Was du heute kannst besorgen das verschiebe nicht auf …
Autor:MichaelaDatum:05.07.2019
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Was du heute kannst besorgen das verschiebe nicht auf …

einen Tag vor der Abgabe!

Hausarbeiten sind ein wesentlicher Bestandteil des Studienalltags und das nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften, sondern in vielen anderen Studiengängen auch. Mit zuvor festgelegten Seiten- oder Wortvorgaben kann bei einigen die Motivation gesteigert werden, doch noch einen Absatz hinzuzudichten oder die Schriftgröße zu vergrößern. Bei anderen führt dies eher zu einer radikalen Bremsung ihrer kreativen Fähigkeiten – denn allein dieser Beitrag hat insgesamt fast 1.200 Worte. 

 
Auch wir, duale Studenten im Fach Business Administration, müssen nun in unserem 2. Semester einen Praxisbericht verfassen. Der erste von vielen, die noch in den nächsten Jahren kommen werden - und dann ist da natürlich noch die Bachelorarbeit. Der Bericht wird im Fach „Methodik und Grundlagen des betriebswirtschaftlichen Studiums“ angefertigt. Dabei haben wir die Möglichkeit entweder zwischen einem vorgegebenen theoretischen und einem freien Thema zu wählen. 


Jeder kennt es, ob bei der Arbeit am Schreibtisch oder bei der Gruppenarbeit, jeder von uns arbeitet auf seine eigene präferierte Art und Weise. Der eine lieber konzentriert mit Kopfhörern auf den Ohren, der andere lieber dort wo es belebt ist. Auch bei der Bearbeitung von Hausarbeiten kann man verschiedene Arbeitstypen unterscheiden. Die am häufigsten auftretenden habe ich hier einmal zusammengefasst (aber natürlich existieren auch Mischformen). 


Der Organisierte: Die Aufgabenstellung ist raus, keine paar Stunden später steht schon das Thema und der detaillierte Zeitplan mit Fertigstellungsdatum und genügend Puffer zum Abgabetermin. Selbst wenn der Drucker streikt, oder das Dokument abstürzt, der Organisierte ist weit vor dem Ende der Bearbeitungszeit mit seinem Bericht fertig. Sicherheitskopien sind auf mindestens 2 USB-Sticks/Festplatten gespeichert, sowie einmal in der Cloud abgelegt. Recherche und Konzeption der Arbeit wurden strukturiert angegangen, was sich in einem roten Faden, der sich durch das ganze Dokument zieht wiederspiegelt. Diesen Typ anzutreffen ist selten, denn der durchschnittliche Student arbeitet zumeist anders. Aber geben wir es doch zu, insgeheim wären wir alle gern so organisiert, dass wir ohne Stress unsere Hausarbeit rechtzeitig fertig bekommen.


Nachtschicht mit 12 Tassen Kaffee: Ganz im Kontrast dazu der dieser Typ. Der „Nachtschicht mit 12 Tassen Kaffee“-Typ hat zwar im Hinterkopf, dass er eine Hauarbeit schreiben muss, das würde er nicht vergessen. Aber irgendwie findet er nie so richtig die Zeit sich Gedanken zu machen. Und schließlich ist ja auch noch sooo viel Zeit. Aber so ab 3 Tage vor Abgabe wird auch dieser Typ langsam nervös. Er hat noch kein richtiges Thema, und mit der Literaturrecherche hat er auch noch nicht angefangen. Die nächsten 72 Stunden werden kritisch. Zuerst lässt er es langsam angehen. Hereingezogen in eine Endlos-Schleife von YouTube Videos, die absolut nichts mit seinem Thema zu tun haben, vergehen weitere Stunden. Ab 48 Stunden vor der Abgabe, wird es wirklich kritisch. Langsam fängt er an die ersten Google Suchen zum Thema auszuführen und sich ernsthaft Gedanken zu machen worüber er schreiben möchte und wie die Gliederung aussehen soll. Diese Nacht geht er noch schlafen. Doch am nächsten Tag, wenn die letzten 24 Stunden angebrochen sind, gibt es kein Halten mehr. Es wird recherchiert, gelesen, markiert und geschrieben. Dann wieder umgeschrieben, doch gelöscht und neu verfasst. Langsam aber sicher füllt sich das Dokument während die Uhr unaufhaltsam und gnadenlos weitertickt. Die Stunden vergehen. An Schlaf ist nicht zu denken. Die Kaffeemaschine in der Küche arbeitet auf Hochtouren, sie läuft an diesem Abend bereits zum 3. Mal durch. Und dann am nächsten Morgen, wenn die Sonne schon aufgegangen ist und die ersten Strahlen das Zimmer erhellen, ist es geschafft. Die letzten Rechtschreibfehler sind ausgemerzt, das Quellenverzeichnis ist richtig formatiert und die Datei ist richtig beschriftet. Doch wer nun glaubt, dass eine solche Hausarbeit immer von minderer Qualität sein muss, der irrt. Vielen verleiht der Adrenalinschub, hervorgerufen durch die immer näher rückende Deadline die Fähigkeiten, das absolut Beste aus sich herauszuholen und die ein oder andere 1,x abzuholen.


Der Kurzgefasste: Dieser Typ tut sich besonders schwer mit einer vorgegebenen Mindestwortanzahl. Er liebt es sich kurz zu fassen. Zu seinem Thema gibt es auch gar nicht so viel zu schreiben. Unnötige Füllwörter, Bandwurmsätze und Verschachtelungen sucht man in seinen Texten vergeblich. Er ist Meister der Formatierung, Mindestangaben der zu schreibenden Seiten sind für ihn schon lange keine Herausforderung mehr. Zeilenabstand, Schriftgröße und clevere Absatzstrukturen sind sein Handwerkszeug. Er ist durchaus nicht faul, aber absolut kein Freund überflüssiger Worte.


Der Autor: Das komplette Gegenteil zum Kurzgefassten. Des Autoren größter Feind ist die Höchstwortzahl. Er hat so viele Ideen, was er mit dem Thema anstellen könnte. Sein Schreibstil, ist blumig und mit Adjektiven ausgeschmückt und seine Satzstruktur mit diversen Verschachtelungen kann Ausmaße annehmen, die Goethe und Kant alle Ehre machen. Schon im Vorhinein erkundigt er sich über die Toleranzgrenzen, also um wie viel er die vorgegeben Textlänge sicher überschreiten kann um sich kostbaren Argumentationsraum zu sichern. 


Und ein paar honorable mentions, die auf dieser Liste natürlich auch nicht fehlen dürfen. 


Der „Nebenbei“-schreiber: Dieser Typ hält sich an seiner Hausarbeit sehr lange auf. Zwar hat er schon gleich direkt angefangen, aber er findet nie richtig Zeit sich einmal hinzusetzten um konzentriert daran zu arbeiten. Er schreibt in der Bahn auf dem Handy, oder wenn er gerade einmal 5 Minuten warten muss. Zu jeder Tages- und Nachtzeit, wenn ihm gerade etwas einfällt schreibt er ein paar Zeilen. Am Ende steht er mit einem Flickenteppich aus Textabschnitten da, der seine gesamte emotionale Reise der letzten Monate widerspiegelt. Dies gilt es vor Abgabe erst einmal in ein einheitliches Format und in einen akzeptablen Stil zu bringen. 


Der Quellensammler: Dieser Typ ist der König der Literaturrecherche. Er kennt die Besten Fachbücher, hat sie auf die Relevanz für sein Thema geprüft, sich Kernaussagen markiert und sie in seine Literatursammlung aufgenommen. Das geballte Wissen was auf dieser Liste vereint ist würde ausreichen 5 verschiedene Hausarbeiten zu seinem Thema zu bearbeiten. Eigentlich steht ihm nun nichts mehr im Weg eine wohlrecherchierte Hausarbeit zu verfassen, doch anstatt ein Dokument zu öffnen und loszulegen verbringt dieser Typ seine Zeit damit noch tiefer in das Thema einzusteigen und mindestens noch einmal so viel Literatur zu sammeln, wie er bis zu dem Zeitpunkt schon besitzt, denn er weiß ja noch gar nicht welches Material er für seine Arbeit nutzen möchte. Gefühlt ist alles so wichtig und interessant. Diese Spirale kann den Quellensammler im schlimmsten Fall sogar bis ein paar Tage vor Abgabe gefangen halten, bis er sich absolut gezwungen sieht einfach an einem Punkt anzufangen. Doch bei dem vielen guten Material, das er akquiriert hat ist es eigentlich egal wo er anfängt. 


Ich persönlich muss mich ehrlicherweise als einen Autoren mit leichter Tendenz zum „Nachtschicht“-Typus outen. Ich schreibe gern, ich schreibe viel und ich habe so viele Ideen. Dabei weiß ich meist einfach nicht wie ich anfangen soll und nur der Druck einer nahenden Frist zwingt mich dazu doch endlich einige Buchstaben zu Papier zu bringen. Ist diese Hürde erst einmal überwunden, dann läuft es, aber natürlich nur bis die zulässige Grenze erreicht ist. Im Moment habe ich noch ein paar Wochen bis zur Abgabe. Die ersten Worte stehen sogar schon auf dem Papier. Das sind definitiv nicht die schlechtesten Voraussetzungen. 


Und was denkst du, welcher Typ bist du oder wirst du sein?

  • Michaela Hardtmann
    Michaela Hardtmann

    Michaela  Hardtmann

    Duale Studentin Business Administration
    Hier könnt ihr bald ein paar Infos über mich lesen.

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