Kön­nen Sicher­heits­lü­cken in der Hard­ware durch Soft­ware-Updates geschlos­sen wer­den? Der Chip-Her­stel­ler Intel meint: ja – und kün­digt neue Patches für sei­ne Pro­zes­so­ren an, die von “Meltdown” und “Spect­re” bedroht sind. Die bei­den Sicher­heits­lü­cken waren ges­tern öffent­lich bekannt gewor­den und könn­ten Mil­li­ar­den von Rech­nern betref­fen.

Als die ers­ten Mel­dun­gen zu den bei­den Sicher­heits­lü­cken “Meltdown” und “Spect­re” die Tech-Welt auf­schreck­ten, sah der welt­größ­te Chip-Her­stel­ler Intel noch kei­ne gro­ße Gefahr: “Intel glaubt, die­se Exploits [theo­re­ti­sche Mög­lich­kei­ten zum Aus­nut­zen tech­ni­scher Schwach­stel­len] haben nicht das Poten­zi­al, Daten zu erbeu­ten, zu modi­fi­zie­ren oder zu löschen”, schrie­ben die Kali­for­ni­er in einer ers­ten Stel­lung­nah­me.

Doch das konn­te die Sor­gen offen­bar nicht zer­streu­en. Nur einen Tag spä­ter leg­te Intel jetzt nach – und rück­te sei­ne Soft­ware-Updates in den Vor­der­grund. “Intel und sei­ne Part­ner haben signi­fi­kan­te Fort­schrit­te bei der Ent­wick­lung von Soft­ware Patches und Firm­ware Updates gemacht”, schrieb der Markt­füh­rer in einer Pres­se­mel­dung. Die­se mach­ten Intel-basier­te Com­pu­ter­sys­te­me “immun” gegen Spect­re und Meltdown.

Leis­tungs­min­de­rung durch Soft­ware-Updates?

Mehr als die Hälf­te aller Pro­zes­so­ren, die in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren ver­kauft wor­den sei­en, hät­ten Intel zufol­ge bereits die nöti­gen Updates erhal­ten. Bis zum Ende der kom­men­den Woche sol­len es schon 90 Pro­zent sein. Zudem hät­ten auch vie­le Händ­ler von Betriebs­sys­te­men, Cloud-Anbie­ter und Gerä­te­her­stel­ler ihre Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen mit den Updates ver­se­hen.

Mit Soft­ware-Updates gegen die Lücken in der Arbeits­wei­se der Hard­ware? Kri­ti­ker befürch­ten, dass ein Erfolg nur mit Leis­tungs­ein­bu­ßen zu errei­chen ist. Doch Intel sieht das anders: ” Intel ist wei­ter­hin der Mei­nung, dass die Aus­wir­kun­gen die­ser Updates auf die Per­for­mance abhän­gig sind von der Arbeits­last. Für den Durch­schnitts­nut­zer soll­ten sie nicht signi­fi­kant sein und mit der Zeit – auch durch wei­te­re Updates – wei­ter abge­mil­dert wer­den.

Ange­sichts der Bedro­hun­gen durch Meltdown und Spect­re ist es in jedem Fall für alle Nut­zer emp­feh­lens­wert, ange­bo­te­ne Updates schnellst­mög­lich zu instal­lie­ren.