Sei mutig und
bereichere dein Leben!

5. Mai 2020 | von

Ich hat­te neulich einen Urlaub­stag, das Wet­ter war schön, nie­mand son­st hat­te frei. Also habe ich den Tag ganz für mich allein in vollen Zügen genossen.

Was bedeutet es mutig zu sein

Ich bin an der Elbe ent­lang spaziert, war mit­tags allein in einem schö­nen Restau­rant essen, habe nach­mit­tags Schwimm­bad und Sauna besucht und bin abends allein ins Kino gegan­gen. Ich hat­te einen grandiosen Tag und war run­dum zufrieden. Als ich am näch­sten Tag ein­er Kol­le­gin davon erzählte, sagte sie: „Oh! Das war aber mutig!“ Ich emp­fand das jet­zt nicht als welt­be­we­gende Leis­tung, aber sie hat­te schon irgend­wie recht. Allein in einem Restau­rant zu essen oder als Dicke schwim­men zu gehen, das sind Sit­u­a­tio­nen, in denen ich mich zunächst unwohl füh­le. Hätte ich aber den Mut nicht aufge­bracht, allein so viel zu unternehmen, hätte ich den ganzen Tag zu Hause in mein­er Woh­nung ver­bracht und wäre trau­rig gewesen.

Mutig sein heißt, sich seinen Ängsten zu stellen

Was bedeutet es eigentlich, mutig zu sein? Wikipedia sagt: „Mut, auch Wage­mut oder Beherztheit, bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen, das heißt, sich beispiel­sweise in eine gefahren­haltige, mit Unsicher­heit­en ver­bun­dene Sit­u­a­tion zu begeben.“ Schön und gut. Aber bei mir fängt Mut schon viel weit­er unten auf der Gefahren­skala an. Mutig sein heißt für mich, etwas zu machen, das einen voran bringt, obwohl man Angst davor hat. Und Angst ist immer etwas ganz Individuelles.

Ich bin zum Beispiel ein sehr in sich gekehrter Men­sch und es erfordert für mich schon jede Menge Mut, vor mehreren Men­schen, die ich nicht gut kenne — zum Beispiel bei Geschäft­ster­mi­nen — meine Stimme zu erheben oder gar einen Vor­trag zu hal­ten. Enge Klam­ot­ten tra­gen, meinen dick­en Bauch zeigen, vor vie­len Men­sch durch einen Raum gehen — am besten noch im Badeanzug — Sport im Schickim­ic­ki-Fit­nessstu­dio machen, fremde Men­schen auf ein­er Par­ty ansprechen, ein­fach mal „Nein“ sagen oder sich selb­st annehmen, wie man ist. Das alles erfordert meinen Mut. Die Mess­lat­te für das, was mutig ist und was nicht, ist eben sehr indi­vidu­ell. Ich habe neulich mit ein­er Fre­undin den Film von Anselm Pahnke im Kino geschaut. Er hat Afri­ka von Süd nach Nord allein mit dem Fahrrad durch­quert. Nach dem Film sagte ich zu mein­er Fre­undin: „Ich benei­de ihn so sehr um seinen Mut.“ Darauf ent­geg­nete sie: „Der ist nicht mutig, der ist leichtsin­nig und ver­rückt. Ein Wun­der, dass dem nicht mehr passiert ist.“ Was für den einen Mut ist, kann jemand anderes bere­its als Torheit empfinden.

„Mut ist, wenn man Tode­sangst hat, aber sich trotz­dem in den Sat­tel schwingt. John Wayne” 

Aus der Komfortzone herauskommen

Mut bedeutet, neue Dinge zu wagen und nicht am Gewohn­ten festzuk­leben. Angst, Sor­gen und Bedenken zur Seite schieben, aber immer acht­sam dabei bleiben und nicht leichtsin­nig zu wer­den. Behalte also dein Ziel fest im Blick, und nicht deine Angst. Wer mutig ist, erken­nt, dass der Gewinn, den er durch sein mutiges Han­deln erlangt, größer ist, als der Verlust.

Nicht zu viel wollen

Steigere deinen Mut langsam — fange mit ganz kleinen Din­gen an und werde mit der Zeit immer mutiger. Mit jedem Hin­der­nis, das du bewältigst, wird die Zuver­sicht und das Ver­trauen in dich selb­st steigen. Lerne, mit dein­er Angst umzuge­hen und ver­suche, dich jeden Tag ein biss­chen her­auszu­fordern. Je öfter du dich kleinen Her­aus­forderun­gen stellst, desto leichter wer­den dir die näch­sten Schritte fall­en. Du wirst dich mit der Zeit stärk­er und selb­st­be­wusster fühlen.

Fange mit ganz kleinen Dingen an und werde mit der Zeit immer mutiger.

Vertrauen haben

Wenn man seine Sicher­heit opfert, indem man sich in eine unan­genehme Sit­u­a­tion beg­ibt, dann braucht man Ver­trauen in sich selb­st und darauf, dass schon alles gut wird. Selb­stver­trauen hil­ft ein­er­seits, aber auch Ver­trauen in die Men­schen, die einen umgeben. Meinetwe­gen auch Ver­trauen in Spir­i­tu­al­ität, zum Beispiel dem Glauben an Gott oder eine höhere Macht. Ver­traue aber ganz beson­ders auf deine eige­nen Fähigkeit­en und unter­schätze dich nicht.

„Wer zugibt, dass er feige ist, hat Mut. Fernandel” 
Sei mutig und trau dir etwas zu

Unabhängigkeit macht Mut

Wenn wir von etwas abhängig sind, zum Beispiel der Mei­n­ung ander­er, oder davon, es möglichst allen recht machen zu wollen und von allen geliebt zu wer­den, fällt es schw­er­er, mutig zu sein. Aber weißt du was: Du kannst es sowieso nie allen recht machen. So what?!

Du kannst es sowieso nie recht machen – also mach es einfach nur für dich selbst!

Positiv denken

Mal dir nicht aus, was alles schief gehen kön­nte, son­dern visu­al­isiere, wie eine Sit­u­a­tion, in der du Mut brauchst, pos­i­tiv ver­läuft. Betra­chte deine Äng­ste objek­tiv und kri­tisch, fil­tere, was wirk­lich begrün­dete Sor­gen sind und welche Äng­ste eigentlich gar keine Sub­stanz haben.
Wenn du etwas gemacht hast, dass dir Mut abver­langt hat, dann sei stolz auf Dich. Du bist mutig!

Fotos: Anna Ziegler
Make-up: Eve­lyn Innerhofer

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