Mit dem Honor Magic 8 Pro hat das Unternehmen eines der besten aktuellen Android-Smartphones zu bieten. Nun legt Honor auch bei den Tablets nach. Das MagicPad 4 soll sich den Thron der Android-Varianten in der Kategorie sichern. Warum das tatsächlich klappen könnte, zeigt unser Praxistest.
Das erfahrt ihr gleich
- Design und Verarbeitung: Dünner geht es wirklich kaum
- Display und Lautsprecher: Mehr als bereit für Multimedia
- Leistung: Ordentlich Power auch ohne Ultra-Chip
- PC-Modus: Gedacht als Laptop-Ersatz
- Akku und Ladezeit: Schnell laden, sehr lange Inhalte genießen
- Kameras: Gut zum „scannen“ von Dokumenten und für Meetings
- Preispolitik und Zubehör: Für das Gebotene fair
Schon beim Auspacken ist das schlanke Design sehr beeindruckend. Honor hat es geschafft, das Tablet auf eine Tiefe von unglaublichen 4,8 Millimeter zu drücken. Zum Vergleich: Das aktuell dünnste Tablet von Apple, das iPad Pro 13 Zoll ist 5,1 Millimeter dünn. Ein Blick auf den USB-C-Anschluss zeigt, dass hier nicht mehr viel Raum ist, um das Honor-Tablet weiter zu verschlanken. Notwendig ist das auch gar nicht, denn so liegt es ideal in der Hand, lässt sich einfach in jedem Rucksack verstauen und sieht dabei auch noch gut aus.
Die Verarbeitung ist, wie auch bei anderen Honor-Geräten, hervorragend. Das Gerät mit seinem Vollaluminium-Body fühlt sich sehr wertig an, die Tasten haben kein Spiel und geben einen schönen Klick ab. Mit 450 Gramm ist das Honor MagicPad 4 auch nicht allzu schwer. Wem das Grau, wie bei unserem Testgerät, zu langweilig ist, der kann zur weißen Variante greifen.


Großen Wert legt Honor darauf, ein möglichst gutes audiovisuelles Erlebnis zu bieten. Das klappt mit dem MagicPad4 auch zu jeder Zeit sehr gut. Im Display stecken 3.000 x 1.920 Pixel, die dank OLED-Technik saturierte Farben und hohe Kontraste bieten. Mit 2.400 Nits maximaler HDR-Helligkeit klappt das auch bei etwas hellerem Umgebungslicht. Vor allem bei Spielen kannst du dich über eine Bildwiederholrate von 165 Hertz freuen, was sich in der Anwendung positiv bemerkbar macht. Praktisch: Wird das Gerät viel zum Arbeiten genutzt, machen es verschiedene Technologien für die Augen angenehmer, etwa ein spezielles Dimming und eine KI-gestützte Technologie zur Unschärfekorrektur.
Da guter Sound aber mindestens genauso wichtig ist, wie ein gutes Bild, packt Honor gleich acht Lautsprecher in das superdünne Tablet. Die geben dank künstlicher Intelligenz sogar virtuellen Raumklang aus. In der Praxis funktioniert das, je nach Inhalt, auch wirklich gut und liefert einen echten Vorteil gegenüber Stereo-Sound. Obwohl Honor einen Bass-Boost verspricht, ist davon nicht allzu viel zu merken. Kein Wunder, denn kleine Lautsprecher können hier eben nicht allzu viel leisten. Laut Musik hören macht deshalb beispielsweise keinen großen Spaß.
Ein echtes Flaggschiff-Tablet soll das MagicPad4 sein. Da scheint es im ersten Moment komisch zu sein, dass Honor sich gegen einen Snapdragon 8 Ultra und für die normale Variante entschieden hat. Der Chip der fünften Generation macht aber ordentlich Leistung, die für so ziemlich jede Produktivitäts-Aufgabe, Spiele und Multimedia genug Reserven hat. Viel wichtiger ist, dass das Unternehmen den Midrange-SoC gut gekühlt bekommt. Das scheint der Fall zu sein, denn er kann zuverlässig und sicher seine Reserven ausspielen, auch bei längeren Sessions in anspruchsvolleren Spielen. Und weil Honor mindestens 12, in der teuersten Variante sogar 16 GB Arbeitsspeicher integriert, steckt das Tablet Multitasking locker weg. Und das ist durchaus wichtig.
Produktivität ist der Fokus des MagicPad 4 von Honor. Dafür hat das Unternehmen in seine Oberfläche Magic OS 10 einen speziellen PC-Modus integriert. Der ermöglicht eine einfache, vom heimischen Rechner gewohnte, freie Anordnung von Fenstern. Jede App wird dabei nämlich in einem solchen geöffnet, lässt sich nach Wunsch vergrößern oder verkleinern, auf dem Bildschirm verschieben, minimieren und maximieren. Im PC-Modus gibt es außerdem ein verändertes Dock, das sich automatisch ausblendet, um keine Inhalte zu verdecken, sich aber hervorholen lässt, wenn du es brauchst. Eine umfangreiche Dateiverwaltung am Beispiel von Apples Finder oder Microsofts Dateiexplorer gibt es auch. Böse Zungen könnten behaupten, dass der PC-Modus eine Lite-Version von macOS ist und somit etwas, was sich viele Nutzer*innen schon lange auf dem iPad wünschen.
Ein PC-Modus ergibt aber auch nur dann Sinn, wenn auch das passende Zubehör zur Nutzung bereitsteht. Das liefert Honor ab der „Smart Edition“ in Form von einer Tastatur und einem Stift mit. Entscheidest du dich für die Ultra-Edition, ist sogar eine ungewöhnliche Maus mit dabei, die als Ladecase für Kopfhörer dient. Honor nennt das „MouseBuds“ – was eine zugegeben praktische Erfindung für das Arbeiten unterwegs ist. Erst dieses Komplettpaket lässt das MagicPad 4 im Arbeitseinsatz richtig glänzen. Das liegt auch daran, dass das Tablet automatisch in den PC-Modus wechselt, wenn es mit der Tastatur verbunden wird. Auf der tippt es sich übrigens ganz ordentlich, weshalb ich den Aufpreis für mindestens die Smart Edition sehr lohnenswert finde.




Wirklich erstaunlich ist, wie lange das Tablet durchhält. Mehrere Tage mit Mediennutzung, ein bisschen Produktivität und mehr waren bei mir kein Problem. Und als es dann doch mal leer war, lud es innerhalb kürzester Zeit wieder auf 100 Prozent. Ein Blick auf die technischen Daten zeigt auch ganz deutlich, woran das liegt. Honor integriert, trotz des extrem dünnen Designs, einen Akku mit satten 10.100 Milliamperestunden. Der interne Lader kommt zudem auf ordentliche 66 Watt – ein entsprechendes Ladegerät vorausgesetzt, denn das ist nicht mit dabei. Weil der Chipsatz eben nicht besonders stromhungrig ist, kommt das Gerät lange mit einer Aufladung aus.
Tablets sind nicht dafür gedacht, hochqualitative Fotos von Umgebungen und Personen zu liefern. Das MagicPad 4 muss deshalb auch mit einer 13-Megapixel-Kamera auskommen. Die reicht aber vollkommen aus, um mal eben einen Schnappschuss zu machen, wenn das Handy nicht zur Hand ist. Vielmehr sorgt die Kamera aber dafür, dass du etwa Papierdokumente digitalisieren kannst, indem du sie abfotografierst. Honor integriert in die Kamerasoftware dafür sogar einen eigenen Modus, der direkt auch den Bildausschnitt und Kontrast anpasst. Die Frontkamera mit ihren 9 Megapixeln eignet sich gut für Remote-Meetings in der Arbeit.

Honor staffelt die Preise für sein Flaggschiff-Tablet, so weit, so üblich. Doch bei dem Unternehmen läuft es etwas anders als etwa bei Apple und Samsung. Zwar ist mehr interner Speicher hier auch mit einem Aufpreis verbunden, kommt aber mit zusätzlichem Zubehör. Das Grundmodell kostet 599,90 Euro. Dafür gibt es 12 GB Arbeitsspeicher und 256 GB internen Speicher. Danach geht es so weiter:
- Smart Edition: 12+256 GB mit Tastatur und Stift für 649,90 Euro
- Ultra Edition: 12+256 GB mit Tastatur, Stift und MouseBuds für 699,90 Euro
- Ultra Edition+: 16+512 GB mit Tastatur, Stift und MouseBuds für 799,90 Euro
Die Aufpreise von einer Version zur nächsten sind tatsächlich sehr moderat und fair für die Kund*innen. Vor allem die Smart Edition lohnt sich, da es hier für nur 50 Euro mehr Tastatur und Stift dazu gibt.
Suchst du ein neues Tablet aus dem Flaggschiff-Bereich und hast keine Lust auf ein iPad, ist das MagicPad4 eine gute Android-Alternative. Die Technik ist gut, die PC-Funktionen ein echter Vorteil, die Verarbeitung auf höchstem Niveau. Honor hat hier ein wirklich sehr starkes Tablet für einen durchaus guten Preis geschaffen. Besonders ansprechend ist das für alle, die auf Produktivität setzen, denn genau hier hat das Gerät seine größten Stärken. Und weil Honor zunehmend dabei ist ein starkes Ökosystem aufzubauen, könnte das Unternehmen, eben auch wegen des MagicPad 4, eine der besten Apple-Alternativen im Android-Kosmos werden.
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