Achtung, Meinung! | Ist Permanent-Make-up schön?

Permanent-Make-up
Donnerstag, 6. April 2017, 13:50

Permanent-Make-up erinnert die meisten von uns erst einmal ein bisschen an die 90er Jahre. Wenn wir uns das Ganze bildlich vorstellen, kommen uns Augenbrauen mit Blaustich in den Sinn, (zu) dunkel umrandete Lippen und hart wirkende Lidstriche in undefinierbaren Nuancen. So richtig schön, finden wir das irgendwie nicht. Nun ist es allerdings so, dass wir in der Redaktion versucht haben, uns dem Thema ein wenig anzunähern – ihm quasi eine zweite Chance zu geben. Immerhin sind seit den 90ern ein paar Jährchen vergangen. Da dachten wir uns: Vielleicht hat Permanent-Make-up mittlerweile einen ganz anderen Touch und ist nun die Möglichkeit, um endlich selbstbewusst und (fast) ungeschminkt durch’s Leben zu laufen!? Ihr möchtet wissen, was bei unserer Recherche herausgekommen ist und welche Meinung wir nun zu der ganzen Sache haben? Lest selbst!

Permanent-Make-up – So funktioniert’s

Beim Permanent-Make-up werden Farbpigmente mit superfeinen Nadeln unter die oberste Hautschicht gestochen. Von dünnen Augenbrauen oder fehlenden Wimpern bis hin zu Operations- bzw. Unfallnarben: Durch ein präzise gesetztes Permanent-Make-up, können so einige Makel wieder hergerichtet werden. Lippen können ausgeglichen oder sogar ganz rekonstruiert werden, ein lichter Haaransatz lässt sich ruck-zuck optisch verdichten. Nur einige wenige Möglichkeiten des geschickten Einsatzes von Permanent-Make-up! Obwohl der Name suggeriert, dass das Ergebnis für immer ist, hält diese Art der Pigmentierung nur zwei bis drei Jahre. Im Gegensatz zur „echten“ Tätowierung, verblasst Permanent-Make-up nach und nach, bis es nicht mehr sichtbar ist. In einem Beratungsgespräch werden zunächst eure genauen Vorstellungen erläutert. Des Weiteren wird nicht nur die Gesichtsform, die Augen- und Haarfarbe berücksichtigt, sondern auch euer Hauttyp analysiert. Zudem werdet ihr über die individuellen Kosten und mögliche Risiken aufgeklärt. Oft dauert es zwei bis drei Sitzungen, bis euer Permanent-Make-up zur vollen Zufriedenheit ausfällt.

Die Risiken von dauerhaftem Make-up

Zu den Risiken von Permanent-Make-up gehören unter anderem allergische Reaktionen, Rötungen und Schwellungen, Entzündungen der Haut, sowie Herpes. Wichtig ist, dass ihr in der unmittelbaren Zeit nach den Sitzungen unbedingt Sonne, Meerwasser, Sauna- oder Schwimmbad-Besuche und Solarien, meidet.

Permanent schön? – Achtung Meinung!

Perfekt geschminkt! Egal ob morgens beim ersten Augenaufschlag, mittags beim zweiten Kaffee, abends beim dritten Wein, oder nach acht Stunden Abtanzen im Club: Permanent-Make-up macht’s möglich. Auch im Schwimmbad bei 35 Grad im Schatten oder nach einem mittelstarken Platzregen: Nichts verläuft, verschmiert, verrutscht. Klingt verlockend? Nunja… trotz präziser Methoden mit modernsten Geräten und Farben, empfinden wir Permanent-Make-up eher als over und out. Letztendlich müsst ihr natürlich selbst entscheiden, ob eine Pigmentierung im Gesicht eine Option für euch ist. Bedenkt aber: Im Gegensatz zu den meisten Tattoos, lassen sich die Augen oder Lippen nicht einfach mit ein paar Klamotten verdecken, wenn das Ganze euch nicht mehr gefällt. Außerdem bleibt immer das Risiko, dass die Behandlung nicht richtig durchgeführt wird und eure Augenbrauen, Lider und Lippen unnatürlich und im wahrsten Sinne des Wortes nachgezeichnet aussehen.

Und mal ganz ehrlich: Wo kommen wir denn eigentlich hin, wenn das Einzige, wonach wir streben ein dauerhaft perfekt-sitzender Lidstrich ist und wir nur dann glücklich sind, wenn wir drauflos heulen können, ohne uns Sorgen machen zu müssen, dass irgendetwas verläuft. Wieso muss der Blick durch einen dunklen Lidstrich intensiver, die Lippen durch eine Pigmentierung plumper und die Augenbrauen durch ein paar tätowierte Härchen voller erscheinen. Hier muss gar nichts! Der ständige Optimierungswahn unseres Zeitalters kennt keine Grenzen, dies wird einmal mehr durch Permanent-Make-up deutlich. Denn: Eine pflegende Gesichtsmaske aufzutragen, ein bisschen Farbe auf die Fingernägel zu pinseln oder einen knalligen Lippenstift aufzutragen, um sich gut und schön zu fühlen, ist die eine Sache. Sich das Ganze unter die Haut stechen zu lassen, um dauerhaft einem unrealistischen Schönheitsideal nachzueifern; durch die ständige Kontrolle der Ästhetik das Gefühl zu haben, nicht eine Sekunde „fehlbar“ sein zu dürfen; Angst vor einem Moment der Unvollkommenheit, der vermeintlichen Unschönheit, …DAS, liebe Mädels, ist doch schon irgendwie was anderes. Findet ihr nicht? Möchtet ihr euch wirklich diesem Druck des Immer-Schönseins hingeben und jedem noch so kleinen Makel mit einer Tätowiermaschine hinterherjagen? Wir finden, das habt ihr gar nicht nötig! Also, Ladies: Fangt doch einfach mal an, euch und euer echtes Gesicht schön zu finden, morgens in den Spiegel zu schauen und zu sagen: „Hey, du da! Ja, genau DU! Ich mag dich – und zwar genau so, wie du bist!“

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Kommentare zu diesem Beitrag
1 Kommentar
Two for Fashion Autorin Susanna
Susanna
Mittwoch, 1. Februar 2017, 9:43 Uhr

Liebe Anna,

da hast du vollkommen Recht. Die Meinungen gehen da auseinander. In manchen Fällen, wie bei Krankheiten, kann Permanent Make-up sehr helfen. Uns ging es um das Zuviel. Wir wünschen dir viel Erfolg bei deiner Schulung.

XX Susanna

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