Schulsport: Wie ich lernte, Sport zu hassen

19. Januar 2021 | von

Es ist schon ein paar Jahre her, da ging die Peti­tion ein­er mein­er schreiben­den Kol­legin­nen durch die Presse: Es ging um die Abschaf­fung der Bun­desju­gend­spiele. Während die einen dieses Unter­fan­gen belächel­ten oder sog­ar ver­höh­n­ten, klatscht­en die anderen Beifall. Ich gehörte zu let­zteren, denn auch ich hat­te als Schü­lerin vor den Wet­tkampf­ta­gen Bauch­schmerzen, fühlte mich danach wie ein elen­der Ver­sager und gewann nicht eine einzige Siegerurkunde – in dreizehn Schul­jahren. Ich ging also immer ohne Urkunde heim, jedes Schul­jahr wieder, und das, obwohl ich mich wirk­lich anstrengte! Was für eine Schmach.

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Mein Kindheitstrauma: Der Sportunterricht

Aber es waren nicht die Bun­desju­gend­spiele allein, die mich während ein­er Schulzeit in Sachen Sport beängstigten und frus­tri­erten. Nein, der ganze Schul­sport, jede einzelne Stunde, war für mich eine Qual. Die Schul­t­age mit Sportun­ter­richt waren immer schwarze Tage. Ständig musste ich dort Sachen machen, die ich nicht kon­nte, die ich mich nicht traute, vor denen ich Angst hat­te: Vor­wärt­srollen auf dem Schwe­be­balken etwa, Fel­gauf­schwung am Reck, Bock­sprin­gen oder Bar­ren­tur­nen. Oder auch „nur“ Rad zuschla­gen. Natür­lich gab es auch Schü­lerin­nen, die solche Übun­gen mit Leichtigkeit absolvierten – mir hinge­gen blieb nur das Gefühl eine sportliche Niete zu sein.

Bin ich wirklich unsportlich?

Dieses Gefühl hat mich lei­der nie mehr ver­lassen. Da half es auch nichts, dass ich in der Kol­legstufe Tanzen als Sport-Wahlfach belegte und mit 15 Punk­ten – und damit mit der Best­note – abschloss. Nein, seit meinen Erfahrun­gen im Schul­sport und den Bun­desju­gend­spie­len halte ich mich für einen sportlichen Ver­sager. Jemand, der ein­fach unsportlich ist, der Bewe­gung ein­fach nicht „kann“. Im Grunde hat der Schul­sport genau das Gegen­teil von dem erre­icht, was er sollte: Er hat mir den Spaß an der Bewe­gung und Lust auf Sport genom­men. Tja.

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Mit dieser Erfahrung bin ich lei­der nicht allein: Ganz viele Frauen (Män­ner möglicher­weise auch) bericht­en von ähn­lichen frus­tri­eren­den bis erniedri­gen­den Schul­sport-Erleb­nis­sen. Ja, vielle­icht ist auch das ein Grund für den Bewe­gungs­man­gel in unser­er heuti­gen Gesellschaft. Weil viele von uns nicht gel­ernt haben, Bewe­gung und Sport zu lieben – son­dern lediglich Gerät­tur­nen und Co. zu hassen.

Wie sind deine Erfahrung mit Schul­sport? Yay oder nay?

Fotos © Elias Ackstaller

Letzte Kommentare (29)

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Petra
Freitag, 22. Januar 2021, 8:41 Uhr

Tja lei­der bet­rifft dieses The­ma auch heute noch unsere Kinder. Meine Tochter ist sehr groß und schlank und hat mit­tler­weile den Spaß an der Bewe­gung im Sportun­ter­richt total ver­loren. Ich muss sie jedes­mal motivieren wieder hinzuge­hen. Sie bekommt alle möglichen Zustände hat Angst vor ihrer Lehrerin. Das kanns doch nicht sein. Die nehmen den Kindern den Spaß an der Bewe­gung damit sie ihren Blö­den Lehrplan durch­set­zen kön­nen. Jed­er Men­sch hat doch bes­timmte Tal­ente. Nicht jed­er ist ein Spitzen­sportler. Aber es reicht doch wenn man Spaß hat sich zu bewe­gen. Aber das reicht nicht. Die müssen ja mal wieder in eine Schublade passen! Wie ich das hasse!
Naja einen Vorteil hat es, meine Tochter wird durch solche Sit­u­a­tio­nen nur noch Stärk­er her­vorge­hen. In dieser Zeit nur von Vorteil !

Natascha
Dienstag, 19. Januar 2021, 15:59 Uhr

Vielle­icht soll­ten wir viel mehr über die Unter­richt­skonzepte nach­denken als über die Abschaf­fung. Ich kann nicht sin­gen und bin so gar nicht musikalisch, hat­te aber einen wun­der­baren Lehrer, der uns viel über die Musik beige­bracht hat. Sin­gen musste ich nicht. Kann auch nicht malen, habe aber viel über die Kun­st in der Schule gelernt.

Nebelwerfer55
Donnerstag, 7. Januar 2021, 15:51 Uhr

Sport war sich­er nicht jed­er­manns Lieblings­fach aber ger­ade Kinder müssen ler­nen das man nicht immer im Leben gewin­nen oder eine Sache gut machen kann , auch die eige­nen Äng­ste zu bezwin­gen gehört nun­mal zum Erwach­sen­wer­den dazu und ich glaube das noch kein Schüler nur durch seinen Schul­sport ein Trau­ma fürs Leben erlit­ten hat.

Eva
Samstag, 2. Januar 2021, 19:43 Uhr

Es geht noch schlim­mer, in Sport und Musik eine Niete zu sein. Bun­desju­gend­spiele ein Hor­ror, nur noch zu top­pen von Vorsin­gen vor der Klasse.

Elisabeth
Sonntag, 13. Dezember 2020, 14:40 Uhr

Das Äquiv­a­lent gibt es lei­der auch im Fach Musik, ein Fach das oft­mals entwed­er gar nicht oder method­isch und inhaltlich sehr schlecht , oft auch fach­fremd unter­richtet wird.
Diejeni­gen, die dann später, als junge oder auch alte, Erwach­sene dann doch Lust bekom­men, ein Instru­ment zu erler­nen und deshalb zu mir kom­men, bericht­en immer wieder davon — man denke nur benotetes Sin­gen allein vor der ganzen Klasse im Pubertätsalter !
Das gibt es sog­ar heute noch in etlichen Schulen!

Caro
Donnerstag, 26. November 2020, 13:31 Uhr

Ich hat­te auch immer Angst vor dem Sportun­ter­richt. Ich kon­nte die meis­ten Dinge nicht, oder hab es mich nicht getraut. Am schlimm­sten waren aber die Belei­di­gun­gen und Hänse­leien der anderen. Den Lehrern wars egal, ich hab mich gefühlt wie ein Stück Scheiße. Deshalb has­se ich Sport noch heute und vor allem Sport mit anderen Men­schen, weil ich es gewohnt bin fer­tig gemacht zu wer­den. Vieles in der Schule macht Men­schen kaputt.

Xen
Montag, 2. November 2020, 10:56 Uhr

Tja, der lei­di­ge Sportun­ter­richt. Ihm geht’s wie Musik und Kunst…Es scheit­ert oft an den Lehrern. Bei mir jeden­falls. Ich bin wed­er sportlich, noch musikalisch oder kreativ. Aber ich hat­te meine paar Sachen, die ich gern gemacht habe. Vielle­icht nicht gut, vielle­icht nicht perfekt…aber eben gern. Nun kann man natür­lich sagen, Sportun­ter­richt, tja, ist ein Schul­fach wie Mathe auch; die einen können’s gut, die anderen eben nicht. Lass ich gel­ten, stimmt auch irgend­wo. Allerd­ings kommt dann wieder jene Riege, die behauptet, Sport wäre dazu da auch Bewe­gungsmuf­fel zu motivieren, sich zumin­d­est ein wenig zu bewe­gen. Nun gut, das beißt sich aber dann mit dem oberen Argu­ment. Wer schlecht in Mathe ist, wird sich­er nicht frei­willig in sein­er kost­baren Freizeit irgendwelche Auf­gaben nur durch Spaß an der Freude lösen. In meinem Fall war der Schul­sport beson­ders ver­trackt. Ich war begeis­terte Tänz­erin, Schwim­merin und bin ab und an gerit­ten. Tja…hat mir nix genutzt, wir haben über Jahre hin­weg nur Vol­ley­ball, Völker­ball, Fußball…kurz alles wo irgend­wo ein “Ball” drin­nen ist genutzt. Abwech­slung war dann mal Leich­tath­letik. Pech für mich. War nicht meins. Aber gut. Damit hätte sich leben lassen. Zudem waren allerd­ings die meis­ten unser­er Sportlehrer äußerst inkom­pe­tent. Von den Schülern Dinge ver­lan­gen, die man sel­ber nicht kann? Ohne vorher ordentlich­es Aufwär­men? Kein Wun­der, dass sich bei uns regelmäßig Leute ver­let­zt haben. Und da hat es bei mir ange­fan­gen. Mich bei Sport ver­let­zen, der mir ein­er­lei oder gar zuwider ist? Um dann den Sport den ich gerne mache nicht mehr tun zu kön­nen? War ein Wider­spruch in sich. Und Kind, trotzig wie es war (und ist) hat also sich stand­haft geweigert an irgendwelchen Aktio­nen teilzunehmen die in seinen Augen erhöht­es Ver­let­zungspo­ten­tial gebildet haben. Bin damit auch gut gefahren. Hab mir im Sport nie ern­sthaft weh getan. Mit solchen Aktio­nen macht man sich allerd­ings nicht beliebt, dass muss einem schon klar sein. Aber das war mir lieber als auf meine geliebten Reit­stun­den (bin ja doch ein recht­es Pfer­demädel:)) verzicht­en zu müssen. Es gab noch ein paar weit­ere sehr indi­vidu­elle Gründe (ständi­ge Ver­schiebung des Sportun­ter­richts etc.), die dafür gesorgt haben, dass mich kein Ball­sportver­rein und kein Leich­tath­letikklub jemals wieder zu Gesicht bekom­men wird. Und das, wo mir sowas als Kind richtig Spaß gemacht hat. Somit also: Das Argu­ment Sport ist ein Fach und da muss man durch. Ja, unter­schreibe ich. Das Argu­ment aber, Sportun­ter­richt sei ach so wichtig…Nein. Es ist wichtig den Kindern was an die Hand zu geben, wom­it sie sich gerne aktiv beschäftigten. Sinn­los im Kreis laufen, über viel zu Hohe Kas­ten fall­en (bei uns passiert) und ähn­liche Scherze…sie erre­ichen das Gegen­teil. Das bildet Men­schen aus, die Sport has­sen, es mit Ungemach und Pein­lichkeit­en verbinden. Die das Ver­trauen in einen “Lehrer” ver­lieren, weil der ihnen gar nichts beib­ringt, son­dern nur die fördert, die eh das meiste schon kön­nen. So gese­hen bin ich Dankbar, dass sich unser Sportun­ter­richt nur auf die “Klas­sik­er” beschränkt hat. So ist mir zumin­d­est der Spaß an “meinen” Sportarten erhal­ten geblieben.

Karl Hoffmann
Dienstag, 20. Oktober 2020, 16:13 Uhr

Ich finde es wichtig eine Sport­note zu haben bei der die Mitar­beit ele­men­tar mite­in­fließt. Die son­sti­gen Leis­tun­gen müssen aber auch gew­ertet wer­den, anson­sten kön­nen Arbeit­ge­ber über­haupt nicht nachvol­lziehen wie geeignet der Bewer­ber ist. Die kör­per­liche Fit­ness spielt bei eini­gen Berufen eine wichtige Rolle! Es wäre mein­er Mei­n­ung nach auch falsch dann im Vorstel­lungs­ge­spräch die Fit­ness anhand des Kör­per­baus festzu­machen- damit kön­nten fül­ligere Men­schen noch viel eher aus­geschlossen wer­den als durch eine Sport­note. Außer­dem finde ich auch das Tur­nen eher nicht auf dem Lehrplan ste­hen muss. Ich finde aber, dass man auf jeden Fall jedem Schüler auch die Möglichkeit geben sollte sich in der Schule fit zu hal­ten. Außer­dem kann man sich von den BuJu auch abmelden. Ich finde es aber per­sön­lich falsch, dass auf­grund von Erfahrun­gen einzel­ner Fälle diese Maß­nahme durchge­set­zt wer­den soll. Let­z­tendlich ist es doch jed­er­manns eigene Entschei­dung ob er sich fit hal­ten will. Der Sportun­tericht zeigt nur ein Parade­beispiel von gesun­dem Leben, denn Sport ist gesund.

Kitty
Donnerstag, 20. August 2020, 17:02 Uhr

Genau­so ging es mir auch! Dabei war ich in der Schule nicht­mal dick, son­dern nur etwas curvy mit Gr.38. Ich wog vielle­icht 5 kg mehr als die als hüb­sch und schlank gel­tenden Klassenkam­eradin­nen, aber ich wurde als dick oder sog­ar fett beschimpft. Meine Stärken lagen schon immer in Kreativ­ität und Sprache. Das hat aber nie­man­den inter­essiert. In den 80ern zählten Super­mod­els und Marken­klei­dung auf unser­er Schule. Mir wurde durch das Mob­bing und das Ver­sagen bei Bun­desju­gend­spie­len jegliche Freude an Sport und Bewe­gung ver­dor­ben, es war regel­recht trau­ma­tisch. Im Laufe meines Lebens wurde ich dann wirk­lich dick, als hätte man mich durch das Mob­bing verflucht.

Sepp
Dienstag, 16. Juni 2020, 19:05 Uhr

Ich ste­he ganz hin­ter Ihnen. Ich finde es toll, dass Sie sich in dieser Hin­sicht Gedanken machen. Für mich war Schul­sport auch immer der schlimm­ste Unter­richt. Ich hat­te in der Früh immer Angstzustände wie ich in Gedanken den Stun­den­plan durchging und fest­stellen musste das heute Sport wieder an der Rei­he ist.
Ich kam mir im Sportun­ter­richt ein­fach blöd vor.
Ich bin jet­zt 32 und bin froh dass ich diese Zeit hin­ter mir habe.
Danke für Ihren Aufruf und Gedanken.

Tanja
Sonntag, 24. Mai 2020, 9:55 Uhr

Schul­sport war ein Dra­ma oder eher ein Trau­ma? Bin jet­zt 50 und erin­nere mich immer noch an mein Versagen.
Der Witz daran ist: ich hat­te ein Attest für den Schul­sport, heißt aber nicht, dass ich tat­säch­lich unsportlich war. Zur sel­ben Zeit habe ich 3x wöchentlich 2 Stun­den harten Bal­let­tun­ter­richt, der mir aber richtig Freude machte.
Kon­nte eben keinen Hand­stand Über­schlag am Stufenbarren…dafür berührte meine Nasen­spitze müh­e­los mein Knie!
Kinder soll­ten ermuntert wer­den, sich gerne zu bewe­gen, was immer ihnen Spaß macht.

Sabine
Sonntag, 19. April 2020, 9:37 Uhr

Hal­lo, ich bin 67 Jahre alt und da spricht mir nun endlich mal jemand aus der Seele. Schul­sport war für mich das Grauen, beson­ders Geräte­tur­nen. Wenn das mon­tags auf dem Plan stand, war das ganze Woch­enende ver­dor­ben. Ich erin­nere mich noch mit beson­derem Schreck­en an die hohe Wende oder ähn­lich­es am Stufen­bar­ren. Ich bin in der DDR aufgewach­sen und finde es tröstlich, dass es ander­swo auch nich anders war.
Ich hat­te auch Angst, wegen Sport das Abitur nicht zu beste­hen. Es hat aber geklappt. Die Sportlehrer waren meist ziem­liche Unmen­schen und man musste sich Dinge sagen lassen wie ” Es gibt auch Bewegungsidioten…”
Lei­der ging auch an der Hochschule der “Sport­stress” weiter.
Zum Glück sah ich aber über­haupt nicht unsportlich aus und ein riesiges Kom­pli­ment für mich war, wenn in der Dis­co jemand dachte, dass ich an der Sports­chule studieren…
Aber lei­der hat­te ich auf Grund der Schul­sporter­fahrun­gen immer ei gestörtes Ver­hält­nis zum Sport, was sich erst vor kurzem ein wenig änderte, als ich mit Fre­undin­nen laufen ging.
Meine Kinder sind zum Glück sportlich und lieben Sport.
So, schön, dass ich mir das mal von der Seele schreiben konnte.

187Girlie
Samstag, 12. Oktober 2019, 23:24 Uhr

Wäre gerne bei euch

Mina
Samstag, 8. Juni 2019, 13:57 Uhr

Wenn Es nach den hier geschilderten Erleb­nis­sen gin­ge, dürfte es gar keine Fäch­er mehr geben, die irgendw­er nicht gut kann. Es dürfte keine Ver­gle­iche und kein “Kräftemessen” mehr geben, weil irgendw­er immer etwas nicht oder zumin­d­est nicht gut kann.
Das ist doch völ­lig real­itäts­fern und führt zu genau den Prob­le­men, die die meis­ten Schu­la­bgänger (ob nun mit Oder ohne Abschluss) aktuell haben: sie sind nicht mehr belast­bar, abso­lut nicht kri­tik­fähig und sehen keinen Grund dafür, auch mal “in den sauren Apfel zu beißen”.
Ich per­sön­lich habe auch nie eine Urkunde der BJS mit nach Hause gebracht, habe Leich­tatlethik gehas­st und hat­te ein sehr angestrengtes Ver­hält­nis zu mein­er Sportlehrerin. Ich has­ste es, beim Geräte­tur­nen am Reck zu hantieren, weil ich wed­er das blöde Pul­ver an den Hän­den abkon­nte, noch den Geruch mein­er Hände ertra­gen kon­nte, wenn ich denn endlich durch war. Beim Boden­tur­nen war es nicht besser.
Als es endlich darum ging, mannschaftss­portarten auszupro­bieren, Hat­te ich wieder Pech und ne schlechte Note, weil die notenge­bung auf ein­mal nicht mehr darauf auf­baute, was man kön­nte, son­dern wie sehr man sich verbessert hat­te (Wenn man mehr kann, als im Unter­richt dran genom­men wird, hat man halt Pech…).
Aber jet­zt zu sagen, der böse Sportun­ter­richt hat mein Leben weniger lebenswert gemacht, ist Blödsinn.
Vielle­icht soll­ten sich einige Fra­gen, ob sie sich von dem erlebten definieren lassen wollen und ihre neg­a­tiv­en Erfahrun­gen auch auf andere (z.b. ihre Nachkom­men) pro­jizieren, oder ob sie reif genug sind, drüber zu stehen.
Eine prinzip­ielle Abschaf­fung des Sportun­ter­richts finde ich völ­lig falsch, schon alleine, weil die Lehrpläne der einzel­nen Bun­deslän­der und/oder Städte/Kommunen völ­lig unter­schiedlich aufge­baut sind. Ich wäre eher für einen bre­it­ge­fächerten Sportun­ter­richt, in dem aus jedem Bere­ich etwas ange­boten und aus­pro­biert wer­den kann. Damit ich als Mäd­chen die “typ­is­chen Män­ner­sportarten” aus­pro­bieren und toll find­en kann und mein Sohn auch mal in die “typ­is­chen weib­lichen Sportarten” reinschnuppert.
Wer päd­a­gogisch nicht dazu geeignet ist, Aufk­lärung statt Mob­bing zu betreiben, sollte wed­er den Sport- noch anderen Unter­richt leit­en… deshalb aber den Sportun­ter­richt per se abzuschaf­fen, nur weil men­schlich­es Ver­sagen dazu führt, dass man 1. sich über die Schwächen ander­er definiert oder 2. nicht mehr akzep­tieren, dass es auch Sachen gibt, die einem selb­st nicht liegen, anderen dafür aber schon, halte ich für völ­lig falsch.
Grade in der heuti­gen Zeit gäbe es genü­gend Kinder, die sich dann gar nicht mehr bewe­gen (müssen) und mit immer mehr gesund­heitlichen Schwierigkeit­en kämpfen müssen.

Krine
Montag, 3. Juni 2019, 16:37 Uhr

Ist das nicht bei allen Schulfäch­ern so, dass nicht die Anstren­gung bew­ertet wird son­dern nur das Resoltat. Also z.B. bei einem Schüler mit schlechtem Sprachge­fühl, der vor ein­er Prü­fung vielle­icht mehr gel­ernt hat als viele sein­er Klassenkam­er­aden, erre­icht trotz­dem nur eine 4 oder 5. Und seine Anstren­gung fließt nicht in die Bew­er­tung ein.
Genau so ist es im Sportun­ter­richt auch. Also liegt meines Eracht­ens das Prob­lem grund­sät­zlich am Noten­sys­tem und nicht beim Sportunterricht.

Zudem finde ich das Fäch­er wie Sport oder Kun­st grade für lern­schwache Schüler eine gute Möglichkeit sind auch mal eine gute Note zu bekommen.

Zulet­zt noch ein ganz sup­jek­tiv­er Kom­men­tar. Ich habe es immer sehr genossen, mich zwis­chen dem vie­len sitzen in der Schule auch mal zu bewegen 🙂

Minion1
Sonntag, 2. Juni 2019, 20:10 Uhr

Ich bin fast 22 Jahre alt und bin als Kind immer sportlich aktiv gewe­sen. Allerd­ings habe ich im Schul­sport ein­er­seits durch ein Gefühl der Unfähigkeit, ander­er­seits durch Scham (weil meine Fig­ur sich auch in der Pubertät stark verän­dert hat). Ich habe teil­weise die Schule geschwänzt, weil ich nicht zum Sport wollte. Und daran hat sich im Großen und Ganzen nicht wirk­lich etwas geän­dert. Ich mache jet­zt eine Aus­bil­dung und der Hor­ror vom Schul­sport ist immer noch nicht vor­bei. Ich has­se es..

Jessi
Montag, 27. Mai 2019, 18:48 Uhr

Ich bin mit­tler­weile erst 21 Jahre alt und habe mein bish­eriges Leben Sport gehas­st. Ange­fan­gen in der Grund­schule und über meine kom­plette Lauf­bahn auf dem Gym­na­si­um waren die Sport­stun­den für mich der blanke Hor­ror. Vor allem die bere­its mehrfach erwäh­n­ten Bun­desju­gend­spiele und die verpflich­t­en­den Aus­dauer­läufe waren eine Qual und haben dazu geführt, dass ich mich in mein­er Haut nicht wohl gefühlt habe.
Erst auf der Beruf­ss­chule hat es ein Lehrer geschafft, den Sportun­ter­richt so zu gestal­ten, dass auch die unsportlichen Men­schen Spaß an der Bewe­gung hat­ten. Durch eine neue Herange­hensweise an die Wahl der Sportarten und vor allem auch an die Bew­er­tungs­grund­la­gen für die Noten hat­ten wir ALLE eine tolle Zeit im Sportunterricht.
Für zukün­ftige Gen­er­a­tio­nen würde ich mir nicht wün­schen, dass dieser Unter­richt kom­plett ver­fällt, son­dern dass der Lehrplan und die Bew­er­tung dieses Fach­es angepasst und vere­in­facht wer­den, sodass jed­er die Chance hat Spaß am Sport zu empfinden.

Yuna
Montag, 27. Mai 2019, 17:16 Uhr

Ich bin heute 32 Jahre alt meine Tochter ger­ade 8 Jahre sie ist mega sportlich und freut sich sehr auf die Spiele, ich wün­sche mir sehr dass das immer so bleiben wird.
Ich habe Sport gehas­st, abge­se­hen vom Tanzen das ist fast 12 Jahre als Sport gemacht habe. Schul­sport in seine jet­zi­gen Form sollte wirk­lich geän­dert wer­den, in allein diesem Fach räu­men Lehrer den Kindern so viele Möglichkeit­en ein,andere zu mobben weil sie eben nicht so fit in allem sind. Ich hab die Schule nach der 9 Klasse ver­lassen und bin lieber in die Aus­bil­dung, weil ich nicht mehr in den Schul­sport wollte.
Und ich kenne viele Mama’s den es mir dem Schul­sport auch so ging.

Anna
Sonntag, 26. Mai 2019, 21:10 Uhr

Ich bin 45 und war nie son­der­lich gut im Sport ‚hat­te auch mal eine schlechtere Noten wg man­gel­nder Moti­va­tion erhal­ten, was mich nicht son­der­lich gestört hat, da lag zum Teil auch daran, wie meine Eltern damit umge­gan­gen waren. “Willst du Sportler werden?”-“äh nö?”
“Dann renn weit­er draußen rum mit deinen Fre­un­den und genieße die Bewegung “.
Ich bin nicht dafür den Sport abzuschaf­fen, doch sollte er umgestal­tet wer­den, um eben auch den Schü­lerIn­nen den Spaß am Sport bzw. der Bewe­gung zu ver­mit­teln, die nun mal nicht eine Siegerurkunde/Ehrenurkunde bekom­men. …das bet­rifft mein­er Mei­n­ung nach auch die anderen Fächer.
Doch glaube ich auch, dass man es wahrschein­lich nicht allen Recht machen kann , dann ist es doch gut zu ler­nen auch mit neg­a­tiv­en Erfahrun­gen umzuge­hen und trotz­dem weit­er zu machen.

Lea
Sonntag, 26. Mai 2019, 13:10 Uhr

Ich bin selb­st erst 18 Jahre alt und besuche derzeit noch die Schule und somit auch den Sportun­ter­richt. Ich habe mittwochs nur 5 Unter­richtsstun­den die erste Reli­gion die zweite Sozialkunde die dritte und vierte Sport und die fün­fte Chemie. Also eigentlich ein sehr entspan­nter Tag und trotz­dem ist es für mich der schlimm­ste Tag in der Woche. Ich bin rel­a­tiv klein (1,58m) und ein wenig übergewichtig (68kg). Sport ist für mich sehr quälend wir spie­len haupt­säch­lich nur Fußball und haben 8 Jungs die seit Jahren im Vere­in spie­len. Dementsprechend hart schießen sie auch und als unsportlich­es Mäd­chen ohne viel Kraft ist man verängstigt und mut­los. Ich wäre auf­je­den­fall dafür das der schul­sport abgeschafft wird.

Laura
Sonntag, 26. Mai 2019, 12:03 Uhr

*Fort­set­zung*
Er wollte sich nicht die eventuellen Beschw­er­den der anderen im Kurs anhören, dass ich eine Vorzugs­be­hand­lung bekäme. Wer jet­zt mit dem gesun­den Men­schen­ver­stand argu­men­tiert, mag prinzip­iell Recht haben, aber dieser fehlte ger­ade in mein­er Stufe mas­siv und ich hat­te das ganze Gym­na­si­um über extrem mit Mob­bing zu kämpfen, und die Mob­ber nutzten jede Möglichkeit.
Nach eini­gen Ver­suchen, eine Kugel mit einem Arm zu stoßen, die ein Zehn­tel meines gesamten Kör­pergewichts aus­machte, reichte es mir und ich set­zte mich ein­fach hin. In der näch­sten Stunde hat­te mein Lehrer zum Glück ein Ein­se­hen und ich durfte die 2,5kg-Kugel benutzen. Es hat­te ihn nicht kalt gelassen, dass ich nach dem 4kg-Desaster tage­lang Schmerzen im Ell­bo­gen hat­te, die noch zu den seel­is­chen Qualen kamen.
Lei­der war nicht jed­er mein­er Sportlehrer so men­schlich. Ich habe mir immer Boden­tur­nen gewün­scht, denn das kon­nte ich, aber wir hat­ten 95% der Zeit “Jungs-Sport”, bei dem die Jun­gen oft einen unfairen Vorteil haben. Zudem war ich noch zusät­zlich im Nachteil, da ich Linkshän­derin bin und fast alle Übun­gen noch “über­set­zen” musste, um sie zu bewältigen.
Das alles hat zu einem Hass auf viele Sportarten — außer Tanzen — geführt, der auch heute, mit Mitte 20, noch sehr präsent ist.

Laura
Sonntag, 26. Mai 2019, 11:53 Uhr

Ich bin wohl ver­gle­ich­sweise jung, denn ich bin ein Kind der 90er. Aber auch ich habe seit dem Gym­na­si­um eine Aver­sion gegen Sport. Geräte­tur­nen und Boden­tur­nen war bei uns fak­tisch nicht exis­tent — aber ich habe es mir immer her­beige­sehnt. Nein, bei uns gab es immer fast nur Bad­minton, Vol­ley­ball und natür­lich Leich­tath­letik. Immer wieder Leich­tath­letik. Schon seit der fün­ften Klasse mussten wir dauernd Kilo­me­ter­läufe absolvieren, und wir wur­den nach der Zeit benotet, die wir dafür benötigten. Dass einige von uns — und ich zäh­le zu diesen Unglück­lichen — sich Schmähun­gen der Klassenkam­er­aden und Kom­mentare der Lehrer anhören mussten, die wohl witzig gemeint waren, uns aber jede Moti­va­tion raubten, wird zu oft unter den Tep­pich gekehrt. Auch, dass ich wohl nicht die einzige gewe­sen bin, die nach einem der ver­has­sten 5km-Läufe nur mit großer Mühe ver­hin­dern kon­nte, vor lauter Anstren­gung an Ort und Stelle zu kotzen, deren Lunge sich anfühlte als würde sie zer­reißen und deren Beine drauf und dran waren ein­fach den Dienst zu quittieren.
Beim Vol­ley­ball habe ich mir mit schön­er Regelmäßigkeit die Fin­ger umgeknickt, denn diese hiel­ten der Wucht, mit der der Ball von den viel stärk­eren anderen gewor­fen wurde, nicht so gut stand, sodass ich schon vor jed­er Sport­stunde Angst vor Schmerzen und weit­eren Demü­ti­gun­gen hatte.
Das Kugel­stoßen allerd­ings war der Ham­mer — im neg­a­tiv­en Sinne. Ich war immer klein und zier­lich für mein Alter und bin es heute noch. Damals wog ich bei 1.63m Größe nur 42kg, aber da ich bere­its 18 war, sollte ich eine 4kg-Kugel ver­wen­den — die Stan­dard­kugel für durch­schnit­tliche 18-jährige Mäd­chen. Nun, vom Gewicht her fiel ich aber nun mas­siv UNTER den Durch­schnitt, weshalb ich meinen Mut zusam­men­nahm und dies meinem Lehrer sagte. Er ver­stand das Prob­lem, sagte mir aber, dass er da nicht viel tun könne

Leserin
Sonntag, 26. Mai 2019, 1:15 Uhr

Natür­lich kann man sich davon den Spaß verder­ben lassen, jedoch müsste man dann jeden Unter­richt abschaf­fen oder zur Wahl stellen. Ich als heute Inge­nieurin, musste in der 3. Und 4. Klasse im Deutschunter­richt Fan­tasieauf­sätze bis zum umfall­en schreiben, ohne auss­chweifende Fan­tasie ist das kaum möglich, genau­so wie manche eben nicht zu allen Bewe­gun­gen fähig sind. Ich habe mir trotz­dem nicht die Lust am For­mulieren nehmen lassen und schreibe gerne Fach­leute, in denen ich mir nichts dazu aus­denken muss. Jedoch werde ich nie ver­ste­hen warum jemand wegen fehlen­der Fan­tasie in der Grund­schule 4er kassieren muss. Genau­so soll­ten ‘Bewe­gungsle­gas­teniker’ für ihre Mühe und ihren Mut alles auszupro­bieren mit dementsprechen­den Noten belohnt und nicht direkt abgestem­pelt werden.

Petra
Dienstag, 23. April 2019, 14:48 Uhr

Genau so war es auch bei mir. Ich habe mir die toll­sten Sachen aus­gedacht um nicht wieder von den Klassenkam­er­aden aus­gelacht zu wer­den. Zu allem Übel bin ich auch noch eine extreme Bal­l­le­gas­tenikerin (soll meinen, ich tre­ffe und fange keinen Ball — die Auge-Hand Koor­di­na­tion ist wohl wenig bis gar nicht vorhan­den), also waren Vol­ley­ball und Bas­ket­ball genau­so schreck­lich wie Boden- oder Geräte­tur­nen. Später habe auch ich, Tanzen gewählt und hat­te plöt­zlich eine 1 in Sport. Aber jahre­lang zu hören, wie unsportlich ich bin, hat sich ein­fach im Kopf festgesetzt.
Übri­gens bin ich jet­zt Schulsekretärin und sehe das gle­iche bei unseren Schü­lerin­nen und teil­weise auch Schülern. Ich finde der Sportun­ter­richt sollte abgeschafft, oder völ­lig verän­dert wer­den (eher in AG Form und mit freier Wahl, welchen Sport man machen möchte).

Andrea
Dienstag, 23. April 2019, 10:03 Uhr

Nein,das kann ich nicht bestätigen.Trotz Übergewichts auch schon in Kinder-und Jugend­ta­gen war Sport eines mein­er Lieblings­fäch­er. Stuffen­bar­ren oder Schwe­be­balken kon­nte man sich aussuchen.Radschlagen kon­nte ich auch nie,na und? Aber Spiele waren mein Ding,Ausdauer-und Kurzstreck­en­lauf. Klet­tern kon­nte ich auch nicht.Darüber hat man mich und hab ich mich nie definiert. Tanzen dage­gen (Kom­pli­ment an eine andere Teil­nehmende hier) war nie so mein Ding.Ich bin am Wass­er aufgewach­sen und kon­nte früh schwimmen…heute bleiben nach Unfällen und daraus resul­tieren­den bleiben­den Schä­den Rad­fahren und Schwim­men übrig. Geht auch.Hab heute im See angebadet…alles Gute euch.

Schulsportablehnerin
Freitag, 30. November 2018, 8:59 Uhr

Meine schlimm­sten Schwimm­stun­den: Als Nichtschwim­merin ins Sprung­beck­en gewor­fen zu wer­den, mit dem Zwang das Beck­en erst als Schwim­merin ver­lassen zu dür­fen. Als Nicht­springerin vom 1 Meter Brett ins Wass­er gewor­fen zu wer­den. Als Nicht­taucherin stun­den­lang nach Rin­gen tauchen zu müssen. Das Ganze mit der Angst zu ertrinken, jedoch ken­nen die Schwimm­lehrerIn­nen keine Gnade.

Leserin
Donnerstag, 23. August 2018, 12:32 Uhr

Das kann ich genau­so unter­schreiben. Mir ging es genau­so, irgend­wann habe ich dann den Sportun­ter­richt meist kom­plett ver­weigert. Lei­der geht es meinem Sohn ähn­lich. Er has­st Sport seit der 2. Klasse. Dort musste er “Strafrun­den” laufen, weil er beim Aus­dauer­lauf mal eine Runde gegan­gen ist, da er nicht mehr kon­nte. So verdirbt man Kindern den Spass an Bewegung.

Nicole
Dienstag, 21. August 2018, 9:04 Uhr

Hal­lo liebe Susanne! Das wären genau meine Worte…also wenn ich denn so schön schreiben kön­nte… ;-). Es ist so trau­rig aber wahr… Tage an denen Schul­sport auf dem Plan stand, waren Hor­ror, am lieb­sten hätte ich dann immer geschwänzt. Bun­desju­gend­spiele.… ohne Worte, furcht­bar, wie ich mich da immer gefühlt habe. Meinem Sohn geht es lei­der ähn­lich… ich unter­stütze ihn, wo ich kann mit der entsprechen­den Ein­stel­lung, dies nicht so gewichtig und als Maßstab für ihn zu sehen.… Diese Spiele gehören wirk­lich abgeschafft. Punkt! Liebe Grüße

Andrea Schmidt
Donnerstag, 16. August 2018, 16:18 Uhr

Ging mir ganz ganz ganz genauso.
Und ich liebe es echt mich zu bewegen.
Ren­nen, Tanzen.…
aber diese sch.…recklichen Bun­desju­gend­spiele, ne, echt.
Und die gibt es ja immer noch.
Und soviele Kids has­sen sie.