die eins­ti­gen Riva­len selbst machen. Bei­de Unter­neh­men exis­tie­ren seit 1946, fei­ern also ihr 80-jäh­ri­ges Bestehen. Somit grei­fen sie auf zusam­men 160 Jah­re Exper­ti­se im Audio-Bereich zurück. Das allei­ne ist schon beein­dru­ckend und etwas, von dem vie­le jun­ge Audio-Unter­neh­men noch träu­men. Bei­de Mar­ken haben dabei sehr indi­vi­du­el­le Stär­ken. Klipsch ist seit Beginn sei­ner Geschich­te auf Laut­spre­cher spe­zia­li­siert und gilt bis heu­te als einer der gro­ßen, unter Kenner*innen geschätz­ten Namen in dem Bereich. Onkyo bringt die Exper­ti­se für die tech­ni­sche Sei­te mit, schließ­lich sind die Japaner*innen vor allem für AV-Recei­ver, Ver­stär­ker und CD-Spie­ler bekannt. Klingt wie eine sehr gute Kombination.

Design, Mate­ria­len, Grö­ße: Schi­cke Regal­laut­spre­cher, hoch­wer­tig verarbeitet

Die Klipsch The Fives II sind in drei Far­ben erhält­lich: Rot­ei­che mit wei­ßen Fron­ten, sowie Wal­nuss und Eben­holz mit jeweils schwar­zen Fron­ten. Als Test­ge­rä­te stan­den uns letz­te­re zur Ver­fü­gung. Die­se pas­sen durch ihre dunk­le Gestal­tung in nahe­zu jede Ein­rich­tung und machen sich natür­lich gera­de neben schwar­zen Audio-Bestand­tei­len wie AV-Recei­vern und CD-Spie­lern sehr gut. Der Kor­pus der bei­den Laut­spre­cher besteht aus mas­si­vem Eben­holz, was ihnen nicht nur einen wer­ti­gen Look, son­dern auch ein ent­spre­chen­des Gefühl ver­leiht. Die Fron­ten sind matt lackiert und beinhal­ten einen 5,25 Zoll gro­ßen Tief­tö­ner sowie einen Horn­hoch­tö­ner. Bei­de Trei­ber sind schick in Sze­ne gesetzt.

Magst oder kannst du sie nicht offen las­sen, ste­hen alter­na­tiv Front­pa­nele aus faser­ver­stärk­tem duro­plas­ti­schem Kunst­stoff bereit. Die sind schlicht gehal­ten, wir­ken aber nicht zuletzt durch das stil­voll plat­zier­te Logo von Klipsch, hoch­wer­tig. Sehr gut ist außer­dem, dass Klipsch nicht auf eine Lösung mit Klam­mern oder Klips setzt, son­dern dich die Front­pa­nele per Magnet ein­fach anbrin­gen und abneh­men lässt. Schön gestal­tet ist auch die Steu­er­ein­heit am akti­ven Laut­spre­cher. Ein mas­si­ves Dreh­rad aus Metall ist für die Steue­rung der Laut­stär­ke da, ein klei­ner Knopf lässt dich manu­ell durch die Quel­len schal­ten. Dar­über liegt eine klei­ne Sta­tus-LED, die eine opti­sche Rück­mel­dung gibt, wel­cher Zuspie­ler gera­de aktiv ist.

Obwohl die The Fives II die kleins­ten Laut­spre­cher in der Rei­he sind (es gibt auch noch die The Sevens II und die The Nines II), sind sie kei­nes­wegs Zwer­ge. Mit 32,7 cm Höhe, 18,1 cm Brei­te und 27,3 cm Tie­fe soll­test du schon ordent­lich Platz im Regal haben. Dort blei­ben sie dann auch lie­ber ste­hen, da sie mit 8,26 (akti­ve Box) respek­ti­ve 7,16 (pas­si­ve Box) ordent­lich Gewicht auf die Waa­ge brin­gen. Da wiegt so man­cher Blue­tooth-Laut­spre­cher trotz inte­grier­tem Akku weni­ger. Aller­dings zeigt das auch, dass hier ordent­lich Tech­nik und Mate­ria­li­en drinstecken.

Pas­send dazu 

Anschluss­mög­lich­kei­ten: Zuspie­lern sind kaum Gren­zen gesetzt

Und jetzt kommt Onkyo ins Spiel. Das japa­ni­sche Unter­neh­men hat die not­wen­di­ge Tech­nik in den Laut­spre­chern ver­baut, damit die so ziem­lich von jedem Gerät abspie­len, was du in dei­nem Haus­halt auf­trei­ben kannst. TV direkt per HDMI 2.1 mit eARC? Check. CD-Play­er per Line-In? Check. Plat­ten­spie­ler über Pho­no-Anschluss mit Vor­ver­stär­ker? Check. DAP per USB-C-Anschluss? Check. Han­dy per Blue­tooth? Check. Und auf Wunsch brauchst du nicht mal irgend­ein Gerät anzu­schlie­ßen, wenn du Musik hören willst. Dank inte­grier­tem Strea­ming zie­hen sich die The Fives II alles in hoher Qua­li­tät ein­fach direkt von Spo­ti­fy, Tidal, Qobuz & Co., wenn du sie ins hei­mi­sche WLAN bringst. Es gibt nahe­zu nichts, was die The Fives II nicht abspie­len können.

Sämt­li­che Anschlüs­se befin­den sich auf der Rück­sei­te des akti­ven Laut­spre­chers. Genau wie die Ver­bin­dung zum pas­si­ven Zwil­ling, die über ein mas­si­ves Laut­spre­cher­ka­bel mit Ver­schrau­bung an den bei­den Enden gelingt.

Sound: Detail­reich mit Hang zum Spaß

Abspie­len kön­nen die The Fives II so ziem­lich alles, aber klingt das auch gut? Die kur­ze Ant­wort: Ja – sehr sogar. Zunächst gilt es anzu­mer­ken, dass The Fives II ordent­lich laut wer­den kön­nen. Die 5,25 Zoll gro­ßen Tief­tö­ner bau­en einen Schall­druck auf, der auch gro­ße Räu­me mehr als zuver­läs­sig mit Musik und mehr aus­füllt. Wenn zu viel Laut­stär­ke auch den gene­rel­len Sound etwas nega­tiv beein­flusst. Das liegt ein­fach dar­an, dass die Klipsch bestimm­te Fre­quen­zen run­ter­re­geln, damit sie nicht über­steu­ern. Abnor­mal ist das Ver­hal­ten aber nicht und tritt auch wirk­lich erst bei eher unan­ge­neh­men Laut­stär­ken auf.

Las­sen wir die Laut­spre­cher auf nor­ma­len Pegeln spie­len, die unse­re Trom­mel­fel­le nicht über­stra­pa­zie­ren, bie­ten die The Fives II einen sehr dif­fe­ren­zier­ten, kla­ren Klang. Über das gesam­te Fre­quenz­band man­gelt es nicht an Details. Instru­men­te aller Art kom­men genau so deut­lich rüber, wie Gesang bis hoch zu Kolo­ra­tur­so­pran. Aber Klas­sik ist auch gar nicht das Revier der The Fives II. Sie sind eher für ker­ni­ge­ren Sound gemacht. Beson­ders wohl füh­len sie sich in Musik­rich­tun­gen wie Rock, Alter­na­ti­ve, Coun­try, EDM, Soul und Hip-Hop. Dort kommt ihre leben­di­ge Abstim­mung voll zum Tra­gen. Das gilt beson­ders dann, wenn der dyna­mi­sche Bass aktiv ist, der tie­fen Tönen noch mehr Druck ver­leiht. Für mich war die­se Ein­stel­lung zwin­gend not­wen­dig, um die The Fives II wirk­lich schei­nen zu lassen.

Mit Equa­li­zer auf „Flat“ und ohne den dyna­mi­schen Bass strah­len sie eine ange­neh­me Neu­tra­li­tät aus. Aber erst mit ein wenig Dre­hen am Equa­li­zer wachen sie so rich­tig auf und kom­men in ihre oben erwähn­te Wohl­fühl­zo­ne. Genau dann ris­sen sie uns auch regel­recht mit. Der leben­di­ge Sound der Laut­spre­cher macht ein­fach Freu­de, immer wie­der. „White Hor­ses“ von Wolf Ali­ce über­zeugt etwa schon im Intro mit kla­rem Gitar­ren-Sound und detail­lier­ten Per­cus­sion-Geräu­schen. Der aggres­si­ve Bass in Unpeo­p­les „The Gar­den“ brennt sich direkt in die Ohren und lässt die Köp­fe fast auto­ma­tisch Respekt zol­lend nicken. Und Micha­el Kiwa­nu­kas „Cold Litt­le Heart“ klingt so, als wären die The Fives II dafür gemacht. Die sanf­ten Streich­in­stru­men­te im Hin­ter­grund, der war­me, flau­schi­ge Sound der Gitar­re, das ver­träumt klin­gen­de Schlag­zeug im Hin­ter­grund – alles klingt so, wie es wohl von den Tontechniker*innen gedacht war.

Klipsch-App: Ein­fach zu bedie­nen, mit gutem Umfang

Sind die Laut­spre­cher ins hei­mi­sche WLAN ein­ge­bun­den oder per Blue­tooth mit dem Smart­phone gekop­pelt, tau­chen sie auto­ma­tisch in der App „Klipsch Con­nect Plus“ auf. Die bie­tet ein paar Ein­stell­mög­lich­kei­ten. Wie bereits erwähnt, lässt sich hier der dyna­mi­sche Bass akti­vie­ren, aber auch ein Dia­log­mo­dus für Fil­me und ein Nacht­mo­dus, um die Laut­spre­cher etwas ent­spann­ter spie­len zu las­sen. Dazu kannst du den Sound-Modus wäh­len, der in unse­rem Test fast durch­ge­hend auf „Musik“ stand. Der Equa­li­zer lässt stu­fen­wei­se Ein­stel­lun­gen auf fünf Fre­quenz­bän­dern zu, bie­tet aber auch eine Hand­voll Pre­sets. Sind meh­re­re Zuspie­ler ver­bun­den, lässt die App auch den Wech­sel zwi­schen ihnen zu. Laut­stär­ke­re­ge­lung und eine Anzei­ge für das aktu­ell abge­spiel­te Medi­um kom­plet­tie­ren die Ansicht.

Preis: Ange­mes­sen für Leis­tung und Flexibilität

Das Duo, bestehend aus einem akti­ven und einem pas­si­ven Laut­spre­cher kos­tet 1.299 Euro. Ein Pap­pen­stiel ist das sicher­lich nicht, für hoch­wer­ti­ges Audio-Equip­ment aber eher im unte­ren Bereich der Preis­span­ne. Gemes­sen an ihrer Fle­xi­bi­li­tät und der hoch­wer­ti­gen Sound-Qua­li­tät sind die Klipsch The Fives II also durch­aus ein guter Deal. Dazu kommt, dass die Ver­ar­bei­tungs­qua­li­tät sehr hoch ist.

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