Garten

Eigenen Gemüsegarten anlegen

Sonnenverwöhnte Tomaten oder Zucchini aus dem eigenen Garten, wie köstlich! So ziemlich jedes Gemüse eignet sich für den Anbau in Eigenregie. Die Ernteerfolge aus dem eigenen Gemüsegarten schmecken nicht nur viel besser als die abgepackte Discounterware, sondern garantieren auch den frischen Vitaminnachschub ohne lange Wege. Günstiger ist die Selbstversorgung natürlich auch. Ein reichhaltiger Gemüsegarten vereint Wurzel-, Blatt- und Zwiebelgemüse sowie Kräuter, die nicht nur frisch gekochte Mahlzeiten aufwerten, sondern auch im Garten herrlich duften. Wer nur wenig Platz zum Selbstanbauen erübrigen kann, greift auf das Lieblingsgemüse zurück, Anfänger beschränken sich besser auf Sorten, die hart im Nehmen sind.

Im Folgenden erfährst du,

  • wie Anfänger am besten vorgehen
  • wie sich in wenigen Schritten ein Gemüsegarten anlegen lässt
  • welche Gemüsesorten gerne zusammen gepflanzt werden
  • wie ein Gemüsegarten mit wenig Aufwand gepflegt werden kann
  • wie sich Beete schützen lassen

Die besten Tipps für Anfänger

Wer noch nie Gemüse angebaut hat, sollte sich erst einmal nicht zu viel vornehmen und die Anbaufläche lieber überschaubar gestalten. Acht Quadratmeter reichen bereits für zwei Personen, die sich ganzjährig selbst versorgen wollen. Denn nicht nur das Anbauen und die Pflege sind aufwendig, auch das Verarbeiten der Ernte. Eine Zucchinipflanze liefert beispielsweise gleich so viele Früchte, dass sie zwei Personen locker versorgt. Sie gehört zu den unkomplizierten Gemüsesorten wie auch ihre Einsteigerkollegen, die Kartoffeln, Radieschen oder Buschbohnen.
Jetzt ist die Frage: lieber Saaten direkt in die Erde einbringen oder zuvor auf der Fensterbank aus Samen kleine Setzlinge ziehen? Setzlinge bieten den großen Vorteil, dass sich das Gemüse eher und insgesamt über einen längeren Zeitraum ernten lässt. Während das direkte Säen, zum Beispiel bei Buschbohnen, erst Mitte Mai und Anfang Juli erfolgt, darf die Anzucht von Tomaten- und Paprikapflanzen im Haus schon Anfang Februar losgehen, ab März ist das auch für die anderen geeigneten Gemüsesorten erlaubt. Dazu erfährst du gleich mehr.

Tipps zum Thema Saatgut:

  • Beim Saatgut lieber nicht sparen: Hohe Erträge liefern nur resistente Züchtungen, die etwas mehr kosten
  • Aufs Mindesthaltbarkeitsdatum achten! Alte Samen können ihre Keimfähigkeit verlieren
  • Immer kühl und trocken lagern, wenn die Aussaat nicht zeitnah geplant ist

Setzlinge ziehen:

  • Anzuchtschalen mit Anzuchterde füllen und auf eine lichtverwöhnte Fensterbank stellen. Noch besser ist ein kleines Gewächshaus – da ist für genügend Luftfeuchtigkeit gesorgt.
  • Samen exakt gemäß der Anleitung auf der Packung in die Erde bringen.
  • Nicht vergessen, die Saatreihen zu beschriften.
  • Nach einer Woche die Pflänzchen pikieren, also vereinzeln. Dafür werden sie in einen eigenen kleinen Topf gepflanzt, damit sie besser weiterwachsen können. Ein kleines Schild hilft auch hier bei der Zuordnung. Die Pflanzen mehrmals täglich drehen, damit sie nicht so schnell wachsen.
  • Frühestens Ende April – hier lohnt es sich noch, die Nachtfröste abzuwarten – dürfen die Pflanzen dann ins Freiluftbeet umziehen, im Mai kann zum Beispiel Spinat geerntet werden.

Geeignet für das Vorziehen auf der Fensterbank sind folgende Gemüsesorten:

  • Tomaten
  • Kürbisse
  • Paprika
  • Kohlrabi
  • Kopfsalat
  • Gurken

Saat direkt in die Erde bringen:

Manche Gemüsesorten gelingen besser, wenn du sie direkt in die Erde bringst. Dann fällt oft auch die Ernte besser aus. Dazu zählen:

  • Möhren
  • Radieschen
  • Erbsen
  • Bohnen

Aussäen am Beispiel vom Buschbohnen:

Zwischen Mitte Mai und Anfang Juli ist der richtige Zeitpunkt, Buschbohnen auszusäen. Der Abstand des Saatgutes sollte 6 bis 8 cm betragen, zwischen den einzelnen Reihen sollten 30 bis 40 cm liegen. Nach acht bis zehn Wochen wartet dann bereits die erste Ernte!

Gemüsesamen bei

So viel zur Theorie. Bevor du aber mit der Aussaat tatkräftig loslegen kannst, stehen die Bodenvorbereitung und die Erstellung eines Pflanzplans auf dem Programm.

Erste Schritte: von der Bodenvorbereitung bis zum Pflanzplan

1. Standort und Boden: Der beste Platz ist fürs junge Gemüse reserviert

Das sonnigste Plätzchen gehört dem Gemüsegarten, abgegrenzt vom Obstgarten, am besten auf nährstoffreichem Boden mit einem pH-Wert von 7, der die besten Erträge hervorbringt. Für eine fachgerechte Bestimmung lässt sich gegen Gebühr eine Laboranalyse durchführen, die sich etwa alle drei bis fünf Jahre empfiehlt. Erweist sich der Boden mit einem pH-Wert von unter 6,5 als sauer, sollte Kalk oder Basaltmehl hinzugefügt werden, bei einem alkalischen Boden mit einem Wert über 7,5 wirkt Torf oder Granitmehl ausgleichend. Düngen auf gut Glück hilft nicht viel, denn auch ein Überangebot von Nährstoffen wirkt sich negativ auf die Erträge aus und belastet zudem das Grundwasser.
Vorbereitend werden Rasen, Unkraut und Wurzeln entfernt, der Boden wird umgegraben, gelockert und mit Kompost aufgewertet. Dieser nährt nicht nur die Pflanzen, sondern auch die Lebewesen im Boden. Er verwandelt selbst lehmige oder sandige Erde in einen fruchtbaren Grund. Auch später während der Wachstumsphasen muss der Boden immer wieder aufgelockert und im Sommer abhängig von den angepflanzten Gemüsesorten gedüngt werden.

2. Beete planen mithilfe eines Grundrisses

Der nächste Schritt der Planung erfolgt auf dem Papier. Einfach den Grundriss des Gemüsegartens übertragen und die Beete einzeichnen: Als ideal gilt eine Beetbreite, bei der du die Mitte des Beets von beiden Seiten aus bequem erreichen kannst, durchschnittlich sind das 1,30 Meter. Zwischen den einzelnen Beeten sollten Wege entlangführen, die 30 bis 50 Zentimeter breit sind und gepflastert oder mit Mulch ausgelegt werden. Der Hauptweg darf mit etwa 80 Zentimetern etwas breiter sein, für den Einsatz von Schubkarre und anderem Arbeitsgerät. Bei diesem ist eine Pflasterung in jedem Fall sinnvoll. Die Beete können mit Holzbohlen oder Betonkantsteinen eingefasst werden. Der Vorteil: Eine leicht erhöhte Pflanzfläche erleichtert später das Arbeiten.

3. Mischkulturen anlegen und Pflanzoptimierung

Pro Beet eine Gemüsesorte? Das geht vielfältiger! In sogenannten Mischkulturen werden Sorten kombiniert, die einander unterstützen und sich die Nährstoffe im Boden nicht streitig machen. Das sorgt nicht nur für eine reiche Ernte, sondern spart auch Platz und schützt vor Schädlingen. Zudem sehen Mischkulturen toll aus, denn sie lassen das Beet so schön in allen Farben leuchten. Beispielsweise vertragen sich Paprika und Tomaten oder Möhren und Zwiebeln besonders gut, denn sie vertreiben die Gemüsefliegen der jeweils anderen Pflanze.

Weitere Beispiele für Dream-Teams im Gemüsebeet:

  • Zu Bohnen passt Bohnenkraut
  • Zu Erbsen passen Fenchel, Möhren, Radieschen, Salat, Rettich, Sellerie
  • Zu Kartoffeln passen Kohl und Koriander sowie Kümmel, den der verbessert den Geschmack
  • Zu Spinat passen Grünkohl, Chinakohl, Radieschen, Kohlrabi
  • Zu Zwiebeln passen Möhren, Dill und Rote Bete
  • Zu Zucchini passen Tomaten, Mais und Rote Bete

Die Gärtnerei deines Vertrauens berät dich darin, welche Gemüse-Dream-Teams sonst noch voneinander profitieren können. Übrigens lässt sich aus einem Beet noch mehr herausholen, indem ein und dieselbe Fläche über das Jahr hinweg mit sich abwechselnden Sorten bepflanzt wird. Das ist etwas tricky, denn um den Boden nicht auszulaugen und Schädlingen vorzubeugen, braucht er Abwechslung, was die Pflanzenfamilien angeht. Spinat lässt sich hervorragend vor den Möhren einpflanzen, Feldsalat folgt hingegen auf Zwiebeln. So lässt sich die Fläche optimal ausnutzen. Ein Pflanzplan, bei dessen Erstellung dir ein Fachmann bestimmt gerne über die Schulter schaut, liefert die Übersicht über die komplexe Pflanzoptimierung mit Vor-, Haupt- und Nachkulturen.

Einen Pflanzplan erstellen

Wie du in Eigenregie einen Pflanzplan erstellen kannst, erfährst du schon einmal im Folgenden am Beispiel beliebter Gemüsesorten. Angenommen, es stehen vier Gemüsebeete – benannt von A bis D – zur Verfügung. In sie werden in der optimierten Pflanzfolge die verschiedenen Gemüsesorten gepflanzt. Dabei wechseln die Starkzehrer, die Mittelzehrer und die Schwachzehrer in den einzelnen Beeten jährlich. Ausnahme: Beet D steht den standorttreuen Pflanzen zur Verfügung.

Starkzehrer: Blumenkohl, Stangensellerie, Kohlrabi, Winterlauch, Paprika, Frühkartoffeln, Süßkartoffeln.
Mittelzehrer: Möhren, Zwiebeln, Rote Bete, Spinat.
Schwachzehrer: Stangenbohnen, Erbsen, Gartenkresse, Majoran, Meerrettich.
Standorttreu: Erdbeeren, Rhabarber, Beerensträucher, Thymian.

Beispiel für einen professionellen Pflanzplan

Mitte März
Beet A: Möhren und Spinat als Vorkultur aussäen

Anfang April
Beet A: Zwiebeln, Möhren, Kopfsalat und Rote Bete pflanzen/säen
Beet B: Meerrettich pflanzen/säen
Beet C: Frühkartoffeln, Kohlrabi, Zwiebeln pflanzen/säen
Beet D: Erdbeeren, Rhabarber, Beerensträucher

Anfang Mai
Beet B: Stangenbohnen, Majoran pflanzen/säen
Beet D: Thymian pflanzen/säen

Mitte Mai
Beet B: Erbsen pflanzen/säen
Beet C: Blumenkohl pflanzen/säen

Mitte Mai/Anfang Juni
Beet A: Spinat ernten
Beet C: Paprika, Stangensellerie, Süßkartoffeln pflanzen/säen
Beet D: Erdbeeren ernten

Mitte Juni
Beet A: Spinat ernten
Beet C: Kohlrabi ernten
Beet D: Erdbeeren, Thymian und Rhabarber ernten

Anfang Juli
Beet A: Spinat, Kopfsalat ernten
Beet B: Gartenkresse säen; Stangenbohnen, Erbsen ernten
Beet C: Kohlrabi ernten
Beet D: Thymian, Beeren ernten

Mitte Juli
Beet A: Kopfsalat neu aussäen, Möhren, Zwiebeln, Spinat, Rote Bete ernten
Beet B: Stangenbohnen, Erbsen, Majoran ernten
Beet C: Kohlrabi neu aussäen/pflanzen
Beet D: Thymian ernten

Anfang August
Beet A: Möhren, Rote Bete ernten
Beet B: Stangenbohnen, Majoran ernten
Beet C: Winterlauch säen/pflanzen (am vorherigen Zwiebelstandort), Frühkartoffeln ernten
Beet D: Beeren, Thymian ernten

Mitte bis Ende August
Beet A: Salat, Möhren, Rote Bete ernten
Beet B: Stangenbohnen, Majoran ernten
Beet C: Paprika, Stangensellerie, Süßkartoffeln ernten
Beet D: Beeren, Thymian ernten

Anfang bis Mitte September
Beet A: Salat, Möhren, Rote Bete ernten
Beet B: Stangenbohnen, Majoran ernten
Beet C: Kohlrabi, Paprika, Stangensellerie, Süßkartoffeln ernten
Beet D: Beeren ernten

Oktober/November
Beet A: Salat, Möhren, Rote Bete ernten
Beet B: Stangenbohnen, Gartenkresse, Meerrettich ernten
Beet C: Kohlrabi, Paprika, Süßkartoffeln ernten

Dezember
Beet B: Gartenkresse, Meerrettich ernten
Beet C: Winterlauch säen

Die Klassiker des Gemüsegartens

Wurzelgemüse wie Möhren und Zwiebelgemüse wie Schnittlauch und Knoblauch sind Allroundtalente für die gesunde Küche und gedeihen prima im eigenen Gemüsegarten. Dabei hegen sie ähnliche Ansprüche an den Boden und passen als Mischkultur gut zusammen. Werden Frühkartoffeln bis Mitte Juli geerntet, machen sie Platz für Busch- und Stangenbohnen. Zucchini, Tomaten, Gurken und Kürbisse sind besonders ertragreich. Sämtliche Kohlarten sind ebenfalls beliebt. Tipp: Der Sprouting Broccoli kann schon im Frühjahr geerntet werden. Tomaten gelten hierzulande als das beliebteste Gemüse, beim Eigenanbau können sie allerdings schnell erkranken, zum Beispiel an der Braun- und Krautfäule. Außerdem neigen sie zu Pilzkrankheiten, daher sollten sie überdacht oder in einem Gewächshaus gedeihen, wo sie schön trocken und dennoch luftig stehen.

Einfach pflegeleicht!

Mischkulturen sind übrigens nicht nur gut für die Gemüseausbeute, sondern auch wirksam gegen Unkraut. Auch wenn der Planungsaufwand höher ist, lässt sich mit ihnen Gartenarbeit einsparen. Kräuter, Spinat, Radieschen, Kartoffeln, Zucchini, Kürbis und Bohnen zählen dabei zu den pflegeleichten Kandidaten im Gemüsebeet. Anspruchsvoll sind hingegen die bereits erwähnten Tomaten sowie zum Beispiel Blumenkohl und Salat. Ein Gemüsegarten braucht viel Wasser, das nicht aus der Leitung kommen sollte. Zur Bewässerung lässt sich eine Regenwassertonne nutzen, die die Regenrinne anzapft und idealerweise in der Nähe der Beete steht. Oder ein unterirdischer Tank. Übrigens ist es ratsam, lieber nur ein Mal täglich frühmorgens und dafür kräftig zu gießen als mehrmals täglich oberflächlich. Dann bilden die Pflanzen tiefere Wurzeln, die ins ohnehin feuchtere Erdreich reichen – und du hast noch weniger Arbeit. Den geringsten Aufwand verursacht natürlich ein automatisches Bewässerungssystem, das vom Fachmann installiert wird. Damit bleibt garantiert noch das ein oder andere Stündchen Zeit, um die Sonne im Liegestuhl zu genießen.

Das Beet vor Schädlingen schützen

Mit einer geschickten Planung kannst du auf natürliche Weise vorbeugen. Mischkulturen anzulegen und die Bepflanzungsstandorte einer Pflanzenfamilie jährlich zu wechseln, bringt schon eine Menge. Hochbeete sind nicht nur praktisch, weil sie dir das lästige Bücken ersparen, sie schützen die Pflanzen auch vor Schädlingen und sorgen für hohe Erträge – besonders, wenn Kompost beim Auffüllen zum Einsatz kommt. Doch Salat ist und bleibt das Sorgenkind eines Gemüsegartens. Schnecken, die gefürchtetsten Schädlinge überhaupt, haben es auf ihn und andere krautige Pflanzen abgesehen. Dennoch geht nichts über einen frischen Salatkopf aus eigenem Anbau! Der Trick: Nicht abends gießen, dann staut sich Feuchtigkeit, was Schnecken anzieht. Und auf die Studentenblume im Garten verzichten, denn das ist ihre Leibspeise. Wenn ein großer Gemüsegarten viel Platz bietet, sollten die Abstände zwischen den Salatpflanzen großzügig gewählt werden, damit die Vögel die Schnecken besser erkennen und sich die Kriechtiere als Snack genehmigen können. Aber auch Schneckenzäune aus Metall oder Kunststoff dienen als zeitsparende und umweltfreundliche Abwehr – sie erweisen sich für die Schädlinge als schlichtweg unüberwindbar. Die Salatsorte Lollo rosso schmeckt den Kriechtieren übrigens am wenigsten.

Fazit: Anfänger sollten mit einem kleinen Gemüsebeet starten, um Aufwand und Erträge besser einschätzen zu können. Spinat, Radieschen, Kartoffeln, Zucchini und Bohnen sind für den Einstieg oder den pflegeleichten Gemüsegarten perfekt geeignet. Fortgeschrittene können mit Mischkulturen und Pflanzfolgen ihren grünen Daumen beweisen und sich auch an Tomaten & Co. heranwagen.

So gelingt der Gemüseanbau:

  • Beete skizzieren, die ideale Breite beträgt 1,30 Meter
  • Boden nach Bedarf analysieren lassen und vorbereiten
  • im Februar Setzlinge ziehen oder Saat je nach Sorte im Frühjahr oder Sommer säen
  • wässern, düngen und Unkraut jäten während der Wachstumsphase
  • Hochbeete, Mischkulturen und Schneckenzäune schützen das Beet vor Schädlingen

Beitragsbild: ©fotolia/Halfpoint