© 2021 Getty Images
Audio

DAC: Digi­tal-Ana­log-Con­ver­ter ein­fach erklärt

Willst du alles an Qualität aus deinen Hi-Fi-Streams holen, dann brauchst du gute Kopfhörer und einen Digital-Analog-Converter.

Strea­ming-Anbie­ter wie Tidal und Dee­zer bie­ten schon län­ger ver­lust­ar­mes oder ver­lust­frei­es Strea­ming an. Die ent­spre­chen­den Ange­bo­te tra­gen dabei den Zusatz „Hi-Fi“ oder „Mas­ter“. Apple sorg­te hin­ge­gen mit Apple Music lossless für Auf­se­hen, zumal hier kei­ne zusätz­li­chen Gebüh­ren anfal­len. Doch willst du Apple Music in der höchst­mög­li­chen Qua­li­tät hören, dann gibt die App einen Hin­weis aus. Hoch­auf­ge­lös­te und ver­lust­freie Inhal­te gibt es näm­lich nur mit einem Digi­tal-Ana­log-Wand­ler. Doch was ist das eigent­lich, brauchst du es wirk­lich und wel­che Gerä­te gibt es? Hier fin­dest du alles dazu.

DAC: Prin­zip eines D/A‑Wandlers erklärt

Um einen DAC zu ver­ste­hen, soll­test du zunächst wis­sen, was digi­ta­le und ana­lo­ge Signa­le eigent­lich sind. Die Erklä­rung ist zum Glück nicht so kom­pli­ziert: Digi­ta­le Signa­le, wie sie tag­täg­lich bei fast all dei­ner Tech­nik zum Ein­satz kom­men, bestehen aus Nul­len und Ein­sen. In Rei­he stel­len sie Buch­sta­ben, Bil­der, Vide­os, Musik und vie­les mehr dar. Damit das gelingt, braucht es einen Über­set­zer. Das über­neh­men meist Pro­zes­so­ren und Gra­fik­kar­ten. Die fin­den sich in ana­lo­gen Hi-Fi-Anla­gen aller­dings nicht. Sie kön­nen mit dem digi­ta­len Signal schlicht­weg nichts anfan­gen. Also braucht es ein ana­lo­ges Signal. Das sind im Fal­le von Musik ganz klas­sisch (elek­tri­sche) Wel­len, die ein Laut­spre­cher in einen hör­ba­ren Ton umwandelt.

Der Digi­tal-Ana­log-Wand­ler oder auch Digi­tal-Ana­log-Con­ver­ter (DAC) über­nimmt den Job eines Pro­zes­sors und macht aus einem digi­ta­len Ein­gangs-Signal ein ana­lo­ges Aus­gangs-Signal. Musik aus einer Datei erfährt also eine Trans­for­ma­ti­on von Zah­len zu Wellen.

Smart­pho­ne & Co.: D/A‑Wandler fast immer an Bord

Mit hoher Wahr­schein­lich­keit hast du einen DAC fast immer mit dabei, näm­lich in Form dei­nes Smart­pho­nes. Die Gerä­te erfül­len bereits die­se Auf­ga­be, damit kabel­ge­bun­de­ne Kopf­hö­rer funk­tio­nie­ren. Über die 3,5‑mm-Klinke lau­fen schließ­lich ana­lo­ge Signa­le zu den Kopf­hö­rern. Die muss das Abspiel­ge­rät also vor­her umwan­deln. Das funk­tio­nier­te frü­her schon bei MP3-Play­ern und heu­te eben auch bei Smart­pho­nes über einen ein­ge­bau­ten Wand­ler. Glei­ches gilt auch für Lap­tops und Rech­ner, in denen die Tech­nik nicht sel­ten in die Sound­kar­te inte­griert ist.

Bei kabel­lo­sen Kopf­hö­rern sieht die Sache wie­der anders aus, denn sie emp­fan­gen ja über Blue­tooth ein digi­ta­les Signal. Damit das die Trei­ber in Schwin­gung bringt, wan­deln die Kopf­hö­rer es selbst um. Dafür sind auch hier Pro­zes­so­ren mit an Bord. Sie über­neh­men oft noch ande­re Auf­ga­ben, etwa eine akti­ve Geräusch­un­ter­drü­ckung (ANC).

Moment, wie­so brau­che ich dann einen exter­nen DAC?

Zwar sind vie­le Gerä­te bereits mit einem D/A‑Wandler aus­ge­stat­tet, der muss aller­dings sehr kom­pakt gebaut sein und ist des­halb nicht zwin­gend leis­tungs­stark. Anders gesagt: Die Ton­qua­li­tät lei­det, nach­dem sie durch den Wand­ler gegan­gen ist. Das liegt an zwei wich­ti­gen Wer­ten: Der Bitra­te (Bit) und der Sam­pling­ra­te (kHz). Sie bestim­men maß­geb­lich die Qua­li­tät des Audio-Signals. Gene­rell gilt fol­gen­des: Je höher die­se sind, des­to bes­ser. Ein Blick auf Apple Music lossless zeigt die Wer­te, wel­che das Unter­neh­men mit dem haus­ei­ge­nen Audio-For­mat ALAC erreicht:

  • lossless: 24-Bit und 48 kHz
  • High-Res lossless: 24-Bit und 192 kHz

Und genau hier liegt das Pro­blem, denn ein inter­ner DAC in einem Smart­pho­ne oder in ähn­li­chen Gerä­ten ist meist nur für 24-Bit und 48 kHz aus­ge­legt. Er kann also die erhöh­te Sam­pling­ra­te nicht ver­ar­bei­ten. Anders gesagt: Wählst du High-Res lossless aus, bekommst du am Ende trotz­dem höchs­tens lossless-Qua­li­tät aus dem Wand­ler. Das gilt etwa auch für Tidal Hi-Fi, wo die Sam­pling­ra­te meist bei 92 kHz liegt.

Schließt du jetzt einen exter­nen D/A‑Wandler an, sieht die Sache schon anders aus. Gute Gerä­te kom­men mit deut­lich höhe­ren Sam­pling­ra­ten klar und wan­deln die­se zuver­läs­sig in ana­lo­ges Audio um. Ist ein sol­cher DAC dazwi­schen, bekommst du also im Ide­al­fall die vol­le Qua­li­tät, was sich posi­tiv auf das Hör­erleb­nis aus­wir­ken kann.

Wand­ler: Die­se Gerä­te gibt es

Auf dem Markt fin­dest du Gerä­te in unter­schied­lichs­ten Aus­füh­run­gen. Für Smart­pho­nes gedacht sind Digi­tal/A­na­log-Wand­ler, die du direkt über den USB- oder Light­ning-Anschluss steckst. Am ande­ren Ende der klei­nen Gerä­te ist dann ein Kopf­hö­rer-Anschluss ange­bracht. Strom zieht er aus dem ange­schlos­se­nen Gerät. Ein solch klei­ner DAC ist nicht beson­ders leis­tungs­stark, schafft aber meist auch Bitra­ten bis 24-Bit und Sam­pling­ra­ten bis 92 kHz. Somit eig­net er sich gut für Tidal Hi-Fi, aber etwa nicht für Apple Music High-Res lossless.

Eine Alter­na­ti­ve sind klei­ne Boxen oder USB-Sticks ähneln­de Gerä­te, die eben­falls so funk­tio­nie­ren. Auch sie zie­hen den Strom aus dem ange­schlos­se­nen Gerät, bie­ten aber deut­lich mehr Leis­tung, die sogar Sam­pling­ra­ten bis 768 kHz unter­stützt. Aller­dings sind sol­che Wand­ler bereits etwas grö­ßer und somit nicht mehr ganz so portabel.

Pas­send dazu 
Jetzt kaufen 

Im sta­tio­nä­ren Bereich ist viel­leicht ein grö­ße­rer DAC die rich­ti­ge Wahl. Hier steht meist eine sehr hohe Leis­tung zur Ver­fü­gung, die eben­falls Sam­pling­ra­ten bis 768 kHz unter­stützt. Außer­dem sind an den Gerä­ten zahl­rei­che Anschlüs­se, etwa für die Ver­bin­dung von Ste­reo-Laut­spre­chern, sowie Dreh­reg­ler und Knöp­fe für Ein­stel­lun­gen ver­baut. Der Strom kommt hier aus der Steckdose.

Über das kom­plet­te Pro­dukt­an­ge­bot hin­weg gilt, dass es die Wand­ler in unter­schied­lichs­ten Qua­li­tä­ten, For­men und Leis­tungs­stu­fen gibt. Ent­spre­chend ist die Preis­span­ne auch sehr groß. Einen güns­ti­gen DAC bekommst du schon für 20 Euro. Ein Top-Gerät geht auch ger­ne in den vier­stel­li­gen oder gar fünf­stel­li­gen Bereich. Bei Audio-Equip­ment sind oft eben kaum Gren­zen gesetzt.

DAC: Dar­auf kommt es an

Ob ein DAC für dich sinn­voll ist, liegt an dir selbst. Wich­tig ist, dass die Quel­le eine hohe Qua­li­tät bereit­stellt. Ist das gege­ben, kann ein DAC durch­aus eine gute Anschaf­fung sein. Aller­dings kommt es auch auf dei­ne Lautsprecher/Kopfhörer an. Der eigent­lich ent­schei­den­de Punkt ist aber dein Anspruch. Hältst du dich für audio­phil und meinst, selbst die feins­ten Nuan­cen beim Hören von Musik zu erken­nen, dann ist ein DAC für dich ver­mut­lich ein Muss. Traust du dir das nicht zu, dann rei­chen dir wahr­schein­lich auch Sam­pling­ra­ten bis 48 kHz, für die ein exter­ner Wand­ler nicht not­wen­dig ist. Auch die­se Qua­li­tät ist für die aller­meis­ten Ohren schon eine Ver­bes­se­rung zu stark kom­pri­mier­ter Musik.

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.

Time to share:  Falls dir dieser Artikel gefallen hat, freuen wir uns!