Selbstakzeptanz: Kann man sich auch angezogen lieben?

9. Oktober 2019 | von

So viel vor­weg: Ich bin ein absoluter Befür­worter von #body­pos­i­tivy und #self­love. Ja, es war und ist wirk­lich an der Zeit, dass auch wir Curvys uns klar machen, dass wir schön sind, dass wir uns lieben dür­fen, dass Schön­heit unab­hängig ist von der Klei­der­größe. Ich finde es toll, wie viele dicke Frauen anfan­gen, auch öffentlich zu sich zu ste­hen und „Ja!“ zu sich selb­st zu sagen. Speziell in den sozialen Medi­en, vor allem bei Insta­gram, find­en sich Mil­lio­nen von Beiträ­gen zu diesen The­men Gott sei Dank! Es ist fan­tastisch, dass so viele Frauen sich diesen The­men äußern und anderen Mut machen wollen … aber warum muss das so oft leicht bek­lei­det oder sog­ar (fast) nackt geschehen? 

Wie zeigt man Selbstliebe

Wie viel Haut muss man zeigen?

Mir fällt schon seit Län­gerem auf, dass ein pos­i­tives Kör­per­be­wusst­sein speziell auf Insta­gram sehr häu­fig mit Bildern ein­herge­ht, auf denen sich Frauen mit wenig Klei­dung und viel Haut präsen­tieren. Warum eigentlich? Kön­nen wir unsere Hal­tung nicht auch mit mehr Klam­ot­ten – mit JeansPul­liRock und Kleid – zeigen und beweisen? Müssen wir dazu wirk­lich im BH und Slip oder noch weniger vor der Kam­era stehen?

Was bedeutet Selbstliebe?

Ich bin nun wahrlich nicht prüde und let­ztlich kann das natür­lich jede Frau – dick oder dünn, jung oder alt – hal­ten, wie sie per­sön­lich will. Jede darf sich genau­so zeigen, wie es für sie richtig ist. Den­noch füh­le ich mich manch­mal fast ein wenig unter Druck geset­zt, weil ich mich lieber nicht im Badeanzug zeigen will. Weil ich lieber ein Kleid trage, als zu viel Haut zu zeigen. Weil ich #body­pos­i­tiv­i­ty leben möchte, ohne mich nack­ig zu zeigen. Und ich weiß, dass es anderen Frauen auch so geht. Selb­stliebe, das bedeutet für mich, mir eben keinen Druck zu machen. Auch deshalb freue ich mich auf den Herb­st: Dann ist der Druck weg, ob ich mich nicht doch mal leicht bek­lei­det auf Insta­gram zeigen soll – damit wirk­lich jede® ver­ste­ht, dass ich meinen Kör­p­er mag.

Rollkragenpullover für Große Größen

Was ich mir wünschen würde

Dass wir irgend­wann so weit sind, dass wir nicht ständig über unsere Kör­p­er sprechen und sie auch nicht ständig zeigen müssen. Dass wir es nicht ständig beto­nen müssen, dass alle Kör­per­for­men und ‑größen schön sind. Dass dieses Denken so selb­stver­ständlich wird, dass es keinen Extra-Hash­tag mehr braucht. Und dass ich mit Rol­lkra­gen-Pul­li auf der Couch genau­so für #body­pos­i­tiv­i­ty und #selb­stliebe ste­hen kann wie im Biki­ni, Badeanzug oder nackt am Strand.

Was denkst du? Wie sollte Selb­stliebe dein­er Ansicht nach aussehen?

Susannes Wohlfühl-Look gibt es hier:

Letzte Kommentare (2)

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Gabi
Sonntag, 13. Oktober 2019, 19:55 Uhr

Ich glaube ja, dass das eine Art Über­reak­tion ist, dass zur Befreiung von jeglich­er Art von Zwän­gen auch erst­mal ein Auss­chla­gen in die andere Rich­tung gehört. Lieber so als gar nicht.
Viele Grüße Gabi

J-J
Donnerstag, 10. Oktober 2019, 11:19 Uhr

Ich bin bei dem The­ma etwas zwieges­pal­ten. Ein­er­seits finde ich auch, dass man sich nicht unbe­d­ingt halb­nackt oder nackt zeigen muss, um Kör­per­liebe zu beweisen. Ander­er­seits denke ich aber schon, dass es wichtig für ein Umdenken ist, das Auge auch an (halb-) nack­te Frauen zu gewöh­nen, die ein paar kg mehr auf den Rip­pen haben. Denn die Medi­en sind über­flutet mit dün­nen Mod­els in Biki­ni oder Unter­wäsche, sodass viele das als Nor­malzu­s­tand betra­cht­en, was eigentlich gar nicht der Real­ität entspricht. Also meine Mei­n­ung: Wer sich ausziehen will, kann das im Sinne der gute Sache gerne tun :-)! Und wer nicht, bleibt eben angezogen ;-)…