Haushaltsratgeber

Bettwanzen bekämpfen: So wirst du die lästigen Tierchen los

Bettwanzen – vielen läuft schon bei dem Wort ein leichter Schauer über den Rücken. Bettwanzen, das klingt nach Muff und schmutzigen Laken. Im eigenen Zuhause passiert sowas nicht, oder? Manchmal leider doch: Es kann vorkommen, dass die winzigen Tierchen in Kleidung oder Gepäck versteckt in deine vier Wände gelangen. Wichtig ist jetzt, die ungebetenen Gäste schnell wieder loszuwerden. Wir erklären, welche Zeichen für einen Befall sprechen und wie du Bettwanzen bekämpfen kannst.

1. Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen sind Parasiten, die es sich in der Umgebung des Menschen gemütlich machen und sich von seinem Blut ernähren. In die Wohnung kommen die wenige Millimeter großen Tierchen meist auf Kleidungsstücken, in gebrauchten Möbeln oder im Gepäck. Tagsüber halten sie sich versteckt, möglichst dunkel und nah an der potenziellen Nahrungsquelle auf. Typische Unterschlupfe für Bettwanzen sind daher Matratzen, Bettgestelle, Bezüge, aber auch Spalten hinter Türrahmen, Bildern oder Tapetenkanten. Erst nachts werden die Wanzen aktiv: Angelockt von Körperwärme und dem beim Atmen ausgestoßenen CO2, finden sie ihren Wirt – und lassen es sich gut gehen. Dabei beißen sie meist mehrmals zu und hinterlassen kleine, juckende rote Flecken auf der Haut.

2. So erkennst du Bettwanzen

Ein Bettwanzenbefall ist kein Zeichen von mangelnder Hygiene. Die Parasiten gelangen meist zufällig in die Wohnung und sind nicht wählerisch – dafür aber enorm widerstandsfähig: Erwachsene Tiere können 8-10 Monate ohne Nahrung überdauern. Wenn du glaubst, in deinen vier Wänden Anzeichen von Bettwanzen zu erkennen, heißt es also: schnell und gründlich handeln.

Bettwanzenbisse

In der Regel beißen Bettwanzen mehrmals in einer Linie zu, bis sie ein geeignetes Blutgefäß getroffen haben. Ähnlich wie bei Flohbissen und Mückenstichen ist es der Speichel der Tierchen, der die juckenden Hautreizungen hervorruft. Allerdings können zwischen den Bissen und dem Hautausschlag ein paar Tage vergehen. Typische Bissstellen sind Hände, Beine, Hals oder Gesicht. Wenn du also kleine, stark juckende rote Punkte auf deiner Haut entdeckst, solltest du nach weiteren Anzeichen für Bettwanzen suchen und möglichst schnell Maßnahmen ergreifen.

Lebende oder tote Bettwanzen

Bettwanzen sind nur 4–6 Millimeter groß und haben einen platten, rotbraunen Körper. Damit sind sie zwar winzig, aber mit bloßem Auge durchaus zu erkennen. Tagsüber findest du tote oder lebende Bettwanzen in dunklen Ritzen oder zwischen Wand und Matratze. Es kann aber auch sein, dass du die Tierchen in deinem Bett erwischst. Eine mit Blut vollgesogene Bettwanze wächst auf nahezu das Doppelte ihrer Körpergröße an – solche Exemplare sind gerade im Bett kaum zu übersehen. Natürlich wäre es schön, wenn man einen Befall sofort entdecken würde. Junge Tiere sind allerdings nur etwa 1 Millimeter groß. Daher ist es oft erst nach einiger Zeit möglich, einen Befall mit Bettwanzen zu erkennen.

Blut- und Kotspuren im Bett

Auf dem Weg von der Nahrungsquelle zurück zu ihrem Versteck hinterlassen die ungebetenen Gäste manchmal „Essensreste“ in Form von Blutspuren, oder auch Kotspuren. Wenn du auf deinem Bettzeug kleine schwarze oder dunkelrote Flecken findest, kann dies ein Hinweis auf einen Bettwanzenbefall sein. Natürlich können solche Flecken auch einen anderen Ursprung haben. Daher solltest du immer auch auf andere Anzeichen für Bettwanzen achten.

Unangenehmer Geruch

Oft hört man, dass Bettwanzen einen durchdringenden, süßlichen Geruch verströmen. Du kannst beruhigt sein: Ein solcher Geruch tritt nur bei einem extremen Befall auf und ist in privaten Wohnungen nahezu ausgeschlossen. Dennoch kann dir ein schlechter Geruch als Warnsignal dienen, z. B. wenn du in günstigen Hotels oder Hostels im Ausland absteigst. In einem solchen Fall ist es sinnvoll, das Bett und die Umgebung genauestens zu untersuchen.

3. Diese Mittel helfen gegen Bettwanzen

Wer Bettwanzen bekämpfen will, kommt mit den üblichen Insektiziden und Mitteln aus dem Drogeriemarkt nicht weit. Die Parasiten sind sehr widerstandsfähig und gegen die meisten Insektengifte immun. Zudem können Bettwanzen Monate ohne Nahrung überleben. Ein „Aushungern“ der Bettwanzen, z. B. über die Ferien, ist also keine Option.

Bei leichtem Befall helfen Hitze und Kälte

Wenn du die Bettwanzen in einem sehr frühen Stadium entdeckst, reicht eventuell schon eine Behandlung mit Hitze bzw. Kälte. Bettwanzen sterben bei Minusgeraden und bei Temperaturen ab 60 Grad ab. Ist zum Beispiel eine Reisetasche, ein Bild oder ein Sofakissen befallen, kannst du die Stücke sofort aus dem Zimmer entfernen und wahlweise in die Gefriertruhe stecken oder bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen. Mit Matratzen, Teppichen und Co. funktioniert das leider nicht. Zudem verbreiten sich Bettwanzen sehr schnell: Um wirklich alle zu erwischen, ist es oft sinnvoll, sich professionelle Hilfe zu holen.

Professionelle Hilfe vom Kammerjäger

Kammerjäger nutzen spezielle Mittel, um Bettwanzen zu bekämpfen – unter anderem mobile Hochtemperatur-Öfen, mit dem die Raumtemperatur für kurze Zeit stark ansteigt, sodass die Parasiten absterben. Es ist nicht unüblich, dass die Experten dafür zwei oder drei Mal vorbeischauen, um einen erneuten Befall mit Bettwanzen zu erkennen und vorzubeugen. Denn nur wenn alle Tiere inklusive der Wanzeneier abgetötet werden, bist du die Besucher langfristig los.

4. Bettwanzen bekämpfen: Anleitung

Bevor der Schädlingsbekämpfer einen Termin frei hat, kannst du den Befall eingrenzen. Mit etwas Glück reicht das schon, um die Bettwanzen zu bekämpfen. Wir haben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erstellt, wie du am besten vorgehst.

Schritt 1: Aufräumen

Nimm den Bettwanzen ihren Unterschlupf weg, indem du Möbel und Accessoires abrückst und dahinter gründlich sauber machst. Lasse beim Aufräumen alle Stücke innerhalb des Raumes, damit sich die Wanzen nicht in der ganzen Wohnung verbreiten.

Schritt 2: Staubsaugen

Nach dem Aufräumen kommt das Staubsaugen. Sauge nicht nur die Flächen, sondern auch alle Ecken, Kanten und Spalten gründlich ab, am besten mit einem Staubsaugeraufsatz für die Autoreinigung oder ähnlichem. Auch Bilderrahmen, Türrahmen und das gesamte Bettgestell mit Matratze kannst du auf diese Weise behandeln. Den Staubsaugerbeutel verpackst du nach dem Saugen am besten in eine Plastiktüte und entsorgst ihn direkt im Müll.

Schritt 3: Textilien bei 60 Grad waschen

Kleidung und waschbare Textilien wie Gardinen, Kissenbezüge und kleine Teppiche solltest du bei 60 Grad in der Waschmaschine waschen. Schau am besten vorher auf das Pflegeetikett, ob die Textilien diese Temperatur vertraten. Ganz wichtig: Trag die Stücke nicht im Wäschekorb zur Maschine, sondern in verschließbaren Plastikbeuteln. Die gewaschenen Stücke lässt du im Freien oder noch besser im Heißlufttrockner trocknen. Große Teppiche oder Matratzen kannst du mit einem Dampfreiniger behandeln. Vergiss aber nicht, auch diese Gegenstände nach der Reinigung gut trocknen zu lassen, damit sich kein Schimmel bildet.

Schritt 4: Gegenstände mit Kälte behandeln

Alles, was du nicht heiß waschen kannst, lässt sich vielleicht einfrieren – auch große Kälte tötet Bettwanzen ab. Gib Wolldecken, Schuhe, Reisetaschen und andere nicht-waschbare Gegenstände wie Bücher und Bilderrahmen in Plastiktüten, verschließe sie gut und friere sie für mindestens 72 Stunden bei -18 Grad ein.

Schritt 5: Bettwanzenfallen aufstellen

Bettwanzenfallen enthalten kein Gift. Es handelt sich dabei um flexible Bahnen, die mit Klebstoff und einem speziellen Lockstoff beschichtet sind. Nehmen die Tiere den Lockstoff wahr, laufen sie auf die Klebefläche und bleiben daran haften, sodass du sie zusammen mit dem Klebstreifen entsorgen kannst. Geeignete Orte für Bettwanzenfallen sind am Bett und um das Bett herum. Auch zwischen Matratze und Wand kannst du die Fallen befestigen. Die Klebefallen sind übrigens auch hilfreich, um einen Befall mit Bettwanzen zu erkennen.

Bett mit weißer Bettwäsche
Bettwanzen sind nicht willkommen – aber auch kein Weltuntergang. In einer Mietwohnung solltest du trotzdem deinen Vermieter informieren und in jedem Fall den Kammerjäger rufen. Experimente mit Insektengiften schaden dagegen eher, vor allem, wenn Kinder und Tiere im Haushalt leben.

5. Tipps, wie du Bettwanzen vorbeugst

Hundertprozentig ausschließen lässt sich ein Befall mit Bettwanzen eigentlich nicht. Manchmal reicht schon ein Bild vom Flohmarkt oder ein geliehenes Kleidungsstück, damit sich eines der Tierchen in deine Wohnung verirrt. Ein paar simple Vorsichtsmaßnahmen helfen, dass du auch in Zukunft keine Bettwanzen bekämpfen musst.

  • Regelmäßige Grundreinigung: Reinige dein Schlafzimmer regelmäßig und staubsauge auch die Ecken und Spalten. Wasch deine Bettwäsche inklusive Matratzenschoner und Deko-Kissen, wenn möglich, bei 60 Grad.
  • Möbel abrücken: Platziere Bett, Schrank und Schreibtisch mit einem kleinen Abstand zur Wand, sodass etwas Licht hinter die Möbel gelangt.
  • Keine Textilien auf dem Boden: Lege deine Bettwäsche, Kissen und Tagesdecken nicht auf den Fußboden – so können sich Bettwanzen nicht so schnell verbreiten.
  • Gebrauchte Textilien reinigen: Wasche Klamotten vom Flohmarkt oder vom Kleidertausch gründlich bei 60 Grad oder friere sie ein – am besten unmittelbar, nachdem du sie gekauft hast.
  • Straßenfunde und Antiquitäten: Alte Möbel gründlich absaugen und wenn möglich mit Seifenlauge abwaschen. Im Winter am besten über Nacht bei Minusgraden draußen stehen lassen, bevor du die Möbel in die Wohnung holst.
  • Haustiere untersuchen: Kontrolliere deine Haustiere regelmäßig auf Ungeziefer. Der Tierarzt kann dich beraten und dir bei der Parasiten-Kontrolle helfen.
  • Aufstieg erschweren: Umwickle die Füße deines Bettes mit transparentem Klebeband. Die glatte Oberfläche erschwert es den Wanzen, ins Bett zu krabbeln.
  • Reisetaschen sofort reinigen: Packe deinen Koffer im Badezimmer aus und wasche sowohl Kleidung als auch Koffer gründlich, am besten bei 60 Grad. Empfindliche Textilien aus Wolle solltest du einfrieren.
  • Augen auf im Urlaub: Vermeide beim Reisen Gruppenschlafräume und halte dich fern von fremden Schlafsäcken und Koffern.