Was steckt hinter dem Ballett-Workout? How to find your inner Swan

Frau beim Ballet-Workout an der Stange
Montag, 19. Juni 2017, 12:16

Nachdem 2010 der Film Black Swan mit Natalie Portman in der Hauptrolle der Primaballerina in die Kinos kam, wurde Ballett international wieder so richtig populär. Plötzlich erzählten mir Freundinnen voller Stolz, dass auch sie schon seit einiger Zeit wieder Ballett tanzen und dies als wirklich gutes Workout sehen. Ich selbst habe im Alter von sechs bis elf Jahren Ballett getanzt. Allerdings im Turnverein um die Ecke, im dunkelblauen Body ohne Tutu. Nicht ganz so, wie es meinen Kleinmädchen-Vorstellungen entsprach. Mein Traum war es immer, auch auf Spitze zu tanzen, aber so weit kam es irgendwie nie. Trotz Versprechen seitens der Trainerin. Also gab ich es irgendwann auf, da ich keine Entwicklung sah und andere Dinge wichtiger wurden.

Aber abgesehen davon, dass ich selbst nicht mehr tanzte, bin ich immer wieder ins Ballett gegangen und war im siebten Himmel, als ich bei meinem Schülerpraktikum in der Hamburger Staatsoper während einer Vorführung direkt am Bühnenrand stehen und quasi im Schweiß der Tänzer duschen durfte. Ein Erlebnis, das ich wohl nie vergessen werde. Als ich nun gesehen habe, dass im Hamburger Sportclub Aspria seit einiger Zeit ein Ballett-Workout angeboten wird, musste ich es einfach testen.

So war das Ballett-Workout

Nach einem Tag mit abwechslungsreichen und aufregenden Foto-Shootings stehe ich plötzlich mit einer überschaubaren Gruppe von sehr entspannten Frauen (alle so Mitte 30 oder älter) im weitläufigen Trainingsraum des Aspria Uhlenhorst, in dem nun sogar Ballett-Stangen angebracht wurden. Leider bin ich gleich zu Beginn ein wenig von mir selbst enttäuscht, denn: Ich habe keine supersweeten Ballett-Schläppchen an. Okay, ich hätte mir wohl auch bei näherer Überlegung keine gekauft, da ich das Workout, das im Namen des klassischen Tanzes steht, ja erst einmal testen möchte, aber nur auf Socken zu tanzen, fühlt sich dann doch irgendwie unprofessionell an. Irgendwie wie damals beim Sport in der Schule, wenn wir unseren Turnbeutel vergessen haben. Keine vernünftigen Klamotten an, aber mitmachen mussten wir trotzdem. Na, immerhin trage ich ein neues, stylishes Outfit von Puma. Glück gehabt.

Frauen beim Aufwärmen im Ballett-Workout

Das Warm-up beginnt ganz unspektakulär. Wir springen ein wenig. Mal auf und ab, dann seitwärts – und schwingen unsere Arme dazu. Die Musik ist angenehm und lädt zum Träumen ein. Was sich schon erahnen lässt: Ein Programm, bei dem wir Teilnehmerinnen uns so richtig auspowern, was ja bei vielen Kursen der Fall ist, steht hier heute nicht an. Da es relativ entspannt ist, schweifen meine Gedanken zu Supermodel Jourdan Dunn, das dank regelmäßigen Workouts im Ballett-Stil einen superschlanken Körper mit langen, definierten Muskeln hat. Das möchte ich auch und strenge mich extra an. Eine meiner liebsten Schauspielerinnen, Black Swan-Darstellerin Natalie Portman, hat ebenfalls durch Ballett das Glück ihres Lebens gefunden. Im Jahr 2012 heiratete sie den Ballett-Tänzer und Choreografen des Films Benjamin Millepied.
Jeté beim Balett-Workout

Hach, wenn es doch so einfach wäre. Ein wenig tanzen und schön und glücklich sein. Ganz so einfach ist es aber nicht. Ein wenig Arbeit für den sehnigen Köper gehört schon dazu. Profitänzer tanzen schließlich den ganzen Tag und achten sehr auf ihre Ernährung, um so auszusehen, wie wir sie verehren.

Mit dem Ballett-Workout zu definierten Muskeln

Nach dem Warm-up geht es dann im sanften Übergang zu Übungen im Raum. Und hier kommt schon die erste Überraschung. Aus den großen Boxen tönen keine klassischen Klavierklänge, sondern sanfte Töne von Bon Iver. Supercool! Genau so angenehm wird die Musik bleiben. Meine Freunde Simon & Garfunkel tauchen auch noch auf und begleiten mich bei den mir noch fern bekannten Bewegungen, die sich Plié, Chassé oder Pas de Bourrée nennen. Unsere Übungen bestehen aus diversen Schrittfolgen, Sprüngen und Jetés. Ich bin heilfroh, dass mir zumindest die Grundlagen und die Fußpositionen noch so einigermaßen in Erinnerung sind, denn auch mit meinem Wissen verheddern sich meine Beine immer wieder aufs Neue, und ich muss mich wirklich konzentrieren, hinter Trainerin Susanne herzukommen. Frau vor Ballett-Stange beim Balett-Workout

Nachdem wir ein wenig im Raum getanzt haben, geht es für uns dann auch endlich an die Stange. Hier fühle ich mich nun wie eine richtige Ballerina und lasse Susannes Korrekturen an meiner Beinstellung mit aufrechter Haltung über mich ergehen. Tut gut, mal in mich reinzufühlen und zu gucken, ob alle Knochen und Muskeln noch am rechten Fleck sitzen. Sieht auch gar nicht mal sooo schlecht aus. Einen Spagat – wie früher – schaffe ich heute leider nicht mehr. Dafür aber die kleine Choreografie, die Susanne für uns am Ende der Stunde vorgesehen hat. Bei diesem Formationstanz fühle ich mich wieder genau wie damals beim Ballett in der Turnhalle unserer Grundschule. Irgendwie jung und frisch, aber auch ein wenig unbeholfen 👯. Ob ich am Ball, äh… an der Ballett-Stange bleibe, wird sich zeigen… .

Falls ihr in einer Stadt lebt, die Ballett-Workouts anbietet, probiert es doch mal aus. Ich werde jetzt mal wieder zum Antara, einer Sportart, die die Tiefenmuskulatur im Fokus hat, gehen.

XX, Susanna

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