Kinder sind das größte Geschenk im Leben junger Eltern. Doch die magis­chen Momente sind flüchtig. In atem­ber­auben­dem Tem­po ler­nen die Kleinen laufen und sprechen, sie kom­men in den Kinder­garten, in die Schule, in die Pubertät. Begleit­en Sie dieses Aben­teuer mit Ihrer Kam­era und hal­ten Sie alle schö­nen Momente fotografisch fest. In unserem UPDATED Rat­ge­ber zum The­ma Kinder­fo­tografie geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Kinder­fo­tos sel­ber machen kön­nen und liefern Ihnen Ideen für schöne Motive, die Sie als Chro­nist für Ihre Kinder ein­fach umset­zen kön­nen. So erin­nern Sie sich später gerne daran, welchen Weg Sie gemein­sam gegan­gen sind.

1. Tipp: Die Basics für gute Kinderfotos

Wie im realen Leben wird es Ihnen auch als Fotograf nur schw­er gelin­gen, Ihre Kinder zu etwas zu bewe­gen, was sie nicht wollen. Erzwin­gen Sie also nichts. Wählen Sie für eine Foto­ses­sion am besten einen Zeit­punkt, an dem Ihr Nach­wuchs satt und aus­geschlafen ist. Acht­en Sie darauf, dass keine anderen Ter­mine wie Arztbe­suche oder Spielka­m­er­aden auf dem Pro­gramm ste­hen. Pla­nen Sie aus­re­ichende Pausen ein, und stellen Sie Getränke und Snacks bere­it. Denken Sie daran: Das Kind ist der Star, und seine Stars sollte man immer bei Laune hal­ten.

2. Tipp: Lassen Sie Ihr Kind spielen

Schon nach etwa sechs Monat­en kön­nen Sie Ihr Kind zu “Action” vor der Kam­era bewe­gen. Je natür­lich­er und fröh­lich­er Ihr Mod­ell vor der Linse agiert, umso mehr hal­ten Sie die Eigen­schaften, Vor­lieben und Mack­en fest. Lassen Sie Ihr Kind zum Beispiel frei mit dem Lieblings-Stoffti­er oder -Spielzeug agieren. Für die schön­sten und aus­sagekräftig­sten Auf­nah­men brauchen Sie nicht ein­mal eine Foto­ses­sion zu pla­nen. Haben Sie ein­fach die Kam­era stets griff­bere­it, und beobacht­en Sie, wie Ihr Kind immer wieder etwas Neues ent­deckt oder gelöst herum­tollt. Hal­ten Sie sich dezent im Hin­ter­grund, und nutzen Sie gegebe­nen­falls ein Teleob­jek­tiv. Im Sport­modus (das Modus­rad auf das Sym­bol mit dem Sprint­er stellen) wer­den die Bilder auch in der Bewe­gung scharf.

Wenn sich Ihr Kind frei und ungezwun­gen fühlt, kön­nen Sie es auch um eine Pose bit­ten, um ein Lachen in die Kam­era, um ein Auf­spritzen des Wassers im Plan­schbeck­en, um ein Kopfüber-Hän­gen vom Klet­terg­erüst. Drück­en Sie dabei lieber ein­mal zu viel als ein­mal zu wenig auf den Auflös­er und bewe­gen Sie sich frei um das Kind herum. Vielle­icht wollen Sie auch ein­mal eine ungewöhn­liche Per­spek­tive aus­pro­bieren und leg­en sich vor die Schaukel, während Ihr Kind in die Höhe schnellt?

Wie Sie beson­ders schnelle Bewe­gun­gen opti­mal fotografieren, erfahren Sie im Rat­ge­ber
Sport­fo­tografie: Die richti­gen Ein­stel­lun­gen an der Kam­era

Kamera & Technik-Tipps für Kinderfotos

  • Kinder hal­ten ungern still. Wählen Sie eine kurze Belich­tungszeit, zum Beispiel 1/125 Sekun­den, um auch bei hek­tis­chen Bewe­gun­gen eine scharfe Auf­nahme zu erre­ichen.
  • Nutzen Sie die Serien­funk­tion, damit Sie den “einen” richti­gen Moment erwis­chen, wenn Ihr Nach­wuchs posiert. Sie macht mehrere Auf­nah­men unmit­tel­bar hin­tere­inan­der.
  • Verzicht­en Sie bei kleinen Kindern auf das Blit­zlicht. Ihr Kind kön­nte sich erschreck­en, und darüber hin­aus sorgt das Blit­zlicht bei Porträ­tauf­nah­men eher für unnatür­liche Bilder. Set­zen Sie nach Möglichkeit auf Tages­licht.
  • Machen Sie Auf­nah­men im Freien ruhig bei bedeck­tem Him­mel. Die Wolken wirken wie ein natür­lich­er Fil­ter und zaubern ein dif­fus­es, angenehmes Licht.
  • Um sich mit allen Funk­tio­nen Ihrer Kam­era in Ruhe ver­traut zu machen, üben und exper­i­men­tieren Sie am besten, wenn das Kind schläft.

Die aus­führlichen Infor­ma­tio­nen hierzu find­en Sie bei den
Nach­wuchs im Fokus: Tipps für das gelun­gene Baby­fo­to

Mehr zu Blende, Bren­nweite und Co. find­en Sie in
Grund­la­gen der dig­i­tal­en Fotografie: Tipps für Ein­steiger

3. Tipp: So lassen Sie das Kind posieren

Während manche Kinder es lieben, vor der Kam­era zu posieren, ver­lieren andere schnell die Lust. Hal­ten Sie deshalb ein Shoot­ing so kurz wie möglich. Entwick­eln Sie eine klare Vorstel­lung, welche Bilder Sie von Ihrem Nach­wuchs machen wollen und bere­it­en Sie alles vor, bevor Sie das Kind hinzu­bit­ten.

Haben Sie auch hier den Mut zur Natür­lichkeit. Ein Kind ist auch mal trotzig, albern, wütend, gelang­weilt, gen­ervt. Soll es aber ein­mal das lächel­nde Gesicht für Bild für die Ahnen­ga­lerie sein, ver­suchen Sie, das Kind aufzuheit­ern. Machen Sie einen Witz, schnei­den Sie Gri­massen, seien Sie albern. Zwis­chen­durch drück­en Sie dann beiläu­fig immer wieder auf den Aus­lös­er.

Geben Sie Ihrem Mod­ell zwis­chen­durch immer wieder die Gele­gen­heit, eine Pose nach Lust und Laune einzunehmen, damit kein Stress aufkommt, der die gute Laune verder­ben kön­nte. Oder Sie bieten dem Kind einen Deal an: Sie nehmen zusam­men fünf Bilder auf, bei dem es sich nach Ihnen und Ihren Wün­schen richtet, und bei den näch­sten zehn Auf­nah­men darf das Kind wieder die Regie übernehmen.

4. Tipp: Kleider machen Models

Kinder lieben Verklei­dun­gen. Das gibt Ihnen die Chance für eine aus­gedehnte Foto­ses­sion, die außergewöhn­liche Bilder ver­spricht. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Kostüm, das die Per­sön­lichkeit von Tochter und Sohn aus­drückt, zum Beispiel Cow­boy, Prinzessin oder Superheld/in? Licht­en Sie Ihr Kind mit einem Gegen­stand ab, das seine Hob­bys sym­bol­isiert, etwa ein Instru­ment, einen Malka­s­ten neb­st far­b­ver­schmiertem Kit­tel, Tor­warthand­schuhe und Ball. Vielle­icht gibt es auch eine spezielle Fam­i­lien­tra­di­tion, die sich auf einem Foto abbilden lässt, zum Beispiel ein bes­timmtes Reiseziel, eine Fahne mit Fam­i­lien­wap­pen oder einen Beruf, der von Gen­er­a­tion zu Gen­er­a­tion “vererbt” wird.

Am stärk­sten richtet sich die Konzen­tra­tion auf solche Acces­soires, wenn das Bild vor neu­tralem Hin­ter­grund in einem Stu­dio-Set­ting entste­ht. Aber bes­timmt macht es auch Spaß, das Kind ein­mal “in Action” aufzunehmen. Beziehen Sie die kleinen Mod­els in die Ideen­suche ruhig mit ein. Wenn Sie ihnen auf der Dig­italk­a­m­era die bish­eri­gen Ergeb­nisse zeigen, motiviert das zusät­zlich.

5. Tipp: Spielen Sie mit Perspektiven und Belichtungszeiten

Alles, was ungewöhn­lich ist, erweckt unsere Aufmerk­samkeit. Das gilt auch beim Blick auf Fotos. Eine Kam­era in der Frosch­per­spek­tive, über dem Kopf oder zen­time­ter­nah am Auge – exper­i­men­tieren Sie mit Ansicht­en abseits unser­er Sehge­wohn­heit­en. Auch der Bil­dauss­chnitt eröffnet viele Möglichkeit­en. Schnei­den Sie die Auf­nahme in der Nach­bear­beitung so zu, dass Ihr Kind am Rand oder vielle­icht sog­ar halb aus dem Bild her­aus ste­ht. Dazu müssen Sie allerd­ings stets aus­re­ichend Raum um das Kind herum mit aufnehmen, damit Sie an den Rän­dern genü­gend “Fut­ter” haben. Wech­seln Sie auch immer wieder zwis­chen Hoch- und Quer­for­mat, um vom Fotoal­bum über den Kalen­der bis zur Tasse alle Ver­wen­dungsmöglichkeit­en abzudeck­en.

Auch mit der Belich­tungszeit erzie­len Sie faszinierende Effek­te. In den meis­ten Fällen emp­fiehlt sich zwar eine kurze Belich­tungszeit von zum Beispiel 1/125 Sekun­den, um auch bei schnellen Bewe­gun­gen des Kindes scharfe Bilder zu erhal­ten (siehe Tech­nik-Tipps im Kas­ten). Doch Sie haben auch andere Möglichkeit­en. Wählen Sie zum Beispiel eine län­gere Ver­schlusszeit, und fotografieren Sie das spie­lende Kind in vollem Lauf. Jet­zt bleibt der Hin­ter­grund scharf, während die Haupt­fig­ur “ver­wis­cht” und die ganze Dynamik abbildet. Oder Sie fol­gen bei län­ger­er Belich­tungszeit mit der Kam­era dem laufend­en Kind, dann sind Sohn oder Tochter scharf zu sehen, während der Hin­ter­grund ver­wis­cht. Dieser Effekt benötigt allerd­ings etwas Übung.

Kinderfotos sind Erinnerungen für die Ewigkeit

Ein tolles Kinder­fo­toal­bum besticht durch den Wech­sel zwis­chen, geplanten Porträt­bildern und spon­ta­nen Auf­nah­men aus dem alltäglichen Leben. Sam­meln Sie ein buntes Panora­ma von Stim­mungen, Aus­drück­en, Erleb­nis­sen und Eigen­heit­en – das eine Mal bewusst insze­niert, das andere Mal spon­tan einge­fan­gen. Wenn Sie sich die Zeit nehmen, bei­de Aspek­te im Bild festzuhal­ten, wer­den Sie sich in späteren Jahren die gesamte Kind­heit Ihres Nach­wuch­ses immer wieder vor Augen führen kön­nen.

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