Wie wird aus einer Wohnung ein Zuhause? Ein Interview mit Stefanie von OhhhMhhh

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OhhhMhhh Zuhause Interview

Ich freue mich, dass wir heute Stefanie Luxat, die gerade ihr drittes Buch veröffentlicht hat, für ein Interview zu Gast haben. Ihr Wohnbuch „Wie eine Wohnung ein Zuhause wird“ ist erst seit Kurzem erhältlich und war schnell verschlungen, so leicht und locker erzählt Stefanie von den Wohnungen ihrer Freunde und Bekannten. Viele Tipps und Inspirationen, illustriert mit tollen Fotos, werden im Buch gezeigt. Und nun bin ich auf der Suche nach dem nächsten Renovierungs-Spot in der Wohnung, um einige Ideen umzusetzen – das hat man nun davon!

Stefanie, ein paar Worte zu Dir (für alle, die nicht sowieso schon regelmäßige Leser Deines Blogs sind)?

Also, ich bin Journalistin, Bloggerin und Buchautorin. Ich war viele Jahre festangestellte Redakteurin bei Magazinen wie Allegra, Maxi, dem Stern und Brigitte, bin seit gut zwei Jahren selbstständig tätig und schreibe für Zeitschriften wie Grazia und Elle. Parallel dazu schreibe ich Bücher. Zuerst habe ich eins über das Thema Heiraten geschrieben („Einfach heiraten! Das Hochzeitsbuch“) und jetzt ist gerade meine humorvolle Kolumnensammlung „Wie sag ich’s meinem Mann? Über das Zusammenleben mit einer anderen Spezies“ als Buch erschienen und das Wohnbuch „Wie eine Wohnung ein Zuhause wird“. Seit fünf Jahren betreibe ich den Design- und Food-Blog OhhhMhhh und seit zwei Jahren meinen Online-Shop mit Wandstickern.

Vom Print-Magazin zum Weblog zum Buch – wie kamst Du auf die Idee, ein Wohnbuch zu schreiben?

Ich hab schon immer vom Bücherschreiben geträumt, liegt ja nahe, wenn man Journalistin von Beruf ist. Als ich geheiratet habe, wünschte ich mir so sehr ein Buch, das mich durch die schöne, aber auch sehr stressige Zeit begleitet, mir Tipps gibt, mich aber auch zum Lachen bringt. Ich habe so ein Buch nicht gefunden, also habe ich es selbst geschrieben: „Einfach heiraten! Das Hochzeitsbuch“. Es hat sich schon weit über 10.000 Mal verkauft und ich bekomm viele E-Mails von Paaren, denen es eine schöne Zeit beschert hat, was mich irre freut. Beim Wohnbuch war es ähnlich. Wir haben unsere Wohnung renoviert und während ich dabei im totalen Chaos fast ertrunken wäre, war ich trotzdem irre glücklich, weil ich endlich alle Stellen in der Wohnung beseitigte, die mich ständig nervten. Das brachte mich auf die Idee, das Buch „Wie eine Wohnung ein Zuhause wird“ zu schreiben und anderen Mut zu machen, auch endlich so zu wohnen, wie sie es immer wollten.

Nach welchen Kriterien hast Du die vorgestellten Wohnungen aus dem Buch ausgewählt?

Mir war wichtig, dass es so persönlich wie möglich wird. Ich liebe Bücher, in denen echte Menschen aus ihrem Leben erzählen und Tipps geben. So bin ich auch an dieses Buch herangegangen. Zum einen erzähle ich von meinen Ideen und Tipps; ich war aber auch in 16 verschiedenen Wohnungen und Häusern von Freunden und Bekannten zu Gast, die sich selbst und ihr tolles Zuhause zeigen. Überall wimmelt es von einfach nachzumachenden Ideen. Und am Ende erfährt man im Herstellernachweis, wo es was zu kaufen gibt. Man kann sich also gern in alles verlieben.

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Alt trifft neu: Die antiken Fliesen werden mit einer modernen Essecke in Neongrün aufgebrochen.

In welche vorgestellte(n) Wohnung(en) aus dem Buch würdest Du sofort einziehen, weil Du Dich so wohl wie in einem zweiten Zuhause gefühlt hast?

Ehrlich gesagt in jede. Doch, wirklich. Es sind ja alles Wohnungen von Freunden und Bekannten, die ich ausgewählt habe, weil ich sie als Zuhause empfinde. Einen Ort, wo sich nicht nur die Bewohner, sondern auch die Gäste sauwohl fühlen. Die meisten im Buch gezeigten haben einen ähnlichen Wohnstil wie ich oder einen so anderen, dass ich es auch schon wieder spannend fände. Und oh ja, es sind ja auch zwei tolle Häuser in Kapstadt dabei – da könnte ich gut überwintern. Und den Sommer würde ich dann gern im Haus meiner Freundin Charlotte in Dänemark verbringen. Herrlich.

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Zu Hause bevorzugt Stefanie skandinavische Klassiker, für ihr Buch hat sie aber auch Vertreter ganz anderer Wohnstile besucht.

Was sind zusammengefasst Deine drei wichtigsten Tipps, wenn es ums Einrichten des eigenen Zuhauses geht?

Ich habe mein Buch in fünf Kapitel unterteilt: Ankommen, Mutig sein, Platz nehmen, Türen öffnen und Schönes machen. Das erklärt es eigentlich ganz gut. Ankommen heißt, es sich schön zu machen, auch wenn man nicht weiß, wie lange man dort wohnen bleibt. Oft werden es doch mehrere Jahre und mein Motto ist: Jeder glückliche Tag zählt. Also sollte man versuchen so wenig Kompromisse wie möglich einzugehen, damit man sich wirklich richtig wohl fühlt und nicht jeden Tag nach dem Aufwachen denkt „doofes Badezimmerlicht“, „doofer Schrank, fällt schon wieder alles raus“, „aua, schon wieder den Fuß aufgeratscht am nicht abgeschliffenen Holzfußboden“ und so weiter. Mutig sein – damit meine ich, ruhig Sachen auszuprobieren. Wandfarben, Tapeten, etc… Weil: Was soll schon passieren? Zur Not kann man es doch wieder ändern. Mutig sein heißt für mich auch, den Mut zu haben, einen eigenen Stil zu entwickeln und dazu zu stehen. Für Gäste und sich selbst Türen öffnen und es sich schön und Schönes machen.

Was war die größte Herausforderung beim Umbau Eurer Wohnung?

Die Nerven zu bewahren im Chaos. Eigentlich hatten wir einen Plan für die Renovierung. Doch dann wurde mein erstes Buch plötzlich so erfolgreich, dass ich auf Buchtour ging, mein Mann hatte einen großen Fall in der Kanzlei zu wuppen und schon versanken wir zu Hause im Chaos. Wir hatten so eine teure Schleifmaschine für den Fußboden geliehen, dass wir nicht wochenlang damit warten konnten, sondern eigentlich in einem Rutsch die Böden abziehen mussten. Nur ist das in einer bewohnten Wohnung mit vielen Möbeln und wenig Zeit nicht so einfach möglich. Egal – wir haben es geschafft! Auch dank einem einfachen Trick: Ich habe mir eine Motivationsfensterbank gebaut. In der Küche. Im totalen Chaos. Ich habe meine schönsten Blumenvasen auf die Fensterbank gestellt, habe sie mit hübschen Blumen befüllt und immer wenn ich im Chaos zu ertrinken drohte, habe ich dort hingeguckt und gedacht: Den Rest schaff ich jetzt auch noch. Hat funktioniert!

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Siehe da: Kitsch-Schmetterlinge passen sehr wohl zu stylischen Drucken – man muss nur mutig genug sein, es auszuprobieren.

Mit welcher Ecke der Wohnung würdest Du raten, anzufangen?

Ich würde mich todesmutig an die Ecke machen, die man gar nicht mag. Die einen ständig ärgert. Weil: Wenn man die geknackt hat, wird der Rest ein Kinderspiel. Es hilft sich bei Ecken, die man liebt, zu fragen – warum lieb‘ ich Dich? Was für ein Gefühl gibst Du mir? Wie machst Du das, womit? Und wenn man das weiß, kann man es ganz wunderbar auf Ecken, die man nicht so gern hat, übertragen. Glücklich zu wohnen ist keine große Kunst, man muss nur die eigenen Gefühle ernst nehmen und sich aufraffen, es sich so richtig schön zu machen. Eben: aus einer Wohnung ein Zuhause machen.

Vielen Dank für die schönen Einblicke, liebe Stefanie – und weiterhin ganz viel Erfolg. Weiter so!

Inspirationen aus Jasmins Lieblingswohnung:

Zuhause Collage

 

5 Kommentare
  1. Freya

    Erst die kleinen Digne machen aus der Wohnung ein richtiges Zuhause. ich glaube es dauert bestimmt ein jahr nach dem Einzug bis man ein eigenes Zuhause geschaffen hat.

    • Redaktion

      Wenn das mal reicht:)

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