Retinol: Vitamin A für die Haut

Beauty Lexikon: Retinol in brauner Flasche

Retinol ist ein Anti-Aging-Wirkstoff, der in Seren und Cremes immer beliebter wird. Er soll zur Verbesserung der Zellerneuerung beitragen und die Haut praller und elastischer machen. Häufig gilt er als Wunderwaffe im Kampf gegen Falten. Warum? Das erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was ist Retinol?

Der Wirkstoff Retinol ist im Grunde genommen nichts anderes als Vitamin A, genauer gesagt Vitamin A1. Seine Moleküle sind so winzig, dass sie die oberste Hautschicht durchdringen und hier ihre Wirkung entfalten können. Retinol soll die Zellerneuerung ankurbeln, als Antioxidans wirken (wie auch Q10) und in den unteren Hautschichten die Produktion von Kollagen anregen. In Retinol-Seren und -Cremes kommt hauptsächlich Retinylpalmitat, auch Retinol-Ester genannt, zum Einsatz: Es handelt sich um eine Vorstufe des Retinols, die durch bestimmte Enzyme erst im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird. Dies soll für die Haut besser verträglich sein.

Beauty Lexikon: Retinol in brauner Flasche

Wie wirkt Vitamin A auf der Haut?

Retinol soll die Hauterneuerung fördern, zugleich das Hautbild verfeinern und die Kollagensynthese anregen. Durch das Ankurbeln der Kollagenproduktion wird das Kollagengerüst gestärkt, sodass die Haut praller erscheint und die Falten von innen aufgefüllt werden. Zudem können UV-bedingte Schäden wie Pigmentflecken minimiert werden. Vitamin A ist also ein echter Allrounder im Kampf gegen UV- und altersbedingte Schäden der Haut.

Auch bei Akne kann sich Retinol durch seine zellerneuernde Wirkung positiv auswirken, indem abgestorbene Hautschuppen erneuert und Entzündungen bekämpft werden. Übrigens: Es wird vermutet, dass Vitamin A bei langfristiger Anwendung den Alterungsprozess verlangsamen kann. Dies liegt unter anderem an seiner antioxidativen Wirkung.

Falten los dank Retinol aka Vitamin A: Frau mit Nude Make-up

Welche Nachteile hat Retinol?

Achtung: Bei zu hoher Konzentration eures Retinol-Serums oder eurer Retinol-Creme kann eure Haut gereizt werden. In jedem Fall wird sie lichtempfindlicher. Daher solltet ihr unbedingt zu einem Sonnenschutz greifen, wenn ihr Vitamin-A-Pflege verwendet. Im Idealfall nutzt ihr sie vorwiegend nachts, wobei der Sonnenschutz am nächsten Morgen trotzdem nicht fehlen darf.

Zudem kann der Anti-Aging-Wirkstoff talgregulierend wirken, was bei fettiger Haut ideal ist. Trockene Haut kann jedoch bei zu hoher Konzentration austrocknen und stark schuppen. Achtet daher auf genügend Feuchtigkeitspflege und eine niedrigere Dosierung. Startet mit einer Konzentration, die nicht über 0,03 % hinausgeht, sonst ist eure Haut überfordert. Sie muss sich langsam an das Vitamin A gewöhnen. Bei starker Akne könnt ihr euch höher konzentrierte Retinol-Cremes (0,5 bis 1 %) oder auch Vitamin-A-Tabletten verschreiben lassen. Diese sind jedoch wirklich verschreibungspflichtig und nur unter ärztlicher Aufsicht anzuwenden.

Ein letzter wichtiger Punkt: Vitamin A steht unter Verdacht, in hohen Dosierungen fruchtschädigend zu sein. Das heißt, dass es den Fötus schädigen und zu Fehlbildungen führen kann. Während der Schwangerschaft und bei einem Kinderwunsch solltet ihr also lieber die Finger von sämtlichen Retinol-Seren und -Cremes lassen.

Frau tropf Retinol in braune Flasche

Worin ist Vitamin A enthalten?

Vitamin A könnt ihr auch über die Nahrung zu euch nehmen. Schließlich ist das Vitamin in einigen Lebensmitteln enthalten, sodass es von innen einen positiven Effekt auf eure Haut haben, die Kollagenbildung anregen und den Körper vor freien Radikalen schützen kann. Folgende Nahrungsmittel weisen einen hohen Vitamin-A-Gehalt bzw. Beta-Carotin, das im Körper zu Vitamin A umgewandelt wird, auf:

  • Leber
  • Fleisch
  • Eier
  • Karotten
  • Spinat
  • Grünkohl
  • Süßkartoffeln
  • Feldsalat
  • Kürbis
  • Aprikosen

Übrigens: Die Verbraucherzentrale geht davon aus, dass wir überdurchschnittlich viel Retinol zu uns nehmen, sodass kaum jemand von uns an einem Mangel leiden wird.

Dos & Don’ts

Dos

  • Gewöhnt eure Haut langsam an den Wirkstoff und verwendet eure Retinol-Creme oder euer -Serum zuerst nur alle zwei bis drei Tage.
  • Kombiniert Retinol mit anderen Anti-Aging-Wirkstoffen wie Vitamin C und Hyaluron für den maximalen Effekt.
  • Nutzt Retinol abends. So kann sich eure Haut über Nacht erneuern.

Don’ts

  • Geht nicht ohne Sonnenschutz hinaus und verzichtet im Sommerurlaub komplett auf Retinol-Produkte, weil eure Hautoberfläche durch das Vitamin A ihren natürlichen Lichtschutz verliert.
  • Greift nicht zu sehr hoch dosierten Pflegeprodukten. (Viel hilft nicht viel.) Hautreizungen und extreme Trockenheit können die Folgen sein.
  • Nutzt während der Schwangerschaft oder wenn ihr plant, schwanger zu werden, keine Hautpflege mit Vitamin A, da sie eurem ungeborenen Kind schaden kann.*

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