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Sport und Freizeitspaß für Pferdefans

Weiche Pferdenasen streicheln, kauenden Pferdemäulern zuhören, zusammen mit dem Pferd über ein Hindernis fliegen, beim Dressurreiten eins mit dem Pferd werden oder beim Ausritt die Seele baumeln lassen: Es gibt viele Gründe, warum es so viele Menschen in den Sattel zieht. Doch zum Reiten gehört weit mehr, als nur auf dem Pferderücken zu sitzen. Neben dem Sport steht an erster Stelle, für das Tier Verantwortung zu übernehmen. Längst ist Reiten nicht nur Mädchensache. Immer mehr erwachsene Einsteiger und Wiedereinsteiger sitzen fest im Sattel. Der Ratgeber erklärt, wo Sie Reiten lernen können, und gibt Tipps für die Erstausstattung.

 

Inhaltsverzeichnis

Wo können Sie Reiten lernen?
Fit und gesund durchs Reiten
Diese Ausrüstung brauchen Sie zum Reiten
Fazit: Reiten als Sport und zur Entspannung

 

Wo können Sie Reiten lernen?

Reiten lernen Sie heute nicht mehr nur im örtlichen Reitverein – inzwischen gibt es auch eine Reihe privater Reitschulen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Voraussetzung, um in einem Reitverein oder einem privaten Reitbetrieb reiten zu lernen, sind Schulpferde. Längst nicht jeder Betrieb leistet sich die vierbeinigen Lehrer. Wer sich für sportliche Disziplinen wie Springen oder Dressur interessiert, findet in klassischen Reitställen den richtigen Unterricht. Seit den 70er-Jahren gibt es immer mehr Ställe, in denen auch das Westernreiten gelehrt wird. Einige Reitschulen legen den Schwerpunkt mehr auf Ausritte.

In ihren Grundlagen unterscheiden sich die verschiedenen Disziplinen gar nicht so sehr. Wer im klassischen Sattel anfängt, kann immer noch in den Westernsattel umsteigen und umgekehrt. Es gibt auch viele Reiter, die sich in mehreren Disziplinen wohlfühlen. Reiter, die keine Turnierambitionen haben, sind im Prinzip nicht auf eine Mitgliedschaft im Verein angewiesen, die mit Jahresbeiträgen und oft auch einer Reihe von Arbeitsstunden einhergeht, die geleistet werden müssen. Dafür bieten Vereine Reitstunden meistens etwas günstiger an.

Zum Reiten gehört weit mehr, als nur auf dem Pferd zu sitzen. Gute Betriebe vermitteln Wissen rund um das Verhalten der Tiere und zeigen auch, wie das Pferd geputzt und gesattelt wird. Zudem erklären sie alles, was zur Haltung und Fütterung gehört.

Tipp: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Reitschule besonders auf artgerechte Pferdehaltung. Billige Reitstunden dürfen nicht auf Kosten der Tiere gehen. Schulpferde sollten regelmäßigen Weidegang mit anderen Pferden genießen, um Sozialkontakte pflegen zu können. Achten Sie auf saubere Boxen, gepflegte Hufe und gutes Sattelzeug. Die Pferde sollten gut im Futter stehen und ihre Rippen zu spüren, aber nicht zu sehen sein.

 

Fit und gesund durchs Reiten

Gleich vorneweg: Zum Abnehmen ist Reiten sicherlich nicht die richtige Sportart, doch sie tut Körper und Geist ganz besonders gut. Nicht-Reiter denken oft, dass der Einzige, der dabei Sport macht, das Pferd sei. Doch das stimmt nicht so ganz. Immerhin verbrennt eine 60 kg schwere Frau bei einer Stunde Reiten etwa 450 Kalorien. Zum Vergleich: Beim Joggen in mittlerem Tempo würde sie 600 Kalorien verbrauchen.

Reiten beansprucht eine Reihe von Muskeln – vor allem in Bauch und Rücken. Reiten ist daher ideal für Menschen mit Rückenproblemen, weil gut trainierte Bauch- und Rückenmuskeln die Wirbelsäule stabilisieren. Weil der Reiter sich die ganze Zeit an die Bewegungen des Pferdes anpasst, arbeiten viele Muskeln. Im Trab und Galopp muss der Reiter besonders viel leisten, weil er den Schwung des Pferdes abfangen muss. Reiten fördert auch die Koordination, denn die Pferdebewegungen muss der Reiter permanent ausbalancieren. Reiten gilt zudem als wahrer Stresskiller. Reiter sind viel an der frischen Luft und finden beim Pferd Entspannung. Stress, den Sie während des Tages angestaut haben, können Sie im Stall wunderbar abbauen.

 

Diese Ausrüstung brauchen Sie zum Reiten

Reithelm

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand eines Reiters ist der Reithelm. Wer das Reiten nur einmal ausprobieren möchte, kann dabei den Fahrradhelm tragen. Der hat aber den Nachteil, dass er den Kopf seitlich nicht so gut schützt wie ein echter Reithelm. Einige Reitschulen bieten Reithelme für Einsteiger auch zum Ausleihen aus. Wer regelmäßig reitet, sollte sich einen passenden Helm anschaffen. Da alle Reithelme, die in Deutschland verkauft werden, eine Norm erfüllen müssen, sind günstige Reithelme nicht weniger sicher als teure. Sie unterscheiden sich vor allem im Tragekomfort. Wer stundenlang ausreitet, sollte auf einen bequemen Reithelm achten.

Reithose

Reithosen sind im Kniebereich und teilweise auch am Gesäß verstärkt, damit beim Reiten keine Druckstellen entstehen. Im Westernsattel eignen sich auch Reitjeans. Ihre erste Schnupperstunde können Sie noch ohne Reithose in Leggins oder Jeans, die nur dünne Innennähte an den Beinen haben, absolvieren. Im Sommer sind kurze Hosen absolut ungeeignet zum Reiten, weil Sie sich dann die Waden aufscheuern.

Reitstiefel oder Chaps

Auch hier gilt: Für die erste Schnupperstunde müssen Sie sich noch keine teuren Lederreitstiefel anschaffen. Wichtig sind lediglich Schuhe mit Absätzen, damit Sie nicht durch die Steigbügel rutschen. Beispielsweise eignen sich Wanderschuhe, die wenig Profil haben. Wer nach den ersten Erfahrungen auf dem Pferd Gefallen am Reiten gefunden hat, sollte sich eigene Reitstiefel anschaffen. Hier können Sie zwischen günstigeren Gummi- und teureren Ledermodellen wählen. Gummireitstiefel sind sehr robust, wasserdicht, aber nicht atmungsaktiv, Lederreitstiefel passen sich nach dem Einlaufen perfekt an Ihren Fuß an. Chaps bieten eine gute Alternative zu Stiefeln. Sie erinnern an Gamaschen und werden über halbhohe Reitstiefeletten getragen. Die flexiblen Chaps sind besonders gut für Kinder geeignet, die aus Stiefeln ja schnell herauswachsen.

Reithandschuhe

Wenn Sie stark schwitzen und/oder zu Blasen an den Händen neigen, sollten Sie beim Reiten Handschuhe tragen. Reithandschuhe sind dort verstärkt, wo die Zügel durchlaufen und scheuern könnten. Für die Wintermonate sind gefütterte Reithandschuhe sinnvoll.

Reitjacke oder -mantel

Spezielle Reitjacken oder -mäntel sind so geschnitten, dass sie im Sattel nicht stören. Reitjacken haben oft hinten Knöpfe, damit sie besser über den Sattel passen. Zudem besitzen sie einen Zwei-Wege-Reißverschluss, mit dem Sie sie von unten öffnen können, sodass sie vorn über den Sattel reichen. Dasselbe gilt für Reitmäntel, die nicht nur die Oberschenkel des Reiters wärmen, sondern auch den Ledersattel bei Regen vor Nässe schützen. Reitjacken sollten bequem und relativ eng anliegen, damit sie nicht flattern und der Reitlehrer Ihren Sitz im Sattel erkennen und korrigieren kann. Reitjacken bestehen häufig aus Softshell, das wasserabweisend und atmungsaktiv ist. Modelle aus Hardshell-Gewebe sind sogar wasserdicht.

Reitgerte

Reitschulen besitzen oft einen gewissen Fundus an Reitgerten. Westernreiter verzichten ganz darauf. Sie nutzen stattdessen ihre langen, offenen Zügel. Reitgerten sind nicht dazu da, das Pferd zu prügeln - sie dienen am Boden als Zeigestock fürs Pferd und sind der verlängerte Arm des Reiters. Im Sattel unterstützen Gerten das Reiterbein. Fürs Springreiten empfiehlt sich eine kurze Springgerte, die rund 50 cm lang ist, Dressurreiter nutzen Gerten, die zwischen 1,10 und 1,30 m lang sind.

Sporen

Sporen sind nur für Profis - es heißt ja nicht umsonst, dass sich Reiter ihre Sporen erst verdienen müssen. Erst wenn der Reiter sein Bein in jeder Gangart ruhig am Pferd liegen lassen kann, sollte er mit Sporen reiten. Er muss es aber nicht. Diese Hilfsmittel dienen dazu, dem Pferd noch feinere und kleinere Signale zu geben.

 

Fazit: Reiten als Sport und zur Entspannung

Reiten ist ein idealer Sport für Menschen, die gern in der Natur sind und Tiere lieben. Dabei lassen sich Sport und Entspannung ideal kombinieren.

  • Bei einer anstrengenden Dressurstunde können Sie Ihre Bauch- und Rückenmuskeln so richtig beanspruchen, beim gemütlichen Ausritt im Schritt einfach nur die Natur und das beruhigende Hufgetrappel genießen.
  • Im Pferdestall verfliegen die Alltagssorgen im Nu. Reitunterricht finden Sie längst nicht mehr nur in klassischen Reitvereinen. Dort sind all diejenigen gut aufgehoben, die sich für den Dressur- und Springsport interessieren.
  • Einige private Betriebe haben sich mehr auf reine Freizeitreiter oder das Westernreiten spezialisiert. In ihren Grundlagen unterscheiden sich die unterschiedlichen Reitweisen nur wenig; ein Umstieg ist jederzeit möglich.
  • Für die Basisausrüstung reichen Ihnen ein Helm, Reithosen und geeignete Reitschuhe oder -stiefel.
  • Reiten ist mehr, als nur auf dem Rücken des Pferdes zu sitzen. Entspannen Sie bei der Fellpflege oder bei einem Spaziergang mit dem Pferd.
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