Dick am Strand – eine Mutprobe?

25. Juni 2020 | von

Die Urlaub­szeit ist da und mit ihr kom­men die Bedenken: Dick am Strand – wie fällt man nicht auf? Wie kann man Bauch­fett kaschieren und darf ich über­haupt ohne viel Stoff an den Strand? Wir machen Mut und geben Tipps für deinen Strandurlaub.

Bauchfett kaschieren am Strand

Das Meer ist ein beson­der­er Ort und ste­ht für viele gle­ichbe­deu­tend für Urlaub und Entspan­nung. Als Plus-Size-Frau ist es aber gar nicht so ein­fach, sich zwis­chen all den Men­schen wohlzufühlen. Denn wir schä­men uns oft für unsere Fig­ur, die Extra-Kilos, die Dellen an den Beinen etc. Dick am Strand und dabei noch selb­st­be­wusst und unbeküm­mert? Für viele extrem schwierig. Aber es geht, mit ein­er großen Por­tion Selb­stliebe und den per­fek­ten Acces­soires. Wir geben Tipps für die ide­alen Strand-Klam­ot­ten und wie du mit einem Badeanzug am Strand entspan­nt bleibst.

Strand Klamotten in grossen Groessen

Im Badeanzug am Strand: Das Problem

Was für einen Stran­durlaub eine Selb­stver­ständlichkeit sein sollte, war für mich lange Jahre eine Mut­probe. Ist es noch – denn entspan­nt bin ich immer noch nicht ganz. Es gab Jahre, in denen habe ich meinen schwarzen Ein­teil­er zwar brav mitgenom­men, aber doch nie aus dem Kof­fer geholt. Zu unsich­er fühlte ich mich mit meinen Pfun­den ohne schützende Hülle am Strand! Fast nackt unter wild­frem­den Men­schen – die kön­nten ja guck­en! Nein, mein Selb­st­be­wusst­sein in Sachen Badeanzug war nicht sehr stark aus­geprägt. Um nicht zu sagen: Es war nicht exis­tent. Lieber saß ich mit Jeans und Shirt zwei Wochen im Strand­ko­rb – gut, dass es an der Ost­see sel­ten heiß, son­dern meis­ten frisch-windig ist! Den­noch: Wenn man als Dicke am Strand ist und sich ver­steck­en muss, ist das kein erhol­samer Urlaub. Und wie schade ist es, wenn man sich selb­st sagt: „Ich kann nicht in die Karibik oder zu tro­pis­chen Paradiesen reisen, weil ich zu dick bin und mich nicht traue, mich im Badeanzug an den Strand zu leg­en? Das wollte ich nicht mehr!

Badeanzug am Strand bei Uebergewicht

Raus aus der Komfortzone

Irgend­wann war ich es also leid, mich und meine Fig­ur am Strand immer in Klam­ot­ten zu ver­steck­en. Pah, wer keine pum­melige Frau im Badeanzug sehen will, der soll gefäl­ligst wegse­hen. Sein Prob­lem, nicht meins. Und so wage ich mich seit­dem jedes Jahr ein biss­chen häu­figer aus mein­er Kom­fort­zone her­aus – und im Badeanzug an den Strand. Natür­lich kostet es immer wieder Über­win­dung. Denn es ist bei Weit­em noch kein alltäglich­er Anblick. Aber mir ist aufge­fall­en, dass es immer mehr Plus-Size-Frauen gibt, die sich dieser Mut­probe stellen. Dick am Strand und sich wohlfühlen? Wir arbeit­en gemein­sam daran. Es ist wichtig, dass wir uns zeigen. Was soll schon passieren außer, dass wir den Stran­durlaub genießen? Skep­tis­che Blicke? Die existieren meist nur in unserem Kopf. Weil wir uns all unser­er ver­meintlichen Makel viel zu bewusst sind. Anderen fall­en die oft gar nicht auf. Und schließlich haben auch dünne Frauen Cel­luli­tis. Kein Grund also für Panik.

Tipps fuer den Strandurlaub als Plus Size

Dick am Strand: 5 Tipps 

Ich weiß, dass es schw­er ist, den ersten Schritt zu machen. Deshalb habe ich ein paar Tipps für deinen näch­sten Stran­durlaub aufgeschrieben, die mir sehr geholfen haben und immer noch helfen, wenn ich mit meinem Selb­st­be­wusst­sein had­er. Auch als eigentlich selb­st­be­wusste Frau mit Kur­ven gibt es Tage, an denen man sich nicht schön fühlt. Mach dir also keine Sor­gen, du musst nicht immer vor Selb­stliebe strotzen. Hier also meine Tipps, um entspan­nt und dick am Strand zu urlauben:

1 Ein hochw­er­tiger Badeanzug: Ide­al ist ein Mate­r­i­al, das nicht zu sehr schlab­bert, son­dern ein biss­chen fes­ter ist. Es geht nicht darum, die Fig­ur zu for­men (Aber auch das ist mit speziellen Shape-Wear-Badeanzü­gen möglich, wenn du willst.), aber ein biss­chen Halt zu geben, vor allem bei mehr Busen. Hier sind Mod­elle mit eingear­beit­eten Bügeln per­fekt. Kleine Raf­fun­gen oder das Spiel mit unter­schiedlichen Mustern bzw. Far­ben lenkt das Auge ab und set­zt deine Fig­ur opti­mal in Szene. Gehörst du zum O-Fig­ur­typ, kann ein Tank­i­ni eine tolle Wahl sein. Der Zweit­eil­er bedeckt den Bauch. Das Oberteil ist aber leicht aus­gestellt und sitzt schön lock­er. So kannst du deinen Bauch kaschieren. Klappt auch bei bre­it­en Hüften, wenn das Oberteil lang geschnit­ten ist und in A‑Linie verläuft.

Inspi­ra­tio­nen für Bade­mode in Großen Größen:

2 Der richtige Schnitt: Badeanzug ist nicht gle­ich Badeanzug, da erzäh­le ich nichts Neues. Unter­schiedliche Fig­ur­typen machen in jew­eils ver­schiede­nen Schnit­ten die beste Fig­ur. Hier auf Soul­ful­ly gibt es sog­ar eine kleine Fig­urber­atung genau zum The­ma Bade­mode. Hier erfährst du genau, was den jew­eili­gen Fig­ur­typ ausze­ich­net und mit welchen Mod­ellen du was beto­nen bzw. optisch in den Hin­ter­grund treten lassen kannst. Ja, auch mit wenig Stoff ist das möglich.

3 Die richti­gen Acces­soires: Wenn du dich nur im Badeanzug nicht wohlfühlst, dann gibt es ein paar modis­che Strand-Klam­ot­ten, mit denen du nicht zu nackt, aber auch nicht zu ange­zo­gen bist oder komisch auf­fällst. Die Klas­sik­er sind natür­lich Strand­klei­der. Leichte, luftig und läs­sig geschnit­tene Teile, die kurz oder lang sein kön­nen und über der Bade­mode getra­gen wer­den. Eine styl­ishe Alter­na­tive zum alten Trick, sich in ein riesiges Hand­tuch zu wick­eln. Auf diesem Trick basiert aber auch das Pareo-Tuch. Ein großes Strand­tuch zum Binden. Es gibt unter­schiedliche Binde­tech­niken, die ver­schiedene Kör­per­zo­nen bedeck­en, ohne zu ver­steck­en. Wenig Platz im Kof­fer? Dann kannst du auch eine Long­bluse oder einen Long-Kimono über dem Badeanzug tra­gen. Sie schützen die Haut vor zu viel Sonne, es gibt sie als leicht trans­par­ente Vari­anten und du kannst sie dazu noch als Urlaub­sout­fit par­ty-tauglich oder fürs Sight­see­ing stylen. Frauen mit dick­en Ober­schenkeln kön­nen gegen das unan­genehme Wund­scheuern auch leichte Strand­ho­sen im Palaz­zo- oder Harem-Schnitt zum Badeanzug tra­gen. Die Hosen gibt es in unter­schiedlich­er Länge, so kannst du etwas mehr oder weniger Haut zeigen.

Die per­fek­ten Acces­soires für den Strand-Look:

4 Eine gute Kör­per­hal­tung: Ja, ich weiß, auf dem Weg von der Liege zum Wass­er möchte man sich manch­mal am lieb­sten ver­steck­en. Aber vom Klein­machen und Kopfeinziehen wird man nicht unsicht­bar, son­dern nur krumm und schaut merk­würdig aus. Lieber hochaufgerichtet und mit imag­inärem Krönchen auf dem Kopf die paar Meter über­winden – das macht nicht nur schön, son­dern auch selb­st­be­wusst. Die ger­ade Hal­tung streckt dich und kleine Röllchen, die sich beim Bück­en oder Klein­machen bilden, existieren gar nicht erst.

5 Das richtige Mantra: Let­ztlich muss jed­er nur einem einzi­gen Men­schen gefall­en: sich selb­st! Das gilt im Abend­kleid oder Busi­nesskostüm genau­so wie im Badeanzug. Du bist genug, auch wenn du nicht per­fekt bist. Das ist wohl die wichtig­ste Lek­tion, die wir in unserem leben Ler­nen kön­nen. Erken­nen, dass du toll bist und schön, das ist es, worauf es ankommt. Egal ob dick am Strand, mit wenig Stoff am Leib, um all die ver­meintlichen Makel zu bedeck­en, oder in trendi­gen Klam­ot­ten, die ange­blich „viel zu auf­fäl­lig sind für dicke Men­schen“. All diese neg­a­tiv­en Gedanken, die Selb­stzweifel und das Schlechtre­den ist nichts weit­er als die gedankliche Ver­längerung von Bodysham­ing, das wir in der Fam­i­lie oder den Medi­en erfahren, oder durch andere Erfahrun­gen, die wir mit der Zeit sam­meln. Aber weißt du was? All diese schlim­men Dinge, die du über dich und deinen Kör­p­er denkst, sind nicht wahr. Du bist genug und gut so, wie du bist! Das ist dein neues Mantra, nicht nur für den Stran­durlaub. Wenn du diese Worte verin­ner­lichst und glaub­st, dann tun es auch die Men­schen in deinem Umfeld, wer auch immer und wo auch immer das sein mag.

Bikini in grossen Groessen

Dick am Strand oder im Badeanzug am Strand – für Frauen mit Großen Größen oft eine Hor­ror­vorstel­lung. Aber so schlimm ist es gar nicht, wenn man sich dieser Her­aus­forderung stellt und am eige­nen Selb­st­be­wusst­sein und der Selb­stliebe arbeit­et. Kein ein­fach­es Unter­fan­gen, das sich inner­halb weniger Augen­blicke bew­erk­stel­li­gen lässt. Es braucht Zeit und bis du soweit bist, kannst du dir mit eini­gen Tipps im Stran­durlaub aushelfen. Pareo-Tüch­er, Strand­klei­der oder Strand­ho­sen bedeck­en die Stellen, die dich unsich­er machen. Wäh­le sie mit der Zeit immer ein Stück kürz­er und gewöhne dich so daran, mehr von dir zu zeigen. Du wirst sehen: Die Leute küm­mert es nicht, wie du aussiehst, solange du dich selb­st­be­wusst gib­st und dich selb­st schön find­est. Abschätzende Blicke und das Lachen hin­ter vorge­hal­tener Hand sind Szenar­ien, die sich unser unsicheres Gehirn aus­denkt. Deshalb trau dich und lerne, dich zu lieben und deinen Stran­durlaub in vollen Zügen zu genießen.

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Letzte Kommentare (2)

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Silva
Montag, 15. März 2021, 1:20 Uhr

Den Artikel hätte ich gerne vor 40 Jahren gele­sen. Eigentlich hab ich immer nur vom Urlaub geträumt weil ich es trotz Diäten nie geschafft habe so auszuse­hen wie Mann mich gerne gehabt hätte. Das hat es für mich noch schlim­mer gemacht
Erst mein jet­ziger Part­ner hat mir zu diesem gesun­den Selb­st­wert­ge­fühl ver­holfen das mich jede Urlaub­sminute genießen lässt
Ein­fach indem er mich so liebt wie ich bin

ps toller Blog

Lilith Nut
Freitag, 26. Juni 2020, 6:22 Uhr

Ich brauche nicht in den Urlaub fahren um an den Strand zu gehen. Ich wohne ca. 15–20 Minuten vom Strand (Nord­see) ent­fer­nt. Und ich dort an den Strand, wo weniger Touris­ten und Ein­heimis­che sind.