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Digi­ta­ler Fahr­zeug­schein: Infos und Einrichtung

Bei Fahrzeugkontrollen musst du ab sofort nicht mehr den Fahrzeugschein in Papierform vorzeigen, denn es reicht auch die digitale Version am Handy.

„Ver­kehrs­kon­trol­le, Füh­rer­schein und Fahr­zeug­pa­pie­re bit­te.“: Die­ser Satz schein zur Grund­aus­bil­dung bei Ver­kehrs­po­li­zist*innen zu gehö­ren. Wahr­schein­lich hast auch du ihn irgend­wann schon mal gehört. Blöd nur, wenn du den Fahr­zeug­schein nicht zur Hand hast. Ab sofort muss das kein Pro­blem mehr sein, denn durch den digi­ta­len Fahr­zeug­schein hast du ihn immer auf dem Smart­phone dabei. Was das bedeu­tet und wie es funk­tio­niert, erfährst du hier.  

Digi­ta­ler Fahr­zeug­schein: Neue Rege­lung seit Janu­ar 2026

Zuge­ge­ben: Bei der Digi­ta­li­sie­rung ist Deutsch­land auf der Daten­au­to­bahn eher auf dem Stand­strei­fen mit Not­rad unter­wegs. Aber immer wie­der gibt es klei­ne Fort­schrit­te zu ver­zeich­nen. So war es im Janu­ar 2026 soweit, dass der Fahr­zeug­schein in digi­ta­ler Form erlaubt wur­de. KFZ-Zulas­sungs­stel­len im gan­zen Land sind somit aus­ge­spro­chen ange­lei­tet, zusätz­lich zum Papier-Schein auch die Vari­an­te für das Smart­phone anzu­bie­ten. Damit nicht genug, soll gegen Ende des Jah­res auch noch eine digi­ta­li­sier­te Ver­si­on des Füh­rer­scheins fol­gen. Das ist aber noch Zukunfts­mu­sik. Des­halb erst­mal zurück zum digi­ta­len Fahr­zeug­schein. Der ist näm­lich gar nicht kom­pli­ziert auf das Han­dy zu bekom­men. 

Fahr­zeug­schein am Han­dy: So rich­test du ihn ein

Lei­der wan­dert der Fahr­zeug­schein nicht ein­fach in das Wal­let von einem Android-Han­dy oder iPho­ne. Du brauchst eine spe­zi­el­le App dafür. Die kommt vom Kraft­fahrt-Bun­des­amt selbst und heißt i‑Kfz. Dfin­dest sie im jewei­li­gen Store oder als Direkt-Link hier: 

Bevor es dann in der App wei­ter­geht, soll­test du dir ein paar Din­ge zur Hand neh­men. Wich­tig ist, dass du einen Per­so­nal­aus­weis mit frei­ge­schal­te­ter eID-Funk­ti­on hast. Soll­te das nicht der Fall sein, musst du das erst bean­tra­gen. Vor­her geht es nicht wei­ter. Außer­dem braucht dein Smart­phone NFC. Sonst lässt sich näm­lich dein Per­so­nal­aus­weis in der App nicht ein­le­sen. Wahr­schein­lich erwar­test du, dass jetzt auch noch der Papier-Fahr­zeug­schein not­wen­dig ist – tat­säch­lich aber nicht. Du brauchst nur das Kenn­zei­chen. Danach kann es los­ge­hen. 

Ein­rich­tung über den Assistenten

Der ein­fachs­te Weg führt über den Assis­ten­ten der App. Dafür gehst du zunächst auf den But­ton „Doku­ment hin­zu­fü­gen“ und wählst im fol­gen­den Bild­schirm „Ja“. Es star­ten eini­ge Fra­gen zu dir und dem Fahr­zeug, bei­spiels­wei­se ob es auf dich oder eine ande­re Per­son zuge­las­sen ist und wei­te­re wich­ti­ge Infos. Wich­tig ist, dass du dei­nen Aus­weis mit eID und die dazu­ge­hö­ri­ge PIN bereit­hältst. Dann kannst du dem Assis­ten­ten ein­fach beden­ken­los fol­gen, bis der Vor­gang abge­schlos­sen ist. 

Ein­rich­tung direkt per QR-Code

Mel­dest du ein Auto kom­plett neu an, kannst du von der Zulas­sungs­stel­le einen QR-Code for­dern, der die Ein­rich­tung des digi­ta­len Fahr­zeug­scheins deut­lich erleich­tert. In die­sem Fall öff­nest du eben­falls die App. Hier fin­dest du ober­halb des But­tons „Doku­ment hin­zu­fü­gen“ ein QR-Code-Zei­chen. Tip­pe das nun an. Gib bei der Auf­for­de­rung den Zugriff auf die Kame­ra dei­nes Smart­phones frei. Du soll­test den Sucher der Kame­ra sehen, plat­zie­re den QR-Code von der Zulas­sungs­stel­le inner­halb der ange­zeig­ten Ecken, damit er rich­tig aus­ge­rich­tet ist. Hat alles geklappt, ist der Fahr­zeug­schein dei­ner i‑Kfz-App hin­zu­ge­fügt. Du kannst ihn auch noch an eine wei­te­re Per­son wei­ter­ge­ben, damit auch sie ihn zu ihrer App hin­zu­fü­gen kann. 

Fahr­zeug­schein und Fahr­zeug­brief: Das ist der Unterschied

Wich­tig zu wis­sen ist, dass du nur den Fahr­zeug­schein digi­tal auf dem Han­dy haben kannst, nicht den Fahr­zeug­brief. Der Schein ent­hält alle wich­ti­gen Daten zum Auto. Die­se gehen weit über die genaue Modell­be­zeich­nung hin­aus. So gehö­ren etwa Infor­ma­tio­nen zum ver­bau­ten Motor, Getrie­be, den Abmes­sun­gen und etwa­igen ein­tra­gungs­pflich­ti­gen Ver­än­de­run­gen am Fahr­zeug. Der Fahr­zeug­schein soll­te immer mit­ge­führt wer­den, wenn du im Auto unter­wegs bist. Anders ist das beim Fahr­zeug­brief, den du mög­lichst nicht dabei­ha­ben soll­test. Der Brief ist eine Art Besitz­ur­kun­de über das Auto. Er soll­te des­halb an einem siche­ren Ort abseits des Autos auf­be­wahrt wer­den. Hast du ein finan­zier­tes oder geleas­tes Auto, liegt der Fahr­zeug­brief bei der Bank. 

Fra­gen und Ant­wor­ten: Alles zum digi­ta­len Fahrzeugschein

Der digi­ta­le Fahr­zeug­schein ist die elek­tro­ni­sche Ver­si­on der Zulas­sungs­be­schei­ni­gung Teil I, die per i‑Kfz-App auf dem Smart­phone gespei­chert wird. Er ent­hält die­sel­ben Fahr­zeug- und Hal­ter­da­ten wie das Papier­do­ku­ment und dient als gleich­wer­ti­ger Nach­weis bei Kon­trol­len in Deutsch­land. 

Nein, der digi­ta­le Fahr­zeug­schein ist frei­wil­lig. Du kannst wei­ter­hin aus­schließ­lich den Papier-Fahr­zeug­schein nut­zen und erfüllst damit die Mit­führ­pflicht genau­so. 

In Deutsch­land ersetzt er die Pflicht, den Fahr­zeug­schein in Papier­form mit­zu­füh­ren, sofern der digi­ta­le Fahr­zeug­schein ver­füg­bar ist. Bei Fahr­ten ins Aus­land sowie bei der Haupt­un­ter­su­chung (TÜV) musst du den Fahr­zeug­schein in Papier­form jedoch wei­ter­hin vor­le­gen. 

Der digi­ta­le Fahr­zeug­schein ist der­zeit für Kon­trol­len und Nach­wei­se inner­halb Deutsch­lands aus­ge­legt. Im Aus­land soll­test du den klas­si­schen Fahr­zeug­schein in Papier­form mit­füh­ren, da die App dort nicht über­all aner­kannt wird. 

Du hast dei­nen Fahr­zeug­schein immer griff­be­reit auf dem Smart­phone und musst nicht mehr im Hand­schuh­fach nach Papier­un­ter­la­gen suchen. Zudem kön­nen meh­re­re Fahr­zeug­schei­ne in einer App ver­wal­tet und mit ande­ren Fah­re­rin­nen und Fah­rern zeit­wei­se digi­tal geteilt wer­den. 

Ja, in Deutsch­land kann der digi­ta­le Fahr­zeug­schein über­all dort genutzt wer­den, wo auch der Papier-Fahr­zeug­schein ver­langt wird. Bei einer Kon­trol­le zeigst du den Fahr­zeug­schein direkt in der App vor und kannst nach­wei­sen, dass es sich nicht um einen Screen­shot han­delt. 

Die i‑Kfz-App der öffent­li­chen Hand ist kos­ten­frei down­load­bar. Mög­li­che Gebüh­ren kön­nen im Rah­men der Fahr­zeug­zu­las­sung ent­ste­hen, wenn der digi­ta­le Fahr­zeug­schein dort direkt mit bean­tragt wird. Diese Gebüh­ren sind regio­nal unter­schied­lich gere­gelt. 

Geht das Smart­phone ver­lo­ren oder wird es beschä­digt, lässt sich der digi­ta­le Fahr­zeug­schein nach Neu­in­stal­la­ti­on der App und erneu­ter Iden­ti­fi­zie­rung erneut her­un­ter­la­den. Bis dahin soll­test du den Papier-Fahr­zeug­schein mit­füh­ren, um die Mit­führ­pflicht wei­ter­hin zu erfül­len. 

Ja, der digi­ta­le Fahr­zeug­schein kann in der App mit belie­big vie­len Per­so­nen geteilt wer­den, bei­spiels­wei­se mit Fami­li­en­mit­glie­dern oder Fah­rer*innen eines Pool­fahr­zeugs. Das Tei­len kann zeit­lich befris­tet erfol­gen und lässt sich jeder­zeit wie­der been­den. 

Die App nutzt die Online-Aus­weis­funk­ti­on und ver­schlüs­sel­te Ver­bin­dun­gen, um die Daten­über­mitt­lung und ‑spei­che­rung abzu­si­chern. Bei Kon­trol­len wird die Echt­heit durch akti­ve Bedie­nung der App geprüft, wodurch ein­fa­che Fäl­schun­gen wie Screen­shots erschwert wer­den. 

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