Am 20. Oktober 2026 stand in meinem Kalender ein ganz besonderer Termin: eine Hospitation bei Dr. Michael Müller-Wünsch. Die meisten bei OTTO kennen ihn als MüWü. Er ist Bereichsvorstand Technology und damit unser CIO, also verantwortlich für alles, was bei OTTO mit Technologie zu tun hat. Zusammen mit Tjorben und Mauritz durfte ich ihn einen ganzen Tag lang begleiten.
Unser Tag begann mit einem gemeinsamen Mittagessen. Keine Präsentation, keine einstudierten Antworten, einfach ein offenes Gespräch. Wir hatten uns vorher einige Fragen überlegt, und MüWü hat sich jeder davon gestellt, ehrlich und ohne auszuweichen. Spätestens da war klar: Heute sind wir nicht nur Zuschauer.
Danach haben wir ihn in seine Termine begleitet. Zuerst standen Gespräche mit externen Partnern an, danach interne Runden mit Teams aus dem Haus. Am meisten beeindruckt hat mich das Tempo. Kaum war ein Meeting vorbei, ging es im nächsten um ein völlig anderes Thema. Trotzdem war MüWü jedes Mal sofort drin, hat nachgefragt und die Dinge vorangebracht.
Wie viele unterschiedliche Themen an einem einzigen Tag auf dem Tisch eines CIO landen, hätte ich vorher nicht gedacht. Und wer schon mal versucht hat, nach einer kurzen Unterbrechung wieder in eine Aufgabe zu finden, weiß, wie schwer dieser ständige Wechsel ist.
Am Ende des Tages hat MüWü den Spieß umgedreht und uns eine Aufgabe gegeben: In 30 Minuten sollten wir mithilfe von KI eine Vorstandsvorlage erstellen. Drei Folien, auf denen alles steht, was ein Vorstand für eine Entscheidung braucht.
Das Thema hatte es in sich. Persönliche KI-Assistenten, wie sie Meta und andere große Tech-Unternehmen gerade auf den Markt bringen, könnten schon bald für uns einkaufen. Was muss OTTO tun, um darauf vorbereitet zu sein? Kurz gesagt: Wie wird OTTO „agent ready“?
Die Folien hatte die KI schnell gebaut. Die eigentliche Arbeit war, zu entscheiden, was auf drei Folien gehört und was nicht. Und genau das hatte ich vorher den ganzen Tag bei MüWü beobachtet: viele Informationen, wenig Zeit und am Ende eine klare Empfehlung.
Was ich aus diesem Tag mitnehme: Ein großer Teil der Arbeit eines CIO besteht darin, schnell das Wesentliche zu erkennen und daraus Entscheidungen zu machen. Diese Fähigkeit möchte ich mir in meinem dualen Studium bewusst abschauen.
Genauso hängen geblieben ist mir, dass sich ein Vorstand einen ganzen Tag Zeit für uns drei genommen hat, uns in echte Termine mitgenommen und all unsere Fragen ernst genommen hat. Das ist nicht selbstverständlich und sagt für mich viel darüber aus, wie bei OTTO mit Nachwuchskräften umgegangen wird.
Danke, MüWü, für diesen Tag und die vielen offenen Antworten! Und danke an alle, die die Hospitation möglich gemacht haben.