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Audio

Not­hing Ear (3a): Star­ke Leis­tung zum klei­nen Preis

Die neuen Nothing Ear (3a) kommen in schicken Farben auf den Markt, wie etwa hier in Gelb. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit.

Für die Smart­phones von Not­hing fin­de ich immer wie­der Lob, da sie ver­nünf­ti­ge Tech­nik, ein ein­zig­ar­ti­ges Design und fai­re Prei­se mit­ein­an­der ver­schmel­zen. Zumin­dest ich selbst freue mich bei Neu­vor­stel­lun­gen aus dem Lon­do­ner Hau­se immer mehr, wenn es um die Audio-Spar­te geht. Der Grund dafür ist ein­fach: Not­hing hat mit sei­nen bis­he­ri­gen Kopf­hö­rern ein gutes Gespür für die Audio-Com­mu­ni­ty gezeigt und stets guten oder sehr gut anpass­ba­ren Sound gelie­fert. Die Not­hing Ear (3a) machen da im Pra­xis­test kei­ne Aus­nah­me – und sind viel­leicht eines der bes­ten Pake­te auf dem aktu­el­len Markt.

Design und Qua­li­tät: Kei­ne Ear (3), aber sehr nah dran

Aus mei­ner Sicht hat­te Not­hing mit den Ear (3) ein star­kes State­ment gesetzt. Der bekann­te, trans­pa­ren­te Look, traf hier auf ein sehr erha­be­nes Gefühl von Qua­li­tät. Die Kopf­hö­rer selbst füh­len sich in der Hand und im Ohr ein­fach gut an. Das Case mit sei­ner Auf­be­wah­rungs­scha­le aus Metall ver­stärkt das Gefühl nur. Die Ear (3a) müs­sen hier zwar Abstri­che machen, Metall fehlt beim Lade­ca­se etwa kom­plett, die Ohr­hö­rer selbst füh­len sich aber nahe­zu gleich­wer­tig an. Auch hier ist der Stiel trans­pa­rent gehal­ten, zeigt also die Tech­nik dar­un­ter. Im Ver­gleich zu den Ear (3) sind die sicht­ba­ren Ele­men­te mit einer leich­ten Struk­tur ver­se­hen. Mit per­sön­lich gefällt das optisch sogar noch besser.

Eben­falls ein ech­ter Plus­punkt ist der Mut zur Far­be. Bie­tet Not­hing die Ear (3) nur in Schwarz und Weiß an, gibt es bei den Ear (3a) zusätz­lich noch ein schi­ckes Gelb, wie bei unse­rem Test­ge­rät zu sehen, und ein fast Magen­ta wir­ken­des Rosa. Damit pas­sen sie übri­gens gut zu den Over-Ears Head­pho­ne (a) und vor allem dem Pho­ne (4a). Und das Lade­ca­se ist auch noch eine klei­ne Beson­der­heit, denn des­sen Form und Design ent­spre­chen den Ohr­mu­scheln der Head­pho­ne (a). Die­se Lie­be zum Detail und vor allem die kon­se­quen­te Strin­genz von Not­hing fin­de ich immer wie­der beeindruckend.

Sound: Druck­voll und trotz­dem recht klar

Not­hing hat den Ear (3a) im Ver­gleich zu ihren direk­ten Vor­gän­gern, den Ear (a) einen grö­ße­ren Trei­ber spen­diert (12 mm). Bemerk­bar macht sich der vor allem in den tie­fen Ton­la­gen. Bäs­se brin­gen die In-Ears mit ordent­lich Druck in den Gehör­gang, sind dabei aber nicht unprä­zi­se. „City Walls“ von Twen­ty One Pilots bringt das gut rüber, die Bass-Drum von Josh Dun zieht sich gut hör­bar durch den Song, der E‑Bass von Tyler Joseph mas­siert der­weil das Trom­mel­fell. Der Song klingt in den Ear (3a) wie er gedacht sein dürf­te: satt und an den rich­ti­gen Stel­len nuan­ciert. Ein biss­chen mehr Pro­ble­me haben die Ear(3a), wenn eine Wall of Sound auf sie zu rauscht. In Sleep Tokens „Infi­ni­te Baths“ äch­zen die Kopf­hö­rer im Fina­le etwas, das Gitar­ren-Riff lässt Klar­heit ver­mis­sen. Ver­fällt die Band eher in Rich­tung Trap und Hip-Hop, spie­len die Ear (3a) hin­ge­gen wie­der voll auf. Glei­ches gilt für Sound aus der EDM-Rich­tung. Tin­li­ckers „I Want My Free­dom“ lädt beim Hören direkt zum Tan­zen ein, da kommt sofort ech­tes Club-Fee­ling auf. Und auch „The End“ von Jus­ti­ce und Thun­der­cat klang sel­ten so gut wie hier. Sobald Bäs­se den Ton vor­ge­ben, füh­len sich die Ear (3a) pudelwohl.

Heißt das aber im Umkehr­schluss, dass sie ruhi­ge Töne über­haupt nicht kön­nen? Nicht ganz, wie sich etwa bei Frank Oce­ans „Pink + White“ zeigt. Die Ear (3a) brin­gen hier mehr als ordent­li­chen Sound mit guten Abstu­fun­gen zwi­schen tie­fen und hohen Tönen zustan­de. Der Titel „Wait“ von M83 lie­fert auf den In-Ears eine schö­ne Atmo­sphä­re, gera­de das Fina­le bekom­men sie gut hin, wenn es auch an Details fehlt. Am ehes­ten schwä­cheln die Kopf­hö­rer in den Mitten.

Ein­stel­len las­sen sie sich aber sowie­so gut. Die Trei­ber reagie­ren ordent­lich auf den Equa­li­zer, den Not­hing dank­ba­rer­wei­se in sei­ne „Not­hing X“-App inte­griert. Wer mag, stellt hier sogar per Acht­band-EQ fein ein. Das gibt dem Klang noch mal einen Push.

ANC und Räum­li­ches Audio: Erwar­tungs­ma­nage­ment zählt

Bei mei­nem Pra­xis­test im Hin­ter­kopf schwebt immer der Preis der Kopf­hö­rer. Das ist all­ge­mein wich­tig zu wis­sen, denn ich bewer­te hier kei­ne Model­le für meh­re­re Hun­dert Euro oder sogar mehr. Ent­spre­chend ist es auch wich­tig, die eige­ne Erwar­tungs­hal­tung anzu­pas­sen. Beim akti­ven Noi­se Can­cel­ling soll­te nie­mand Wun­der erwar­ten, auch ich nicht. Die Not­hing Ear (3a) machen hier einen guten Job, sper­ren ner­vi­ge Töne in ange­mes­se­nem Maße aus. Aller­dings rei­chen ihre Fähig­kei­ten nicht an die von Air­Pods Pro 3 oder den Sony WF1000XM6S her­an. Schön ist aber, dass es drei manu­el­le Ein­stel­lun­gen gibt, näm­lich „nied­rig“, „Mit­tel“ und „Hoch“. Meist reicht es aber ein­fach aus, die Kopf­hö­rer per „Adaptiv“-Modus selbst die Inten­si­tät bestim­men zu lassen.

Das Räum­li­che Audio hat mich in der Pra­xis eher nicht über­zeugt. Es funk­tio­niert nur, wenn der EQ auf „Balan­ce“ gestellt ist. Die dar­in ohne­hin schon üppi­gen Bäs­se ver­stärkt das Räum­li­che Audio zusätz­lich, wodurch es für mich per­sön­lich ein­fach zu viel wird. Wer sich dar­an nicht stört, fin­det hier zwar eine etwas grö­ßer wir­ken­de Klang­büh­ne wie­der, die aber zu kei­ner Zeit wirk­lich beein­dru­ckend wirkt. Es ist wohl bes­ser, die Funk­ti­on als net­ten Bonus zu sehen. Glei­ches gilt für den Trans­pa­renz­mo­dus, der kei­ne Wun­der à la Air­Pods Pro vollbringt.

App und Ver­bin­dung: Über­sicht­lich und ein­fach in der Handhabung

Ein­ge­stellt wird alles über die App „Not­hing X“. Die ist Schalt­zen­tra­le für alle Gerä­te der Mar­ke, egal ob unter Android oder iOS. Die App ist schick gestal­tet und logisch auf­ge­baut. Sind die Ear (3a) damit gekop­pelt, las­sen sie sich hier blitz­schnell auf die eige­nen Wün­sche kon­fi­gu­rie­ren. Dazu gehört auch der oben ange­spro­che­ne Equa­li­zer. Der unter­stützt auch wie­der Com­mu­ni­ty-Pre­sets. Auf­fin­den las­sen sich die über den „Erkunden“-Tab, den Not­hing „Play­ground“ im Web oder per geteil­tem QR-Code, etwa in Red­dit oder in Foren. Für mich ist das eine der kaum bekann­ten Stär­ken der Audio-Gerä­te von Not­hing, denn die Com­mu­ni­ty ist sehr aktiv.

Eben­falls ein­stel­len lässt sich in der App übri­gens die dop­pel­te Ver­bin­dung. In mei­nem Fall nut­ze ich die mit mei­nem Smart­phone und mei­nem Lap­top. Die Kopf­hö­rer schal­ten dann auto­ma­tisch von einem Gerät auf das ande­re, wenn sich der Abspiel­ort von Medi­en ändert. Das klappt schnell und zuverlässig.

Auf­zeich­nun­gen: Mit­schnit­te von Medi­en und Telefonaten

Eine Beson­der­heit nur für die Ear (3a) gibt es in der App auch noch, die Auf­zeich­nun­gen. Per Ges­te an den Stie­len der Kopf­hö­rer las­sen sich die jeder­zeit star­ten. Bis zu 60 Sekun­den von abge­spiel­ten Medi­en neh­men die In-Ears dann auf, spei­chern sie lokal und lei­ten sie an die App wei­ter. Das ist etwa dann nütz­lich, wenn du dir eine Stel­le aus einem Pod­cast mer­ken willst. Auf Wunsch las­sen sich sogar bis zu 30 Sekun­den vor­auf­zeich­nen. Das bedeu­tet, du kannst auf Knopf­druck die letz­te hal­be Minu­te mit­schnei­den, ohne zur Stel­le zurück­sprin­gen zu müs­sen. Das Funk­tio­niert in der Pra­xis wun­der­bar, ver­rin­gert aber die Akku­lauf­zeit etwas.

Und dann gibt es auch noch den Mit­schnitt für Tele­fo­na­te. Damit das nicht ins­ge­heim pas­siert, bekommt dein Gegen­über einen ein­ge­spro­che­nen Hin­weis, dass du das Gespräch auf­zeich­nest. Das kennst du viel­leicht so ähn­lich von Mee­tings, die von dei­ner Arbeit mit­ge­schnit­ten wer­den. Gefällt dir das nicht, legst du eben ein­fach auf. Damit sich die Infor­ma­tio­nen aus dem Anruf leich­ter nach­voll­zie­hen las­sen, kann die Not­hing-X-App sogar tran­skri­bie­ren. Aller­dings ste­hen stets nur 120 Minu­ten Kapa­zi­tät zur Ver­fü­gung. Ist die­se erreicht, musst du alte Mit­schnit­te löschen, um die Funk­ti­on wei­ter nut­zen zu können.

Übri­gens: Vie­les davon geschieht lokal auf den Kopf­hö­rern, bezie­hungs­wei­se auf dei­nem Smart­phone. Sobald die App Cloud-Diens­te in Anspruch neh­men soll, nutzt sie dafür Kapa­zi­tä­ten in Frank­reich. Dei­ne Daten ver­las­sen also zu kei­ner Zeit den euro­päi­schen Raum – rich­tig so.

Preis: Not­hing bleibt wei­ter bezahlbar

Nun zu einem der inter­es­san­tes­ten Punk­te, dem Preis für die Kopf­hö­rer. Not­hing ver­langt zum Start 99 Euro, bleibt damit also knapp zwei­stel­lig. Das bedeu­tet auch, dass es im Ver­gleich zum Vor­gän­ger kei­ne Preis­er­hö­hung gab, denn auch die Ear (a) kos­te­ten bereits 99 Euro. Der nied­ri­ge Preis gilt für alle vier Farben.

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