Zugriff nur gegen Foto: Face­book tes­tet offen­bar ein neu­es Cap­t­cha, das ech­te Men­schen von Bots unter­schei­den soll. Wer­den ver­däch­ti­ge Akti­vi­tä­ten regis­triert, muss der User ein Por­trät­fo­to von sich hoch­la­den, um sich zu veri­fi­zie­ren und sein Kon­to wei­ter nut­zen zu kön­nen. Eine Metho­de, die in den sozia­len Medi­en jetzt schon kon­tro­vers dis­ku­tiert wird.  

Cap­t­chas sind ja an sich eine gute Sache: Indem sich der User einem Test unter­zieht, kann fest­ge­stellt wer­den, ob tat­säch­lich ein Mensch oder ein Bot das Pro­gramm bedient. In der Regel bestehen sol­che Über­prü­fun­gen dar­in, dass der Nut­zer eine Kom­bi­na­ti­on aus ver­zerr­ten und somit schlecht leser­li­chen Buch­sta­ben und Zah­len ein­tip­pen muss.

Face­book ver­langt Por­trät­fo­tos zur Iden­ti­fi­zie­rung

Face­book scheint nun aber eine neue Form des Cap­t­chas ver­wen­den zu wol­len. Bei Twit­ter haben eini­ge Nut­zer Screen­shots aus dem sozia­len Netz­werk hoch­ge­la­den, die fol­gen­de Auf­for­de­rung ent­hal­ten: “Bit­te laden Sie ein Foto hoch, auf dem Ihr Gesicht deut­lich zu erken­nen ist. Wir wer­den es prü­fen und dann dau­er­haft von unse­ren Ser­vern löschen.”

Gegen­über Wired bestä­tig­te ein Spre­cher des Unter­neh­mens die Mel­dun­gen. Er sag­te, das Por­trät-Cap­t­cha sei dazu da, um “ver­däch­ti­ge Akti­vi­tä­ten” aus­fin­dig zu machen, die an diver­sen Stu­fen der Inter­ak­ti­on mit Face­book auf­tre­ten kön­nen, dar­un­ter fal­len etwa die Kon­to-Erstel­lung, Freund­schafts­an­fra­gen oder das Schal­ten und Bear­bei­ten von Wer­be­an­zei­gen. Die Aus­sa­ge legt nahe, dass in Zukunft nicht jeder Nut­zer ein gut erkennt­li­ches Foto von sich hoch­la­den müss­te, um sich zu veri­fi­zie­ren, son­dern nur, wenn Face­book auf­fäl­li­ge Akti­vi­tä­ten des Kon­tos aus­macht.

Cap­t­cha-Tests mög­li­cher­wei­se schon seit Mona­ten

Die Fir­ma lehn­te es ab, kon­kre­te­re Anga­ben zum Por­trät-Cap­t­cha-Test und zur Über­prü­fung zu machen, ver­mut­lich auch, um die Sicher­heit des Sys­tems zu schüt­zen. Auch wie der Nut­zer wie­der Zugriff auf sein Kon­to erlangt, wenn er gera­de kein Foto zur Hand hat, das er hoch­la­den könn­te, oder wenn es schlicht­weg nicht möch­te, ist der­zeit noch nicht bekannt. Eine Mög­lich­keit besteht dar­in, den Weg über “Kom­pro­mit­tier­tes Kon­to mel­den” zu gehen.

Wann Face­book mit den Cap­t­cha-Tests begon­nen hat, hat das Unter­neh­men nicht ver­ra­ten. Red­dit-User schil­der­ten ähn­li­che Fäl­le schon vor Mona­ten und sind wenig ange­tan von die­ser Art der Iden­ti­fi­zie­rung.