Mein Gewicht und ich

Erfahrungsbericht von Bloggerin Verena: Gewichtszunahme

Mein Gewicht und ich – eine sehr persönliche Geschichte

Und zugegeben, eine ziemlich lange. Jetzt aber mal von vorne. Als Kind war ich absolut normalgewichtig und hatte nie ein Problem mit meiner Figur. Erst als ich zur Schule kam, wurde ich wegen meiner Größe gehänselt.

Sie nannten mich Riese oder bezeichneten mich als Trampeltier.

In meinen Augen keine sehr netten Begriffe, denn in Filmen wurden diese Figuren doch meistens als hässliche Außenseiter dargestellt, oder?

Auch meine Ballettlehrerin hielt mich für einen Elefant im Porzellanladen (Kein Scherz. Das sagte sie sogar zu meiner Mutter). Den Trost suchte ich ausgerechnet in Süßigkeiten, die ich mir heimlich von meinem Taschengeld im Tante-Emma-Laden kaufte. Dadurch nahm ich natürlich zu, war aber noch weit davon entfernt übergewichtig zu sein.

Erst die Pubertät, dann das Gewicht

Dann kam das Internet. Und plötzlich war alles anders. Ich steckte in der Blütezeit meiner Pubertät, hatte Akne und bekam einen neuen gemeinen Spitznamen: Pickelgesicht. Noch heute stockt mir bei diesem Wort der Atem. Es war die schlimmste Zeit meines Lebens. Meine Rettung: natürlich wieder das Essen.

An Gewicht zugenommen – Erfahrungen

Da der Speiseplan im Internat grauenhaft war, bevorzugte ich die 5-Minuten-Terrine. Eine schlechte Alternative, die mich allein beim Gedanken daran Ekel spüren lässt. (Bitte nehmt es mir nicht übel, aber diese Art von „Essen“ sollte man verbieten. Es ist voll gepumpt mit Chemie und macht einen krank.) Ich frage mich heute, wie ich eine Dose Ravioli jemals als gesund empfinden konnte.

Durch mein damaliges Essverhalten ging ich auf wie ein Hefeteig und bekam eine Allergie nach der anderen. Nahrungsmittelunverträglichkeiten standen bei mir Schlange. Was genau der Auslöser war? Ich habe bis heute keine Antwort darauf gefunden.

Das Bloggen gibt mir Kraft

Nach unzähligen Diäten, Jo-Jo-Effekten und großen Problemen mit mir selbst, entschied ich schließlich, mich so zu akzeptieren wie ich bin. Doch dafür musste ich erst 24 Jahre alt werden. Ich war es leid, dass sich mein ganzes Leben nur ums Essen oder Nichtessen und um Kilos drehte und dass Menschen mich aufgrund meines Aussehens verurteilt haben.

Erfahrungen einer Bloggerin: Gewichtszunahme

Es klingt absurd, aber ich esse gar nicht so besonders viel. Meine Mutter, mein Freund und auch mein Vater – sie alle nehmen das Doppelte zu sich und bleiben trotzdem schlank. Ist es mein Stoffwechsel? Oder kann die Psyche sich einfach nicht von diesem „Schutzschild“ trennen? Ich finde keine Antwort darauf. Ich habe so viele Fragen.

Was ich heute weiß ist: Ich fühle mich wohl. Mir geht es gut. Ich bin erfolgreich mit dem, was ich tue. Das positive Feedback meiner Leser gibt mir etwas, das ich all die Jahre über vermisst habe: ein Gefühl von Anerkennung. Ich fühle mich akzeptiert – ein einfaches Wort, das so viel Bedeutung für jemanden wie mich hat, der solche Probleme kennt.

Heute zeige ich mich. Ich kann zu meinen Kurven stehen und zu den Röllchen am Bauch. Und, mal ehrlich, wer kennt nicht diese Tage, an denen man mit sich selbst einfach nicht im Reinen ist? Wir sollten uns weder von der Gesellschaft noch von unseren Familien zu stark beeinflussen lassen.

Wir sollten unser eigenes Leben leben, denn uns gibt es nur einmal auf dieser Welt.

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