Garten

Steingarten anlegen – So einfach geht´s

 

In Eurem Garten verbringt Ihr schöne Stunden mit Freunden und Familie oder lasst einfach mal die Seele baumeln. Neben bunten Blumenbeeten, könnt Ihr Euer Grün auch durch einen pflegeleichten Steingarten aufpeppen. Ein Hochbeet oder Eure Terrassenböschung bieten sich beispielsweise für diese originelle Art der Gartengestaltung an.

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Ein Steingarten lässt Eure Gartenfläche im modernen Look erstrahlen – ob geradlinig im asiatischem Flair, oder klassisch mit Pflastersteinen und Findlingen, einen Steingarten anzulegen, ist nicht schwer. Dennoch solltet Ihr einige Dinge beachten: Welche Steine und Pflanzen eignen sich? Und an welcher Stelle im Garten lässt sich ein kleiner Steingarten am besten herrichten? Ich zeige Euch, wie Ihr in wenigen Schritten einen Steingarten anlegen könnt:

Alles Wichtige im Überblick:

Urlaubsflair: Was genau ist eigentlich ein Steingarten?

Ein Steingarten ist eine besondere Art der Gartenanlage und wird meist an sanften Abhängen angelegt. Besondere Elemente sind hierbei Steine in unterschiedlichen Größen, Formen und Farben, die zusammen mit Kies und zahlreichen Pflanzen gestaltet werden.

Oft werden Steingärten auch mit Wasser kombiniert, das sanft über das Kiesbett fließt und sich in einem kleinen Teich oder Bottich sammelt. Dem Plätschern zu lauschen und dabei im Garten die Füße hochzulegen, was gibt es Schöneres? So entsteht schnell echtes Urlaubsfeeling.

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Dazu trägt auch die Bepflanzung bei, denn Steingärten werden meist in vollsonnigen Lagen nach Süden oder Südwesten angelegt: Die Steine speichern tagsüber Wärme, die sie in der Nacht wieder abgeben und sorgen somit für ein einmaliges Mikroklima, spezielle Steingartenstauden wachsen und gedeihen hier besonders gut und kommen schön zur Geltung.

Es gibt aber auch Steingärten, die Hochgebirgspflanzen enthalten. Diese werden als Alpinum bezeichnet. Zudem gibt es sogenannte Geröllgärten oder Kiesbeete, in denen vor allem Pflanzen wachsen, die steinigen Boden bevorzugen (petrophile Pflanzen).

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Steingarten anlegen: Schritt-für-Schritt

Benötigtes Werkzeug:

  • Schaufel
  • Spaten
  • Handschaufel
  • Gießkanne

Benötigte Materialien:

  • Bauschutt
  • Kieselsteine
  • Natursteine in verschiedenen Größen
  • Arbeitshandschuhe
  • Blumenerde
  • Pflanzen
Einen Großteil der benötigten Werkzeuge & Materialien findet Ihr hier:

Schritt 1: Standort suchen und Boden vorbereiten

Ihr habt in Eurem Garten eine leicht abschüssige Fläche? Perfekt! Ein Steingarten sollte immer auf einem schrägen Abhang (ca. 10 Grad) angelegt sein, damit das Wasser gut ablaufen kann. Denn die meisten verwendeten Pflanzen stammen aus alpinen Gegenden und vertragen keine Staunässe. Der Boden sollte daher gut wasserdurchlässig sein. Wunderbar geeignet sind sandige Böden oder solche, die mit einer Kiesschicht überzogen sind.

Eure Fläche sollte mindestens vier bis zehn Quadratmeter groß sein. Vielleicht möchtet Ihr auch Euren Wegrand neu gestalten und dort einen Steingarten anlegen. Achtet darauf, dass Ihr den Steingarten nach Süden ausrichtet, da die Pflanzen viel Sonne benötigen.

Kein hügeliges Gelände im Garten vorhanden? Keine Sorge! Eine solche Fläche kann im Handumdrehen geschaffen werden:

  • Bedeckt den Boden mit einer etwa 20 Zentimeter dicken Dränageschicht aus grobem Bauschutt, um eine leichte Erhebung zu schaffen.
  • Verteilt nun auf der ersten Schicht umgedrehte Rasensoden oder ein Vlies, das verhindert, dass die Erde nach unten durchsickert.

Bevor Ihr mit dem Anlegen eines Steingartens beginnt, solltet Ihr zunächst den Boden vorbereiten:

  • Befreit die ausgewählte Fläche von Wurzeln, damit später keine Unkräuter wachsen.
  • Legt nun eine Kiesschicht aus, um Staunässe zu vermeiden und größeren Steinen einen optimalen Untergrund zu bieten.
  • Statt Kies könnt Ihr auch eine Schicht Sand als Basis verwenden.

Schritt 2: Steine schichten

Bei der Auswahl der Steine für Euren Steingarten könnt Ihr ganz nach Eurem Geschmack wählen. Geeignete Steine sind Granit, Basalt, Quarzit, Kalkstein und Sandstein.

  • Verwendet immer nur eine Gesteinsart und eine Form, um ein harmonisches Bild zu schaffen.
  • Richtet nun mehrere große Steine individuell, ohne erkennbares Muster auf den vorbereiteten Boden an. Eurer Kreativität ist dabei keine Grenze gesetzt.
  • Füllt die Lücken zwischen den großen Steinen anschließend mit Gartenerde und Kompost auf.
  • Die sichtbaren Kanten könnt Ihr mit Natursteinen verblenden.

Schritt 3: Pflanzen einsetzen

Bei der Auswahl Eurer Pflanzen, achtet darauf, dass sie in Höhe und Blütenfarbe zusammenpassen.

  • Bevor Ihr die Pflanzen anrichtet, solltet Ihr ein Unkrautvlies verlegen, um das Wachsen von Wurzelunkräutern zu verhindern.
  • Grabt nun mit einer Handschaufel ein Pflanzloch an der gewünschten Stelle und schneidet in das Wurzelvlies ein kleines Loch ein.
  • Setzt die Pflanze etwa zu zwei Drittel Höhe in das Loch und befüllt den Wurzelbereich seitlich mit Erde.
  • Wässert das gesamte Beet anschließend großzügig.

Schritt 4: Kieselsteine verlegen

Wählt die Kieselsteine farblich passend zu Euren großen Steinen, damit ein einheitliches Bild entsteht.

  • Füllt die verbleibenden kleinen Räume zwischen den Pflanzen mit kleinen Kieselsteinchen auf, sodass die Wurzelkrone der Pflanze komplett eingebettet ist.
  • Alternativ eignet sich dafür auch grober Schotter.

Welche Pflanzen eignen sich für einen Steingarten?

Um Eurem Steingarten ein paar Farbtupfer zu verleihen, solltet Ihr auch über die passende Pflanzenwahl nachdenken. Besonders geeignet sind wintergrüne, winterharte, aber auch einjährige Pflanzen sowie Stauden, Halbsträucher, Zwergkoniferen und Bergpflanzen, die trockenere Böden und viel Licht benötigen. Neben diesen Zierpflanzen könnt Ihr Euren Garten auch mit Kräutern wie Salbei, Thymian und Oregano aufwerten.

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Stauden: Sehr beliebt sind Enzian, Edelweiß, Primeln, Alpenveilchen, niedrige Fetthenne, Sonnenröschen, Grasnelke, Steinkraut, Katzenpfötchen, Alpenmohn sowie Polsterstauden wie Blaukissen, Dreiblattpapiere, Immergrüner Moossteinbrech, Polsterphlox oder Hornkraut.

Bergpflanzen: Primeln, Enzian, Grasnelke, Bitter-, Haus– und Nelkenwurz sowie Heidenelke.

Knollen- und Zwiebelpflanzen: Wildtulpen, Narzissen, Krokusse, Winterlinge, Blaustern, Traubenhyazinthen, Herbstzeitlose, Herbstkrokusse, Sommerblühende Narzissen.

Gräser: Blauschwingel, Bärengras, Rispengras und Blaubinse.

Steingartenblumen: Phlox, Mittagsblumen, weißer oder lilafarbener Duftsteinrich, Binsenlilien, Atlasblumen, Sommernelken, Schleifenblumen und Polsterglockenblumen.

Halbsträucher: Blauer Lavendel und Blauraute sowie Zwerggehölze wie Alpenazaleen, Nestfichte, Zwerg-Bergkiefer, Kugelkiefern, Hängeweide, Kriechwacholder. Diese sollten eine Wuchshöhe von etwa sechzig Zentimetern nicht überschreiten.

Farne: Mauerraute, Schriftfarn, Kirschlorbeer, Berberitzen.

Tolle Pflanzen für Euren Steingarten gibt es hier:

Kreative Wohlfühloase: Gestaltungsideen für Euren Steingarten

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Möglichkeiten, wie Ihr Euren Steingarten gestalten könnt. Neben den Pflanzen gibt es zudem verschiedene Dekorationen, die Euren Garten optisch aufwerten. So könnt Ihr zum Beispiel eine Feuerschale, eine passende Gartenbank oder ein Wasserspiel in den Steingarten integrieren. Ein paar Gestaltungsideen seht Ihr hier:

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Tolle Dekoration für Euren Steingarten gibt es hier:

Ich hoffe, ich konnte Euch bei dem Projekt „Steingarten anlegen“ weiterhelfen. Wichtig ist eine unebene Fläche und ein passender Boden. Besonders geeignet sind Polsterstauden, die wunderbar zwischen die Steine platziert werden können und sich daher besonder als Steingartenpflanzen anbieten. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Anlegen und Gestalten Eures Steingartens. Wenn Ihr weitere Ideen und Tipps für die Gartengestaltung habt, könnt Ihr mir gerne einen Kommentar hinterlassen.