Lange hat sich Honor mit dem Magic V6 nicht Zeit gelassen. Nicht mal ein Jahr hat es gedauert, ehe der Nachfolger des V5 auf den Markt kam. Der Zeitpunkt war weise gewählt: Noch vor Samsung und Google. Und die müssen sich auch beide sehr warm anziehen, denn obwohl bereits der Vorgänger einen richtig guten Eindruck gemacht hat, legt das V6 in nahezu jedem Punkt noch eine Schippe drauf. Im Praxistest zeigt sich das Gerät deshalb nicht nur als Konkurrenz, sondern als Benchmark.
Optisch ansprechende Smartphones kann Honor sowieso. Das haben etwa schon der Vorgänger, das Honor Magic V5, und das aktuelle Flaggschiff Honor Magic 8 Pro bewiesen. Das neue Foldable ist da keine Ausnahme – genau im Gegenteil. Das Testgerät schlug bei uns in schickem Gold-Ton auf. Und der hat es mit seinem matten Finish an den Rändern in sich. Damit es nicht zu langweilig wird, verpasst das Unternehmen der Rückseite und der Außenseite des Scharniers eine Waben-Textur. Die fügt sich sehr schön ins Gesamtbild ein.
Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, die verwendeten Materialien fühlen sich in der Hand gut an. Einzig ein wenig mehr Halt hätte dem Magic V6 nicht geschadet, denn zugunsten der Optik ist es doch etwas rutschig. Aber damit ist das Gerät auf dem Markt nicht wirklich allein. Außerdem lässt sich dieser kleine Makel recht einfach durch die mitgelieferte Hülle lösen. Die schützt nicht nur Rückseite, Rahmen und Scharnier, sondern liegt dank Leder-Imitat auch sicherer in der Hand. Die schicke Gold-Rückseite wird so aber durch einen beigen Rücken ersetzt. Praktisch an der Hülle ist zudem, dass der Ring um die Kamera ein flexibler Standfuß ist, der auf- und zugeklappt funktioniert.
Nicht leicht bei einem Foldable, aber Honor hat ganz nebenbei auch noch das IP-Rating verbessert. Es kommt nun auf IP68 beziehungsweise auf IP69. Damit ist das Gerät noch besser gegen das Eindringen von Feststoffen geschützt, jetzt sogar vollständig gegen Staub.


Wirklich viel geändert hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht. Das Innendisplay ist noch immer 7,95 Zoll groß und löst mit ordentlichen 2.352 x 2.172 Pixeln auf. Das sorgt erneut für ein knackscharfes Bild auf relativ großer Fläche. Den Falz hat Honor noch etwas flacher hinbekommen. Vor allem beim darüberstreichen wird das sehr deutlich. War die Einkerbung beim Magic V5 doch noch recht deutlich zu spüren, fällt sie hier kaum noch auf. Optisch ist der Falz zwar weiterhin zu sehen, aber eben auch weniger auffällig.
Doch nicht nur am Innendisplay hat Honor gearbeitet, auch das äußere hat Verbesserungen bekommen. So ist es im Vergleich zum Vorgänger ein kleines Stück gewachsen, kommt jetzt auf 6,52 statt 6,43 Zoll. Auch die Auflösung ist mit 2.420 x 1080 Pixeln nun höher. Tatsächlich ist es somit noch ein kleines bisschen besser nutzbar, als es schon das Außendisplay beim V5 war. Das liegt vor allem auch daran, dass Honor die maximale Helligkeit erhöht. In der Spitze kommt es jetzt auf 2.000 Nits (200 mehr als beim V5) und sogar auf bis zu 6.000 Nits bei HDR. Gerade jetzt im Sommer macht sich das positiv bemerkbar.
Noch eine Sache, die es hervorzuheben gilt, sind Honors Bemühungen beim Thema Augengesundheit. An Bord sind auch beim V6 wieder einige praktische Funktionen, um die Augen zu schonen. Dazu gehört die Möglichkeit die Anzeige individuell auf dich einzustellen, etwa wenn du besonders empfindlich auf Kontraste reagierst oder Farben schlecht unterscheiden kannst. Dazu kommen Blaulichtfilter, ein spezieller Nacht-Modus, simulierte Defokussierung und ein Dimm-Modus, der die Frequenz des Bildschirmflimmers verändert. Aus Erfahrung mit dem V5 bringen all diese Dinge auch tatsächlich eine Entlastung für die Augen – und können sogar Kopfschmerzen vorbeugen.
Den Chipsatz hat Honor mit dem V6 auf den aktuellen Stand gehoben. Der neue Snapdragon 8 Elite Gen 5 macht dabei vor allem beim Multitasking auf dem Innendisplay eine bessere Figur. Die Bedienung ist somit noch flüssiger als beim V5. Dazu kommt eine aufgebohrte GPU, die Adreno 840. Mit ihr gewinnen etwa Spiele noch an zusätzlichen Frames. Der Sprung ist nicht gigantisch, aber doch merkbar. Mehr Leistung ergibt ohnehin Sinn, weil Honor zahlreiche KI-Funktionen in MagicOS integriert. Die Oberfläche basiert auf Android 16 und sieht nicht nur gut aus, sondern bietet auch sehr viele Funktionen. Der Wechsel zwischen denen fällt auch dank 16 GB Arbeitsspeicher recht flott aus. Insgesamt ist das Magic V6 sehr schnell, wie von einem echten Flaggschiff zu erwarten. Damit nicht genug, ist Honor auch beim Speicher großzügig: Im Magic V6 gibt es immer 512 GB Platz.
Foldables müssen im zusammengeklappten Zustand möglichst dünn sein. Das bedeutet, dass pro Hälfte nicht mehr viel Tiefe übrig bleibt, um Technik unterzubringen. Nicht selten leiden darunter die Kameras der Geräte. Schon das Magic V5 hat aber für ein Foldable sehr gute Bilder gemacht. Das V6 zeigt sich in diesem Punkt auch wieder stark. Fotos sind knackscharf, auf Wunsch mit schönem Bokeh. Die Kamera fängt etwas mehr Licht ein, was zu mehr Details in dunkleren Bereichen und generell zu schöneren Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen führt. Beim digitalen Zoom schärft eine KI nach, was brauchbare Ergebnisse hervorbringt. Trotz Foldable-Prinzip hast du mit dem V6 also immer eine wirklich starke Point-and-Shoot-Kamera in der Hosentasche dabei.

Noch eine Einschränkung, die durch die flache Bauweise von Foldables entsteht: große Akkus sind hier meist nicht möglich. Genau hier liegt auch seit jeher das größte Problem der Geräte, denn sie sind nicht sonderlich ausdauernd. Beim Magic V5 hat der Stromspeicher für rund einen Tag gereicht. Das V6 legt aber noch eine ganze Schippe drauf. Waren es im Vorgänger noch 5.820 Milliamperestunden, bringt Honor im neuen Foldable einen Akku mit satten 6.660 Milliamperestunden unter. Der hält mal eben mehrere Stunden länger durch – und lädt auch noch schneller. 66 Watt zieht das V6 kabellos, 80 Watt per USB‑C.
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