Erste Wohnung

Umzug planen: So organisierst du deinen Umzug ohne Spedition

Der Mietvertrag ist unterschrieben – und dann geht es auch schon los: Ganz gleich, ob es deine erste eigene Wohnung ist oder ob du schon etwas Erfahrung hast, so ein Umzug ist immer ein ziemliches Stück Arbeit. Aber mit der richtigen Planung kannst du dafür sorgen, dass auch ohne professionelle Unterstützung am Umzugstag alles glatt läuft. Wir haben gute Tipps, wie du deinen Umzug organisierst.

1. Umzugshelfer organisieren

Helfer rechtzeitig anfragen

Allein umziehen ist so gut wie unmöglich. Suche dir also rechtzeitig genügend helfende Hände. Die besten Chancen hast du im Familien- und Freundeskreis, aber auch bei deinen Arbeitskollegen oder Nachbarn. Spätestens einen Monat vor dem Umzugstermin solltest du anfangen, Helfer zu organisieren, damit sich alle den Termin freihalten können. Helfer, die ein eigenes Auto haben, fragst du am besten gleich, ob sie das Auto ggf. mitbringen – zum Beispiel, um schon mal ein paar Kisten zu transportieren oder um mit ein paar Helfern zur neuen Wohnung vorzufahren.

Wie viele Umzugshelfer sollten es sein?

Wie viele Helfer du brauchst, hängt vor allem von deiner Wohnungssituation ab. Ziehst du mit Bett, Schrank und ein paar Kisten von einem WG-Zimmer ins nächste, reichen eigentlich zwei Freunde und ein geräumiges Auto. Für den Umzug einer kompletten Wohnung inklusive Waschmaschine, Kleiderschrank und Sitzgruppe sollten es 4–6 motivierte Helfer sein. So könnt ihr vielleicht sogar parallel die alte Wohnung aus- und die neue einräumen. Grundsätzlich gilt: Frage lieber ein paar Leute mehr an, falls ein oder zwei Helfer ausfallen. Allerdings sollten es auch nicht so viele Helfer sein, dass ihr euch im Treppenhaus oder im Umzugswagen auf die Füße tretet. In so einem Fall planst und verteilst du die Aufgaben am besten parallel. Das hat den Vorteil, dass dein Umzug noch schneller über die Bühne geht.

Unterstützung für die verschiedenen Aufgaben

Versuche deine Helfer so einzuplanen, dass jeder beim Umzug die Aufgaben bekommt, die ihm oder ihr am meisten liegen. Wer jede Menge Energie hat, der hilft am besten, Kisten und Möbel durchs Treppenhaus zu tragen. Helfer, die nicht so schwer heben können, fahren vielleicht den Umzugswagen, helfen die letzten Kisten zu packen oder sorgen für die Verpflegung. Und wer gern bastelt, der baut die Möbel auseinander oder bringt in der neuen Wohnung schon mal die Lampen an. Das gilt übrigens auch für die Tage vor dem Umzug: Frag einfach herum, ob jemand dir beim Sortieren und Kistenpacken hilft – mit einem guten Abendessen als Belohnung finden sich sicher freundliche Helfer.

2. Umzugskisten richtig packen

Vor dem Packen: Aussortieren

Ein Umzug ist die ideale Gelegenheit für eine Inventur in den eigenen vier Wänden. Klar, es ist nicht so leicht, sich von alten und liebgewonnenen Dingen zu trennen – aber wenn du erst mal angefangen hast, ist es ganz schön befreiend. Überlege dir bei jedem Stück, wie häufig du es im letzten Jahr in der Hand gehabt hast und ob du es wirklich brauchst. Dinge, bei denen du unsicher bist, legst du erst einmal beiseite. Du kannst wenig benötigte Dinge auch verschenken oder verkaufen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn du vor dem Umzug einen privaten Kleider-Flohmarkt mit Freunden bei dir zu Hause veranstaltest? Das schafft Platz und deine alten Sachen kommen in gute Hände.

Wie viele Umzugskisten brauche ich?

Wie viele Umzugskisten du brauchst, hängt von der Größe deines Haushalts und von der Größe der Umzugskisten ab. Es stimmt, dass sich im Notfall auch eine komplette Wohnung in Plastiktüten und Bananenkisten transportieren lässt – zu empfehlen ist es aber nicht. Am besten besorgst du dir die klassischen Umzugskartons mit verstärktem Boden und festem Deckel. Für ein WG-Zimmer kannst du mit 10–15 Standardkartons rechnen, wenn auch Kleidung und Bücher darin Platz finden sollen. Für eine Singlewohnung mit 1–2 Zimmern brauchst du 20–30 Kartons. Umzugsunternehmen rechnen oft mit einem Karton pro Quadratmeter – aber bei privaten Umzügen wird vieles noch mal schnell in Körben oder Reisetaschen transportiert. So oder so gilt aber: Besorge lieber ein paar Kartons zu viel als zu wenig.

Ausrufezeichen
Frage im Bekanntenkreis herum, ob jemand noch gebrauchte Umzugskartons im Keller hat – viele Leute heben ihre Kartons auf oder verkaufen sie für wenig Geld weiter.

Nicht zu schwer packen

Im Idealfall haben deine Umzugskartons alle die gleiche Größe. So lassen sie sich besonders platzsparend im Umzugswagen stapeln. Achte außerdem darauf, die Kartons möglichst ohne Leerräume zu packen, damit deine Sachen beim Transport nicht herumfliegen. Die Umzugskisten sollten also voll, aber nicht zu schwer gepackt sein. Insbesondere Bücher und Geschirr packst du daher am besten nur bis zur Hälfte in den Karton und füllst dann den Rest mit leichten Sachen wie Kleidung, Kissen und ähnlichem auf.

Umzugskartons sorgfältig beschriften

Alle Umzugskartons sollten beschriftet werden – und zwar nicht nur so, dass du deine Sachen wiederfindest, sondern so, dass am besten alle Kisten von Anfang an im richtigen Raum landen. Schreibe also den Inhalt und das jeweilige Zimmer auf den Karton, und mache eine Notiz, falls der Karton zerbrechliche Dinge enthält.

Ausrufezeichen
Klebe in der neuen Wohnung Notizzettel an die Türrahmen, um Schlaf-, Wohn- oder Arbeitszimmer zu kennzeichnen. Dann weiß jeder Umzugshelfer sofort, welche Kiste in welchen Raum kommt.
Gepackte, gestapelte Umzugskartons mit Beschriftung und Klebeband-Roller
Es lohnt sich, die Umzugskartons sorgfältig zu beschriften: So landet jeder Karton gleich im richtigen Raum – und wenn du am Abend nach dem Umzug noch schnell deine Lieblingsvase aufstellen möchtest, musst du nicht lange suchen.
Umzugskisten und Transporthelfer:

3. Den Transport organisieren

Einen Umzugswagen finden

Ohne Auto funktioniert so ein Umzug in der Regel nicht – und normalerweise reicht auch ein normaler Pkw nicht aus, um größere Möbel oder Großgeräte wie die Waschmaschine zu transportieren. Die gängigsten Optionen:

  • Lieferwagen mieten: Ein Miet-Transporter vom Autoverleih ist die komfortabelste Option, weil du den Umzug in der Regel mit ein oder zwei Fahrten erledigen kannst. Allerdings muss der Fahrer normalerweise mindestens 21 Jahre alt sein. Zudem kostet ein Lieferwagen je nach Größe und Anbieter zwischen 100 und 150 Euro plus Benzinkosten am Tag.
  • Anhänger mieten: Ein Miet-Hänger ist günstiger als ein Transporter, aber du brauchst dafür einen Wagen mit Anhängerkupplung. Zudem braucht das Fahren mit einem vollbeladenen Anhänger zumindest eine kurze Eingewöhnung, ab 750 kg Gesamtmasse brauchst du einen speziellen Anhängerführerschein.
  • Wagen oder Anhänger leihen: Manchmal können Freunde, die im Handwerk arbeiten, einen Transporter fürs Wochenende organisieren. Oder du fragst einfach deine Umzugshelfer, ob sie ihre Autos zur Verfügung stellen. Kartons, Taschen und Co. lassen sich so gut transportieren – für die großen Sachen wie Sofa oder Waschmaschine brauchst du aber zumindest einen Mini-Van oder Kleinbus.
Ausrufezeichen
Viele Baumärkte vermieten Lieferwagen und Anhänger stundenweise. Das ist eine günstige Alternative für kleine Umzüge.

Für größere Entfernungen lieber einen Transporter mieten

Ziehst du innerhalb deiner Stadt um, ist ein kleinerer Wagen meist kein Problem, weil du mehrmals zwischen den Wohnungen hin- und herfahren kannst. Bei längeren Strecken sollte am besten der komplette Haushalt in einer „Fuhre“ verpackt sein. So sparst du Zeit und Nerven und schaffst den Umzug an einem Tag.

Umzugswagen richtig packen

Die richtige Reihenfolge beim Packen ist entscheidend dafür, dass dein Hab und Gut sicher im neuen Zuhause ankommt:

  1. Umzugskisten an der Rückwand stapeln, die schwersten unten
  2. Flache Gegenstände wie Bilderrahmen oder Spiegel seitlich hochkant an die Wand des Wagens stellen, ggf. mit Handtüchern oder Umzugsdecken polstern
  3. Möbel in die Mitte des Transporters, möglichst ineinander stapeln
  4. Schwere Haushaltsgeräte wie Waschmaschine oder Trockner vor die Möbel schieben
  5. Pflanzen, Deko, Lampen ganz zum Schluss in den Leeräumen verstauen, mit Kissen oder Ähnlichem fixieren
Sackkarre mit Umzugskarton
Am besten fragst du vor deinem Umzug im Bekanntenkreis, ob jemand Sackkarren oder Ähnliches mitbringen kann. Solche kleinen Helfer schonen den Rücken und beschleunigen deinen Umzug enorm.

4. Am Umzugstag: Wer hat das Kommando?

Damit alles reibungslos über die Bühne geht, sollte eine Person am Umzugstag die „Regie“ übernehmen. Auf die Umzugserfahrung kommt es dabei gar nicht so sehr an – sondern eher darauf, dass du Zeit und Aufgaben realistisch planst.

Mach dir einen groben Plan über alle anfallenden Aufgaben, vom Möbelschleppen bis zum Fahren des Umzugswagens. Am besten verteilst du die Aufgaben gleich auf deine Helfer. Oder du legst einfach fest, wie viele Helfer du pro Aufgabe brauchst, damit am Umzugstag jeder Helfer den Job übernehmen kann, der ihm oder ihr am meisten liegt.

Auch ein Zeitplan ist hilfreich, um den Umzug zu organisieren. Darin enthalten sein sollte das Abholen des Umzugswagens, das Treffen der Helfer, das Eintreffen und Auspacken in der neuen Wohnung sowie die Rückgabe des Mietwagens. Pausen solltest du außerdem mit einplanen – und rechne lieber immer etwas mehr Zeit für die Aufgaben ein.

Wenn du und deine Helfer parallel im alten und neuen Zuhause am Werk sind, dann gibt es am besten einen Verantwortlichen pro Wohnung. Er ist der Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen und du brauchst mit dem Kopf nicht an zwei Orten gleichzeitig sein.

5. Tipps, wie du eine Umzugshelfer bei Laune hältst

  1. Sorge für ausreichend Essen und Getränke
    Zur Mittagspause freuen sich alle über einen leckeren Eintopf oder – ganz klassisch – Pizza. Für zwischendurch heben kleine Snacks, Süßes und natürlich ausreichend Getränke die Stimmung.
  2. Macht gemeinsame Pausen
    Setzt euch zum Essen alle zusammen und macht kleinere gemeinsame Pausen. Das ist gerecht und außerdem gesellig – und ihr könnt nebenbei absprechen, wie es gleich weitergeht.
  3. Sei so entspannt wie möglich
    Leichter gesagt als getan – aber mit guter Planung und ein paar guten Umzugsideen hast du schon viel erreicht. Und wenn du ruhig und entspannt bist, werden es deine Helfer auch sein.
  4. Mit Musik geht’s leichter
    Lautsprecher aufstellen – und los geht es mit der Gute-Laune-Musik. Sag am besten vorher deinen Helfern, dass sie ihre Lieblingslieder mitbringen sollen.
  5. Sei selbst ein guter Umzugshelfer
    Jeder zieht früher oder später um – und braucht Hilfe. Die Freunde, denen du damals bei ihrem Umzug geholfen hast, werden sicher auch gern bei deinem helfen.