Im Herbst kommt BARBARA

16. Juni 2015 | von

Gruner + Jahr gab am vergangenen Freitag einen großen Coup bekannt: In einer groß angelegten Kampagne überraschte der Verlag mit der Nachricht, dass er zusammen mit Barbara Schöneberger ein „ganz neues, nie da gewesenes“, hochwertiges Frauenmagazin herausgeben wird.

Boom! Knall! Wie aufregend!? Neu?

Als langjährige Brigitte-Mitarbeiterin hatte ich im Vorfeld schon so einiges läuten hören, die Gerüchte-Küche kochte über …

Nun wissen wir immerhin etwas mehr und ich sage jetzt schon Glückwunsch an „Brigitte“ und Glückwunsch Brigitte Huber (Chefredakteurin von Brigitte) zu diesem Streich!

Barbara Schoeneberger Presents Her New Project in Berlin

© Franziska Krug

Ich glaube, im Gegensatz zu den hämischen Kommentaren der etablierten Presse (die FAZ schrieb beispielsweise: „Barbara Schöneberger, bekannt aus Funk, Fernsehen und Geflügelsalatwerbung, bekommt ein eigenes Magazin. La Schöneberger, fernsehbekannte Geflügelsalatikone, wird Heftpatin. Wir freuen uns schon so“), dass BARBARA – das Magazin, durchaus eine Chance am Markt haben wird.

Im September wissen wir mehr – bis dahin darf munter spekuliert werden, worum bei dem neuen Barbara-Blatt wirklich gehen wird.

Wie stelle ich mir das Heft vor?

Barbara Schöneberger will als stellvertretende Chefredakteurin das Heft „aktiv“ mitgestalten und das Cover-Model geben, das ist definitiv kostensparend gedacht.

Mich erinnert das Konzept sehr an das OPRAH-Heft, das seit Jahren erfolgreich von der US-Talkerin Oprah Winfried gemacht wird. Auch Schöneberger ist Talkshow-Hostess und hat hohe Sympathie-Werte – das kann funktionieren. Sie hat Humor und ist eine schlaue Person – das sind schon mal gute Voraussetzungen für Erfolg.

Schöneberger will mit „Barbara“ Frauen zwischen 30 und 55 erreichen und ihnen das Gefühl vermitteln: „Es ist normal, wie’s bei euch ist“. Normalität als Verkaufsargument?

Barbara Schoeneberger Presents Her New Project in Berlin

© Franziska Krug

Kommt einem irgendwie bekannt vor, wenn man an die Brigitte „Ohne Models“-Kampagne der letzten Jahre zurückdenkt. Die ist ja leider gescheitert, weil die Frauen dort eben nicht „normal“ genug waren – das glaube ich bis heute, Plus-Size-Frauen beispielsweise hatten dort nie eine Chance. Werden jetzt also endlich auch mal Frauen mit normalen Figuren, oder sogar Plus-Size-Frauen in den Mode-Strecken vorkommen? Mal sehen, wer sich durchsetzt, die Schöneberger oder die Anzeigenabteilung …

Frau Schöneberger kokettiert ja gern mit ihrer Figur – ich liebe sie dafür, dass sie immer einen frechen Spruch hat, wenn es mal wieder darum geht. Dennoch glaube ich: Sicher wird BARBARA kein Plus-Size-Heft.

Was es in der BARBARA aber auch nicht geben wird sind Diäten, Workouts und ein schlechtes Gewissen, so Frau Schöneberger: „Es soll eine Zeitschrift ohne Druck werden, ein Heft zum Genuss und zur Freude.“

Ich finde, das klingt gut und freue mich auf September – die Druckauflage liegt bei 350.000 Exemplaren, das ist nicht wenig und zeigt, dass auch der Verlag an das Heft glaubt.

Aufmacherbild: © Franziska Krug

Letzte Kommentare (1)

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Dienstag, 16. Juni 2015, 16:46 Uhr

lustig, an das Oprah Magazin hatte ich auch gleich gedacht. Allerdings liegen da noch ein paar Welten zwischen den ladues ;-

Ich bin sehr gespannt und denke, ohne Zugpferd Schöneberger, hätte das Magazin wohl kaum eine Chance. Plus Size wird es sicher nicht sein, aber vielleicht diversity,. Ist ja auch irgendwie Trend grad.

Auch wenn sich der Verlag nicht so wirklich um Trends kümmert … Apropos, was sagst Du denn zu der Plus Size Strecke in der aktuellen Brigitte?