OTTO vs. Otto's Burger: Hintergründe zum Namenrechtsstreit

Namensrechte eines Unternehmens zu schützen, ist wichtig und auch regelmäßig erforderlich. Wenn wir bei OTTO eine Namensverletzung feststellen, machen wir die betroffenen Firmen darauf aufmerksam. In vielen Fällen erzielen wir eine Einigung, die beide Seiten glücklich macht. Manchmal ist dies aber nicht möglich – was ganz unterschiedliche Gründe haben kann. In jedem Einzelfall überlegen wir uns aber die weiteren Schritte sehr genau. So auch in diesem Fall.

Was soll Otto’s Burger mit OTTO zu tun haben?

Die Marke „Otto’s Burger“ und einige Untermarken sind ursprünglich nicht nur mit den klassischen Leistungen eines Restaurants angemeldet worden, sondern behielten sich auch vor, Kleidung, Schuhe oder Kopfbedeckungen anzubieten – an der Stelle wurde auch OTTOs Kerngeschäft berührt, sodass OTTO aufmerksam wurde. Das Design des Logos in Versalien oder die Farbgebung schließen Verwechslungen mit OTTO nicht aus oder nehmen sie zumindest in Kauf.

Das sind doch Kanonenschüsse auf Spatzen: Warum verklagt OTTO die Burgerkette?

Die Klage war das letzte Mittel in der Auseinandersetzung mit Otto’s Burger, nachdem alle anderen Mittel, Angebote und Bemühungen ausgeschöpft wurden. Schon 2016 hat OTTO erstmals Kontakt mit Otto’s Burger aufgenommen, im Interesse einer einvernehmlichen und außergerichtlichen Lösung. Dabei unterbreitete der Onlinehändler der Gaststätte Otto’s Burger über zwei Jahre hinweg diverse Vorschläge und Angebote, die für beide Seiten komfortabel und nahezu kostenneutral umzusetzen gewesen wären. Sie wurden alle abgelehnt. Nach diversen Eskalationsstufen war eine Klage das letzte Mittel, um die Angelegenheit verbindlich zu klären.


Der Klügere gibt doch nach – warum lässt OTTO es nicht einfach gut sein?

OTTO kann niemals zulassen, dass seine Marke unkontrolliert verwendet wird, wenn sie davon Kenntnis haben. Das hätte fatale Signalwirkung, würde Nachahmern Tür und Tor öffnen und OTTO in allen zukünftigen Fällen auch juristisch schwächen. Die Marke OTTO muss geschützt bleiben.

Wieso schützt „OTTO“ sich überhaupt so akribisch? Otto ist ja ein gängiger Name.

Die Bekanntheit und die Werte einer Marke sind ein Vertrauensfaktor für Kunden, ein immaterielles Kapital. Deswegen schützt jedes Unternehmen seine Marken und verhindert, dass sein guter Name missbraucht wird. Otto ist in Deutschland zwar nach wie vor ein recht weit verbreiteter Vor- oder Nachname. Aber OTTO ist auch eine der bekanntesten Marken Deutschlands und seit Jahrzehnten positiv aufgeladen. Geschäftsleute versuchen regelmäßig, von diesem guten Namen zu profitieren. Etwa einmal pro Woche gründet irgendjemand in Deutschland ein Unternehmen, das OTTO im Namen trägt. Meistens entsteht daraus nicht einmal ein echtes Geschäft. OTTO nimmt in solchen Fällen immer frühzeitig Kontakt auf, um seine Markenrechte konsequent zu schützen.


Warum heißt die Burgerkette überhaupt Otto’s Burger?

Keiner der Gründer trägt den Namen Otto. Stattdessen beruft sich das Unternehmen auf einen gewissen Otto Kuase. Der Koch aus Hamburg soll Seefahrern einer Legende zufolge einst ein Hacksteak zwischen zwei Brötchenhälften kredenzt haben – angeblich den ersten Hamburger.