Sind Blogger überhaupt noch glaubwürdig?

13. März 2019 | von

Ein The­ma, was mich in let­zter Zeit immer mehr beschäftigt, ist die Glaub­würdigkeit und Ver­ant­wor­tung eines Blog­gers. Vor allem in punc­to Wer­bung hat sich so einiges getan. Teil­weise blickt man in dem ganzen Dschun­gel an Vor­gaben nicht mehr durch. Als ich vor über 6 Jahren mit dem Bloggen begonnen habe, war der Markt noch über­schaubar­er als jet­zt und es gab auch keine großar­ti­gen Regeln, Vorschriften oder gar Abmah­n­wellen. Heute ist beim Bloggen Vor­sicht geboten und es wird alles noch umfan­gre­ich­er und komplizierter. 

Glaubwürdigkeit eines Bloggers

Kennzeichnung „Werbung“

Der Grundgedanke hin­ter meinem Blog war und ist es in erster Lin­ie, Mod­e­tipps im Bere­ich Plus Size Fash­ion zu geben. Natür­lich ist es schön, wenn man durch diverse Mod­e­fir­men Unter­stützung in Form von Gift­ings und bezahlten Koop­er­a­tio­nen erhält, um mehr Con­tent liefern zu kön­nen. Ich habe in meinen Beiträ­gen schon immer dazugeschrieben, wenn ich etwas in Koop­er­a­tion erhal­ten habe, jedoch ohne einen expliziten Zusatz wie „WERBUNG“. Bei selb­st gekauften Klam­ot­ten ver­wende ich oft Affil­i­ate-Part­ner, um alter­na­tive Pro­duk­te zu zeigen und um dabei ein biss­chen Geld zu bekom­men. Mein­er Mei­n­ung nach völ­lig legit­im, denn hin­ter einem Blog steckt viel Arbeit und Zeit, die es recht­fer­tigt, dafür ent­lohnt zu wer­den. Doch auch hier bewe­gen wir uns schon in ein­er Grau­zone, was die Wer­bung betrifft.

Rein the­o­retisch muss kün­ftig jed­er Beitrag auf einem Blog oder den dazuge­höri­gen Social-Media-Kanälen als Wer­bung gekennze­ich­net wer­den, wenn eine Marke (egal, ob selb­st gekauft oder nicht) zu sehen ist. Das fängt beim Kaf­feetrinken bei sicht­baren Ket­ten an und geht weit­er zu ein­fachen Beau­ty-Hauls, die man völ­lig selb­st aus Überzeu­gung zeigt.

Vorschriften einer Bloggerin

Hinter seiner Arbeit stehen

„Hier komme ich schon zum Punkt Glaub­würdigkeit und Ver­ant­wor­tung. Ich möchte trans­par­ent arbeit­en und fair zu meinen Lesern sein.” 

So kennze­ichne ich bezahlte Beiträge, hin­ter denen ich auch zu 100 % ste­he, als Wer­bung und alles andere mit dem Zusatz „selb­st gekauft“ etc. Als Blog­ger hat man einen enor­men Ein­fluss. Denn die Leser ver­trauen auf meine Mei­n­ung und meine Empfehlun­gen. Mir ging es selb­st schon oft so, dass ich ein Pro­dukt nachgekauft habe, weil es von meinen Lieblings-Influ­encern bewor­ben wurde. Mein­er Mei­n­ung nach ist es jedoch wichtig, klar zu sagen, ob ich das Pro­dukt teste, weil ich es kosten­los bekom­men habe oder es selb­st gekauft habe.

Strickpullover für kurvige Damen
Lederleggins für Große Größen

Da ich mich beim The­ma Mei­n­ungs­frei­heit etc. nicht son­der­lich auskenne, zeige ich dann tat­säch­lich nur Dinge, die ich auch wirk­lich gut finde, selb­st wenn sie mir kosten­los zur Ver­fü­gung gestellt wur­den. Es gab u.a. schon angedachte Koop­er­a­tio­nen, die ich nach einem Selb­sttest nicht veröf­fentlich habe, da ich keinen Schrott empfehlen möchte. 

Instagram, du Scheinwelt

Ein Punkt, der mich auch schon länger beschäftigt, ist die Schein­welt, in der wir uns bewe­gen und die wir unseren Lesern öfters vor­gaukeln. Blog­ger sitzen nicht den ganzen Tag mit per­fekt gerichteten Haaren, Stulpen und der per­fek­ten heißen Schoko­lade auf einem Pouf vor einem Fell­tep­pich mit Pro­duk­ten. Natür­lich sieht dies hüb­sch aus, aber es ist ein­fach nur FAKE. Ich selb­st habe mich auch schon oft extra schön für ein gestelltes Bild drapiert. Das soll auch abso­lut kein Angriff an die Influ­encer-Welt sein, denn darin bewege ich mich ja selb­st. Aber ich denke, auch hier ist Vor­sicht geboten. Die per­fek­te Welt, die in passenden Fil­tern gezeigt wird, dient nur der Tat­sache, dass man mit dabei bleiben möchte, weil man son­st sehr schnell out ist oder keine Leser mehr dazu bekommt (dies ist jedoch auch ein sehr kom­plex­es Thema).

Influencer-Marketing
Einfluss eines Influencers

Vor­sicht deshalb, wenn wir etwas extrem darstellen, was in Wirk­lichkeit nicht so ist und ggf. einige Leser neg­a­tiv bee­in­flussen kön­nte. „Die hat es so schön… ich nicht… Sie sieht immer per­fekt aus (dank Pho­to­shop)… ich nicht…“  Das hat für mich ein Stück weit mit Ver­ant­wor­tung zu tun und da soll­ten wir auf­passen. Ich für meinen Teil möchte kün­ftig mehr lustige Bilder aus dem echt­en Leben zeigen. Pho­to­shop ver­wende ich nicht, weil ich es nicht kann und so bin, wie ich bin. Auf Fil­ter werde ich allerd­ings nicht verzicht­en, da ich sie mag… das ist auch in Ordnung.

„Jed­er sollte aber im Hin­terkopf behal­ten: Die Welt ist nicht so rosarot in Pastell getaucht, wie sie manch­mal durch das Smart­phone zu sein scheint. Und auch Influ­encer sind nur Men­schen, die auch mal einen Bad-Hair-Day haben. Ihre Bilder sollen dich inspiri­eren und nicht dafür sor­gen, dass du dich schlecht fühlst.” 
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