Zwanzigster Stock mit Blick auf die Skyline
Autor:KajaDatum:27.04.2018
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Zwanzigster Stock mit Blick auf die Skyline

Büroluft schnuppern bei HOI in Hongkong

Auch nach mittlerweile vier Monaten in Hong Kong scheint es, als würde ich noch immer viele der für die „Locals“ banal erscheinenden Alltäglichkeiten ganz bewusst aufnehmen: Die Taxen, die im Sekundentakt an einem vorbei fahren und dessen Schildchen entweder rot oder weiß Leuchten, je nachdem ob sich Fahrgäste an Bord befinden oder nicht. Der strenge Geruch, der in vielen Stadtteilen ununterbrochen in der Luft hängt – eine Mischung aus Abgasen, Suppenbrühe und Fleisch. Letzteres baumelt oft nur wenige Meter von den Hauptstraßen munter in Schaufenstern der kleinen Restaurants vor sich hin. Dazu nicht zu vergessen die enorm hohe Luftfeuchtigkeit, die sich jeden Morgen erneut beim Blick in den Spiegel daran bemerkbar macht, dass meine Locken in alle Himmelsrichtung abstehen. Trotzdem, oder vielleicht gerade aufgrund dieser Unterschiedlichkeiten, ertappe ich mich immer häufiger mit einem unterschwelligen Grinsen auf dem Gesicht. Vermutlich ein Gefühl der Zufriedenheit trotz der Gegensätze zu meinem Leben in Deutschland, am anderen Ende der Welt „angekommen“ zu sein.
Als mich jedoch eine Professorin an der Uni vor einiger Zeit fragte, ob ich mir auch vorstellen könne in Hong Kong zu arbeiten, wusste ich prompt keine Antwort auf die mir gestellte Frage. Ich finde Hong Kong als Stadt zwar absolut beeindruckend, aber zwischen den vielen Hochhäusern zu arbeiten, in einer nach wie vor sehr fremden Kultur? Schwierig! Zumal ich bislang ja auch keines der Hong Konger Büros je selbst betreten hatte.


Mit der Frage hatte sich aber genau dieser Wunsch entwickelt: Es muss doch möglich sein, auch in Hong Kong einmal „Büroluft zu schnuppern“. So schnell der Wunsch nach einem Bürobesuch entstand, kamen auch die Erinnerungen an einen Austausch mit einem Azubi beim Mittagessen in der OTTO Kantine. Patrick war vergangenen Sommer für ein paar Wochen bei OTTO eingesetzt, während er seine komplette Ausbildung eigentlich bei Hermes OTTO International in Hong Kong absolviert. Die E-Mail Adresse hatte ich noch parat und so wurde ich bereits wenige Tage später von Patrick’s Kollegin Karen aus dem Hong Konger Büro kontaktiert und zu einer zwei stündigen Einführung und Office Tour eingeladen!


Letzte Woche war es dann endlich soweit: Gemeinsam mit meiner Zimmergenossin Cathy, die ihr duales Studium in Kooperation mit Hermes absolviert, machte ich mich mit dem Doppeldeckerbus auf den Weg zu der genannten Büroadresse im Stadtteil Kowloon.

HOI-Gebäude in Hongkong

An der Adresse angekommen, brauchte es nicht lang bis, wir feststellten, dass sich das Büro nicht wie OTTO oder Hermes in Hamburg in einem Einzelgebäude befindet. Stattdessen stießen wir auf eine große Übersichtstafel vor dem Gebäude, auf dem unzählige Firmennamen zu finden waren. Unter anderem auch der von HOI im 19.- und 20. Stockwerk. Die Treppen zu nehmen, um ins Büro zu kommen, wie ich es gerne bei OTTO in Hamburg mache, war somit schon einmal keine Alternative. 

Also ging es mit dem Fahrstuhl hoch in den 19. Stock, wo wir an der Rezeption von einer netten Dame empfangen wurden. Sie schien sich sichtlich über den Besuch aus Deutschland zu freuen. Während die Kollegin unsere Ansprechpartnerin Karen über unsere Ankunft informierte, warteten wir im Eingangsbereich.

HOI im 19. Stockwerk

So groß wie auf unserem Campus in Hamburg war dieser zwar nicht, die Liebe zum Detail wurde aber auch hier deutlich: Eine der Wände war geziert von vielen bunten Schriftzügen und im Raum konnten wir an verschiedenen Stellen liebevoll drapierte Outfits wiederfinden.
Keine fünf Minuten später, wurden wir dann von Karen und Anne, der aktuellen Praktikantin, begrüßt. Zu viert ging es direkt in einen der Konferenzräume, wo wir uns noch einmal gegenseitig etwas genauer vorstellten und dann bereits direkt eine Einführung in die Arbeit vor Ort erhielten. Uns wurde erklärt, dass die Hauptaufgabe von HOI vor allem in der Produktbeschaffung für Kunden wie unter anderem OTTO und Bonprix liegt. So stehen oft Termine mit Lieferanten auf dem Programm, ebenso wie Besuche bei selbigen vor Ort in China. Aber auch verschiedene Dienstleistungen, wie beispielsweise Qualitäts- und Auditierungsservices werden angeboten. Im Vergleich zu meinem Arbeitsalltag bei OTTO also tatsächlich wirklich andere Aufgabengebiete.


Im Anschluss an die Vorstellung der verschiedenen Aufgabenbereiche haben wir noch etwas detaillierter von unseren bisherigen persönlichen Erfahrungen bei OTTO bzw. Hermes berichtet. Dabei kam schließlich schnell das Thema des Kulturwandels bei OTTO auf, die perfekte Möglichkeit für mich um zu erfahren, ob diese Welle mitunter auch schon in Hong Kong angekommen ist. Tatsächlich erfuhren wir in diesem Zusammenhang, dass es erst kürzlich eine Q&A Session mit dem CEO per live-streaming mit den verschiedenen asiatischen Büros in Asien gab. Ganz ähnlich wie unser unplugged Format mit den Bereichsvorständen in Hamburg. Das hatte ich nun wirklich nicht erwartet! Auch die verschiedenen Bürobereiche befinden sich in der Renovierung. So werden die vielen grauen Bereiche nach und nach farbiger gestaltet und „Breakout-areas“ integriert, die zum abteilungsübergreifenden Austausch anregen sollen – ein Mini-Collaborate über den Dächern von Hong Kong sozusagen.
Besonders spannend wurde es dann noch einmal, als in einem Mini-Quiz unser Wissen über die Arbeitskultur in Hong Kong abgefragt wurde. Dass „guten Morgen“ auf Cantonesisch „Jósàhn“ heißt und man Kunden auf keinen Fall mit dem Vornahmen begrüßt, konnten wir nach unserem mehrmonatigen Aufenthalt hier sicher beantworten. Warum man die Essenstäbchen jedoch nicht in eine Schale mit Reis steckt, war uns ein Rätsel. Warum genau das so ist, könnt ihr hier unter dem fünften Punkt nachlesen :)
Unser Besuch wurde im Anschluss noch durch eine Büroführung von Patrick, dem Auszubildenden, komplettiert. Er ist während seiner zweijährigen Ausbildung in jedem der Bereiche vor Ort eingesetzt und konnte uns entsprechend auch Einiges zu den Aufgaben der einzelnen Teams erzählen.


Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Patrick und Karen, die unseren Besuch so problemlos ermöglicht haben. Dass der Kulturwandel tatsächlich auch in Hong Kong angekommen ist, hat mich wirklich beeindruckt. Kann ich mir also vorstellen auch einmal in Hong Kong zu arbeiten? Meine Liebe zu Hamburg ist auf Dauer sicherlich zu groß. Nach meinem Besuch bei HOI würde ich es aber sicherlich in Erwägung ziehen, für einen begrenzten Zeitraum zurück in die Metropole zu ziehen :)

  • Kaja  Beutin
    Kaja  Beutin

    Kaja   Beutin

    Duale Studentin Business Administration
    Direkt zu Beginn meines dualen Studiums habe ich mich entschlossen, für den OTTO-Azubiblog zu schreiben. Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich den Blog selbst gelesen und fand es unglaublich spannend, mehr über die Ausbildung zu erfahren. Jetzt sitze ich auf der anderen Seite und hoffe, ebenfalls interessierte Schüler erreichen zu können. Gleichzeitig bedeutet das Bloggen für mich aber auch, dass ich mich mit Teilen meiner Ausbildung oder Events noch einmal intensiver auseinandersetze, wenn ich darüber berichte.

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