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Blattläuse bekämpfen: Hausmittel gegen Blattläuse im Garten und in der Wohnung

Wenn deine Pflanzen prächtig wachsen, freut das nicht nur dich: Auch Bienen und Schmetterlinge fühlen sich von den Blüten und Blättern angezogen – mitunter machen sich auch Blattläuse breit. Die winzigen Schädlinge ernähren sich von deinen Pflanzen und können sie nachhaltig schädigen. Aber was hilft gegen Blattläuse? Und kann man sie auf Zimmerpflanzen mit den gleichen Mitteln entfernen wie auf Gartenpflanzen? Wir verraten dir, wie du einen Befall mit Blattläusen erkennst und mit welchen Hausmitteln du Blattläuse bekämpfen kannst.

1. Was sind Blattläuse?

Allein in Europa gibt es rund 850 verschiedene Blattlausarten, die sich auf Pflanzen, Sträuchern und Stauden tummeln. Die Schädlinge aus der Familie der Pflanzenläuse sind einzeln mit bloßem Auge nur schwer zu erkennen – Blattläuse werden nur wenige Millimeter groß. Mit ihrer grünen, roten oder braunschwarzen Färbung sind sie auf den Blättern zudem gut getarnt. Unbemerkt bleiben die Schädlinge trotzdem nicht lange: Da sie sich schnell vermehren und einen klebrigen Film hinterlassen, kann man Blattläuse auf Rosen und anderen Blumen gut erkennen.

Befall mit Blattläusen erkennen

Die Lieblingsnahrung von Blattläusen sind junge, weiche Blätter. Sie stechen die Pflanzenzellen mit ihrem Stechrüssel an, um an den süßen Saft im Inneren – den Phloemsaft – zu gelangen. Die Blattläuse verwerten dabei nur die im Saft enthaltenen Eiweiße und scheiden den Rest wieder aus. Diese Ausscheidungen legen sich als klebriger, milchiger Film auf die Pflanze – der sogenannte Honigtau. Er ist ein sicheres Zeichen dafür, dass eine Pflanze von Blattläusen befallen ist.

Lebensraum und Vermehrung

In der kalten Jahreszeit ziehen sich Blattläuse auf eine Wirtspflanze zurück, auf der sie überwintern. Wenn der Frühling kommt, beginnen sie sich rasend schnell zu vermehren. Teilweise dauert es nur eine Woche, um eine komplette neue Generation zu bilden. Die Schädlinge greifen sehr schnell auch auf andere Pflanzen über und vermehren sich dort weiter. Um Blattläuse gründlich zu bekämpfen, solltest du also auch alle umliegenden Pflanzen gründlich untersuchen.

2. Hausmittel gegen Blattläuse auf Gartenpflanzen

Es ist der Albtraum aller Gartenbesitzer: Noch bevor sich die ersten Blüten geöffnet haben, tummeln kleine Ansammlungen von Blattläusen an Rosen und Gartenstauden. Zum Glück gibt es ein paar einfache Hausmittel gegen Blattläuse. So kannst du auf Chemie im Garten verzichten und die kleinen Schädlinge trotzdem effektiv bekämpfen.

Pflanzen mit Wasser abspritzen

Spritz die Pflanzen zunächst mit dem Gartenschlauch gründlich ab. Stelle den Strahl dabei möglichst hart ein, um einen Teil der Blattläuse von Stängeln und Blättern „herunterzufegen“. Halte dabei am besten etwa einen Meter Abstand zu den Pflanzen, damit das Blattwerk nicht beschädigt wird. Diese Behandlung reicht oft schon, um einen Großteil der Blattläuse zu entfernen: Die Schädlinge fallen auf den Boden und sind dort relativ eingeschränkt. Vor allem die flugunfähigen Arten sind am Boden unbeweglich und kommen meist nicht mehr an die Pflanzenblätter heran.

Gartenschlauch besprüht Rasen
Die meisten Gartenpflanzen vertragen einen etwas härteren Wasserstrahl problemlos. Nur bei Blumen mit sehr zarten Blüten, wie zum Beispiel Akelei, solltest du darauf verzichten und die Blattläuse mit einem anderen Hausmittel bekämpfen.

Pflanzen mit Seifenlauge behandeln

Zusätzlich zur Behandlung mit Wasser kannst du die Blattläuse mit einer Lauge aus Wasser und Kernseife bekämpfen: Dazu löst du in einem Liter Wasser 50 g Kernseife auf und füllst das Gemisch in eine Sprühflasche. Achte auch darauf, die Unterseiten und die Stiele der Pflanzen einzusprühen – hier halten sich die Blattläuse besonders gern auf. Die Seifenlauge verschließt die Atemwege der Schädlinge, sodass sie sterben. Nachdem du die Blattläuse mit dem Hausmittel behandelt hast, solltest du deine Pflanzen mit klarem Wasser abspritzen, damit die Seifenlauge sie in der Sonne nicht „ausbrennen“ lässt.

Ausrufezeichen
Lege vor der Behandlung eine Plastikplane unter die Pflanzen. So dringt die Seifenlauge nicht in den Boden ein und du kannst herabfallende Tiere zusammen mit der Plane entsorgen.

Pflanzen mit Oregano-Sud besprühen

Die ätherischen Öle in Oregano wirken abschreckend auf Blattläuse. Ein selbstgemachter Oregano-Sud ist daher ein schnelles und umweltfreundliches Hausmittel gegen Blattläuse. Du brauchst dazu 100 g frischen Oregano oder 10 g getrockneten Oregano. Übergieße die Kräuter mit einem Liter kochendem Wasser und lasse sie für 20 Minuten ziehen. Siebe die Kräuter anschließend ab, verdünne den Sud im Verhältnis 1:3 mit Wasser und fülle ihn in eine Sprühflasche. Jetzt kannst du befallene Pflanzen mit dem Sud besprühen, um Blattläuse zu entfernen.

Oregano im gelben Übertopf vor Brett mit Messer und Zwiebeln
Oregano ist nicht nur in der Küche beliebt, sondern auch ein effektives Hausmittel gegen Blattläuse. Das Küchenkraut ist winterhart – mit einer Pflanze im Gartenbeet oder auf dem Balkon hast du immer einen Vorrat in der Nähe (3-Kräuter-Mix „Pizza“ von Volmary bei OTTO).

Befallene Pflanzen zurückschneiden

Sind die Pflanzentriebe längere Zeit von Blattläusen befallen und ausgesaugt, ist der Schaden meist nicht mehr zu beheben. Dann hilft nur noch der Griff zur Gartenschere. Schneide Stiele und Zweige so weit zurück, wie die Blattläuse den Trieb befallen haben. Den Grünschnitt sammelst du am besten direkt in einem Müllsack und entsorgst ihn, um einen weiteren Befall zu vermeiden.

3. Hausmittel gegen Blattläuse auf Zimmerpflanzen

Auch Zimmerpflanzen können von Blattläusen befallen werden. Manchmal schleppen Pflanzen die Schädlinge schon beim Kauf unbemerkt in die Wohnung. Es kann aber auch passieren, dass sich deine Pflanzen Blattläuse einfangen, wenn du sie im Sommer auf den Balkon stellst. Mit dem Gartenschlauch abspritzen kannst du sie nicht – dafür gibt es aber andere Hausmittel, die gegen Blattläuse in der Wohnung helfen.

Pflanzen in Wasser tauchen

Bei kleineren Pflanzen hat sich das „Tauchen“ im Wasserbad bewährt. Dazu wickelst du den Stamm deiner Pflanze mitsamt dem Topf fest in eine Plastiktüte ein, damit die Blumenerde an Ort und Stelle bleibt. Lass die Pflanze jetzt kopfüber für zwei Stunden in lauwarmem Wasser ruhen. So wird den Blattläusen der Sauerstoff genommen und sie fallen von den Blättern. Fahre anschließend noch einmal jedes Blatt einzeln mit der Handbrause ab, um sicher zu gehen, dass die Blattläuse nicht doch noch irgendwo festsitzen.

Zimmerpflanzen mit Seifenlauge besprühen

Wasser und Kernseife – mit diesem Hausmittel kannst du Blattläuse auch auf Zimmerpflanzen bekämpfen. Größere Pflanzen stellst du am besten in die Dusche oder die Badewanne, um die mit der Seifenlauge zu besprühen. Bei kleineren Pflanzen kannst du mit einem in Lauge getränktem Tuch die Blätter einzeln abwischen. Vergiss nicht, die Blätter anschließend mit klarem Wasser nachzuspülen.

Sprühflasche mit Knoblauchsud, Knoblauchknolle, Garnrolle und Gartenhandschuhen auf Holztisch
Knoblauch ist ein effektives Hausmittel gegen Blattläuse. Auf die Blätter gesprüht, riecht der Sud allerdings etwas streng – am besten stellst du deine Zimmerpflanzen ins Freie, um die Blattläuse zu bekämpfen.

Pflanzen mit Knoblauch und Knoblauch-Sud behandeln

Knoblauch ist ein Alleskönner – und auch gegen Blattläuse wirkt das Hausmittel Wunder. Ein paar geschälte Knoblauchzehen, die du vollständig in die Erde im Blumentopf drückst, wehren Blattläuse ab, ohne dass du selbst den Knoblauch riechen kannst.

Ist die Pflanze allerdings schon befallen, solltest du sie stattdessen besser mit einem Knoblauch-Sud einsprühen. Schneide dazu 1–2 Knoblauchzehen klein, koche sie mit einem Liter Wasser auf und lasse das Gemisch eine Stunde lang ziehen. Anschließend kannst du den Sud in eine Sprühflasche füllen und die Pflanzen damit besprühen.

4. So beugst du Blattläusen vor

Vollständig vermeiden kannst du einen Blattlausbefall nicht – schließlich lassen sich Garten und Balkon nicht hermetisch abriegeln. Aber es gibt ein paar Tricks, wie du es den Blattläusen etwas schwerer machen kannst.

  • Vermeide Ansammlungen von gleichen Pflanzen: In Beeten und auf dem Balkon haben sich Mischkulturen mit verschiedenen Pflanzenarten bewährt.
  • Dünger nur sparsam einsetzen: Häufig gedüngte Pflanzen haben jede Menge Pflanzensaft und sind damit besonders reizvoll für hungrige Blattläuse.
  • Nützlinge in deinen Garten einladen: Marienkäfer, Wespen und Fliegen sind natürliche Fressfeinde der Blattlaus. Biete ihnen mit Insektenhotels oder anderen Nistplätzen einen Unterschlupf in deinem Garten. So entsteht ein natürliches und ausgewogenes Gleichgewicht.
  • Wunden an Bäumen sofort versorgen: Versiegele Schnittwunden an Bäumen und Pflanzen mit einem speziellen Wundbalsam. Offene Stellen in der Rinde ziehen Blattläuse an, da sie es ihnen leicht machen, an Nahrung zu gelangen.
  • Kranke Pflanzen zurückschneiden: Entferne befallene Pflanzen oder Pflanzenteile aus dem Beet oder vom Balkon, damit sie nicht auch andere Pflanzen mit Blattläusen anstecken.

Augen auf – die beste Vorsorge gegen Blattläuse

Vor allem im Frühjahr solltest du beim Gießen und bei der Pflanzenpflege besonders aufmerksam sein. Überprüfe regelmäßig die Unterseiten der Blätter, vor allem oben an den jungen Trieben. Die Schädlinge sind so klein, dass sie von weitem erst auffallen, wenn sie bereits Kolonien gebildet haben – und dann wird es schon etwas aufwendiger, die Blattläuse zu bekämpfen.

Du möchtest mehr darüber wissen, wie du Blattläuse und andere Schädlinge aus deinem Garten fernhalten kannst? In unserem Beitrag Naturgarten anlegen: Tipps für einen naturnahen Garten und Balkon findest du viele Tipps, wie du mit Insekten und anderen Nutztieren ein natürliches Gleichgewicht in deinem Garten herstellst.