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Haus und Garten

Bal­kon und Ter­ras­se rei­ni­gen: So wird‘s strah­lend schön

Mit dem Hochdruckreiniger geht selbst hartnäckiger Winterschmutz auf Naturstein und Pflaster schnell und gründlich weg.

Kaum stei­gen die Tem­pe­ra­tu­ren, zieht es uns wie­der nach drau­ßen – auf den Bal­kon zum Früh­stück, auf die Ter­ras­se zum Abend­essen. Doch nach dem Win­ter sieht es dort meist wenig ein­la­dend aus. Mit dem rich­ti­gen Plan und ein paar pas­sen­den Gerä­ten ist das Rei­ni­gen schnel­ler erle­digt als gedacht. Hier erfährst du, wie du Bal­kon und Ter­ras­se Schritt für Schritt auf Hoch­glanz bringst. 

Fri­sche­kur für drau­ßen: So star­test du sau­ber in die Saison 

Grün­be­lä­ge auf Plat­ten, Moos in den Fugen, ver­grau­te Holz­die­len – der Win­ter hin­ter­lässt auf Außen­flä­chen deut­li­che Spu­ren. Das Gute: Sys­te­ma­ti­sches Vor­ge­hen und das pas­sen­de Gerät spa­ren dir unnö­ti­ge Mühe. Aber wer sich ein­fach den Hoch­druck­rei­ni­ger schnappt und los­legt, erlebt oft eine unan­ge­neh­me Über­ra­schung – Strei­fen auf den Plat­ten, aus­ge­wa­sche­ne Fugen oder ein Holz­deck, das hin­ter­her rau­er ist als vor­her.  

Ent­schei­dend beim Rei­ni­gen ist, wel­ches Mate­ri­al dei­ne Ter­ras­se oder dein Bal­kon hat – denn nicht jede Flä­che ver­trägt den­sel­ben Ansatz und sieht bei fal­scher Behand­lung schlim­mer aus als vor­her. Mit einem kla­ren Plan, dem pas­sen­den Gerät zum jewei­li­gen Mate­ri­al und ein paar ein­fa­chen Grund­re­geln ist die Arbeit hin­ge­gen weni­ger anstren­gend und das Ergeb­nis hält län­ger. Also: Was­ser­schlauch bereit­stel­len, Steck­do­se prü­fen und los geht’s. 

Schritt 1: Vor­be­rei­tung – Flä­che frei­räu­men und gro­ben Schmutz beseitigen 

Bevor ein Gerät zum Ein­satz kommt, lohnt sich etwas Vor­be­rei­tung: Alle Gar­ten­mö­bel, Blu­men­käs­ten und Mat­ten bei­sei­te­räu­men, damit die gesam­te Flä­che ohne Hin­der­nis­se bear­bei­tet wer­den kann. 

Ein Akku-Laub­blä­ser oder elek­tri­scher Kehr­be­sen ent­fernt Laub, Sand und losen Schmutz schnell – nas­ses Laub unter dem Hoch­druck­rei­ni­ger ver­stopft Abläu­fe und ver­teilt Schmutz groß­flä­chig. Räu­me vor der Rei­ni­gung auch die Abfluss­öff­nun­gen frei.  

Tipp: Pla­ne die gro­ße Ter­ras­sen­rei­ni­gung für das Früh­jahr ein, wenn kei­ne Frost­ge­fahr mehr droht – und wie­der­ho­le sie bei Bedarf im Herbst, bevor die kal­te Jah­res­zeit beginnt. So star­ten Bal­kon und Ter­ras­se immer frisch in die neue Sai­son. 

Schritt 2: Die rich­ti­ge Aus­rüs­tung bereitstellen 

Das rich­ti­ge Gerät hängt von Flä­che, Mate­ri­al und Ver­schmut­zungs­grad ab. Ein Über­blick über die wich­tigs­ten elek­tri­schen Hel­fer fin­dest du im Anschluss. 

Hoch­druck­rei­ni­ger: Kraft­voll für Stein und Beton 

Der Klas­si­ker für Ter­ras­sen und gro­ße Pflas­ter­flä­chen. Ein Hoch­druck­rei­ni­ger (kurz: HDR) löst Moos, Algen und ein­ge­tre­te­nen Schmutz mit Was­ser­druck – ohne viel Schrub­ben. Für den Heim­ge­brauch sind Model­le mit 100–150 bar Druck ide­al. Wer grö­ße­re oder stär­ker ver­schmutz­te Flä­chen hat, greift zu Gerä­ten mit bis zu 180 bar. 

Wich­tig: Ter­ras­sen­flä­chen nie aus kur­zer Distanz mit dem Strahl­rohr rei­ni­gen. Der gebün­del­te Strahl hin­ter­lässt Strei­fen, Aus­wa­schun­gen und ungleich­mä­ßi­ge Rei­ni­gungs­spu­ren– auf hel­len Plat­ten oft dau­er­haft sicht­bar. Daher bes­ser den Flä­chen­rei­ni­ger-Auf­satz ver­wen­den, den soge­nann­ten Patio-Auf­satz. Die­ser Auf­satz wird ein­fach auf den Hoch­druck­rei­ni­ger auf­ge­steckt. Mit­tels Düsen, die auf einer rotie­ren­den Schei­be sit­zen, ver­teilt er nicht nur den Druck gleich­mä­ßig, er schützt so auch dei­ne Fugen: Bei zuviel Druck wird das Fugen­ma­te­ri­al her­aus­ge­spült, die Plat­ten ver­lie­ren ihren Halt und das Moos, das du eigent­lich los­wer­den woll­test, kommt noch schnel­ler zurück.  

Akku-Nie­der­druck­rei­ni­ger: Fle­xi­bel ohne Steckdose 

Wer auf dem Bal­kon kei­ne Steck­do­se in der Nähe hat oder ein­fach kabel­los arbei­ten möch­te, liegt mit einem Akku-Nie­der­druck­rei­ni­ger rich­tig. Mit zehn bis 20 bar Druck ist er weni­ger kraft­voll als der gän­gi­ge Hoch­druck­rei­ni­ger, aber für nor­ma­le Ver­schmut­zun­gen auf Holz, Kunst­stoff und Flie­sen völ­lig aus­rei­chend – und sehr scho­nend. 

Elek­tro-Schrub­ber und Akku-Ober­flä­chen­bürs­te: Sanft und gründlich 

Für Holz­die­len, Flie­sen oder emp­find­li­che Belä­ge ist ein elek­tri­scher Schrub­ber die bes­se­re Wahl gegen­über dem Hoch­druck­rei­ni­ger. Die rotie­ren­den Bürs­ten arbei­ten sich mecha­nisch durch den Schmutz – ohne aggres­si­ve Druck­be­las­tung. Model­le mit Schlauch­an­schluss las­sen gleich­zei­tig Was­ser auf die Flä­che lau­fen, was das Auf­wei­chen und Lösen von Ver­schmut­zun­gen deut­lich erleich­tert. 

Elek­tri­sche Fugen­bürs­te: Für die Zwischenräume 

Fugen zwi­schen Plat­ten sind das Sor­gen­kind jeder Ter­ras­se. Moos und Erde set­zen sich dort hart­nä­ckig fest und las­sen sich mit einem Hoch­druck­rei­ni­ger zwar lösen, aber oft auch her­aus­spü­len – was neue Ver­fu­gung nötig macht. Eine elek­tri­sche Fugen­bürs­te arbei­tet scho­nen­der: Sie dreht sich direkt in der Fuge und löst orga­ni­sches Mate­ri­al, ohne das Fugen­ma­te­ri­al zu beschä­di­gen. Sie ist als eigen­stän­di­ges Gerät oder als Auf­satz für Mehr­zweck-Werk­zeu­ge erhält­lich. 

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Schritt 3: Rei­ni­gung nach Mate­ri­al – so geht’s richtig 

Nicht jede Flä­che ver­trägt den­sel­ben Rei­ni­gungs­an­satz – und das ist kei­ne Klei­nig­keit. Wer Natur­stein mit säu­re­hal­ti­gen Mit­teln behan­delt, ätzt die Ober­flä­che dau­er­haft an. Wer Holz gegen die Faser­rich­tung schrubbt oder mit zu viel Druck bear­bei­tet, zer­stört die Struk­tur des Mate­ri­als. Und wer den Hoch­druck­rei­ni­ger ohne Rück­sicht auf Fugen und Belag ein­setzt, hat hin­ter­her mehr zu tun als vor­her. Ein kur­zer Blick auf das Mate­ri­al spart also nicht nur Arbeit – er ver­hin­dert Schä­den, die sich kaum noch repa­rie­ren las­sen. 

Beton­plat­ten und Pflaster 

Beton­plat­ten und Pflas­ter­stei­ne ver­tra­gen kräf­ti­gen Was­ser­druck und sind damit der idea­le Ein­satz­be­reich für den Hoch­druck­rei­ni­ger. Für Beton­plat­ten, Pflas­ter und Beton sind spe­zia­li­sier­te Grün­be­lag-Ent­fer­ner die wirk­sams­te Lösung. Sie lösen bio­lo­gi­sche Bele­ge sanft und ver­hin­dern oft für eine gan­ze Sai­son die Neu­bil­dung. Tra­ge das Mit­tel gleich­mä­ßig auf – am bes­ten mit einer elek­tri­schen Gar­ten­sprit­ze oder Sprüh­lan­ze – und lass es zehn bis 15 Minu­ten ein­wir­ken. Danach arbei­test du mit dem Hoch­druck­rei­ni­ger und Flä­chen­rei­ni­ger-Auf­satz in gleich­mä­ßi­gen Bah­nen – von einer Sei­te zur ande­ren, immer mit dem Abfluss als Ziel­punkt. Wich­tig: Min­des­tens 30 Zen­ti­me­ter Abstand zur Flä­che hal­ten, damit Fugen nicht aus­ge­wa­schen wer­den. Den Hoch­druck­rei­ni­ger nie direkt auf den Fugen anset­zen, sonst wäscht das Fugen­ma­te­ri­al her­aus. Dann musst du auf­wän­dig neu ver­fu­gen. Daher immer mit dem Flä­chen­rei­ni­ger-Auf­satz oder min­des­tens 30–40 cm Abstand arbei­ten. Nach der Rei­ni­gung am bes­ten eine Stein­im­prä­gnie­rung auf­tra­gen. Sie ver­sie­gelt die Poren, sodass Algen und Moos weni­ger leicht Halt fin­den – die nächs­te Rei­ni­gung wird damit deut­lich ein­fa­cher. 

Natur­stein: Fein­ge­fühl ist gefragt 

Gra­nit, Tra­ver­tin oder Sand­stein ist emp­find­li­cher als Beton. Säu­re­hal­ti­ge Mit­tel – Essig, Zitro­nen­säu­re, vie­le han­dels­üb­li­che Grün­be­lag-Ent­fer­ner – kön­nen die Ober­flä­che dau­er­haft mat­tie­ren und sind auf Kalk­stein, Mar­mor und Sand­stein abso­lut tabu. Immer das Eti­kett prü­fen und aus­schließ­lich für Natur­stein geeig­ne­te, pH-neu­tra­le Rei­ni­ger ver­wen­den. 

Am bes­ten mit Akku-Schrub­ber oder Nie­der­druck­rei­ni­ger auf nied­rigs­ter Stu­fe arbei­ten. Hohen Was­ser­druck nur sehr vor­sich­tig und mit gro­ßem Abstand ein­set­zen. 

Holz­ter­as­se und Holzdielen 

Holz braucht Pfle­ge, beson­ders nach dem Win­ter. Rei­ni­ge Holz­die­len mit einem spe­zi­el­len Holz­rei­ni­ger und einem Elek­tro-Schrub­ber mit wei­cher Bürs­te. Immer in Faser­rich­tung arbei­ten, damit kei­ne Krat­zer ent­ste­hen. Den Hoch­druck­rei­ni­ger soll­test Du nur auf aller­nied­rigs­tem Druck und mit gro­ßem Abstand ein­set­zen. Eini­ge Her­stel­ler bie­ten als Alter­na­ti­ve spe­zi­el­le Bürs­ten­wal­zen für Holz­flä­chen an – die­se Gerä­te behan­deln dein Holz scho­nen­der. Außer­dem: Holz nie ohne anschlie­ßen­de Öl- oder Lasur­be­hand­lung trocknen las­sen – unbe­han­del­tes Holz ver­graut inner­halb weni­ger Wochen. 

Flie­sen und Keramikbeläge 

Flie­sen und Kera­mik ver­tra­gen Hoch­druck­rei­ni­ger gut – locke­re oder beschä­dig­te Fugen aber scho­nend mit dem Elek­tro-Schrub­ber behan­deln und bei Bedarf neu ver­fu­gen. 

Frost­ge­schä­dig­te oder geris­se­ne Flie­sen vor­ab unbe­dingt prü­fen: Der Rei­ni­ger presst Was­ser tief in Ris­se – gefriert es spä­ter, sprengt es die Flie­se von innen auf. Beschä­dig­te Stel­len vor­her aus­tau­schen oder ver­sie­geln. 

Kunst­stoff- und WPC-Beläge 

WPC (Wood Pla­s­tic Com­po­si­te) ist sehr pfle­ge­leicht und ver­trägt Hoch­druck­rei­ni­ger – aber kein hei­ßes Was­ser, kei­ne Lösungs­mit­tel und kei­ne gro­be Scheu­er­milch: Die­se las­sen die Far­be ver­blas­sen und machen die Ober­flä­che rau. Ein Akku-Nie­der­druck­rei­ni­ger oder Elek­tro-Schrub­ber mit lau­war­mem Was­ser und pH-neu­tra­lem Rei­ni­ger reicht völ­lig aus. 

Schritt 4: Fugen und Details rich­tig sau­ber bekommen 

Fugen, Ecken und Über­gän­ge sind die hart­nä­ckigs­ten Schmutz­nes­ter und wer­den am häu­figs­ten ver­ges­sen. Nach der groß­flä­chi­gen Rei­ni­gung gezielt mit der elek­tri­schen Fugen­bürs­te über alle Zwi­schen­räu­me gehen. Für enge Ecken und Bal­kon­ge­län­der eig­net sich ein Akku-Hand­rei­ni­ger oder eine Sprüh­lan­ze mit ver­stell­ba­rer Düse. 

Bal­kon­ge­län­der aus Metall oder Kunst­stoff las­sen sich gut mit einem feuch­ten Mikro­fa­ser­tuch und einem pH-neu­tra­len Rei­ni­ger abwi­schen. Für Gelän­der aus Edel­stahl emp­fiehlt sich ein spe­zi­el­ler Edel­stahl­rei­ni­ger, der gleich­zei­tig schützt und poliert.  

Check­lis­te: So läuft’s ohne Probleme 

Nie bei Frost oder Dau­er­frost rei­ni­gen: Was­ser, das in Ris­se gefriert, sprengt Plat­ten und Fugen – immer auf frost­freie Tem­pe­ra­tu­ren war­ten. 

Pflan­zen schüt­zen: Blu­men­käs­ten und Bee­te vor dem Auf­tra­gen von Rei­ni­gungs­mit­teln abde­cken oder abschir­men. 

Laub­blä­ser bei feuch­tem Laub: Feuch­tes Laub klebt – hier lie­ber zuerst trock­nen las­sen oder mit dem Kehr­be­sen vor­ar­bei­ten. 

Nur an geschütz­ten Steck­do­sen arbei­ten: Im Frei­en aus­schließ­lich Steck­do­sen mit IP44-Schutz nut­zen – das schützt vor Kurz­schluss bei Spritz­was­ser. 

Abflüs­se frei­hal­ten: Vor der Rei­ni­gung prü­fen, dass das Schmutz­was­ser pro­blem­los abflie­ßen kann. 

Min­dest­ab­stand beim Hoch­druck­rei­ni­ger hal­ten: Min­des­tens 30 Zen­ti­me­ter Abstand zur Ober­flä­che. Zu nah bedeu­tet aus­ge­wa­sche­ne Fugen, Krat­zer und Ero­si­on. 

Nach­be­hand­lung nicht ver­ges­sen: Wer nach der Rei­ni­gung kei­ne Imprä­gnie­rung oder Holz­pfle­ge auf­trägt, hat beim nächs­ten Mal deut­lich mehr Arbeit. 

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Mit Sys­tem in die neue Saison 

Ein sau­be­rer Bal­kon oder eine gepfleg­te Ter­ras­se macht sofort einen Unter­schied. Mit dem rich­ti­gen Gerät zum jewei­li­gen Mate­ri­al, etwas Sys­te­ma­tik und einer abschlie­ßen­den Imprä­gnie­rung oder Holz­pfle­ge ist die Arbeit effi­zi­ent erle­digt – und die nächs­te Rei­ni­gung geht deut­lich schnel­ler. 

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