„Ohne Fleiß – Keinen Preis“ – Ein Rückblick auf das zweite Semester an der HSBA
Autor:Kaja Datum:09.11.2017
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„Ohne Fleiß – Keinen Preis“ – Ein Rückblick auf das zweite Semester an der HSBA

Acht Wochen Vorlesung, eine Präsentation, eine Woche „lernfrei“ und im Anschluss 6 Klausuren an 5 Tagen. Damit danach auch bloß keine Langeweile aufkommt, steht während der Praxisphase eine weitere Hausarbeit auf dem Programm. Wen es dann ganz fies erwischt, der darf direkt in der Woche vor Weihnachten an den Nachschreibterminen der Klausuren noch einmal anrücken….Uffff.
Das klingt nicht nur nach einem sehr anspruchsvollen Programm, sondern entpuppte sich tatsächlich als besondere Herausforderung. Mein persönliches Fazit und was ich künftigen Studenten mit auf den Weg geben würde, möchte ich hier einmal kurz mit euch teilen. Bedenkt dabei, dass es sich natürlich nur um meine persönliche Empfehlung handelt. Letztendlich sollte jeder auf sein eigenes Bauchgefühl hören, wenn es darum geht das Semester zu gestalten und optimal für sich zu nutzen.

Tipp Nr. 1: Lernt richtig zu lernen.

Zu Beginn meines Studiums wurde ich von Schulfreunden oft mit Sätzen wie „Aber in der Schule musstest du doch auch nicht viel Lernen und bist überall gut durchgekommen. Das kann doch jetzt nicht so viel mehr sein“ konfrontiert. Meine Reaktion darauf: Falsch gedacht!
Rund 300 Seiten Skript pro Vorlesung, also ca. 1800 Seiten insgesamt, plus Übungsaufgaben und Probeklausuren sind deutlich mehr als alles was zu Schulzeiten je von uns, oder zumindest mir, verlangt wurde. Hinzu kommt, dass Improvisation in der Klausur oder die Fähigkeit schön zu formulieren nicht länger zu guten Klausurergebnissen führen. Stattdessen gilt es das Skript auswendig zu lernen. Seite, für Seite für Seite. Eine Vorgehensweise gegen die ich mich bislang immerzu gesträubt habe, der es nun jedoch nicht länger auszuweichen galt. Zumindest nicht komplett.
Mein Tipp also: Probiert im ersten Semester verschiedene Lernmethoden aus und findet für euch heraus, wie ihr am besten lernt. Mit dem Wissen, das Auswendiglernen nicht länger ein Problem darstellt, könnt ihr mit einem sicheren Gefühl in das zweite Semester und die anstehenden 6 Klausuren starten.

Tipp Nr. 2: Macht euch einen Lernplan oder setzt euch Tagesziele, um nicht den Überblick zu verlieren.

Einer unserer wichtigen Helfer des 2. Semesters: Das BGB

Bei der Masse an Inhalten, die am Ende des Semesters abgeprüft werden und entsprechend sitzen müssen, passiert es schnell, dass man den Überblick verliert. Daher empfehle ich euch zu Beginn der Lernphase die Zeit zu nehmen, um eine Übersicht zu erstellen. Überlegt euch, wie viel Zeit ihr für welches Fach in der Vorbereitung aufwenden wollt. Dann habt ihr idealerweise eine Gesamtstundenzahl und könnt damit planen, wann ihr mit dem intensiven Lernen starten müsst und wie viele Stunden ihr entsprechend täglich einzuplanen habt. 

Tipp Nr. 3: Plant Pufferzeiten und Freizeit mit ein.

Dieser Tipp klingt womöglich etwas harsch: Freizeit muss doch nicht geplant werden. Mein Tipp: Doch! In vielen Fällen ist das wirklich sinnvoll, da viele sich gerade in den letzten Wochen vor der Klausur zu viel vornehmen und sich selbst dabei ein wenig vergessen! Niemand kann effizient 10 Stunden am Tag lernen und das über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Umso wichtiger ist es komplett „unifreie“ Tage oder zumindest Stunden einzuplanen. Nehmt euch Zeit für Freunde, Familie, lange Spaziergänge oder Ausflüge in denen ihr Statistik einfach mal Statistik sein lasst und auch probiert das Handy wegzulegen, um euch nicht von gestressten Kommilitonen anstecken zu lassen.
Eine inspirierende Anekdote, die mir in diesem Zusammenhang von einem Kommilitonen während der Pufferwoche vorgelesen wurde und an die ich mich auch jetzt immer noch zurückerinnere, findet ihr hier.

Tipp Nr. 4: Es ist eben auch „nur“ Uni.

Ja - Uni ist während der dreijährigen Ausbildungszeit ein großer und bedeutsamer Teil eures Lebens. Nichtsdestotrotz ist es eben auch „nur“ Uni! Führt euch bewusst vor Augen, dass eurer Leben mit einem Klausurergebnis, was euch selbst nicht zufriedenstellt, nicht gleich endet. In den meisten Fällen hat es im Zweifelsfall sogar überhaupt keine Auswirkung. Denn wenn man mal genau drüber nachdenkt – wer fragt letztendlich nach eurer Note in Makroökonomie oder Kosten- und Leistungsrechnung wenn ihr im Recruitment landet und euer bestes gebt? Die Anzahl der Kollegen, die sich dafür interessieren wird sich vermutlich in Grenzen halten ;)

Zum Abschluss nun noch ein paar allgemeine Worte.
War das Semester anstrengend: Ja!
Sind viele an ihre Grenzen gestoßen? Ebenfalls!
Habe ich die Uni verflucht? Fast täglich.
Und dennoch wirken die Anstrengungen mit jeder Woche seit dem Ende des Semesters weniger dramatisch und die positiven Erlebnisse, wie das Eis essen, als draußen noch Sommer war oder der Spaß mit den Kommilitonen verdrängen den Klausuren Stress.

  • Kaja  Beutin
    Kaja  Beutin

    Kaja   Beutin

    Duale Studentin Business Administration
    Direkt zu Beginn meines dualen Studiums habe ich mich entschlossen, für den OTTO-Azubiblog zu schreiben. Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich den Blog selbst gelesen und fand es unglaublich spannend, mehr über die Ausbildung zu erfahren. Jetzt sitze ich auf der anderen Seite und hoffe, ebenfalls interessierte Schüler erreichen zu können. Gleichzeitig bedeutet das Bloggen für mich aber auch, dass ich mich mit Teilen meiner Ausbildung oder Events noch einmal intensiver auseinandersetze, wenn ich darüber berichte.

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