Vom Abschließen von Verträgen bis zur Personalplanung: Dafür gehen wir in die Berufsschule
Autor:Lino Datum:01.08.2017
Bewerten: 5

Vom Abschließen von Verträgen bis zur Personalplanung: Dafür gehen wir in die Berufsschule

Ein Einblick in die Berufsschulwelt der Groß- und Außenhandels-Azubis


Neben der Arbeit bei OTTO besuchen wir Azubis auch regelmäßig die Berufsschule. Dies tun wir blockweise, d.h. dass wir die Schule nicht ein oder zwei Mal in der Woche, sondern gleich für mehrere Wochen oder Monate. Das hat den Vorteil, dass wir nicht mehrmals in der Woche aus dem Unternehmensgeschehen gerissen werden und uns in den Schulblöcken voll auf den Lernstoff konzentrieren können.

Für die Groß- und Außenhändler ist es die Berufliche Schule City Süd in Hammerbrook, ganz in der Nähe vom Berliner Tor. Und genau darum geht es heute. Warum gehen wir überhaupt zur Schule und was lernen wir dort?

Zugegeben, als ich mich bei OTTO beworben habe, hatte ich gar nicht so wirklich auf dem Schirm, dass zu einer Ausbildung auch der regelmäßige Gang in die Berufsschule gehört (darum heißt es ja auch „duale" Ausbildung). Dies wurde mir allerdings spätestens dann bewusst, als ich den Einladungsbrief für die Einschulung in die Hand gedrückt bekam. Ruck zuck danach folgte auch schon der erste Schulblock, hier wurden uns Begriffe wie „WuB“, „CuK“, „Außenwirtschaftslehre“ und „BuA“ an den Kopf geworfen. Nach erster Irritation fand ich heraus, dass dies die Bezeichnungen für unsere neuen Schulfächer sind.

Doch was beinhalten diese? Hier mal eine kleine Auswahl :)

„BuA“ zum Beispiel steht für „Beschaffung und Absatz“. Hier behandeln wir Dinge wie Rechtsfähigkeit und Rechtsgeschäfte, also ab wann man Verträge unter welchen Voraussetzungen schließen darf. Hierzu gehören auch Sachen wie Rückgaberecht, AGB Verbraucherschutz und Reklamationen.

Ganz anders sieht es in „CuK“, „Controlling und Kostenrechnung“ aus. Zuerst einmal scheiden sich hier die Geister, wie dieses Fach richtig heißt. Einige sagen „Kuck“, andere „Zuck“ und für wieder andere ist es einfach „Rewe“ (Rechnungswesen). Der Inhalt ist allerdings bei allen Bezeichnungen derselbe:

In diesem Fach lernen wir, richtig Buch zu führen. Jeder, der in Deutschland ein Unternehmen betreibt, ist dazu verpflichtet, alle Einnahmen und Ausgaben zu protokollieren. Dies verlangt zum einen der Staat für die Steuern, zum anderen ist es aber auch für den Unternehmer vorteilhaft, weil er so eine detaillierte Übersicht über Einnahmen und Ausgaben hat.

Das letzte Fach, das ich euch vorstellen möchte, ist „WuB“, „Wirtschaft und Beruf“.
Hier geht es um den Beruf des Groß- und Außenhändlers, wie er in der Wirtschaft steht, welche Arten es überhaupt gibt und so weiter. Außerdem lernt man hier, welche Institutionen es sonst noch gibt, die mit den G&A’s zu tun haben (z.B. die Handelskammer), welche Rechtsformen für Unternehmen es überhaupt gibt (z.B. GmbH…), aber auch Dinge wie Arbeitsrecht, Personalplanung, Steuererklärungen usw. Der letzte Teil besteht aus normalem Wirtschaftsunterricht, Beeinflussung von Angebot und Nachfrage, Konjunktur, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftskreisläufe und vieles mehr.

Puh! Das hört sich erstmal nach sehr viel an (das waren noch nicht alle Fächer, Außenwirtschaftslehre und Englisch kommen noch dazu). Und glaubt mir, als ich einen Zettel mit allen Lehrinhalten der gesamten Ausbildung in die Hand gedrückt bekam, dachte ich nur „Oh Gott, wie soll ich das denn hinbekommen?!“. Aber diese ganzen Dinge lernen wir schließlich über unsere zweieinhalb (oder dreijährige) Ausbildungszeit, man hat also jede Menge Zeit :)

Wir haben außerdem die Möglichkeit, Profile zu wählen, die dann unterschiedliche Fächerschwerpunkte haben. Ich selbst bin im Bili-Profil, hier haben wir einen Teil des „WuB“-Unterrichts auf Englisch.

Neben dem Unterricht bietet die Schule auch ein paar Benefits. Man hat zum einen die Möglichkeit beim Projekt „H9O“ mitzumachen, welches Spenden und auch Pfandflaschen für das Hilfsprojekt „Viva con Agua“ (siehe hier) sammelt. Viva con Agua wiederrum setzt sich dafür ein, allen Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitärversorgung zu schaffen.

Das jährliche Sommerfest wird ebenfalls von H9O organisiert, dieses Jahr gab es eine Tombola, viel zu viel, zu gutes Essen und ein Spendenfußballturnier für Viva con Agua. Mein persönliches Highlight war hier, als unsere Klassenmannschaft gegen das Lehrerteam gewann 

Als Sahnehäubchen und zum Schluss meines Beitrages sei noch gesagt, dass die Schule häufig Klassenfahrten mit den Berufsschulen veranstaltet, in den letzten Jahren ging es nach Amsterdam (dazu haben wir auch einen Artikel, siehe hier) 
Ich kann nach bisher zwei Schulblöcken sagen, dass mir die Berufsschule wesentlich besser gefällt als ich dachte, ich war durch die zwölf Jahre bis zum Abi wohl etwas voreingenommen. Und die genannten Benefits runden das Ganze Paket noch ab :)

Bist du neugierig geworden?

Hier geht’s zur Seite der Berufsschule

  • Lino Mai
    Lino Mai

    Lino  Mai

    Groß- und Außenhandel
    Ich schreibe für den Azubiblog, weil ich finde, dass dies eine super Möglichkeit ist, Azubis und Interessierten einen Einblick in die Azubi-OTTO-Welt zu geben. Außerdem liebe ich es zu schreiben und die Möglichkeit, über meine Ausbildung, tägliche Highlights und spannende Veranstaltung schreiben zu können, wollte ich auf jeden Fall nutzen, denn wenn ich mich für etwas begeistere, kann ich meistens gar nicht mehr aufhören darüber zu reden :-) Und da passt es natürlich, wenn ich meinen Gedanken und Erlebnisse für euch festhalten kann.

Schreibe uns gern einen Kommentar zu diesem Beitrag

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten

1914 + 9
Bewertung:

OTTO BLOGS

Blogroll

 

FOLGE UNS AUF

© Otto (GmbH & Co KG), 22179 HAMBURG