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Steingarten anlegen: Tipps für die Gartengestaltung mit Steinen

Ein Garten aus Steinen – ist das nicht ungemütlich? Keineswegs: Ein Steingarten ist eine gleichermaßen moderne und pflegeleichte Form der Gartengestaltung – und vielseitiger, als du vielleicht denkst: Ob geradlinig im asiatischen Stil, modern mit Kies und Pflastersteinen oder als üppig begrünter Hochgarten: Hier erfährst du, wie du einen Steingarten anlegst und mit welchen Steinen und Pflanzen du deinen Steingarten gestalten kannst.

1. Was ist ein Steingarten?

Ein Steingarten ist eine spezielle Gartenanlage, die sich durch Steine in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben auszeichnet. Kombiniert mit Kies und verschiedenen Pflanzen entsteht ein abwechslungsreiches Bild.

Häufig werden Steingärten an sanften Abhängen angelegt und mit Wasser kombiniert, das sanft über das Kiesbett fließt und sich in einem kleinen Teich oder Wasserbecken sammelt. Das stete Plätschern vermittelt Ruhe und macht den Steingarten zu einem Ort der Erholung.

Steingärten lieben die Sonne

Steingärten eignen sich ideal für vollsonnige Lagen nach Süden oder Südwesten. Die Steine speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie in der Nacht wieder ab. So entsteht ein spezielles Mikroklima, in dem Stauden und sonnenliebende Pflanzen üppig wachsen.

Man kann einen Steingarten auch mit Hochgebirgspflanzen gestalten. Diese werden als Alpinum bezeichnet. Zudem gibt es sogenannte Geröllgärten oder Kiesbeete, in denen vor allem Pflanzen gedeihen, die trockene, steinige Böden bevorzugen.

Kiesfläche mit Steinen und einem rostigen Metallbecken mit Wasser, bewachsen mit Lavendel und Feigenbaum
Glatte, spiegelnde Wasserflächen bilden einen sehr dekorativen Gegensatz zur rauen Struktur von Steinen und Kies. Aber auch bewegtes Wasser passt toll in deinen Steingarten: Mit einem schlichten Springbrunnen zum Beispiel bekommt dein Steingarten etwas Asia-Flair.

2. Steingarten anlegen: Schritt für Schritt

Einen Steingarten anzulegen macht schon ein bisschen Arbeit: Die Natursteine sind schwer, und Kies und Erde müssen entsprechend verdichtet werden, damit alles hält. Daher solltest du schon im Vorfeld die benötigten Materialien und Werkzeuge besorgen.

Benötigte Materialien:

  • Bauschutt
  • Kieselsteine
  • Natursteine in verschiedenen Größen
  • Arbeitshandschuhe
  • Blumenerde
  • Pflanzen

Benötigtes Werkzeug:

  • Schaufel
  • Spaten
  • Handschaufel
  • Gießkanne
Hier findest du Gartengeräte und Zubehör für deinen Steingarten:

3. Schritt 1: Standort suchen

Gibt es in deinem Garten einen sanften Abhang? Leicht abschüssiges Gelände mit etwa 10 Grad Neigung ist ideal, um einen Steingarten anzulegen. Hier kann das Wasser gut ablaufen, denn die meisten Pflanzen, mit denen du den Steingarten gestaltest, vertragen keine Staunässe. Der Boden sollte locker und wasserdurchlässig sein. Wunderbar geeignet sind sandige oder mit einer Kiesschicht überzogene Böden. Wichtig ist, dass der Steingarten nach Süden ausgerichtet ist, damit die Pflanzen gedeihen und die Steine kein Moos ansetzen. Die Fläche für den Steingarten sollte 4–10 Quadratmeter groß sein. Du kannst aber auch auf einem schmalen Streifen entlang deiner Gartenwege einen Steingarten anlegen.

Steingarten mit in Form geschnittenen Koniferen vor Steinhaus
Ein sonniger Standort ist ideal für deinen Steingarten. Ist der Boden eher sandig, eignen sich trockenheitsliebende Pflanzen. Zwergkiefern, Scheinzypressen und Kriechwacholder lassen zusammen mit rauen, dunklen Steinarten wie Quarz oder Basalt eine Art Berglandschaft entstehen.

4. Schritt 2: Boden vorbereiten

Du hast keine Abhänge oder Hügel im Garten? Kein Problem: Mit etwas Bauschutt kannst du den passenden Untergrund für deinen Steingarten selbst gestalten. Bedecke dazu den Boden mit einer etwa 20 Zentimeter dicken Dränageschicht aus grobem Bauschutt, um eine leichte Erhebung zu schaffen. Darauf verteilst du umgedrehte Rasensoden oder ein Vlies, das verhindert, dass die Erde nach unten durchsickert. Schon ist der Untergrund für deinen Steingarten fertig.

So geht’s:

  • Befreie die ausgewählte Fläche von Wurzeln, damit später keine Unkräuter wachsen.
  • Lege eine Kiesschicht aus, um Staunässe zu vermeiden und größeren Steinen einen optimalen Untergrund zu bieten.
  • Statt Kies kannst du auch eine Schicht Sand als Grundlage für deinen Steingarten verwenden.

5. Schritt 3: Steine schichten

Bei der Auswahl der Steine für deinen Steingarten kannst du ganz nach deinem Geschmack wählen. Beliebte Steinarten sind Granit, Basalt, Quarzit, Kalkstein und Sandstein. Du bekommst sie im Baustoffhandel und manchmal auch in Baumärkten. Verwende am besten nur eine Gesteinsart, um ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen.

So geht’s:

  • Arrangiere zuerst mehrere große Steine individuell und ohne klares Muster auf dem vorbereiteten Boden.
  • Fülle die Lücken zwischen den großen Steinen anschließend mit Gartenerde und Kompost auf.
  • Die sichtbaren Kanten der Steine kannst du mit kleineren Natursteinen verblenden.
Steingarten mit geraden Pflanzenrabatten, langen schmalen Wasserbecken mit Kies und Holzbrücken
Du kannst deinen Steingarten auch innerhalb einer Einfassung aus Beton oder Mauersteinen anlegen. Durch die klaren Linien und die strenge Aufteilung von Pflanzen, Kies und Wasser wirkt der Steingarten besonders ruhig und ästhetisch.

6. Schritt 4: Pflanzen einsetzen

Auch bei den Pflanzen, mit denen du deinen Steingarten gestaltest, hast du eine große Auswahl. Du kannst zwischen blühenden Stauden, Gräsern und Ziersträuchern wählen oder sie miteinander kombinieren. Achte darauf, dass sie in Höhe und Blütenfarbe zueinanderpassen, damit dein Steingarten nicht zu unruhig wirkt. Bevor du die Pflanzen in den Boden setzt, solltest du ein Unkrautvlies verlegen. Das hemmt das Wachstum von Wildpflanzen.

So geht’s:

  • Platziere zuerst alle Pflanzen jeweils an der Stelle, wo sie später wachsen sollen, um dir eine Vorstellung von der Optik zu machen.
  • Grabe mit der Handschaufel für jede Pflanze ein Pflanzloch an der gewünschten Stelle und schneide in das Wurzelvlies darunter ein kleines Loch ein.
  • Setze die Pflanze etwa zu zwei Drittel Höhe in das Loch und befülle den Wurzelbereich rundherum mit Erde.
  • Wenn du alle Pflanzen eingesetzt hast, solltest du das gesamte Beet großzügig wässern.
Kleines Haus im Garten mit Terrasse, davon Kiesgarten mit bepflanzten Hochbeeten
Ein Kiesgarten ist der „kleine Bruder“ des Steingartens. Er ist ähnlich pflegeleicht, aber einfacher anzulegen, da du keine schweren Steine bewegen musst. Zudem lassen sich Pflanzen, Wasserbecken oder Beete auf den ebenen Kiesflächen flexibler anlegen als zwischen Natursteinen.

7. Schritt 5: Kieselsteine verlegen

Mit Kieselsteinen kannst du die Lücken zwischen den Pflanzen auffüllen. Das hemmt Wildwuchs und du schaffst eine optische Verbindung zwischen Steinen und Pflanzen. Wähle die Kieselsteine farblich passend zu den großen Steinen, damit ein einheitliches Bild entsteht. Fülle den Kies so auf, dass die Wurzelkrone der Pflanze komplett eingebettet ist. Alternativ eignet sich dafür auch grober Schotter.

8. Pflanzen für den Steingarten

Um deinen Steingarten zu gestalten, eignen sich am besten immergrüne und winterharte Pflanzen sowie Stauden, Halbsträucher, Zwergkoniferen und Bergpflanzen, die trockenere Böden und viel Licht benötigen. Neben diesen Zierpflanzen kannst du deinen Steingarten aber auch mit Küchenkräutern wie Salbei, Thymian und Oregano aufwerten.

Stauden: Enzian, Edelweiß, Primeln, Alpenveilchen, niedrige Fetthenne, Sonnenröschen, Grasnelke, Steinkraut, Katzenpfötchen und Alpenmohn. Wunderschön sehen auch Polsterstauden wie Blaukissen, Dreiblattpapiere, Immergrüner Moossteinbrech, Polsterphlox oder Hornkraut aus.

Terrassenförmig angelegter Steingarten mit Kiesbett, Bodendeckern und hohen Gräsern
Mit ihrer hohen, schlanken Form bilden Gräser einen tollen Kontrast zu den massiven Steinen in deinem Steingarten. Pflanze Gräser am besten nur vereinzelt, damit sie die Steine nicht verdecken. Bodendecker oder niedrige Stauden ergänzen die Bepflanzung.

Bergpflanzen: Primeln, Enzian, Grasnelke, Bitter-, Haus- und Nelkenwurz sowie Heidenelke

Knollen- und Zwiebelpflanzen: Wildtulpen, Narzissen, Krokusse, Winterlinge, Blaustern, Traubenhyazinthen, Herbstzeitlose, Herbstkrokusse und sommerblühende Narzissen

Gräser: Blauschwingel, Bärengras, Rispengras und Blaubinse

Farne: Mauerraute, Schriftfarn, Kirschlorbeer, Berberitzen

Steingartenblumen: Phlox, Mittagsblumen, weißer oder lilafarbener Duftsteinrich, Binsenlilien, Atlasblumen, Sommernelken, Schleifenblumen und Polsterglockenblumen.

Halbsträucher: Blauer Lavendel und Blauraute sowie Zwerggehölze wie Alpenazaleen, Nestfichte, Zwerg-Bergkiefer, Kugelkiefern, Hängeweide, Kriechwacholder.

Ausrufezeichen
Wenn du deinen Steingarten mit Halbsträuchern gestaltest, solltest du sie regelmäßig stutzen, damit sie eine Wuchshöhe von 50–60 Zentimetern nicht überschreiten.
Pflanzen und Gräser für deinen Steingarten:

9. Gestaltungsideen für den Steingarten

Du möchtest einen Steingarten anlegen und brauchst Ideen? Natürlich spielen Standort, Himmelsrichtung und Gartengröße eine Rolle – in erster Linie solltest du den Steingarten aber so gestalten, wie er dir am besten gefällt. Neben Steinen und Pflanzen kannst du auch andere Elemente nutzen, zum Beispiel Wasser, eine Gartenbank oder Gartenleuchten. Hier findest du ein paar Gestaltungsideen.

Vorgarten mit Steinen und Kies

Vorgarten mit Rasenfläche, Kies und hohem Bambus

Steine und Kies sind beliebt bei der Vorgartengestaltung, denn so ein Kiesbett sieht sauber und aufgeräumt aus, ohne dass du viel Arbeit damit hast. Damit es nicht zu eintönig wirkt, solltest du Kies- oder Schotterflächen mit kleinen Steinbeeten oder hohen Grünpflanzen wie Bambus kombinieren.

Pflegeleichter Hinterhof aus Stein und Beton

Hinterhof mit grau verputzten Mauern, Kiesboden mit großen Trittplatten, Sitzbank, Tisch und Kübelpflanzen

Hinterhöfe sind wegen ihres mageren Bodens oft nur schwer zu begrünen. Mach aus der Not eine Tugend und gestalte den Hof als Kiesgarten: Mit großen Trittplatten aus Beton oder Stein und modernen Sitzmöbeln entsteht hier dein Lieblings-Sommerplatz.

Steingarten im asiatischen Stil

Asiatischer Garten mit Teich, Büschen in Formschnitt und kleinen Bäumen im Herbst

Asiatische Gärten werden seit jeher mit Steinen gestaltet. Besonders reizvoll ist hier der Mix aus niedrigen Büschen, Bodendeckern und Laubbäumen. Auch Wasser ist ein fester Bestandteil des asiatischen Steingartens, ebenso wie Deko-Figuren aus Stein oder Metall.

Terrassenbeete aus Naturstein

Rasenfläche mit Natursteinmauer, Steinstufen und Mulchbeeten, mit Steinen eingefasst

Naturstein eignen sich auch, um einen Terrassengarten anzulegen, der mit Gräsern und Stauden bepflanzt wird. Die Gartengestaltung auf zwei Ebenen lässt deinen Garten größer wirken und gibt ihm eine klare Struktur. Für die Mauern aus massiven Natursteinen ist allerdings Hilfe vom Profi gefragt.