Beleuchtung

Küchenbeleuchtung: Tipps und Ideen für dein Küchen-Lichtkonzept

Meist ist die Küche Wohn- und Arbeitsraum in einem – und in vielen Fällen sogar der soziale Mittelpunkt deiner Wohnung. Für die Küchenbeleuchtung bedeutet das: sie muss sowohl funktionalen als auch wohnlichen Ansprüchen gerecht werden. Klingt erst mal kompliziert, ist aber halb so wild: Hier erfährst du, welche Lichtquellen du in der Küche brauchst und wie du sie in einem stimmigen Lichtkonzept verbindest.

1. Arbeitsfläche richtig beleuchten

Beim Kochen und Schnippeln brauchst du eine geeignete Arbeitsbeleuchtung – also am besten eine direkte, ausreichend helle Lichtquelle mit neutraler bis kühlweißer Lichtfarbe, die der von natürlichem Tageslicht nachempfunden ist. Dieses Licht wirkt nicht nur anregend, es lässt dich auch deine Kochzutaten und ihre Farben besser erkennen. Der Maßstab dafür ist der Farbwiedergabeindex (CRI) – Sonnenlicht zum Beispiel hat einen CRI von 100, bei weißen LEDs liegt der Wert zwischen 70 und 95. Bei der Auswahl der Leuchtmittel für die Küchenbeleuchtung richtest du dich am besten nach der Farbtemperatur, die in Kelvin gemessen wird. Sie ist in der Regel auf der Verpackung des Leuchtmittels angegeben und sollte für neutralweißes Licht 4.000 bis 5.300 Kelvin betragen.

Herd beleuchten

Der Herd verdient besondere Aufmerksamkeit bei deinem Lichtkonzept in der Küche.

Damit die Leuchten über der Kochfläche dich nicht blenden oder Wasserdampf und Fettspritzern ausgesetzt sind, sollte die Beleuchtung mindestens auf Kopfhöhe, also ca. 1 m über der Kochfläche, angebracht sein. So wirfst du beim Kochen keine Schatten auf den Herd. Achte darauf, dass Leuchten auf Kopfhöhe gut abgeschirmt sind, damit sie dir nicht in die Augen scheinen. Statt gezielter Spots wählst du besser leicht diffuse Lampen oder Leuchtstoffröhren, da diese von Ceranfeldern und Kochgeschirr nicht so stark reflektiert werden.

Moderne Küchenzeile mit Geräten und weißen Fronten. Wände in Rosa und mit grafischer Tapete gestaltet. Runder Küchentisch mit Stühlen.
Moderne Dunstabzugshauben haben meist eine integrierte Beleuchtung. Ideal sind zwei direkte Lichtquellen in der Abzugshaube – so ist der Herd optimal ausgeleuchtet.

Arbeitsfläche beleuchten

Für die Arbeitsflächen gilt das Gleiche wie für den Herd: Das Licht sollte hell und neutral sein (Richtwert: 4.000-5.300 Kelvin), nicht blenden und möglichst wenig Schatten werfen. Schließlich möchtest du alles sehen können, wenn du Teller anrichtest und Gemüse schnippelst.

Wenn du Oberschränke über der Arbeitsplatte hast, ist eine Schrankunterbeleuchtung optimal. Für Hängeschränke gibt es sowohl Einbau- als auch Unterbauleuchten – letzteres ist eine gute Lösung zum Nachrüsten der Küchenbeleuchtung. Unterbauleuchten gibt es zum Schrauben oder Kleben. Falls du keinen Stromanschluss in der Nähe hast, wählst du am besten eine LED-Beleuchtung mit Batteriebetrieb. Du hast keine Hängeschränke, unter denen du eine Küchenbeleuchtung installieren kannst? In diesem Fall eignen sich auch Deckenleuchten, zum Beispiel Deckenstrahler, die flexibel ausgerichtet werden können, oder auch eine klassische Hängeleuchte, die du über Kopfhöhe anbringst.

Schwarze Hängeleuchte über Holz-Arbeitsfläche mit Kupfer-Kochgeschirr in der Küche
Über dem Herd ist eine Hängeleuchte wegen des aufsteigenden Dampfes eher ungeeignet. Hier, über der Arbeitsfläche, spendet sie angenehmes, direktes Licht und steht im schönen Kontrast zur hell gestalteten Küche (im Bild „Pendelleuchte, 1-flammig“ von OTTO).

2. Essbereich in der Küche beleuchten

Über dem Küchentisch darf die Beleuchtung gern etwas gemütlicher sein. Eine Hänge- oder Pendelleuchte mit warmweißem Licht schafft eine schöne Atmosphäre. Wichtig ist, dass die Leuchte mittig über dem Tisch und in angemessener Höhe ausgerichtet wird. Hängt die Leuchte zu hoch, blendet das Licht, hängt sie zu tief, kannst du dein Gegenüber nicht mehr sehen. In der Regel rechnet man mit einem Abstand von 70 und 80 cm zwischen Leuchte und Tisch. Am besten holst du dir beim Montieren der Leuchte eine zweite Person zu Hilfe, um die optimale Höhe der Leuchte im Stehen und im Sitzen auszuprobieren.

Ausrufezeichen
Wähle für den Essbereich am besten warmweiße Leuchtmittel. Sie schaffen eine gemütliche und einladende Atmosphäre.
Pendelleuchte aus Metall in Roségold über Holzesstisch mit Metallfüßen
Mit einer Hängeleuchte kannst du gezielt Akzente in der Küche setzen. Die Lampe sollte hoch genug hängen, um den gesamten Esstisch zu beleuchten, aber nicht so hoch, dass sie „aus dem Blickfeld“ rutscht – schließlich bildet sie eine optische Einheit mit dem Küchentisch (hier das Modell „Dalma“ von Brilliant bei OTTO).
Dekorative Deckenlampen für den Küchentisch:

3. Schränke und Schubladen beleuchten

In den meisten Fällen benötigen Schränke und Schubladen kein eigenes Licht. Damit du Lebensmittel, Kochutensilien und Co. trotzdem gut erkennen kannst, sollte deine Küchenbeleuchtung ausreichend hell und möglichst flexibel sein. Deckenleuchten mit mehreren Strahlern können so ausgerichtet werden, dass auch Schränke und Schubladen gut ausgeleuchtet sind. Wenn du trotzdem zusätzliches Licht möchtest, kannst du zum Beispiel Aufbauleuchten oben an deine Hängeschränke montieren oder einfach eine schöne Klemmlampe oder Wandleuchte an Regalen oder über Schubladen anbringen. Wer seine Küche komplett neu plant, kann Hängeschränke mit Einbauleuchten wählen.

Offenes Regal im Flur mit einer Fototapete in Steinmauer-Optik.
Um Schränke und Schubladen gut auszuleuchten, wählst du am besten eine direkte, nach unten gerichtete Lichtquelle. Ideal sind drehbare Deckenspots oder Aufbauleuchten – aber auch eine einfache Tischleuchte funktioniert wunderbar (hier die tischleuchte „Priddy“ von Eglo bei OTTO).

4. Lichtakzente in der Küche setzen

Klar, die Lampe über dem Esstisch hast du bereits mit einem warmweißen Leuchtmittel ausgestattet. Dennoch verleihst du dem Raum mehr Tiefe und Gemütlichkeit, wenn du noch eine oder zwei dekorative Lichtquellen mit einbringst. Wie wäre es zum Beispiel mit einer schönen Tischleuchte oder einer Klemmlampe für das Küchenregal? Vielleicht ist auf der Arbeitsplatte noch etwas Platz für ein schönes Windlicht? Auch Kerzen machen sich gut in der Küche, zum Beispiel auf der Fensterbank oder auf dem Küchentisch. Besonders einladend wirkt die Beleuchtung in der Küche, wenn du die Lichtquellen auf verschiedenen Höhen anbringst und unterschiedliche warmweiße Lichtfarben kombinierst.

Wer gern etwas Farbe in die Küchenbeleuchtung bringt, der kann mit LED-Streifen zum kleben arbeiten. Toll wirkt es, wenn du die Leuchtstreifen hinter einer Blende verklebst, die genau auf deine Oberschränke passt. Hierfür kannst du einfache Kanthölzer aus dem Baumarkt nutzen, sie passend zusägen, abschleifen und in der Farbe deiner Schrankfronten lackieren: Fertig ist die indirekte DIY-Designer-Küchenbeleuchtung.

Einzimmerwohnung Einrichten Kueche
Nicht jede Küche hat ausreichend Wand- oder Deckenanschlüsse, um zum Beispiel ein Licht über der Arbeitsfläche anzubringen. Macht nichts – eine schöne Tischleuchte tut’s auch. Und wenn du gerade nicht schnippelst, kannst du sie als Akzentbeleuchtung nutzen.
Diese Leuchten setzen schöne Lichtakzente in der Küche:

5. Beleuchtungs-Tipps für Küchen ohne Fenster

Du hast eine Küche ohne Fenster? Dann ist eine stimmige Beleuchtung umso wichtiger. Das fehlende Tageslicht kannst du mit der Küchenbeleuchtung ersetzen – allerdings solltest du nicht ausschließlich kaltweißes Licht verwenden, weil deine Küche sonst schnell steril wirkt. Achte umso mehr darauf, dass alle wichtigen Bereiche deiner Küche gut ausgeleuchtet sind. Damit die Küche ohne Fenster nicht „düster“ wirkt, kannst du auf den Wänden und in den Ecken Lichtakzente setzen, zum Beispiel mit einer Wandleuchte oder mit einer Stehlampe.

Auch Einbauspots, die in regelmäßigen Abständen in der Decke eingelassen sind, sind für die Beleuchtung von Küchen ohne Fenstern besonders geeignet. Eine gute Alternative, die keine großen Umbauarbeiten voraussetzt, ist ein Schienen- und Seilsystem. Mit so einem System kannst du mehrere einzelne Spots oder Strahler an der Decke montieren und flexibel auf die verschiedenen Arbeitsbereiche ausrichten.

Damit deine fensterlose Küche noch freundlicher wirkt, ergänze dein Lichtkonzept in der Küche mit einer hellen Wandgestaltung und einer lichtdurchlässigen Tür: Im Baumarkt gibt es Türen mit Glasfenster, die du anstelle der klassischen Küchentür einsetzen kannst.