Schlafzimmer

Gästezimmer einrichten: Tipps für einen gemütlichen Besucher-Schlafplatz

Ganz gleich, ob du Besuch aus einer anderen Stadt bekommst oder ob es beim Quatschen mit der besten Freundin einfach mal wieder spät geworden ist – mit einem Gästeschlafplatz bist du für alle Eventualitäten gerüstet. Klar gibt es nicht in jeder Wohnung ein Extra-Zimmer, um ein komplettes Gästezimmer einzurichten. Es geht aber auch mit viel weniger Platz: Wir haben Tipps, wie du mit wenig Aufwand einen gemütlichen Schlafplatz für deine Gäste gestaltest.

1. Wo ist Platz für das Gästezimmer?

Weißes Schlafzimmer im skandinavischen Stil mit hellen Holzmöbeln

Der Platz ist in der Regel die größte Herausforderung, wenn es darum geht, ein Gästezimmer einzurichten. Wer Glück hat, kann ein leeres Zimmer oder eine Abseite nutzen. Alle anderen integrieren den Gästeschlafplatz einfach in ein anderes Zimmer.

Ungenutztes Zimmer zum Gästezimmer umbauen

Sofa im Wohnzimmer mit Vorhang als Raumtrenner

Manchmal steht plötzlich ein Zimmer leer: Zum Beispiel, wenn dein Mitbewohner oder Partner ausgezogen ist, wenn das Kind in der ersten eigenen Wohnung wohnt oder wenn du dein Arbeitszimmer nach dem Ende des Studiums nicht mehr so intensiv nutzt. So ein Raum bietet sich an, um darin ein Gästezimmer einzurichten. Das leerstehende Zimmer ist so groß, dass es als reines Gästezimmer „zu schade“ wäre? Dann teile mit einem Raumtrenner, einem Vorhang oder einer Leichtbauwand eine Ecke für ein kleines Gästezimmer ab.

Gästezimmer mit einem anderen Raum kombinieren

Wohnzimmer-Ecke mit Wand in zwei verschiedenen Grautönen, Palettenbett, Holzregal, grauem Teppich und Leselampe
Wenn du dein Gästezimmer als Teil eines anderen Raums gestaltest, wählst du am besten Möbel und Accessoires, die sich auf unterschiedliche Weise nutzen lassen. Ein Daybed dient zum Beispiel wahlweise als Sofa oder als Schlafplatz. Palettenbett von Atlantic Home Collection bei OTTO.

Die klassische Lösung ist das Arbeitszimmer, das sich bei Bedarf zum Gästezimmer umfunktionieren lässt. Diese Kombination ist vor allem deshalb praktisch, weil das Arbeitszimmer meist tagsüber und das Gästezimmer vor allem nachts genutzt wird. Vielleicht hat deine Wohnung auch eine Abstellkammer oder ein Durchgangszimmer, das du nicht wirklich nutzt?

Ecksofa mit Couchtisch, Bildergalerie und Grünpflanze in der Ecke im Wohnzimmer
Wohnzimmer mit Daybed, Pflanze, Couchtisch und Bildergalerie

Auch das Wohnzimmer lässt sich mit einer Schlafcouch oder einem Daybed kurzfristig zum Gästezimmer umfunktionieren. Es muss ja nicht perfekt sein – hauptsache, dein Besuch fühlt sich willkommen.

2. Was gehört in ein Gästezimmer?

Schlafzimmer im Dachgeschoss mit Doppelbett und offenen Fenstern

Welche Möbel du wirklich brauchst, hängt natürlich immer von der Größe und Beschaffenheit deines Gästezimmers ab. Folgende Dinge sollten aber vorhanden sein, damit sich dein Übernachtungsbesuch wohlfühlt:

  • Bett oder Schlafsofa
  • Nachttisch
  • Lampe
  • Kleiderablage
  • 1-2 schöne Accessoires, die den Schlafplatz gemütlich machen

3. Schlafsofa, Gästebett & Co.

Klar, das Gästezimmer dient immer nur als vorübergehender Schlafplatz. Umso wichtiger ist es, dass dein Gast auch auf kleinem Raum bequem schlafen kann.

Bett: Ein richtiges Bett bietet deinem Gast den größten Schlafkomfort, lässt sich aber nicht flexibel nutzen. Daher eignet es sich vor allem für separate Gästezimmer. Ab einer Breite von 140 cm eignet sich das Bett auch für zwei Übernachtungsgäste – alternativ gibt es auch Funktionsbetten mit einer zweiten Liegefläche zum Ausziehen.

Daybed in Wohnzimmer vor Fensterwand
Daybed „Agnar“ von andas bei OTTO.

Schlafsofa oder Daybed: Sitzmöbel am Tag, Schlafplatz bei Nacht – Schlafsofas sind ideal für kombinierte Gästezimmer. Die praktischen Möbel zum Ausziehen gibt es in vielen Preisklassen. Achte auf Qualität und Funktionalität: Eine gute Schlafcouch sollte sich schnell und einfach ausziehen lassen und eine durchgehende Liegefläche ohne Ritzen oder harte Kanten bieten.

Schlafzimmer mit einem ausgeklappten Schrankbett
Schrankbett „Juist“ von Wimex bei OTTO.

Schrankbett: Ein Schrankbett ist eine gute Lösung, wenn du einen Gästeschlafplatz im kleinen Arbeitszimmer oder im Wohnzimmer unterbringen möchtest, denn es ist enorm platzsparend. Den Korpus kannst du als Unterbau für ein Regal nutzen oder wie ein Sideboard mit Bildern, Vasen und Co. dekorieren.

Klappbett: Klappbetten oder Feldbetten lassen sich zusammengeklappt im Keller verstauen und eigentlich überall in der Wohnung aufstellen. Viel mehr Vorteile haben sie aber auch nicht: Die schmalen Betten sind nicht besonders komfortabel und höchstens für gelegentliche Spontanübernachtungen geeignet.

Schlafsofas und Funktionsbetten fürs Gästezimmer:

4. Stauraum im Gästezimmer

Die meisten Übernachtungsgäste brauchen keinen ganzen Kleiderschrank, sondern nur eine Ablagefläche, um etwas Kleidung und ein paar persönliche Dinge unterzubringen. Solche Ablageflächen lassen sich auch in winzigen und kombinierten Gästezimmern gestalten.

Ablagefläche schaffen: Regale und Kommoden

Ablagefläche kann man nie genug haben. Wenn du ein hohes Regal oder eine Kommode ins Gästezimmer stellst, ist der Platz also auf keinen Fall vergeudet: Ein oder zwei Fächer bleiben für Übernachtungsgäste frei, die restlichen Fächer kannst du für Bücher, Winterkleidung, Accessoires oder andere Dinge nutzen, die du nur hin und wieder brauchst.

Garderobe

Kleiderstange mit Mänteln im Schlafzimmer
Kleiderständer „LLR01L“ von SONGMICS bei OTTO.

Besonders flexibel ist eine Kleiderstange auf Rollen, die du nicht nur im Gästezimmer, sondern auch in anderen Räumen einsetzen kannst. Alternativ kannst du kurzerhand einen schönen Stuhl zum stummen Diener machen: An der Lehne kann dein Gast seine Kleidung aufhängen, die Sitzfläche dient als Ablage für Tasche oder Kulturbeutel.

Nachttisch

Vintage-Schlafzimmer mit schwarzem Poster überm Bett

Du musst nicht extra einen Nachttisch kaufen, wenn du dein Gästezimmer einrichtest: Ein altes Beistelltischchen oder ein hübscher Hocker neben dem Gästebett sind genauso dekorativ und bieten genug Platz für persönliche Dinge. Viel wichtiger als der Nachttisch ist eine kleine Lampe in Bettnähe. Eine Pendelleuchte oder eine Tischleuchte sind praktisch, wenn dein Übernachtungsbesuch abends noch etwas lesen möchte.

Praktische Möbel, die perfekt ins Gästezimmer passen:

5. Gästezimmer unter der Dachschräge

Dachzimmer im Spitzboden mit Dachfenster, großem Bett und Wandboard

Spitzböden und kleine Räume direkt unter dem Dach sind perfekt, um ein Gästezimmer einzurichten. Der Platz sollte breit genug für eine Matratze plus mind. 30 cm an jeder Seite sein und so hoch, dass dein Gast nicht ins Bett „kriechen“ muss. Mit einem Dachfenster oder einer kleinen Lampe wird das kleine Dachzimmer richtig gemütlich.

Schlafzimmer im Landhausstil in Rot und Creme

Wenn du hohe Decken oder eine geräumige Abseite hast, kannst du mit zwei schmalen Betten unter der Dachschräge Platz für zwei Gäste schaffen. Die rot und weiß gestalteten Textilien schaffen eine ländliche Atmosphäre.

6. 5 Tipps für kleine und schmale Gästezimmer

Kinderzimmer mit einem Bett und einem Bücherregal und Pflanzen

Auch schmale und schwierig geschnittene Räume lassen sich als Gästezimmer gestalten: Hier findest du ein paar Tipps, wie du das meiste aus kleinen Räumen herausholst.

  1. Ein schmales Bett nimmt meist weniger Platz weg als eine Ausziehcouch – und mit einem Bettgestell auf Füßen gewinnst du gleichzeitig Stauraum unter dem Bett.
  2. Deckenhohe Regale schaffen ausreichend Stauraum, auch wenn die Regalbretter selbst eine geringe Tiefe haben.
  3. Wände nutzen: Wenig Stellfläche auf dem Boden kannst du kompensieren, indem du Regale, Nachttischlampen und Kleiderstangen an der Wand oder Decke montierst.
  4. Möbel auf Rollen: Nachttische und Sideboards auf Rollen lassen sich dorthin verschieben, wo sie gerade gebraucht werden – und verschwinden bei Bedarf in einem anderen Raum.
  5. Helle Farben: Wände und Textilien in Weiß- und Cremetönen wirken offen und freundlich. So gestaltest du auch Dachschrägen und dunkle Abseiten einladend.

7. Besucherschlafplatz ohne Gästezimmer einrichten

Schlafsofa in einem Wohnzimmer mit Paravent
Paravent von Home affaire bei OTTO.

Ein Gästeschlafplatz ohne eigenes Gästezimmer ist immer ein kleiner Kompromiss – schließlich hat der Raum eigentlich eine andere Funktion. Das ist kein Problem, solange du darauf achtest, dass deine Übernachtungsgäste trotzdem bequem schlafen können.

Ein Schlafsofa im Wohnzimmer bietet sich als Besucherschlafplatz an. Damit sich Übernachtungsgäste wohlfühlen, solltest du stark riechende Pflanzen beiseite räumen und Zeitungsstapel oder persönlichen Krimskrams im Wohnzimmer vorübergehend reduzieren.

Home Office im weiß eingerichteten Schlafzimmer im Dachgeschoss

Gästeschlafplatz im Arbeitszimmer: Achte darauf, dass WLAN-Router, PC oder Telefon nicht unmittelbar neben dem Gästebett stehen. Wenn du viele Akten oder Unterlagen im Arbeitszimmer hast, lagerst du sie am besten in Schränken mit geschlossenen Fronten, damit sich dein Gast nicht in einer „Arbeitsatmosphäre“ schlafen legen muss. Ein paar Grünpflanzen, eine Lampe mit weichem Licht und Dekokissen auf dem Bett lenken vom Arbeitsplatz im Raum ab.

Graues Schlafsofa im Wohnzimmer vor grüner Wand
Schlafsofa „SKAGEN 215cm hellgrau“ von riess-ambiente bei OTTO.
Ausgeklapptes Schlafsofa im Wohnzimmer vor petrolfarbener Wand

Gästeschlafplatz im Wohnzimmer: Die Gästecouch im Wohnzimmer ist der Klassiker in kleinen Wohnungen. Wer vorausschauend denkt, kauft die nächste Wohnzimmercouch direkt mit Schlaffunktion, sodass immer ein Platz für Besucher frei ist. Aber auch ein normales Sofa oder ein Schlafsessel kann als Bett herhalten, wenn die Sitzfläche mind. 1,80 m beträgt. Um einem Besucher im Wohnzimmer ein bisschen Komfort zu gönnen, kannst du eine Stehleuchte neben das Sofa stellen oder einen Paravent als Sichtschutz aufbauen.

Schlafmöbel für dein Gästezimmer:

8. Gästezimmer einladend gestalten

Das Gästezimmer wird nicht permanent bewohnt – aber so sollte es nicht aussehen. Oft reichen ein paar kleine Details aus, um das Gästezimmer gemütlich zu gestalten. Die Hauptrolle dabei spielen Beleuchtung und Textilien.

Einzelbett mit grauem Bettzeug, schwarzer Stehlampe und Bücherstapel, dahinter Dekoleiter mit Kleidung
Es braucht nicht viel, um dein Gästezimmer gemütlich zu machen. Eine Tagesdecke, ein Kuschelteppich und abwechslungsreiche Beleuchtung schaffen im Nu eine einladende Atmosphäre – selbst dann, wenn der Raum noch andere Funktionen erfüllen muss. Stehlampe „PATTON“ von Nordlux bei OTTO.

Beleuchtung im Gästezimmer

Sanftes, warmweißes Licht schafft eine einladende Atmosphäre, in der sich deine Gäste wohlfühlen. Vor allem in kleinen und etwas dunkleren Räumen macht die richtige Beleuchtung einen großen Unterschied. Kombiniere am besten ein neutralweißes Deckenlicht mit einer warmweißen Stehleuchte und einer Leselampe, um dem Gästezimmer eine schöne Struktur zu geben. Weiches Licht ist gemütlich, zu schummerig sollte es aber nicht sein.

Schlafzimmer mit Dekokorb und Sideboard

Bilder und Deko

Oft wird ein Gästezimmer gleichzeitig als Abstellfläche für alles genutzt, was man nicht mehr wirklich braucht oder was in anderen Räumen keinen Platz findet. Allerdings schläft es sich in so einer Rumpelkammer nicht gerade gemütlich. Verstaue deinen Kleinkram lieber in geschlossenen Schränken – so musst du auch weniger staubwischen. Dekoriere das Gästezimmer mit wenigen, ausgewählten Stücken: Ein oder zwei Pflanzen in passenden Übertöpfen, ein Bild in ruhigen Blau- und Grüntönen und vielleicht ein Wandspiegel oder Seegraskorb – das reicht völlig aus.

Gemütlichkeit schaffen mit Bettwäsche, Vorhängen, Handtüchern & Co.

Textilien machen Räume sofort wohnlicher. Mit einer Tagesdecke, kuscheligen Handtüchern, einem weichen Teppich und schönen Gardinen fühlt sich dein Gästezimmer wie ein echtes Schlafzimmer an. Besonders interessant wird es, wenn du Textilien in verschiedenen Formen und Strukturen miteinander kombinierst. Teppiche sollten allerdings lieber kurz sein, damit dein Gast nicht stolpert. Grundsätzlich solltest du auch bei der Deko praktisch denken: Wenn du jede Menge Dekokissen auf dem Bett hast, brauchst du eine Ablagefläche dafür – sonst landen die Kissen beim Zubettgehen auf dem Boden.