Die AirPods 5 sehen auf den ersten Blick ziemlich vertraut aus. Das offene Design mit den kurzen Stielen bleibt erhalten, dafür steckt unter der Haube einiges an neuer Technik. Aktive Geräuschunterdrückung, adaptiver EQ, 3D-Audio und sogar eine Live-Übersetzung gehören inzwischen zum Funktionsumfang. Besonders spannend: Apple bringt damit viele Funktionen der Pro-Reihe in ein deutlich günstigeres Modell. Ich habe die AirPods 5 im Alltag ausprobiert und dabei vor allem auf Klang, Geräuschunterdrückung, Tragekomfort und Bedienung geachtet.
Das erfahrt ihr gleich
- Vertrautes Design, angenehmer Sitz
- Klang: Mehr Details und ordentlich Bass
- ANC: Erstaunlich viel Ruhe trotz offenem Design
- Bedienung: Lautstärke am Ohr klingt besser, als sie sich anfühlt
- Live-Übersetzung: Schon erstaunlich brauchbar
- 3D-Audio sorgt für mehr Raumgefühl
- Praktisch im Alltag: Konversationserkennung und Siri
- Akku und Schutz: Bereit für Alltag und Sport
Optisch bleibt Apple seiner bisherigen Linie treu. Die AirPods 5 bestehen aus einem weißen Ohrhörer mit kurzem Stiel und kommen ohne Silikonaufsätze aus. Sie werden also nicht wie die AirPods Pro in den Gehörgang gesteckt und dort abgedichtet, sondern liegen in der Ohrmuschel. Das macht sie angenehm leicht und sorgt für ein offeneres Tragegefühl. Gerade wenn du In-Ears mit Silikonaufsätzen nicht magst, ist das ein großer Pluspunkt. Die AirPods 5 wiegen gerade einmal 4,3 Gramm pro Ohrhörer. Gleichzeitig ist die offene Bauweise aber auch eine Frage der individuellen Ohrform: Was bei einer Person sicher sitzt, kann bei einer anderen etwas lockerer wirken.
Im Alltag sitzen die AirPods 5 bei mir ganz angenehm. Ich persönlich bevorzuge allerdings die Variante mit einem Silikonaufsatz. Denn gerade beim Sport zeigt sich ein Unterschied zu meinen anderen AirPods. (Ich verwende die AirPods Pro 2.) Vor allem beim Laufen sitzen die Pro 2 für mich sicherer im Ohr. Die Silikonaufsätze sorgen dafür, dass die Kopfhörer auch bei stärkeren Bewegungen weniger verrutschen. Bei den AirPods 5 habe ich dagegen eher das Gefühl, dass ich während des Laufens gelegentlich überprüfen möchte, ob noch alles richtig sitzt.
Für einen Spaziergang, im Fitnessstudio oder beim normalen Alltag ist das kein großes Problem. Wenn du regelmäßig läufst und dabei möglichst gar nicht über deine Kopfhörer nachdenken möchtest, bieten die AirPods Pro 2 durch ihre Bauweise für mich aber den zuverlässigeren Halt.


Klanglich überraschen die AirPods 5 positiv. Trotz der offenen Bauweise liefern sie einen erstaunlich vollen Sound. Stimmen kommen klar und direkt rüber, gleichzeitig bringen die Kopfhörer ordentlich Bass mit. Auch die Stereo-Darstellung wirkt breit und räumlich. Besonders bei Pop und Hip-Hop machen die AirPods 5 Spaß, weil die tiefen Frequenzen präsent sind, ohne den Rest der Musik komplett zu überdecken. Auch bei komplexeren Rock-Produktionen schneiden sie besser ab als die Vorgängergeneration. Einzelne Instrumente lassen sich besser voneinander unterscheiden, sodass der Sound weniger schnell zu einer einzigen Klangwand verschwimmt. Ganz an den druckvollen Bass der AirPods Pro kommen die offenen Ohrhörer allerdings nicht heran. Das ist auch nicht überraschend: Durch die fehlende Abdichtung fehlt ihnen ein Teil des körperlichen Drucks, den du von einem klassischen In-Ear mit Silikonaufsätzen kennst.
Eine interessante Neuerung ist außerdem der Equalizer. Über die Einstellungen kannst du das Klangbild inzwischen stärker an deine Vorlieben anpassen. Das ist gerade dann praktisch, wenn dir der werkseitige Klang beispielsweise zu basslastig ist.
Die größte Überraschung der AirPods 5 ist für mich die Geräuschunterdrückung. Denn eigentlich bringen die Voraussetzungen dafür einen Nachteil mit: Die Ohrhörer verschließen den Gehörgang nicht. Trotzdem funktioniert das ANC erstaunlich gut. Gleichmäßige Hintergrundgeräusche werden deutlich reduziert, sodass du dich beim Musikhören oder Podcasten besser auf den Inhalt konzentrieren kannst. Auch im Alltag macht sich der Unterschied bemerkbar, etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in einer belebteren Umgebung.
Natürlich verschwinden nicht sämtliche Geräusche. Einzelne Stimmen oder kurze, hohe Töne bleiben hörbar. Das ist bei einem halboffenen Kopfhörer aber auch nicht anders zu erwarten. In sehr ruhigen Situationen kann außerdem ein leichtes Grundrauschen auffallen. Während Musik läuft, geht es allerdings weitgehend unter.
Noch überzeugender finde ich den Transparenzmodus. Weil die AirPods 5 den Gehörgang ohnehin nicht abdichten, wirkt die Umgebung sehr natürlich. Gespräche oder Ansagen lassen sich gut wahrnehmen, ohne dass du die Kopfhörer herausnehmen musst.



Die Variante mit kabellosem Ladecase bringt eine Funktion mit, die zunächst ziemlich praktisch klingt: Du kannst die Lautstärke direkt am Stiel der AirPods durch eine Wischbewegung nach oben oder unten verändern. Das funktioniert grundsätzlich zuverlässig und erspart dir den Griff zum Smartphone. Im Alltag empfinde ich die Lautstärkeregelung allerdings eher als umständlich. Gerade wenn ich die Lautstärke nur ein kleines bisschen verändern möchte, geht es für mich schneller und genauer, einfach das iPhone in die Hand zu nehmen und dort den Regler zu bedienen.
Das ist natürlich Geschmackssache. Wer sein Smartphone beim Sport oder unterwegs möglichst oft in der Tasche lassen möchte, kann die Geste praktisch finden. Für mich ist sie aber kein Feature, das den Aufpreis der Variante mit kabellosem Ladecase allein rechtfertigt. Wichtig ist außerdem: Nur die teurere Version für 169 Euro bietet die Lautstärkeregelung direkt am Ohr. Die AirPods 5 mit normalem USB-C-Ladecase kosten 149 Euro.
Eine der spannendsten Funktionen ist die Live-Übersetzung. Die AirPods 5 können Gespräche in einer anderen Sprache direkt übersetzen und dir die Übersetzung über die Kopfhörer ausgeben. Dafür brauchst du allerdings ein kompatibles iPhone mit Apple Intelligence, aktuelle Software und die Übersetzen-App. In der Praxis ist die Funktion erstaunlich brauchbar, aber ausbaufähig. Einfache und alltägliche Sätze werden bereits sehr zuverlässig erkannt und übersetzt. Die Übersetzung kommt nicht völlig ohne Verzögerung: Du hörst also nicht unmittelbar jedes einzelne Wort in deiner Sprache. Für ein normales Gespräch ist die kurze Pause aber gut verkraftbar. Besonders bei einfachen Fragen, Antworten und typischen Urlaubssituationen funktioniert das Prinzip überraschend gut. Wenn dein Gegenüber beispielsweise etwas auf Italienisch sagt, hörst du anschließend die deutsche Übersetzung in deinen AirPods. Auf dem iPhone kannst du parallel den übersetzten Gesprächsverlauf sehen. Ganz perfekt ist das Ganze noch nicht. Bei längeren oder komplizierteren Aussagen kann es zu Fehlern bei der Spracherkennung oder Übersetzung kommen.
Praktisch ist außerdem, dass die andere Person nicht selbst AirPods besitzen muss. Du kannst deine Antwort über die Übersetzen-App als Text anzeigen oder die Übersetzung über den iPhone-Lautsprecher wiedergeben. Apple nennt derzeit unter anderem Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch als unterstützte Sprachen. Für eine wichtige geschäftliche Unterhaltung oder komplizierte Inhalte würde ich mich trotzdem nicht blind auf die KI-Übersetzung verlassen. Für den Urlaub, ein Gespräch im Restaurant oder eine spontane Unterhaltung ist sie dagegen schon jetzt ein ziemlich praktisches Extra.
Auch beim räumlichen Klang können die AirPods 5 einiges. Mit personalisiertem 3D-Audio und dynamischer Kopferfassung lässt sich die Musik räumlicher darstellen. Besonders bei entsprechend abgemischten Songs oder Live-Aufnahmen entsteht dadurch ein deutlich breiteres Klangbild. Die dynamische Kopferfassung sorgt dafür, dass die virtuelle Position der Klangquelle scheinbar an ihrem Platz bleibt, während du deinen Kopf bewegst. Das kann gerade bei Live-Musik einen interessanten Effekt erzeugen: Die Musik wirkt weniger so, als würde sie direkt aus den beiden Ohrhörern kommen.
Wie stark du diesen Effekt wahrnimmst, hängt allerdings vom jeweiligen Inhalt ab. Bei einem gewöhnlichen Podcast ist er deutlich weniger relevant als bei einem entsprechend produzierten Musikstück oder Film.
Auch bei den alltäglichen Funktionen hat Apple nachgelegt. Die Konversationserkennung erkennt, wenn du anfängst zu sprechen, und reduziert daraufhin automatisch die Lautstärke. Gleichzeitig wird die Umgebung stärker durchgelassen. So kannst du beispielsweise kurz mit jemandem sprechen, ohne die Wiedergabe manuell pausieren zu müssen. Das funktioniert erstaunlich gut. Dazu kommen die bekannten Siri-Funktionen und neue Kopfgesten. Bei bestimmten Interaktionen kannst du beispielsweise durch Nicken zustimmen oder durch Schütteln des Kopfes ablehnen.


Die von mir getesteten AirPods 5 kommen mit dem kabellosen Ladecase. Mit aktiviertem ANC sollen die Ohrhörer laut Apple bis zu fünf Stunden am Stück durchhalten. Zusammen mit dem Ladecase sind bis zu 22 Stunden Wiedergabe möglich. Im Alltag reicht das damit problemlos für mehrere Stunden Musik, Podcasts oder Telefonate, bevor die AirPods zurück ins Case müssen. Das Ladecase selbst lässt sich über USB‑C oder kabellos laden. Praktisch ist außerdem der integrierte Lautsprecher, über den sich das Case mit der „Wo ist?“-App leichter wiederfinden lässt.
Auch beim Schutz hat Apple nachgelegt: Die AirPods 5 sind nach IP57 gegen Staub und Wasser geschützt. Schweiß und ein Regenschauer sind beim Sport also kein Grund zur Sorge. Zum Schwimmen solltest du die Kopfhörer trotzdem nicht mitnehmen.
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