Autor:KajaDatum:09.02.2018
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新的文化, 新嘅世界, 新的生活 – Neue Kulturen, neue Welten, neues Leben

Ein Rückblick auf meinen ersten Monat in Hong Kong

Hong Kong Kaja

Über drei Wochen ist es mittlerweile her, dass ich bepackt mit Koffer und Trackingsrucksack und ehrlich gesagt relativ planlos und kaputt gen Empfangshalle A im Airport Hong Kong gestratzt bin. Als sich die große Schwingtür Richtung Ausgang öffnete, hörte ich bereits ein lautes „Kaja“ (oder zumindest etwas, was ich als Letzteres interpretiert habe) und sah zwei Mädels auf mich zulaufen, Estrid und Ruby, die mir von der Uni als „Buddys“ zugeteilt wurden. Ohne die beiden hätte ich vermutlich nie den Weg zu meinem neuen Zuhause, dem Hang Seng Management College gefunden.


Seit dem ist Einiges passiert und täglich sammle ich neue Eindrücke in Bezug auf die Kultur in Hong Kong, das Leben vor Ort und das Unisystem. Ursprünglich habe ich mich damals für Hong Kong als Austauschziel entschieden, um einen kompletten kulturellen Perspektivwechsel zu erfahren. Weniger bewusst war mir, dass Hong Kong auch als Stadt enorm viel zu bieten hat. Neben der Innenstadt sind nämlich auch die Naturparks, Strände und mehrere Inseln nicht weit entfernt, sodass es in der unifreien Zeit wirklich viel zu entdecken gibt!
Aber erst einmal zur Uni: Das Hang Seng Management College liegt etwas außerhalb von Hong Kong und ist mit rund 6000 Studenten recht klein. Trotzdem haben wir hier vor Ort einen richtigen Unicampus und sind auch in dreißig Minuten mit dem Bus in der Stadt. Es gibt 4 verschiedene Lehrgebäude, eine Kantine, ein Restaurant, zwei Cafés, eine Schwimmhalle und ein Fitnessstudio. Untergebracht bin ich in einem der 4 Studentenwohnheime auf dem Unicampus in einem Zweierzimmer mit einer lieben Kommilitonin von der HSBA. So sind nicht nur die Wege zu den Vorlesungen und zum Sport sehr kurz, sondern es ist auch immer etwas los. Ein bisschen fühle ich mich, als wäre ich auf einer SEHR langen Klassenfahrt 
Auch die Vorlesungen an sich unterscheiden sich ziemlich von dem, was ich aus der HSBA kenne. Ich belege 6 verschiedene Kurse, die jeweils einmal die Woche für drei Stunden stattfinden. Somit konnte ich meinen Stundenplan so organisieren, dass ich nur von Montag- Mittwoch jeweils für 6 Stunden Vorlesungen habe. Das an sich ist relativ entspannt. Allerdings besteht unsere Abschlussnote hier nicht nur aus der Note der Klausur am Ende des Semesters, sondern aus vielen kleinen Bausteinen, die innerhalb des Semesters einiges an Zusatzaufwand erfordern. In fast jedem Fach zählt die mündliche Mitarbeit zu 10% in die Note ein, es gibt eine Zwischenprüfung die 20-30% zählt, sowie mindestens 1-2 Gruppenpräsentationen oder andere Gruppenprojekte pro Modul, die ebenfalls vorbereitet werden müssen. Die Abschlussklausur wird mit ca. 40% also verhältnismäßig weniger gewichtet. Das System gefällt mir bislang ziemlich gut. Die Projekte, die wir in Gruppen bearbeiten, sind wirklich spannend und an tatsächlichen Case Studies oder Marketingprojekten orientiert. Was mich hier jedoch nach wie vor sehr verblüfft, ist das Desinteresse der „local students“. In den Vorlesungen in Hamburg ist es zwar auch nicht immer leise, aber dass Studenten den Raum für mehr als eine Stunde verlassen, mit Kopfhörern einen Film gucken oder in der ersten Reihe drei Stunden lang durchschlafen, kommt dort wirklich nicht vor.

Ebenfalls stehe ich noch ein wenig mit der Esskultur auf Kriegsfuß. An die traditionelle Haifischflossensuppe traue ich mich nicht ran, der Geruch von Instantnudeln morgens um 9Uhr sorgt für einen kalten Schauer am Rücken und an den Anblick von Hühnerköpfen, die bei sämtlichen Gerichten mit serviert werden, kann ich mich auch einfach nicht gewöhnen. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, dass ich morgens aufwache und realisiere, dass ich von dem Essen in der Elbe oder Alster, unseren OTTO-Kantinen, geträumt habe.
Abgesehen von komischen Essgewohnheiten, merke ich aber auch immer wieder, wie viele tolle Seiten Hong Kong hat. Die Wochenenden können wir für Sport, Tagesausflüge, Sightseeing oder auch Wochenendtrips nutzen. So war ich beispielsweise schon für ein langes Wochenende in Hanoi in Vietnam und vermutlich wird es mich auch noch nach Taipeh und Shanghai ziehen. Kleine Wanderungen, Entdeckungstouren der verschiedenen und vielfältigen Stadtteile Hong Kongs und Ausflüge zu Klöstern und anderen Touriattraktionen stehen aber ebenso auf dem Programm. Obwohl Hong Kong um einiges größer ist als Hamburg, bin ich überrascht wie schnell man sich zurecht findet und auch an die Angewohnheiten der Hong Konger anpasst und dazu lernt. Mittlerweile kann ich alles mit Stäbchen essen, weiß wie ich dem Busfahrer auf Kantonesisch sage, wo ich aussteigen muss und verstehe sogar wenn meine Bestellnummer im Unicafé aufgerufen wird  Auch wenn das nur kleine alltägliche Dinge sind, merke ich irgendwie, dass ich angekommen bin und freue mich auf die drei Monate, die ich noch vor mir habe!


  • Kaja  Beutin
    Kaja  Beutin

    Kaja   Beutin

    Duale Studentin Business Administration
    Direkt zu Beginn meines dualen Studiums habe ich mich entschlossen, für den OTTO-Azubiblog zu schreiben. Als ich noch zur Schule gegangen bin, habe ich den Blog selbst gelesen und fand es unglaublich spannend, mehr über die Ausbildung zu erfahren. Jetzt sitze ich auf der anderen Seite und hoffe, ebenfalls interessierte Schüler erreichen zu können. Gleichzeitig bedeutet das Bloggen für mich aber auch, dass ich mich mit Teilen meiner Ausbildung oder Events noch einmal intensiver auseinandersetze, wenn ich darüber berichte.

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