Haushaltsratgeber

Richtig lüften: Tipps für ein gesundes Wohnklima in jedem Raum

Frische Luft tut gut, und zwar nicht nur Körper und Seele, sondern auch dem Raumklima. Dass du in deinen vier Wänden hin und wieder die Fenster aufmachen solltest, ist kein Geheimnis. Aber wie oft sollte das sein – und was gilt es zu beachten? Wir verraten dir, wie du richtig lüftest und wie du auch im Winter möglichst energiesparend heizt und lüftest.

1. Darum ist regelmäßiges Lüften so wichtig

Wenn du dich in einem Raum aufhältst, atmest du Sauerstoff. Dadurch reduziert sich der Sauerstoffgehalt der Luft nach und nach – die Luft wird stickig und du fühlst dich schneller müde. Gleichzeitig gibst du bei alltäglichen Aktivitäten wie Schlafen, Duschen oder Kochen Feuchtigkeit an die Raumluft ab. Diese Feuchtigkeit muss aus dem Raum entweichen können, damit sie sich nicht in Wänden oder Böden staut. Regelmäßiges Lüften sorgt also nicht nur für einen klaren Kopf, sondern reguliert auch die Luftfeuchtigkeit in deinen vier Wänden. Gleichzeitig werden mit der abgestandenen Luft auch Keime, Staub und Gerüche aus der Wohnung geleitet.

Großer Holzschreibtisch im Arbeitszimmer mit geöffnetem Dachfenster
Tägliches Lüften verbessert das Raumklima – und damit auch Konzentration und Wohlbefinden. Mit dem Luftaustausch kommt neuer Sauerstoff in den Raum, Staub und Mikropartikel werden zum Fenster hinausgeleitet (Dachfenster von Velux bei OTTO).

2. Richtig lüften nach Räumen

Je nach ihrer Funktion und der Häufigkeit ihrer Nutzung haben die Räume in deinem Zuhause einen unterschiedlichen „Frischluftbedarf“. Hier erfährst du, wie du welchen Raum richtig lüften kannst.

Wann und wie oft lüften?

Du hältst dich tagsüber viel zu Hause auf? Dann solltest du täglich ruhig drei- bis viermal für je 1015 Minuten lüften. Wenn du tagsüber unterwegs bist, reicht es aus, direkt nach dem Aufstehen für 10–15 Minuten frische Luft hineinzulassen. Dasselbe gilt am Abend: Lüfte die komplette Wohnung richtig durch, bevor du ins Bett gehst.

Ausrufezeichen
Wenn du deine Wäsche in der Wohnung trocknest, entsteht zusätzliche Feuchtigkeit. Am besten lüftest du im entsprechenden Raum einmal mehr oder lässt das Fenster auf Kipp.
Geöffnetes Dachfenster mit Hitzeschutzmarkise von außen
Dachgeschosswohnungen heizen sich schnell auf – hier ist regelmäßiges Lüften umso wichtiger. Im Sommer lüftest du am besten am frühen Morgen und am späten Abend, damit die Hitze draußen bleibt. Eine Hitzeschutzmarkise hemmt die Sonneneinstrahlung (Hitzeschutzmarkise von Velux bei OTTO).

Schlafzimmer lüften

Jeder von uns kennt die abgestandene Luft, die morgens im Schlafzimmer hängt. Aber gründliches Lüften ist nicht nur wichtig, um frischen Sauerstoff hineinzulassen: Nacht für Nacht gibt dein Körper durch Atmung und Schwitzen bis zu 400 ml Wasser an die Raumluft ab. Um die feuchte, verbrauchte Raumluft auszutauschen, lüftest du am besten direkt nach dem Aufstehen, zum Beispiel während du im Bad bist oder frühstückst. Dein Bettzeug kannst du aufschütteln und während des Lüftens ins Fenster legen, so wird es wieder schön frisch. Auch vor dem Schlafengehen solltest du noch einmal gut durchlüften. Noch schneller geht das, wenn du mehrere Fenster öffnest und für Durchzug sorgst.

Du möchtest auch deine Matratze mal wieder auffrischen? Im Artikel Matratze reinigen leicht gemacht findest du alle Infos dazu.

Badezimmer lüften

Nach dem Baden oder Duschen steigt die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer stark an. Damit die Feuchtigkeit nicht in Wände und Decke zieht und Schimmelbildung begünstigt, solltest du das Badezimmerfenster nach jedem Duschen weit öffnen – mindestens so lange, bis der Badezimmerspiegel nicht mehr beschlagen ist. Lüfte am besten mit geschlossener Tür, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Räume zieht. In Bädern ohne Fenster solltest du die Tür und die nächstliegenden Fenster weit öffnen.

Feuchte Kacheln kannst du abwischen, damit sich die Luftfeuchtigkeit im Bad schneller normalisiert. Gleiches gilt für Glas- und Spiegelflächen. Flexible Badmöbel wie Kommoden oder Badschränke kannst du zudem etwa fünf Zentimeter von der Wand abrücken. So kann die Luft dahinter zirkulieren und sich keine Feuchtigkeit stauen.

Holztisch mit Glasvase und Vogelfigur unter geöffnetem Dachfenster
Beim sogenannten Stoßlüften werden die Fenster für 10–15 Minuten weit geöffnet, um die Raumluft einmal auszutauschen. Ein Fenster „auf Kipp“ ist immer noch besser als gar nicht zu lüften, aber weit weniger effektiv (Dachfenster von Velux bei OTTO).

Küche lüften

Die Küche lüftest du nicht nur, um Kochgerüche zu beseitigen. Es geht auch darum, den Wasserdampf abzuleiten, der beim Kochen und Geschirrspülen entsteht. So setzen sich auch Küchengerüche weniger schnell in Gardinen, Tischdecken und anderen Textilien fest. Als Faustregel gilt: Öffne die Fenster nach jedem Kochen für 10–15 Minuten. Bei Gerichten, die länger auf dem Herd stehen, solltest du die Dunstabzugshaube einschalten oder schon während des Kochens die Fenster öffnen. Übrigens: Auch dein Backofen produziert Feuchtigkeit.

Wohnzimmer lüften

„Schlechte“ Luft im Wohnzimmer erkennt man nicht immer sofort – vor allem nicht, wenn man sich länger darin aufhält. Anzeichen dafür, dass du mal wieder richtig lüften solltest, sind Müdigkeit oder häufiges Gähnen. Wenn du mit Freunden zusammensitzt, im Wohnzimmer arbeitest oder Sport machst, ist der Frischluftbedarf besonders hoch. Regelmäßiges Stoßlüften schafft schnell Abhilfe und macht dich in wenigen Minuten wieder munter.

Ausrufezeichen
Grünpflanzen verbessern zwar insgesamt das Raumklima, verbrauchen aber auch Sauerstoff. Mit vielen Pflanzen im Wohnzimmer solltest du daher etwas häufiger lüften.
Fenster und Accessoires für ein besseres Raumklima:

3. Richtig heizen und lüften im Winter

Zugegeben, wenn es draußen wirklich kalt ist, kostet es ein bisschen Überwindung, die Fenster aufzureißen und frische, kühle Luft in die Wohnung zu lassen. Im Winter ist richtiges Lüften aber doppelt wichtig – fürs Wohlbefinden und für den Geldbeutel.

Richtig heizen und lüften

Auch wenn es mit dem Lüften im Winter kurzzeitig kühler im Raum wird, solltest du nicht auf das tägliche Lüften verzichten. Im Gegenteil: Die Heizungswärme trocknet die Luft aus, sodass die Frischluftzufuhr umso wichtiger für das Raumklima ist. Am besten drehst du die Heizung vor dem Lüften herunter, um Energiekosten zu sparen. Das ist besonders wichtig, wenn deine Wohnung einen Raumtemperatur-Thermostat hat. Ansonsten beginnen nämlich die Heizungen auf Hochtouren zu laufen, sobald der Thermostat den Temperaturabfall durch das geöffnete Fenster registriert.

Bevor die Heizperiode beginnt

Die Heizungswartung ist Sache von Profis – aber du kannst trotzdem einiges tun, um deine Heizung fit für den nächsten Winter zu machen. Dazu gehört zum Beispiel, die Heizkörper von Staub und Schmutz zu befreien. Eine gluckernde oder klopfende Heizung kannst du entlüften, damit sie effizient arbeitet. Dazu stellst du ein Gefäß unter das Entlüftungsventil an der Seite des Heizkörpers und drehst das Ventil mit einem Entlüftungsschlüssel auf. Sobald mehr als ein paar Tröpfchen Wasser austreten, ist die gesamte Luft entwichen. Nun verschließt du das Ventil wieder. In der Regel wird sich die Heizung anschließend schnell wieder erwärmen.

Weißer Heizkörper mit zwei Luftbefeuchtern aus Edelstahl zum Einhängen
Im Winter helfen Luftbefeuchter am Heizkörper, die Luftfeuchtigkeit im Raum zu regulieren. Wenn du keinen passenden Luftbefeuchter für deine Heizkörper findest, tut es auch ein Schälchen mit Wasser.

Richtig lüften im Sommer

Wenn draußen die Sonne brennt, solltest du möglichst am frühen Morgen und nach Sonnenuntergang lüften. So holst du dir statt warme Sommerluft jeweils die kühlere Nachtluft in die Wohnung. Während du schläfst, kannst du für Erfrischung sorgen, indem du die Fenster öffnest oder auf Kipp stellst. Um Zugluft zu vermeiden, hältst du die Schlafzimmertür dabei am besten geschlossen.

richtig Heizen Füße auf einer Heizung
Schön, wenn die Wohnung im Winter gemütlich warm ist. Frische Luft muss trotzdem sein – am besten zwei-bis dreimal täglich. Damit du nicht ``für die Vögel`` heizt, drehst du die Heizung am besten herunter, bevor du das Fenster öffnest.

Tipps, wie du beim Heizen Energie sparst

  • Heizung nicht zustellen: Möbel oder Vorhänge vor den Heizkörpern verhindern, dass die sich Wärme gleichmäßig im Raum verteilen kann.
  • Zugluftstopper für Türen und Fenster: Mit den flexiblen Textilrollen hältst du den kalten Luftzug von draußen auf.
  • Türen geschlossen halten: Zumindest die Türen zwischen beheizten und wenig beheizten Räumen solltest du schließen, damit keine Wärme verloren geht.
  • Mit Textilien einrichten: Teppiche halten deine Füße warm und sind tolle Wärmespeicher. Gardinen mit Faltenwurf bilden Luftkammern, die die warme Luft im Raum halten.
  • Raumtemperatur individuell regeln: Optimal im Wohnzimmer sind 20 Grad, im Schlafzimmer 16–18 Grad. Im Bad darf es mit ca. 22 Grad ruhig etwas wärmer sein.
  • Heizung herunterregeln: Nachts oder wenn du nicht zu Hause bist, kannst du die Heizung herunterregeln. Tipp: Ein Heizungsthermostat lässt sich zeitlich programmieren.

Füße warmhalten: Wer warme Füße hat, friert nicht so schnell – in einer fußkalten Wohnung trägst du am besten kuschelige Wollsocken oder Pantoffeln.

Accessoires, mit denen es zuhause schön warm bleibt: