Weil Sie es beim Schlafen sauber und frisch mögen, machen Sie sich daran, die Bettwäsche zu wechseln. Doch was ist das? Nicht nur das Laken ist schmuddelig, auch die Matratze scheint schon bessere Zeiten gesehen zu haben. Mit welchen Hausmitteln Sie Flecken, unangenehme Gerüche, Milbenkot oder Urinflecken aus Ihrer Matratze entfernen und wie Sie eine Matratzenreinigung selber vornehmen können, lesen Sie hier.

Milbenkot im Bett entfernen

Ob Sie es wollen oder nicht: Sie schlafen niemals allein. Jede Nacht teilen Sie Ihr Bett mit Hausstaubmilben. Bis zu zwei Millionen dieser Spinnentierchen können sich über die Jahre in Ihrer Matratze einnisten. Zum Glück sind die Milben so winzig, dass Sie von ihrer Anwesenheit nichts mitbekommen. Es sei denn, Sie sind Hausstauballergiker. Dann kann es vorkommen, dass Sie am Morgen mit verstopfter Nase und aufgequollenen Augen aus dem Bett steigen, oder Schlimmeres. Auslöser sind nicht die Hausstaubmilben selbst, sondern ihr Kot: Er zerfällt zu Feinstaub, der nachts in die Atemwege gelangt und allergische Reaktionen auslösen kann. Auch wenn Sie an keiner Allergie leiden, sollten Sie ihre Matratze regelmäßig von Milbenkot befreien.

Anleitung:

  • Saugen Sie jedes Mal, wenn sie die Bettwäsche wechseln, die Matratze mit der Polsterdüse des Staubsaugers ab.Der Staubsauger hilft nicht nur gegen Milben, sondern beugt auch Flecken vor: Grober Schmutz, der sich im Zusammenspiel mit Feuchtigkeit festsetzen könnte, wird entfernt.
  • Haben sich einmal Milben im Kern Ihrer Matratze eingenistet, bekommen Sie die Tierchen nicht mehr heraus. Als Alternative bleibt, die Milben abzutöten. Im Winter ist das möglich, denn Ihre ungeliebten Mitbewohner vertragen keine Minusgrade. Stellen Sie die Matratze deshalb einmal im Jahr, wenn es draußen friert, für mindestens zwölf Stunden nach draußen. Achten Sie darauf, dass alles trocken bleibt.
Milben bekämpfen mit dem Dampfreiniger? Besser nicht!
Hitze bekommt den Hausstaubmilben nicht. Bei Temperaturen ab 60 Grad Celsius fallen sie in den ewigen Schlaf. Den Krabbeltierchen mit heißem Dampf beizukommen, ist dennoch keine gute Idee: Zwar könnten Sie, wenn Sie sorgfältig vorgingen, einige wenige der Plagegeister erwischen. Die Matratze wäre dann aber extrem nass. In diesem feuchten und warmen Milieu können sich anschließend die überlebenden Milben umso besser vermehren.

Blutflecken aus Matratze entfernen

Blut auf der Matratze ist leider keine Seltenheit. Frische Blutflecken können Sie oftmals bereits mit einem in kaltem Wasser getränkten Lappen entfernen. Um Blutflecken auf der Matratze zu entfernen, verwenden Sie immer nur kaltes Wasser. Warmes oder heißes Wasser führt dazu, dass das im Blut enthaltene Eiweiß gerinnt und eine unlösliche Verbindung mit den Fasern der Matratze eingeht. Ist das Blut eingetrocknet, hilft ein altes Hausmittel: Natron. Das Pulver bekommen Sie in der Drogerie oder im gut sortierten Supermarkt.

Anleitung:

  1. Mischen Sie Natron und Wasser im Verhältnis 1:2.
  2. Tragen Sie die Lösung auf den Blutfleck auf.
  3. Lassen Sie die Lösung eine halbe Stunde einwirken.
  4. Tränken Sie einen Lappen mit kaltem Wasser und wischen Sie die Reste der Lösung ab.
  5. Tupfen Sie die nasse Stelle mit einem saugstarken trockenen Tuch ab.

Urinflecken aus Matratze entfernen

Urinflecken in der Matratze sind schnell entfernt. Ist das Malheur gerade erst passiert, gilt es, zunächst die Feuchtigkeit aus der Matratze zu entfernen. Legen Sie trockene Handtücher oder Küchenpapier auf und tupfen Sie den Urinfleck so gut es geht ab. Wenn Sie die Matratze selbst reinigen wollen, hilft bei frischen und älteren Urinflecken eine Lauge aus warmem Wasser und Spülmittel.

Anleitung:

  1. Geben Sie zwei Liter warmes Wasser in einen Eimer und geben Sie ein bis zwei Spritzer Spülmittel hinzu.
  2. Tränken Sie einen Lappen mit der Lauge, wringen Sie ihn aus und reiben Sie damit über den Urinfleck. Vorsicht: Achten Sie darauf, dass die Matratze nicht zusätzlich durchnässt. Im feuchten Milieu vermehren sich Milben besonders gerne.
  3. Anschließend tupfen Sie die Stelle mit einem trockenen Tuch ab.
  4. Sollte der Fleck noch zu sehen sein, wiederholen Sie das Einreiben und Trocknen, bis die Matratze sauber ist.

Schimmelflecken auf der Matratze entfernen

Bis zu 0,5 Liter Schweiß gelangen jede Nacht in die Matratze. Das feuchte Klima lässt nicht nur Milben-, sondern auch Schimmelkulturen gedeihen. Insbesondere, wenn die Matratze nicht häufig genug gewendet wird, können sich Schimmelflecken bilden. Gegen Schimmelflecken in der Matratze helfen Isopropylalkohol, ein 70-prozentiger Haushaltsalkohol, und ein handelsübliches Desinfektionsmittel. Isopropylalkohol ist in der Apotheke ab drei Euro pro Liter erhältlich. Wenn Sie Ihre Matratze reinigen wollen, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Mischen Sie 0,25 Liter Isopropylalkohol mit 0,25 Liter warmem Wasser.
  2. Tränken Sie einen Lappen mit der Flüssigkeit und reiben Sie damit über den Schimmelfleck.
  3. Wiederholen Sie den Vorgang so lange, bis der Fleck verschwunden ist.
  4. Tupfen Sie die feuchte Stelle mit einem Tuch trocken.
  5. Zum Schluss besprühen Sie die Stelle mit Desinfektionsmittel, um etwaig verbleibende Sporen abzutöten.

Die Symptome von Schimmel können Sie mit Isopropylalkohol und Desinfektionsmittel beseitigen. Um die Ursache zu beseitigen, nämlich Feuchtigkeit in der Matratze, brauchen Sie gutes Wetter. Stellen Sie die Matratze zum Trocknen für mehrere Stunden in die Sonne. Sollte sich das Wetter dafür nicht eignen, stellen Sie die Schlafunterlage aufrecht in einen trockenen Raum und sorgen Sie mit einem Fön für die Austrocknung des Untergrunds.

Leichte Schimmelspuren können Sie nach der Wärmezufuhr entfernen, indem Sie mit einem trockenen Tuch über die Flecken zu reiben. Nehmen Sie anschließend den Staubsauger zur Hand und saugen Sie die Matratze von alle Seiten ab. So entfernen Sie eventuell verbliebene Sporen und verhindern, dass sich der Pilz ausbreitet. Den Staubsaugerbeutel werfen Sie anschließend weg.

Schimmelflecken auf Matratze vorbeugen – das sollten Sie beachten
Durch das nächtliche Schwitzen bilden sich auf der Oberfläche der Matratze Feuchtigkeitsdepots. Wenn Sie die Matratze regelmäßig wenden, kann die feuchte Seite trocknen. Schimmel wird so vorgebeugt. Im Idealfall wenden Sie Ihre Matratze jedes Mal, wenn Sie die Bettwäsche wechseln. Mindestens aber einmal alle drei Monate. Positive Nebeneffekte: Die Abnutzung der Matratze erfolgt gleichmäßig und ausgeprägte Liegekuhlen entstehen nicht so schnell.

Matratze von Gestank befreien

Körperflüssigkeiten und Rauch können dazu führen, dass die Matratze mit der Zeit stinkt. Das einfachste Mittel, um unangenehme Gerüche zu entfernen, ist eine Behandlung mit Desinfektionsspray. Es tötet Bakterien ab und sorgt für Frische.

  1. Für eine 1,40 Meter breite Matratze besorgen Sie zwei Sprühflaschen Desinfektionsmittel à 500 Gramm in der Drogerie. Ist Ihre Matratze größer, nehmen Sie drei.
  2. Sprühen Sie die Matratze von beiden Seiten mit dem Desinfektionsmittel ein.
  3. Stellen Sie die Matratze zum Trocknen auf. Bei gutem Wetter gerne draußen. Wenn Sie dazu keine Möglichkeit haben, klemmen Sie die Matratze zum Beispiel zwischen zwei Stühle und öffnen Sie das Fenster.

Alternativ können Sie mit einer Spülmittel-Lösung die Matratze reinigen. Die Matratzenreinigung funktioniert genauso wie beim Entfernen von Urinflecken, nur dass Sie statt des Flecks die ganze Matratze von beiden Seiten bearbeiten.

Matratzenbezüge beugen Verschmutzungen vor

Wäre es nicht schön, wenn Sie die Matratze einfach in die Waschmaschine stecken könnten? Auch wenn das ganze Polstermöbel nicht in die Waschtrommel passt, ein Matratzenbezug tut das schon.

Ein zusätzlicher Matratzenbezug oder eine Matratzenauflage schützt die eigentliche Matratze vor Verschmutzungen und Verschleiß. Da die Textilien bei Bedarf einfach bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine gewaschen werden können, können Sie sich damit die aufwendige Matratzenreinigung sparen. Nicht nur Hygienebewusste, auch Allergiker profitieren von Matratzenbezügen: Milbenallergendichte Bezüge halten die Allergene in der Matratze fest und sorgen so für erholsamen Schlaf.

Mehr zum Thema Reinigung rund um Ihr Bett finden Sie auch im Ratgeber „Bettwäsche waschen ohne großen Aufwand: Tipps zur Reinigung„.

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