DIY: Jeans kürzen | So geht’s mit und ohne Nähmaschine

Gekürzte blaue Jeans
Freitag, 7. April 2017, 14:55

Wenn ihr eure Jeans kürzen wollt, könnt ihr das mit und ohne Nähmaschine bewerkstelligen. Hier erfahrt ihr, wie ihr eure zu langen Denims am besten mit und ohne Originalsaum auf das passende Maß zurechtstutzt. Manchmal ist weniger einfach mehr – vor allem dann, wenn ihr eure Jeans kürzen wollt. Denn manchmal ist die todschicke Hose aus der Boutique einfach ein paar Zentimeter zu lang. Und sie deshalb liegen zu lassen, kommt natürlich gar nicht infrage. Warum auch? Schließlich könnt ihr ganz einfach eure Hose selber kürzen. Das ist auch dann besonders praktisch, wenn ihr mehrere Kinder habt und eure Kleinsten die Hosen ihrer Geschwister vermacht bekommen sollen. Nicht immer sitzt die Hose dann wie angegossen. Auch in diesen Fällen könnt ihr mit und ohne Nähmaschine die Jeans selber kürzen und die Hose umnähen. Und so wird’s gemacht.

Jeans-Hose kürzen: Anleitung ohne Nähmaschine

Die einfachste Methode, mit der ihr ohne Nähmaschine eine Jeans kürzen könnt, besteht darin, die Jeans einfach in der gewünschten Höhe abzuschneiden. Der zerfusselte Rand sieht jedoch alles andere als schön aus. Mit der folgenden Methode könnt ihr eure Jeans-Hosen umnähen ohne Nähmaschine – ihr braucht nur eine Nadel und einen Faden. Und so geht ihr vor, wenn ihr die Jeans abschneiden und kürzen wollt: Zieht die zu lange Denim erst einmal an – die ideale Höhe für den neuen Saum liegt dort, wo er bis zum Beginn der Sohle reicht. Markiert diesen Punkt mit Stoffkreide oder einem Bleistift und übertragt die Höhe mit einem Lineal und waagerechten Strichen einmal um beide Hosenbeine. Jetzt setzt ihr etwa zwei bis drei Zentimeter darunter eine weitere Markierung, die ihr ebenfalls rund ums Hosenbein übertragt. Entlang der unteren Markierung schneidet ihr die Hose samt dem Originalsaum ab. Nun klappt ihr den Hosenrand nach innen ein, bis die obere Markierung an der Kante nach unten zeigt. Dreht das untere Hosenbein am besten ein Stück auf links, um so den Hosenrand quasi von innen an das Hosenbein zu nähen, sodass dadurch ein neuer Saum entsteht. Fertig! Achtet nur darauf, dass der Faden farblich zur Jeans passt (vorzugsweise Jeansgarn) und ihr eine starke Nadel verwendet (idealerweise eine Jeansnadel), die den dicken Stoff durchdringen kann.

Hose ändern ohne Originalsaum

Geht ihr wie soeben beschrieben vor, wenn ihr eure Jeans kürzen möchtet, schneidet ihr allerdings den Originalsaum ab und legt einen neuen um. Das ist bei neuen Jeans in der Regel nicht so tragisch, da der originale Saum noch nicht die durch längeres Tragen typische Used-Optik aufweist. Das heißt, der neue Saum passt zum Rest der Hose. Handelt es sich um eine gebrauchte Jeans oder eine, die gebraucht aussehen soll (z.B. stonewashed), könnte das Kürzen jedoch auffallen. Natürlich schrubbt sich der neue Saum mit der Zeit ab und weist die typischen Gebrauchsspuren auf. Wenn ihr aber nicht so lange warten wollt, könnt ihr den Alterungsprozess mit Schmirgelpapier oder Stahlwolle ein wenig beschleunigen. Selbstverständlich könnt ihr auch eure Jeans kürzen ohne Nähen. Dafür krempelt ihr die angezogene Jeans einfach hoch, indem ihr die Innenseite nach außen faltet. Ist die gewünschte Höhe mit einmal Umkrempeln nicht erreicht, krempelt ihr die Jeans gleichmäßig zwei- oder dreimal um. Achtet nur darauf, dass die so entstehende Krempe nicht zu dick und nicht zu hoch wird, da dies nicht besonders ansehnlich wirkt. Damit die Krempe fest sitzt, solltet ihr noch einmal mit einem Bügeleisen darüber bügeln. Das Ganze geht auch andersherum, indem ihr die Jeans nach innen krempelt und dann festbügelt.

 Tipp: Wenn ihr für eure Kinder die Jeans kürzen wollt, solltet ihr die Hose ohnehin besser nicht mit der Maschine umnähen. Die Nähte lassen sich dann später nicht so leicht wieder öffnen und hinterlassen im Jeansstoff eventuell unschöne Spuren. Wenn ihr die Jeans stattdessen lediglich mit Nadel und Faden bearbeitet oder einfach nur umkrempelt und glattbügelt, können die Hosen mit den Kids wachsen und somit länger getragen werden. Das ist für so manche Haushaltskasse ein echter Segen, denn neue Hosen können ganz schön ins Geld gehen – besonders wenn sie aus einem qualitativ hochwertigen, robusten Jeansstoff bestehen.

Jeans kürzen mit Originalsaum

Wollt ihr eure Jeans-Hose kürzen und den Originalsaum behalten, ist es empfehlenswert, mit einer Nähmaschine zu arbeiten. Deren Nähte halten einfach fester und sind in der Regel präziser für die folgenden Schritte. Wenn ihr gemessen habt, um wie viele Zentimeter ihre eure Jeans kürzen möchtet, messt ihr mit einem Zentimetermaß den Abstand von der oberen Saumkante bis zur Hälfte der zu kürzenden Länge. Wollt ihr die Hose also um vier Zentimeter kürzen, beträgt der Abstand vom Saumrand zwei Zentimeter. Dort macht ihr mit Hilfe von Nadeln eine Markierung, die um das Hosenbein herum verläuft. Im nächsten Schritt faltet ihr die Jeans am Hosenende von innen nach außen um, sodass die Markierung mit den Nadeln nach unten zeigt. Jetzt kommt die Nähmaschine zum Einsatz: Ganz eng am Saumrand näht ihr mit der Maschine einmal um die Hose herum. Am besten verwendet ihr dafür einen Reißverschlussfuß und eine dickere Nadel, die den Jeansstoff mühelos durchdringen kann. Zum Vernähen könnt ihr Jeansgarn oder ein anderes dickes Garn in der Farbe der Hose verwenden.

Stoffreste in der Hose verstecken oder abschneiden?

 Die so entstehende längliche Röhre klappt ihr nach innen ein, sodass der eingeschlagene Stoff eng an der Innenseite anliegt. Nun bügelt ihr den Saum und die in der Innenseite darunterliegende Falz mit einem Bügeleisen glatt. Damit der überstehende Stoffrest im Inneren fixiert wird, näht ihr mit der Nähmaschine nun knapp an der oberen Saumnaht noch einmal eine Naht. Falls ihr keinen Stoffrest im Inneren der Jeans verstecken möchtet, klappt ihr die längliche Röhre nicht ein, sondern schneidet den Stoff im Abstand von etwa einem Zentimeter vom Saumrand komplett ab. Nun vernäht ihr die beiden einen Zentimeter langen Stofflagen mit einem Zickzackschnitt an der Nähmaschine. Diese so entstandene deutlich kleinere Falz klappt ihr in die Innenseite und fixiert sie mit einer Nähmaschinen-Naht knapp über der oberen Saumnaht. Noch einmal darüber bügeln und fertig ist die gekürzte Jeans mit Originalsaum.

Unsicher? Lasst die Profis ans Werk

Es gibt viele Arten, wie ihr eure Jeans kürzen könnt. Im Prinzip lassen sich die beschriebenen Methoden auch auf andere Materialien anwenden und so könnt ihr allerlei Hosen kürzen. Jedoch ist der Jeansstoff besonders robust und lässt einiges mit sich machen. Dünnere Stoffhosen solltet ihr daher zum Umnähen sicherheitshalber in die fachkundigen Hände einer Änderungsschneiderei abgeben. Seid ihr grundsätzlich im Umgang mit Nadel und Faden oder der Nähmaschine noch nicht so sicher, schnappt euch jemanden, der sich damit auskennt und schaut ihm über die Schulter. In kürzester Zeit werdet ihr euch zutrauen, selber Jeans zu kürzen und umzunähen.

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